Anlässlich des Europäischen Tags des Denkmals finden heute in Tramin gleich zwei Führungen statt. Am Vormittag dreht sich alles um die Trockenmauern rund um Tramin, am Nachmittag um das alte Widum in Söll, das erst kürzlich saniert und teilweise wieder nutzbar gemacht wurde.
Die Führung in Söll beginnt um 14.00 Uhr. Das muss sich doch mit einer kurzen Mittagswanderrunde kombinieren lassen?
Natürlich!
Über den Geoweg zu den Porphyrfelsen
So kommt es, dass wir nun über den Traminer Geoweg am Höllentalbach entlang hinauf ins Rappental wandern. Dabei überholen wir zwei Mountainbiker. Ja, tatsächlich: Wir. Zu Fuß. Zwei Radfahrer.
Den Mühlenweg in Aldein sind wir vor neun Jahren schon einmal gegangen. Damals noch mit Kinderwagen – und deshalb nur auf dem kinderwagentauglichen Abschnitt. Heute braucht Anna längst kein Transportmittel mehr, also darf es diesmal der gesamte Mühlenweg sein.
Wir starten am Hauptplatz von Aldein. Hier oben, auf dem kleinen Hügel, auf dem der Dorfkern thront, stehen die Pfarrkirche zur hl. Helena, der schöne Dorfgasthof Krone und das Dorfmuseum mit seiner umfangreichen Sammlung sakraler Gegenstände aus der Barock- und Rokokozeit. Ein großer Teil davon geht auf die Stiftung des Benefiziums des Thalhofes mit der Kapelle Maria Schnee im Tal zurück.
Der Dorfplatz von Aldein
Dem Wegweiser „Mühlenweg“ folgend verlassen wir den Hauptplatz und wandern hinunter in Richtung Landesstraße. Keine Panik: Wir müssen ihr nicht entlangmarschieren. Stattdessen geht es hinunter zum Parkplatz neben der Feuerwehrhalle – den hätten wir natürlich auch gleich nutzen können. Hier überqueren wir die Landesstraße 72 und folgen nun endgültig dem Mühlenweg, Wanderweg Nr. 18.
Eigentlich wollte ich mit Anna über den Meraner Höhenweg, vorbei an der Nasereit Schutzhütte, zur Lodnerhütte hinauf. Von beiden Hütten fehlen mir nämlich noch eigene Fotos in meiner Liste der Südtiroler Schutzhütten. Ein Zustand, den ich natürlich nicht einfach so hinnehmen kann.
Doch die beste Ehefrau von allen: „Bisch narrisch, sechs Stunden, sel geat nit! Sel konsch dr Anna nit ontean! Und außerdem miats um holb siebn do sein!“ Mein Gott, was sind schon mickrige sechs Stunden? Das packt Anna doch leicht. Doch mit ihrem zweiten Argument trifft die beste Ehefrau von allen leider mitten ins Schwarze. Als Halbtagestour mit fest geplanter Rückkehrzeit geht sich eine sechs Stunden Wanderung plus jeweils eine Stunde An- und Rückfahrt tatsächlich nicht aus.
Also gut, dann nur zur Nasereithütte und eventuell auf dem Rückweg noch den oberen Teil des Partschinser Wasserfalls mitnehmen. Ein gemütlicher Spaziergang also.
An heißen Sommertagen bietet sich zum Wandern in Südtirol das Bergdörfchen Gfrill als Ausgangspunkt und die Hornalm am Trudner Horn als Ziel an. Das kommt uns gerade recht, denn Gfrill liegt nicht weit von uns entfernt und wir wollen unsere heutige Mittagsrunde in temperaturmäßig erträglichere Gefilde verlegen.
Gesagt, getan: Während unten das Unterland brät, erwartet uns Gfrill mit erstaunlich angenehmen 28 Grad. Das ist ein deutlich größerer Temperaturunterschied, als wir uns von den rund 1.000 Höhenmetern erhofft hatten. Toll!
Aufstieg von Gfrill durch den Naturpark Trudner Horn
Von Gfrill aus marschieren wir nun über den Dolomiten-Höhenweg Nr. 8 (E5) hinauf in den Naturpark Trudner Horn.
Der Weg fordert uns weder mit Steigung noch mit Aussicht. Dafür spendet der Wald genau das, weshalb wir hergekommen sind: Schatten.
Alm „Olm fan Korlfranz“
Bald erreichen wir die Alm „Olm fan Korlfranz“. Was für ein herrlich lustiger Name.
Medizin für alle Sinne – Wassererlebnisweg Gnoppnitzbach steht auf dem Wanderschild, unter dem wir gerade hindurchschreiten.
Warum wir plötzlich in Greifenburg im Oberen Drautal gelandet sind, weit weg vom Wörthersee? Ganz einfach: Leider geht auch die schönste Urlaubswoche irgendwann zu Ende und wir befinden uns bereits auf der Heimreise nach Südtirol.
Kurz bevor wir Kärnten Richtung Tirol verlassen, wollen wir aber doch noch eine letzte Wandertour mitnehmen.
Und was bietet sich an einem Hitzetag wie heute besser an als ein Themenweg, bei dem sich alles ums Wasser dreht?
Wir werden dem wilden Gnoppnitzbach durch die Gnoppnitzklamm folgen und dabei die große Rundwanderung über die Heregger Alm zurück nach Greifenburg unter die Sohlen nehmen: 7,94 Kilometer und rund 440 Höhenmeter. Das passt genau in unseren Rückreisetag.
Wir geben es zu: Nach Bad Kleinkirchheim sind wir heute eigentlich nur unterwegs, weil Anna dort eine Sommerrodelbahn – genauer gesagt eine Rollbobbahn – erwartet. „Kärntens modernste Rollbobbahn“, war in der Broschüre zu lesen. Das hat Anna natürlich schwer beeindruckt.
Aber wer Sommerrodeln will, muss sich das zuerst einmal verdienen. Eine Bergtour von Bad Kleinkirchheim hinauf auf den Wöllaner Nock erscheint uns für eine Bobfahrt dann doch etwas zu viel verlangt. Also lassen wir uns von der Kaiserburg-Umlaufbahn ganz bequem von 1.070 m auf 2.043 m bis knapp unter den gleichnamigen Berggipfel hinaufgleiten und schauen uns hier oben nach einer Wanderrunde um, die unsere Kondition heute nicht über Gebühr strapaziert.
Zuerst aber erkunden wir den Kaiserburg-Gipfel. Laut einer Sage soll sich unterhalb des Gipfels eine geheimnisvolle Höhle befinden. Darin gibt es zwei Tore: ein eisernes und ein goldenes. Wer das eiserne Tor durchschreitet, gelangt tief ins Innere des Berges zu unermesslichen Schätzen. Das goldene Tor hingegen führt unaufhaltsam in den Abgrund. Einst versuchte ein habgieriger Hirte sein Glück, wählte jedoch in der Dunkelheit das falsche Tor und stürzte in die Tiefe. Seit diesem Unglück sind beide Tore für immer im Fels verschwunden.
Nachdem es gestern mit den Obir-Tropfsteinhöhlen nicht geklappt hat, wagen wir heute einen zweiten Versuch. Und weil der Wildensteiner Wasserfall fast direkt auf dem Weg nach Bad Eisenkappel liegt, nehmen wir ihn kurzerhand ebenfalls in unseren Tagesausflug auf. Schließlich wollen wir uns auch wandertechnisch ein wenig austoben.
Am geplanten Ausgangspunkt der Rundwanderung folgt gleich die erste Ernüchterung: Zwar führt der Weg durch den Wald, asphaltiert und für den Verkehr freigegeben ist er trotzdem. Nicht ganz unser Fall. Also fahren wir weiter bis zum Parkplatz direkt unterhalb des Wildensteiner Wasserfalls. Der Plan lautet nun: zuerst den Wasserfall anschauen. Und anschließend wird sich rundherum wohl eine nette Wanderrunde finden lassen.
Der Parkplatz vor dem Gasthof „Zum Wildensteiner Wasserfall“ ist ziemlich leer. Es scheint fast so, als hätten heute nicht besonders viele Wanderer hierher gefunden.
Für heute steht ein Tagesausflug nach Ljubljana – auf Deutsch Laibach – auf dem Programm. Weil die Anfahrt auch über den Seebergsattel möglich ist, nutzen wir die Gelegenheit und statten dem Bergsteigerdorf Jezersko – auf Deutsch Seeland – einen Besuch ab.
Jezersko zählt mit nur 670 Einwohner zu den ruhigsten und ursprünglichsten Alpentälern Sloweniens. Es liegt direkt südlich des Seebergsattels an der Grenze zu Kärnten. Der deutsche Name Seeland kommt nicht von ungefähr: Vor rund 10.000 Jahren erstreckte sich hier ein gewaltiger Gletschersee. Der See ist längst verschwunden – der Name ist geblieben.
Also fahren wir vom Wörthersee Richtung Seebergsattel. Da wir durch Bad Eisenkappel kommen, fällt uns plötzlich ein: Hier gibt’s doch die Obir-Tropfsteinhöhlen! Also Blinker raus, wenden, Parkplatz suchen. Wo ist denn der Eingang? Ah, dort vorne. Doch statt Tropfsteinen erwartet uns ein Mann mit einer denkbar kurzen Auskunft: „Heute geht nix. Stromausfall!“
Heute wollen wir uns eine ganz gemütliche Wanderung gönnen. Höhe brauchen wir wegen der Hitze aber trotzdem. Hmm … wie wäre es mit einer Bergbahn hinauf auf einen Bergkamm und dann oben gemütlich und nahezu flach weiterwandern?
Wir entscheiden uns für die Dreiländereck-Bergbahn. Wenn es gestern schon nichts mit einem Grenzgipfel werden wollte, dann muss uns heute eben das Dreiländereck entschädigen.
Mit der Dreiländereck-Bergbahn zum Taubenkogel
Etwas oberhalb von Arnoldstein, bei Seltschach auf 690 Metern, startet der 3-Länder-Jet hinauf auf den Taubenkogel (1.450 m). Der Jet ist in Wirklichkeit allerdings kein Flieger, nicht einmal eine Seilbahn, sondern ein Dreier-Sessellift. Und jetmäßig schnell ist er auch nicht unterwegs. Verglichen mit einem Fußmarsch stehen wir aber trotzdem in Nullkommanix oben auf dem Kärntner Grenzberg.
Heuer verschlägt es uns bereits zum zweiten Mal ins Mutterland Österreich – genauer gesagt nach Kärnten. Doch bevor wir am Wörthersee Quartier beziehen, gönnen wir uns noch einen Zwischenstopp am Weißensee. Schließlich hat auch ein Anreisetag etwas Besseres verdient, als nur im Auto abgesessen zu werden.
Der auf 930 Metern Seehöhe gelegene Weißensee wirkt auf den ersten Blick erstaunlich klein. Schuld daran ist eine Brücke, die ihn scheinbar in zwei Hälften teilt. Tatsächlich täuscht der Eindruck. Mit 11,6 Kilometern Länge, 99 Meter maximaler Tiefe und insgesamt 6,5 Quadratkilometern Fläche gehört er sogar zu den größten Seen Kärntens.
Wir fahren über die ihn teilende Weißensee-Brücke vom Hauptort Techendorf zum gegenüberliegenden Ortsteil Schattenseite hinüber und dann weiter bis zur Talstation des Sessellifts Weißensee Bergbahn.
Von Tramin nach Penon wollen wir. Ostern bei Oma feiern. Mit dem Auto wären das entspannte zehn Minuten – fast schon langweilig. Erst noch schnell in Tramin Sport machen und dann mit dem Auto nach Penon? Nachhaltig ist anders.
Also gut: Wir gehen zu Fuß rauf ins Bergdorf. Sind ja nur 8 km und 600 Höhenmeter. Lächerlich.
„Gel Anna?“
Aufstieg über den Kastelazweg und den Grauner Lochweg
Unten im Tal, im Südtiroler Unterland, stehen die Apfelbäume in Vollblüte, während wir den Kastelazweg Richtung Kurtatsch hinausmarschieren. Ein Tag, der wettertechnisch seinesgleichen sucht.
Die Bayern haben keine Dolomiten, aber sie haben Königsschlösser – und als Draufgabe einen Schwansee und einen Alpsee. Genau das Richtige, um Annas Überraschungs-Geburtstagsausflug würdig zu zelebrieren.
Während der ganzen Anfahrt hat Anna immer wieder neugierig gefragt: „Wo fahren wir hin?“
Das ist so eine Sache mit Anna. Einerseits will sie immer alles sofort wissen, andererseits möchte sie auch überrascht werden. Die beste Ehefrau von allen und ich blieben stur, wir rückten nicht mit der Sprache heraus. Und tatsächlich hielt die Überraschung bis Hochschwangau. Der Routenplaner zeigte zwar dauernd Füssen als Ziel, aber da hat bei Anna nichts geklingelt. Selbst die Schilder „Königsschlösser“ kurz vor Füssen hat sie übersehen. Erst als uns das prächtige Schloss Neuschwanstein entgegenstrahlte, ging ihr ein Licht auf. Nun ist zum Glück die Freude groß.