Archiv der Kategorie: Etschtal

Kaltern-Montiggl-Frühlingstal

Vorige Woche waren wir zwischen Kaltern und Eppan im Frühlingstal spazieren. Heute wollen wir eine ähnliche, aber nicht genau gleiche, etwas längere Rundwanderung zusammen mit der Familie der Schwägerin bezwingen. Wir werden sehen ob das mit drei Kindern funktioniert oder ob wir die Wanderung verkürzen müssen.

Schwarzweiß-Blick auf den Kalterer See vom Maontiggler Weg aus gesehen

Von der Kellereistraße in Kaltern geht es zuerst hinunter zur Kellerei Ritterhof und dann über den Wanderweg „Montigglerweg“ zuerst entlang von Weinbergen mit Blick auf den Kalterer See, dann etwas absteigend durch einen Buchen- und Eichenwald, weiter das Lavasontal querend, wieder ansteigend bis in den Montiggler Wald. Ab hier geht wandern wir gemütlich bis ins Dorfzentrum von Montiggl und dann weiter bis zum Südufer des großen Montiggler See.

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Frühlingstal

Bild des Frühlingstales von Anna

„Es waren viele Blumen. Große Schneeglöckchen, Märzenbecher und eine Blume aus Holz ausgeschnitten. Wir haben Fotos gemacht. Die Blumen waren schön. Ich, Anna, habe auch Fotos gemacht und gearbeitet. Die Mutter ist auch mitgegangen.“ Das sind das was Anna zum Spaziergang durch das Frühlingstal einfällt.

Ich hingegen hätte die Wanderreportage eher so geschrieben:

Endlich ist es wieder soweit. Die Großen Schneeglöckchen im Frühlingstal zwischen Kalterer See und Montiggler See blühen wieder. Endlich, weil das für uns das Ende des Winters und den Beginn der Sommerwandersaison markiert.

Märzenbecher im Frühlingstal

Wie jedes Jahr starten wir nördlich des Kalterer Sees, am unteren Ende des Frühlingstales. Einige Mandelbäume blühen, die einen rosa die anderen weiß.  Die Weinreben haben noch nicht ausgetrieben. Das Gras zwischen den Rebzeilen färbt die Landschaft trotzdem frühlingshaft grün. Den 2 km entfernten hellblau schimmernden Kalterer See im Rücken, wandern wir zu Dritt dem Blumenmeer entgegen. Obwohl wir jedes Jahr diese Frühlingswanderung absolvieren, kann sich Anna an kein einziges Mal mehr erinnern. Ok, ist für eine Vierjährige vielleicht etwas zu viel verlangt.

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Ein sonderbarer Spaziergang durch Tramins Gassen

Hier scheint noch alles in Ordnung zu sein. Das Weindorf erwacht…

Im malerischen Dorf Tramin lässt es sich normalerweise hervorragend gemütlich spazieren. Heute klappt das mit dem „Gemütlich“ nicht so richtig. Ich wollte eine ruhige Runde durchs Weindorf drehen – was in den Weinbergen oberhalb von Tramin, noch geklappt hat.

Arme Zigeuner
Arme Zigeuner

Doch jetzt, am Rathausplatz, kommt mein verdienter Dienstagvormittagsspaziergang ins Stocken. Über den Hauptplatz ist fast kein Durchkommen. Traktoren mit Anhänger versperren den Weg. Und allerlei Gesinde scheint sich heute hier rumzutreiben. Zigeuner, alte Weiber, schwarze Männer – weiß der Teufel was da los ist. Ärgerlich – ich wollte doch nur in Ruhe einen Kaffee zu mir nehmen.

Schnappviecher (Wuddelen)

Ein älterer Herr, versucht seinen Wagen zwischen einer Herde urtümlicher, fürchterlich klappernder Schnappviecher hindurch zu manövrieren. Er dreht die Scheibe runter, flucht die Ungetüme lautstark an. Die sind für solch eine Anmache aber wenig empfänglich.

Weibelen mit „Zenzi“ Wagen

Was ist das? Hmm… scheint eine fahrbare Gefängniszelle zu sein. „Zenzi“ steht drauf. Sonderlich! Das Wetter wäre formidabel, aber etwas stark riechende, schlecht gekleideten herumlungernde Weibsbilder und komische schwarze Männer, mit den zugegebenermaßen recht lustigen Luftballons, verderben etwas das Bild.

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Zogglerwiese

„Gonz, gonz steil gean mr heint. Pocksch sel?“ „Jo, jo. Wo gean mr hin?“ „Afn Zoggler aui.“ „A.“

Blick vom 6er Steig auf den Teil Tramins rechts vom Kastelaz Hügel

Der 6er Steig, der vom Traminer Kastelazweg hinauf auf den Zoggler führt, ist wirklich sehr sehr steil. Zumindest für eine Vierjährige. Trotzdem ist so ein Wandersteig aus einer „gewissen“ Perspektive gesehen einfacher mit Kind zu begehen als ein langweiliger Forstweg. Man muss den Nachwuchs zwar ständiger halten und immer wieder über hohe Stufen hinaufziehen, aber weil das für ein Kind ein „gewisses“ Abendteuer darstellt bleibt dem Erwachsenen Geraunze über Langeweile erspart. Wenn man das so sieht, dann ist der 6er Steig – zumindest für fitte Familien – ein toller Wanderweg.

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Spaziergang – Martinimarkt in Kurtinig

Wenn die Gänse um die Wette laufen, dann ist Martinimarkt in Kurtinig. Am Patrozinium-Tag des Heiligen Martin wird in Kurtinig Kirchtag gefeiert und dabei verwandelt sich das kleine Dorf in einen großen Markplatz. Der Martini-Markt mit dem beliebten Gänselauf wird somit zu einem begehrtes Ausflugsziel vor allem für Einheimische Unterlandler.

Spaziergang rund um Kurtinig

Musikanten auf dem Martinimarkt in Kurtinig

Wir schauen uns den Martini-Jahrmarkt kurz an – vor allem das traditionelle Ringelspiel hat es Anna angetan – wollen aber zuerst ein wenig um das Dorf herumspazieren.

Leider legt Anna ihr lautstarkes Veto ein und so müssen wir Erwachsene alle Register ziehen sie zum Gehen zu bewegen.

Mit Ach und Krach schaffen wir das. Sie beruhigt sich und so marschieren wir gemütlich um das Dörfchen herum.

Spaziergang rund um Kurtinig

Auf dem Moosweg geht es vorbei am Kurtiniger Sportplatz, im weiten Kreis bis zu einer Holzbrücke, die über einen kleinen Teich führt. Dann etwas unterhalb der Straße Margreid-Kurtinig auf einem Güterweg zurück ins Zentrum Kurtinigs zurück auf den Markt.

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Herbstwanderung von Moritzing nach Glaning

Wandern im Herbst das ist in Südtirol, entlang der Südtiroler Weinstraße, besonders eindrucksvoll. Die goldenen Farben der Weinberge tragen maßgeblich dazu bei. Und die im Vergleich zum restlichen Südtirol warmen Temperaturen machen eine Herbstwanderung im Süden Südtirols sehr angenehm.

Wir nehmen uns heute Bozen, die Hauptstadt unseres Landes vor, indem wir von Moritzing – einer kleinen Fraktion unweit des Bozner Krankenhauses – nach Glaning hinauf wandern und dann über die Guntschnapromenade nach Gries hinunter marschieren werden.

Moritzing ist klein, Parkplätze sind Mangelware. Wir könnten die kostenpflichtigen Parkplätze des Krankenhauses nutzen, haben aber Glück und finden am Beginn der geplanten Wandertour, neben den Weinbergen ein Plätzchen.

Start in Moritzing

Weinberge beim Startpunkt in Moritzing

Die Moritzinger Reben leuchten golden, die Sonne scheint entgegen des durchwachsenen Wetterberichts durchgängig. Was will man mehr an einem Novembertag nach den schlimmsten Unwettern seit Jahren.

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Rundwanderung Glen-Gschnon-Kanzel-Mazon

Gschnon, das ist ein kleiner ruhiger Weiler, oberhalb von Montan, an der Südseite des Mühlentals. Eigentlich verwunderlich, dass wir noch nie wandertechnisch dort waren, sehen wir doch die kleinste Fraktion Montans jeden Morgen beim Frühstück Tag in unserem Küchenfenster. Vom Mandlhof aus gesehen, ist Gschnon tagsüber ein einsamer Wiesenfleck, mit vereinzelten Häusern im waldigen Nirgendwo und nachts ein Lichterklecks über dem Kirchturm der St. Jakob Kirche. Wir sind schon gespannt wie Gschnon vor Ort aussieht.

In Glen, oberhalb des Lexnhofes, gibt es einen Waldparkplatz. Von 620 m ü. d. M. geht es zuerst bis zum Trudner Bach hinein. Dieses Wanderwegstück wäre eigentlich recht flach, aber einer Wildwasserbachbaustelle versperrt den Weg, sodass wir über einen markierten Wandersteig die Stelle 10 min zuerst steil nach oben, dann wieder steil nach unten umwandern müssen.

Eine Holzbrücke bringt uns über den Trudner Bach und einige steile Stufen aus dem Bachbett empor. Anschließend wandern wir teilweise über einen alten Saumweg – sichtbar an der Natursteinpflasterung – stetig recht Schweiß treibend, durch Buchenwald empor. Nach einem Bildstock kommen wir bei drei markigen, bereits Herbst bunten Buchen vorbei. Der Wanderweg wird nun etwas gemütlicher.

Luftkurort Gschnon

Herbstwanderung auf dem alten Gschnonerweg

Sonnenstrahlen blitzen durch das Laubdach. Der Weiler Gschon ist erreicht. Verwundert blicken wir auf das kleine Plateau vor uns. Zuerst ein großer Weinberg in Herbstfarben, rechts der Blick hinunter ins Südtiroler Unterland auf den Kalterer See und auf unser Heimatdorf Tramin, vor uns ein malerisches Kirchlein mit Holzturm, das sich als ein Kapuziner Kloster entpuppt, wenige, aber sehr gepflegten Höfe und getrennt durch das tiefe Tal des Plentenbachs, der idyllisch Bauernhof Gstoager Hof.

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Eppaner Eislöcher

Das Milchfest auf der Fanealm, die Ritterspiele unter der Churburg – wir hatten uns die ganze Woche mit der Entscheidung gequält.  Dramatisch abgekühlt hat es und weil die Entscheidung immer noch nicht gefallen ist, bleiben wir im warmen Süden Südtirols. Und weil das vielleicht doch zu warm ist, geht es nach Eppan zu den Eislöchern.

Eislöcher Eppan – schauen und fühlen

Das Naturphänomen Eppaner Eislöcher erklärt sich über das physikalische Prinzip der Windröhre. Luft strömt durch ein Spaltensystem von Porphyrfelsen vom Bergsturz der Gand von oben nach unten, kühlt sich dabei ab und bleibt als kalte schwere Luft in der Mulde des Biotops Eislöcher liegen. So entsteht bei den sogenannten Eislöchern ein circa 5 m hoher Kaltluftsee. Da im Biotop zahlreiche lose Porphyrfelsblöcke herumliegen, die Höhlen und Löcher formen, findet man so manches Loch aus dem kalte Luft strömt. Oft ist in solchen Löchern zu ungewohnter Jahreszeit sogar Eis zu sehen. Darum der Name Eislöcher!

Da wollen wir heute hin!

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Grauner Lochweg

Waldfest in Graun oberhalb von Kurtatsch: Blasmusik, Strauben und mittendrin ein Spielplatz mit zwei Rutschen. Da müssen wir hin! Voriges Jahr haben wir den Besuch des Grauner Festes mit einer Familienwanderung über den Zoggler Forstweg verknüpft, heuer sind die Kleinen schon groß, sie werden es sicherlich auch mit einer Wanderung über den Grauner Lochweg schaffen.

Kastelazweg

Vom Mandlhof geht es hinauf zum Kastelaz Weg und dann nur mäßig ansteigend den Forstweg Richtung Kurtatsch entlang. Wir sind sehr langsam unterwegs. Andauerndes Ratschen und immer wieder bei den Mountainbike-Geschicklichkeitstrainingsstationen stehen bleiben halten auf. Die Kinder wollen über jeden Baumstamm – auch wenn er für Bikes vorgesehen ist – drüber balancieren.

Bikepark Tramin

Ein Schild weist auf den Traminer Bikepark hin. Links könnte man mit dem Mountainbike in 3 verschiedenen Schwierigkeitsstufen (blau, rot, schwarz) hinunter durch Mountainbike-Technik-Parcours radeln, springen, balancieren…

Lochweg

Endspurrt Grauer Lochweg kurz vor der Engstelle mit dem Felsturm

Ich bin froh, dass ich den Wegweiser Lochweg vor mir sehe. Jetzt nimmt jeder ein Kind an die Hand und nun geht es endlich etwas zügiger voran.

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Wandern von der Roen Alm zum Gipfel des Roen

Auf den 2.116 m hohen Aussichtsberg Roen waren wir schon oft, sind aber immer entweder von der Mendel aus oder sogar von Tramin aus hochgewandert. Das ist für eine Familienwanderung mit Dreijährigen etwas zu viel verlangt. Darum fahren wir heute über Amblar direkt bis vor die Roen Alm (Malga Romeno).  Somit bleiben für den Aufsteigt auf den Roen nur circa 2 km und 350 Höhenmeter übrig.

Liegewiese Roen Alm

Die Roen Alm ist erst kürzlich umgebaut und renoviert worden. Die Alm bietet nun einen modernen Gastronomiebetrieb mit Liegen und Kinderspielplatz. Früher war das mehr so eine urige Angelegenheit. Wir halten uns nicht auf, wandern den breiten Steig zum Roen empor.

Der Wanderweg führt uns über die Baumgrenze hinaus auf den Rücken des Roens. Für uns Traminer ist das jedes Mal verwunderlich wie flach und sanft sich der Roen auf seiner Westseite präsentiert, wo er doch gegen Osten markig und steil ins Unterland bis nach Tramin abfällt. Überhaupt ist der Roen ein Berg, der sein Gesicht von jeder Perspektive aus ändert. Von unserem Heimatort Tramin aus präsentiert er sich als Berg für erprobte Bergsteiger, es gilt 2000 Höhenmeter, stetig steil aufwärts, zu erklimmen. Vom Ritten aus gesehen schaut der Mendelkamm, dessen höchste Erhebung der Roen ist, eher wie ein langgezogener Hügel, als ein richtiger Berg aus und von der Nonstaler Seite präsentiert er sich als mäßig ansteigender Wald, der in einer Almlandschaft mündet.

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