Archiv der Kategorie: 1.000er

Bergtour von Kurtatsch über Penon nach Fennhals

Ostersonntag, wir wollen nach Penon. Könnte ja sein, dass dort oben der Osterhase auch etwas hinterlassen hat. Mit dem Auto? Nein zu Fuß!

Von Kurtatsch nach Penon

Wir haben unter dem Kurtatscher Dorfzentrum, am Parkplatz der an der Wegkreuzung Weinstraße – Kirchgasse liegt geparkt und sind nun auf den Weinlehrpfad unterwegs. Wie immer auf diesem besonderen Weinthemenweg ist Anna von den Duft-Amphoren, die an Wegesrand stehen, begeistert. Obwohl wir schon zig Mal hier waren, will sie noch immer an jeder Amphore riechen und die ausströmende Duftnote zu erraten. Mittlerweile liegt sie öfters richtig als ich. Kein Wunder, mit ihrem Elefantengedächtnis kann sie sich an die Auflösung fast jeder Station erinnern.

Zwei Barrique Fässer, die zu eine Sitzgelegenheit verarbeitet wurden, laden uns Genusswanderer zu einer kleinen Rast ein. Die rastloseste Ehefrau von allen, keine Genusswandererin, sie entspricht eher dem Typus Sportwandererin, die mit Anhalten gar nichts anfangen kann. Für sie ist jede Minute stehen bleiben verlorene Zeit. Zum Glück kommt Anna diesbezüglich eher nach mir. Sie testet gerne die Sessel und nimmt sich natürlich auch wieder die Zeit an der danebenstehenden Duftamphore zu riechen. Das freut mich besonders, denn so kann ich zumindest ein zwei Augenblicke die mediterran anmutenden Äste der Olivenbäume mit den Weinbergen fotografisch in Verbindung bringen.

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Im Nonstal auf den Spuren des Cammino Jacopeo d’Anaunia

Eines unserer Nachbartäler ist das Val di Non. Obwohl Luftlinie nur 10 km entfernt, verbindet uns Südtiroler Unterlandler eher wenig mit dem interessanten Tal. Das Mendelgebirge trennt uns vom Nonstal. Das Gebirge ist zwar kein hoher Bergzug, doch weil wir Unterlandler uns auf nur 250 m ü. d. M. befinden, gilt es bis zum Mendelpass hinauf 1.400 Höhenmeter zu überwinden oder über Mezzocorona fast 50 km zu fahren um das Parallel-Tal zu erreichen. Dieser Umstand zusammen mit der Sprachgrenze stellt dann doch eine relevante Hürde dar.

Apfelbäume soweit das Auge reicht bzw. zumindest bis zum Horizont, wo die das Brenta Gebirge das Nonstal begrenzt
Apfelbäume soweit das Auge reicht bzw. zumindest bis zum Horizont, wo die das Brenta Gebirge das Nonstal begrenzt

Was uns mit dem Trientner Tal verbindet ist der Apfel. So wie bei uns findet man im Val di Non Obstgärten soweit das Auge reicht. Wir Unterlandler müssen dabei neidvoll anerkennen die Nonsberger können durchgehend Bergäpfel liefern. Ihre Apfelhaine befinden sich auf circa 800 m über dem Meeresspiegel. Klar das gesamte Tal befindet sich mehr oder weniger auf dieser Höhenlage, wenn man von den tiefen Schluchten des Noce, der sich bisweilen auf 268 m ü. d. M. in das Tal hineingräbt, absieht.

Heute werde ich mit dem Andreas die hügeligen Apfelhaine des Val di Non erkunden. Für die Apfelblüte sind wir etwas zu früh unterwegs, auf 800 m blüht es heute noch nicht, doch dafür bieten die Apfelbäume eine gewisse Transparenz, um durch sie hindurch die imposanten Burgen und malerischen Dörfer gut bestaunen zu können.

Wir werden dem beliebten Wanderweg „Cammino Jacopeo d’Anaunia“ folgen. Nicht den gesamten, das wäre zu viel verlangt. Dafür müssten wir mehrere Tage an Zeit mitbringen. Er verläuft nämlich rund um das gesamte Nonstal und reicht sogar ein kleines Stück in Val di Sole hinein. Wir werden „nur“ von Cles nach Nanno und über Tuènno zurück nach Cles wandern. Damit für uns, die wir das Bergwandern und nicht das Talwanderen gewöhnt sind, die geplante Rundtour durch die Apfelhaine nicht allzu Kalorien verbrennungsarm ausartet, werden wir zusätzlich ein wenig in die Berge von Cles hinauf wandern. So zumindest der Plan.

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Weihnachtsmarkt in Rango und Winterwanderung auf den Monte Sera

Ich will mit dem Andreas zu einer Schneeschuh-Winterwanderung aufbrechen. Beide haben wir ziemlichen Respekt vor Lawinen. Darum entschließen wir uns Richtung Süden zu fahren. Je weiter entfernt vom Alpenhauptkamm umso weniger Lawinengefahr, so zumindest unsere Überlegung. Der Monte Sera über Ragno soll ein einfacher Aussichtsberg sein. Und da die Fraktion Ragno, die zur Gemeinde Bleggio Superiore steht, weitum bekannt für seinen besonderen, bäuerlichen Weihnachtsmarkt ist, ist die Entscheidung schnell gefallen.

Die Anfahrt ins Trentino nach „Borgo di Ragno“ erweist sich mit 1 h 10 min kürzer als gedacht. Vor dem Ort, der das Siegel „I Borghi più belli d‘Italia“ trägt, werden wir abgefangen. Man weist uns an auf einer Wiese zu parken. Eigentlich wollten wir hinauf zum Passo del Durone und von dort den Monte Sera erklimmen und erst nach absolvierter Wandertour in Rango vorbeischauen. Doch der italienische Parkplatzanweiser sagt, die Straße sei gesperrt.

So stehen wir nun auf einer zu einem Parkplatz umfunktionierten Wiese über 2 km vom gewünschten Ausgangspunkt unserer Schneeschuhwanderung entfernt und schauen uns verdutzt an?

Ich sage: „Naja, dann verlängert sich eben unser Fußmarsch.“ Der Andreas meint, in dem Fall die Schneeschuhe im Auto lasse. Ich schließe mich an.

So wandern wir nun auf Asphalt hinauf ins Zentrum von Ragno.

Weihnachtsmarkt Borgo di Rango

Wow, was für ein Dorf: Dove il tempo si é fermato! Recht haben sie die Macher der „Schönsten Dörfer Italiens“. Hier in Rango ist die Zeit tatsächlich stehen geblieben. Ursprüngliche, bäuerliche Architektur, großartigen Gewölbe, Städel und verwinkelten Verbindungsgänge – Borgo di Rango trägt das Prädikat „I Borghi più belli d’Italia“ zu recht. Und wow, was für ein Weihnachtsmarkt! Der „Mercatino di natale“, wie die Italiener zum Weihnachtsmarkt sagen, ist mit dem Dorf regelrecht verwoben. Ihm können wir es verdanken, dass wir in zahlreiche Innenhöfe, Verbindungsräume und Dorfwinkel reinschauen dürfen, die ohne Weihnachtsmarkt sicherlich nicht öffentlich zugänglich wären. Ich bin von der architektonischen Ursprünglichkeit des Bauerndorfes schlichtweg begeistert!

Auch der Andreas ist überwältigt. Beide sind wir nun froh, dass uns der Parkplatzanweiser in die Parkweise hineingezwungen hat. So einen Ort muss man einfach gesehen haben. Ich hatte zwar geplant kurz vorbeizuschauen, aber nur als kurzen Abstecher nach der Wandertour. Jetzt haben wir das Glück zwei Mal mitten durch zu dürfen. Jetzt vor Beginn unserer Winterwanderung und ein zweites Mal, wenn wir zurück kommen werden. Und da wir jetzt schon sehen, dass es sich lohnt, werden wir fürs zweite Mal genug Zeit einplanen.

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Eisacktaler Törggelerundwanderung

Geraunze dringt an meine Ohren. Von Anna? Nein, die ist heute nicht mit dabei. Von gestandenen Mannsbildern: „Mir sein do jo ba koan Wettrennen …“

Ich bin überrascht! Ok, mein Auftrag war es nicht eine deftige Bergtour, sondern eine Törggelewanderung zu organisieren. Aber der Auftrag kam von denen, die seinerzeit eine Gewalttour von Meran über die Texelgruppe bis zum Becherhaus absolviert hatten bzw. wollten. Eine Tour so gewaltig, dass ich mich damals nicht fühlte, mitzuwandern. Klar, dass ich mich vor diesem Hintergrund bemüßigt sah für die heutige Törggelewanderung eine ordentliche Strecke und Höhendifferenz einzuplanen. Und nun das Geraunze! Männergeraunze!

Ob ironisch oder ernst gemeint sei dahingestellt, auf jeden Fall lassen sich meine Begleiter nicht so recht zum Schnellerwandern bewegen. Mir wäre es zwar egal wie lange wir für die geplante Runde brauchen, doch ich habe der Wirtin vom Unterfinser Hof, einem historischen Bauernhof in Lajen mit Törggele Tradition, das Versprechen abgegeben um 18.00 Uhr aufzutauchen, und zwar zusammen mit vier hungrigen Männern.

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Rundwanderung Deutschnofen-Leifers

Wir haben in Deutschnofen zu tun. Aber erst Mitte Nachmittag. Darum zuerst eine kurze Wanderung. Vorige Woche haben wir den südlichen, heute wollen wir den nördlichen Bergrücken, der das Brantental  einkesselt, erkunden. Es ist jener Bergrücken, der von Deutschnofen Richtung Westen zieht und bei Leifers ins Etschtal abfällt.

Vom einsamen Wölflhof (1.280 m ü. d. M.) – ein Bauernhof mit Hofschank – marschieren wir entlang des Gsiesenbaches den breiten Schotterwanderweg Protzweg (Wanderweg Nr.11) hinunter. Ungewohnt einer Wanderung abwärts zu beginnen, geht es trotzdem oder besser gesagt gerade darum recht flott voran. Ein Auto kommt uns entgegen. Das ist ein wenig verwunderlich, denn der Protzweg macht eher den Anschein ein Wanderweg, bestenfalls ein Forstweg zu sein.

An einer Wegkreuzung halten wir uns rechts, lassen somit den befahrbaren Schotterweg leicht aufwärts wegtriften, während wir abwärts wandern. So kommen wir auf einen alten Karrenweg. Der ist mit modernen Fahrzeugen nicht befahrbar, auch wenn er in früheren Zeiten sich sehr oft genutzt worden ist. In den gepflasterten Natursteinen sind deutlich Spuren von Karrenrädern zu erkennen.

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Ein alter Karrenweg

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Wallfahrt von Leifers nach Maria Weißenstein

Der Kreuzweg von Leifers nach Maria Weißenstein ist kein kurzer. 9 km und fast 1.200 Höhenmeter gilt es zu überwinden. Will man bei jeder Station des Kreuzweges kurz anhalten, sich in Maria Weißenstein etwas aufhalten und dann sogar zu Fuß zurück, so muss man für die Wallfahrt über den Kreuzweg schon einen Tag investieren.

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Erste Kreuzwegstation am Wallfahrtswanderweg von Leifers nach Maria Weißenstein

Vor 10 Jahren, damals im Frühling, damals ohne Anna, sind wir recht flott, in weniger als sechs Stunden Gehzeit rauf und runter. Heute werden wir sehen.

Von Leifers fahren wir über die Weißensteinerstraße bis zum Eingang der Porphyrschlucht Brantental hinauf und parken am Wegesrand, kurz vor dem Haus Emmaus der Caritas. Rechts über eine Brücke führt der Franzenbergweg zum Franzenberg hinauf. Wir schreiten darüber und finden hinter dem Caritas Haus die erste Kreuzwegstation des heutigen Verlaufs. Vor 1770 führte der Wallfahrtsweg am Talboden des Brantental, die heutige Weißensteinerstraße, hinauf. Nun windet er sich auf den Franzenberg empor, um dann, taleinwärts gesehen, am rechten Hang der Brantentalschlucht Richtung Petersberg zu ziehen. Eine Informationstafel klärt uns auf: 3 bis 4 Stunden von Leifers bis nach Maria Weißenstein. Dabei ist der Rückweg nicht eingerechnet. Wir werden vorbeikommen an: Emmaus früher Bäckmühle, Bäckmüllerhöhe, Peter Köfele, Köfelereih, Mausboden, Porphyrsteinbruch, Brunnenreih, Buchnerkreuz, Buchnerbach, Hirschegg, Lindental, Scholeregg, Zaunegg, Halbweg, Melcherboden, Fluorit Bergwerk, Veronika, Neuweg, Feichtenreih, Engelswand, Schupfertal, Wasserfall, Schupferkreuz, Pitschöl Dreiviertelweg, Arme Seelen, Maurerbach, Steinmetzmühle, Landenerpill, Steinmetz Weiher, Rotes Kreuz Kalvarienberg, Neben der Bründlwiese.

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Spaziergang auf dem Planetenweg in Gummer

In Gummer, auf dem Karneider Berg, gibt es nicht nur eine Sternwarte, sondern auch einen Planetenweg. Der lehrreiche Themenweg ist so angelegt, dass seine Planeten Stationen den Abstand aufweisen, wie die echten Planeten draußen im Weltall. Natürlich im Verhältnis, in stark, was sage ich, in extrem stark verkleinertem Maßstab: 1:1 Milliarde!

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Blick auf das Eggental vom Sonnenobservatorium und der Sternwarte in Obergummer

Da wir heute nur auf der Durchreise sind – wir wollen nach Deutschnofen, ein Geburtstagsgeschenk abliefern – halten wir vor dem Pluto, also fast am Ende des Planetenweges. Hier kreuzt sich der Themenweg mit der Landesstraße Nr. 132. Es gibt hier sogar einen Parkplatz. Leider steht der komplett in der Sonne. Das wäre der Todesstoß fürs Geburtstagsgeschenk. So bleibt uns nichts anderes übrig als ein schattiges Plätzchen am Wegesrand zu suchen. Finden wir auch. Ganz kostenlos ist das aber nicht. Wir handeln uns eine sehr bissige Bemerkung eines Kinderwagen schiebenden Spaziergängers ein. Naja, solche irdische Kleinkariertheit ist uns heute egal. Was juckt den Planeten- Reisenden der Homo sapiens.

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Wanderung von Penon über den Römerweg zum Fennberger See

Sind wir schon mal über den Römerweg von Penon nach Fennberg hinauf gewandert? Die beste Ehefrau von allen, eine Penonerin, sicher, doch wir als Familie noch nie. Ok, machen wir heute.

Für einen Ferragosto Tag ist das ein wenig gewagt. Wir werden wahrscheinlich schwitzen, ordentlich schwitzen. Doch am Ende liegt ein Badesee, da kann man das schon mal riskieren.

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Der reizende aber auch ganz schön steile Römerweg von Penon nach Fennhals

Von Penon wandern wir über den Römerweg 2A steil Richtung Fennhalser Sattel. Der Römerweg ist vegetativ interessiert. Er führt zuerst durch dichten Laubwald, doch bald weicht das dichte Blätterdach, ein lichter Mischwald, der Gras im Unterholz zulässt, begleitet uns nun bergauf. Ein Weg wie er mir gefällt, doch heute bedeutet er schwitzen, ordentlich schwitzen.

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Spaziergang um den Kirchturm im Reschensee

Nach einer großartigen Wanderung im Tal der Bergsteiger, im Matscher Tal, musste ein Abstecher hinauf zum Reschensee einfach sein! Ich wollte mich an die Interpretation des vielfach fotografierten versunken Kirchturms wagen. Der „Turm im See“ machte auf mich schon immer – auch vor Netflix‘ Corona – Eindruck. Es ist der geschichtliche Hintergrund, der mich jedes Mal, wenn ich den Kirchturm im Reschen Stausee sehe zum Nachdenken bringt.

Sonnenuntergang am Reschensee. Die letzten Strahlen fallen durch den Glockenstuhl des versunkenen Kirchturms.
Sonnenuntergang am Reschensee. Die letzten Strahlen fallen durch den Glockenstuhl des versunkenen Kirchturms.

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Tramin-Weiße Risen-Göller eine kurze deftige Bergtour

Eine schnelle Nachmittagsrunde. Wohin? Anna: „Af die Weißen Risen aui!“

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In Reichweite des Gummerer Hofes

Ok, das heißt zuerst durch das Rappental den Wandersteig Nr. 10 hinauf zum Gummerer Hof. Kein Problem, das ist einer unserer täglichen Mittagsspazierwege und stellt somit keine große Herausforderung dar. Auf der Magerwiese vor dem Berggasthof blühen bereits die pelzigen, lilafarbenen Kuhschellen. Wir schenken ihnen heute wenig Beachtung, es geht nun den Gummerer-Forstweg (Nr. 10) zum Kalterer Höhenweg hinauf. Anna rennt voraus. Obwohl wir bald nach dem Eichwaldele den gemütlichen Forstweg zugunsten des steilen, heute mit trockenem Laub übersäten, Steig verlassen, sie nur alte, das Profil auf null runter gewetzte Turnschuhe trägt, schießt sie wie ein Pfeil voraus. Wir Große kommen richtig ins Schwitzen.

Beim Brandschutzweiher auf dem Kalterer Höhenweg angekommen, schreitet Anna, dem Wegweiser Nr. 10 folgend, zügig weiter. Eigentlich dachte ich, dass wir hier umkehren bzw. gemütlich zum Bad Klapf flach hinein spazieren, um dann entlang des Höllentalbaches schnurstracks nach Hause zu marschieren.

Doch wenn ein Traminer Madl, so richtig in Fahrt ist, dann soll man es nicht aufhalten und so bleibt uns zwei Erwachsene nichts anderes übrig als hinterher zu dackeln.

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