Archiv der Kategorie: Wandern

Wanderungen im Südtiroler Mittelgebierge

Nach Castelfeder zur Fruchtbarkeitsrutsche

Ein Spaziergang, nicht weit entfernt, kurz und sonnig – da kommt man als Traminer schnell auf Castelfeder.

Der mediterran anmutende Porphyrhügel zwischen Auer, Neumarkt und Montan ist schon seit sehr sehr langer Zeit ein magischer Anziehungspunkt für Menschen. Auf Castelfeder wurden nicht nur mittelalterliche und antike, sondern sogar prähistorische Siedlungsspuren gefunden.

Castelfeder, Etsch, Ringmauer

Heute ist der mit kargen Trockenwiesen und urigen Eichen überzogene Hügel ein sogenannter „Kraftort“.

Wir, dieWanderer, verstehen nicht viel von Erdstrahlung und Esoterik, können Castelfeder aber dennoch mit ruhigem Gewissen, als einen erbauenden, erholsamen, Ruhe ausstrahlenden Ort empfehlen und ihm darum gut und gerne das Prädikat „Kraftort“ zugestehen.

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Winterspaziergang auf der Seiser Alm (Schneeschuhwandern)

Kids Snow Day auf der Seiser Alm
Kids Snow Day auf der Seiser Alm

Kaiserwetter auf der Seiser Alm unterm Schlern. Die Kinder stehen beim „Kids Snow Day“ das erste Mal auf den Skiern. Die Väter gönnen sich derweil einen ruhigen Wintertag beim Schneeschuhwandern. Einen besonders ruhigen Tag, denn die Mütter sind zu Hause geblieben.

Blick zum Langkofel und Plattkofel
Blick zum Langkofel und Plattkofel

Bis vor kurzem haben wir dem Nachwuchs beim „Schneerutschen“ zugeschaut. Jetzt haben wir sie ihrem Schicksal überlassen und wandern gemütlich von der Bergstation der Umlaufbahn Seiser Alm, von Kompatsch über den Fußgängerweg Richtung Osten. Den Schlern im Rücken den Lang- und Plattkofel vor unseren Nasen.

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Maiser-Waalweg

Der Maiser Waalweg führt von Obermais unterhalb von Schenna nach Saltaus ins Passiertal. Jetzt im Herbst, nach der Ernte, führt der Waal leider kein Wasser. Trotzdem, eine Wanderung entlang des Maiser Waalweges ist auch im Herbst lohnend.

Blick auf Schenna

Bereits nach wenigen 100 m schauen uns vor den weißen Berggipfeln des Passiertales – vom Kirchhügel Schenna – das markante, neugotische Mausoleum, die Pfarrkirche Schenna und das Schloss Schenna entgegen. Umrahmt von der herbstlichen Landschaft ergibt das ein sehr anschauliches Bild.

Richtung Dorf Tirol sehen wir nur den Dorfrand mit dem Johanneum, aber der Weinberghügel Dorf Tirol mit der weißen Texelgruppe im Hintergrund zeichnet trotzdem ein nettes Bild in die Landschaft.

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Laghi di San Giuliano

Die Laghi di San Giuliano bestehen aus den beiden Seen Lago di Garzonè und Lago di San Giuliano
Die Laghi di San Giuliano bestehen aus den beiden Seen Lago di Garzonè und Lago di San Giuliano

Die Rundwanderung in der Presanella Gruppe vor 2 Wochen hatte mir gefallen, darum geht es heute wieder in den Naturpark Adamello-Brenta. Wieder eine Seen-Wanderung, dieses Mal sind die Seen Lago di Vacarsa, Lago di Garzone, Lago di San Giuliano und Lago di Germenega das Wanderziel.

Dabei sind der Andreas, der Armin und der Dietmar. Wir sind somit als Vierer-Männer-Gruppe unterwegs. Das ist mal was ganz anderes. Ich habe die Verantwortung über das Wanderziel übernommen. Die reine Rundwanderung Malga CampoMalga Campostril, Bocchetta dell‘Acqua Fredda – Laghi di San Giuliano – Malga Campo schätze ich für vier gestandene Mannsbilder zu kurz ein, darum muss ein Abstecher zum einsam gelegenen Lago di Germenega die Tour verlängern. Die Wanderung soll ja kein Spaziergang werden!

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Neumarkt-Pinzon-Mazon

Schlossruine Kaldiff zwischen Mazon und Pinzon

Ausgehend vom Dorfzentrum Neumarkt wandern wir den sonnigen Mazoner Spazierweg zur Schlossruine Kaldiff hinauf. Der Aufstieg ist recht kurz, es sind nur 140 Höhenmeter zu bewältigen. Das ehemalige Schloss ist vermutlich um 1200 von den Herren von Enn gebaut worden. Nach einem Brand 1797 sind die bis dahin wohnhaften Adeligen ausgezogen und haben das Schloss verfallen lassen. Heute sind nur noch einige Mauerreste übrig.

Nach der Ruine müssen wir einige der absolvierten Höhenmeter wieder abgeben. Es geht etwas schattig, circa 50 Höhenmeter, bis zum Villner Bach, zur Lochmühle, hinunter. Früher gab es hier eine Hühnerfarm. Heute hält ein Bauer im ehemaligen Hühnerstall Kühe und Lamas.

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Ein ganz besonderer Blick nach Kaltern – Wanderung vom Mendelpass zum Penegal

Vom Mendelpass führt nicht nur eine schmale Bergstraße, sondern auch ein, an der Bergkante entlang verlaufender, Wandersteig hinauf auf den Aussichtsberg Penegal. An so einigen Stellen entlang des Pfades kann der Wanderer eine kaiserliche Aussicht auf Kaltern und den Kalterer See genießen. Kaiserlich ist dabei im wahrsten Sinne des Wortes gemeint, da bereits der Hochadel der Habsburger die Aussicht vom Penegal zu schätzen gewusst haben.

Ich tue mich heute mit dem Genießen etwas schwer. Anna hat sich wieder einmal in den Kopf gesetzt, dass sie als erste ganz vorne marschieren will. Da wir ihr das erziehungstechnisch nicht andauernd durchgehen lassen wollen, artet die Wanderung in eine Tour des Gejammers aus. Es ist schon recht verwunderlich mit welcher Ausdauer ein Kind dir wegen einer Nichtigkeit, wie die Reihenfolge des Wanderns, in den Ohren liegen kann. Da hilft kein appellieren an die Vernunft, kein Themenwechsel, keine Drohung, kein Totschweigen nix, null, nada…

Eine kaiserliche Aussicht, die "Erzherzog Johann Aussicht"
Eine kaiserliche Aussicht, die „Erzherzog Johann Aussicht“

Beim ersten Panoramapunkt mit Seeblick, der „Erzherzog Johann Aussicht“ bleiben wir stehen und schauen hinunter auf den Kalterer See. Er glänzt im Gegenlicht. Darüber umschmeicheln Nebelschwaden die Gipfel der südlichen Dolomiten und der Lagorai. Buntes Herbstlaub bildet den Rahmen für das Bild. Klick, Foto ist eingefangen.

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Römerweg, Altenburg & Rastenbachklamm

Vorbei an der Lehrerfortbildungsakademie „Schloss Rechtenthal“ marschieren wir recht zügig zu den „Drei Häusern“ hinauf, weiter bis zum Maratscherhof und dann mit Blick auf die Fraktion Söll, durch herrliche Gewürztraminer Weinlagen, bis zum Feuerwehrhaus der Söller. Der Weg von den „Drei Häusern“ nach Söll ist kein offizieller Wanderweg und somit nicht fürs Nachwandern geeignet. Als Alternative sei darum der Themenweg Traminer Naturlehrpfad genannt. Der führt auch nach Söll.

Römerweg

Der Römerweg zwischen Söll und Altenburg

Vor der Feuerwehrhalle warten Annas Kusinen mit ihren Eltern. Gemeinsam geht es nun Richtung Altenburg. Der wunderbare Römerweg führt durch einen märchenhaften Wald. Moos bedeckte Porphyr Blöcke, eigenartige Wurzeln, ein dumpf klingender Waldboden – das muss der Wald der Gnome und Waldgeister sein.

„Gel du mochsch lei an Witz?“
„Na, na do wohnen sie wirklich!“

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Über den Prissian Burgenweg nach Grissian zur St. Jakob Kirche

Das Burgendorf Prissian liegt auf 610 m ü. d. M. Der ideale Ausgangspunkt für eine gemütliche (Bugen-)Wanderung im Herbst.

Die Zwingenburg

Ausgehend von der St. Martin Kirche marschieren wir mit Blick auf die erste Burg, die Fahlburg, Richtung Ortszentrum, überqueren den Prissianerbach und biegen dann links zur Zwingenburg hinauf. Die Seitenstraße ist steil, dafür wenig befahren. So kommen wir etwas schnaufend aber ohne Autoabgase bis zur zweiten Burg, der Zwingenburg. Ein Wegweiser mit der Aufschrift „Schloss Holz – Staudach“ und „Mühlenweg“ weist uns an einen Schotterweg zu folgen.

So wandern wir in das Prissianer Tal bis zum Prissianer Bach hinein, überqueren denselben und marschieren dann Richtung Süden weiter. Nach einigen hundert Meter dann der Fehler. Wir biegen nicht rechts Richtung Staudach ab, sondern wandern aufgrund eines missverständlichen Wegweisers gerade aus bis zur Ruine Schloss Holz. Ein Fehler, weil bei der Ruine der Wanderpfad plötzlich endet.

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Über den Dürerweg zum Crozzolhof und weiter nach Buchholz

zum Bio Bauernhof Crozzolhof

Von Ungewissheit und Überraschungen hält die beste Grundschullehrerin von allen nix. Wie jedes Jahr muss der geplante Schul-Herbstausflug zuerst persönlich getestet werden. Frau Lehrerin will sich ja nicht mit Dutzenden von Grundschülern verlaufen. Der Crozzolhof, ein recht einsam gelegener Biobauernhof in Buchholz, oberhalb von Salurn, ist das Ziel.

Der Hof ist kein „simpler“ Bauernhof, er ist ein Schule-am-Bauernhof-Betrieb d.h. kleine und auch große Schüler können dort unter Führung Brot backen, Kartoffel setzen, Tiere füttern und so ganz viel vom echten Leben eines Biobauern lernen! Ein Bauernhof zum Angreifen, nicht nur für Pflichtschul-Schüler, sondern auch für die Erwachsenenbildung! Am Crozzolhof können interessierte Gruppen – egal welchen Alters – schnuppern, lernen und anpacken.

Albrecht Dürer Weg

Blick nach Buchholz

Von Laag starten wir den Albrecht Dürer Weg (Nr. 5) hinauf. Der Weg wurde nach dem berühmten Maler Albrecht Dürer benannt, der auf seiner ersten Reise nach Venedig, aufgrund der versumpften Etsch, beim „Klösterle“ in St. Florian / Neumarkt links abbiegen musste, um über den Sauchpass und das  Cembratal nach Trient zu gelangen. Wenn man sich heute das Südtiroler Unterland anschaut, dann ist schwer verständlich, warum man sich solch einen Umweg antun sollte. Aber damals im Jahre 1494 war die Etsch noch nicht reguliert. Die Etschregulierung wurde unter Maria Theresia (* 13. Mai 1717; † 29. November 1780) beschlossen und nach mehrmaligen Rückschlägen erst im Jahre 1890 fertig gestellt. So musst Meister Dürer – wie damals üblich – über Buchholz ins Cembratal um nach Trient zu gelangen.

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Rundwanderung auf der Plose mit Dolomitenblick

Die Plose haben wir bis heute immer gemieden. Der Gebirgsstock Plose trägt dafür nicht die Verantwortung, es ist der Skizirkus der so manchen Berg im Sommer etwas „unschön“ aussehen lässt. Aber mittlerweile haben sich etliche Skiressorts für den Sommer etwas einfallen lassen. Natürlich können Sie ihren Berg im Sommer nicht zu einer ursprünglichen Wildnis zurück verwandeln, aber sie haben aus der Not eine Tugend gemacht und den Berg als Ausflugsziel für Wanderer, Mountainbiker und für Familien umfunktioniert. Achtung Ausflugsziel, nicht unbedingt Bergparadies für Wildnis-Wanderer und Bergtourengeher. Das Latemarium unter dem Latemar, der Kronplatz im Pustertal und auch die Plose, der Hausberg von Brixen, bieten mittlerweile ein umfangreiches Sommerprogramm. Ich finde das gut, denn so können die Ski-Berge, die im Sommer aufgrund ihrer unästhetischen Verbauung gemieden werden würden, einen sinnvollen Beitrag leisten, nicht nur indem sie vom Bergbesucher gewünschte Sommerattraktionen anbieten, sondern vielleicht auch um andere ursprünglichere Gegenden von den Massen an Bergausflugstouristen zu entlasten.

Heute wollen wir es riskieren und trotz Ski-Berg zum Sommerwandern auf die Plose. Es soll da eine 3-Gipfel-Tour geben.

Plose-Kabinenumlaufbahn

Aufstieg von st. Andrä über Brixen mit der Plose Kabinen-Umlaufseilbahn auf die Plose

Mit der Plose-Kabinenumlaufbahn geht es von 1.067 m auf 2.050 m hinauf. Unter uns brettern Mountaincarts zu Tale. Ehrlich gesagt, hätten wir gewusst, dass man von der Plose mit einem Dreirad-Co-Cart abfahren kann, da hätten wir uns am Ticketschalter der Seilbahn nur eine Auffahrt-Karte gekauft. Auch vom WoodyWalk, dem herrlichen Familienwanderweg, der von der Bergstation der Plose Liftanlage hinüber zur Rossalm führt und der tolle Spielstationen bietet, haben wir nichts gewusst. Hut ab, der Skiberg bietet was!

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