Archiv der Kategorie: bis 500 Höhenmeter

Entdeckungsreise durch den Montiggler Wald

„Anna, heute gibt es eine große Überraschung.“ „Ja, ja!“, Anna liebt Überraschungen. Doch darauf warten das kann sie freilich nicht! Sie löchert mich, bearbeitet mich, bis ich schlussendlich – wir sitzen bereits im Auto und sind auf der Weinstraße unterwegs – mit der Sprache rausrücke. Dass es eine Wanderung mit dem Tati ist, das ist klar. Die gepackten Rücksäcke liegen im Kofferraum. Wo es hingeht, hat sie, nachdem wir an Kaltern vorbei waren, mit dem Tipp, dass der Anfangsbuchstabe ein „M“ sei, erraten: Montiggler See! Sie ahnt aber, dass außer einer normalen Vater-Tochter Wanderung noch etwas anderes dahinterstecken müsse. Sie löchert mich immer wieder was denn nun die Überraschung sein. Ich versuche zu erklären, dass eine Überraschung, nur dann eine Überraschung sein, wenn man die Antwort nicht kenne.

Schließlich unterliege ich dem Duell Frage-Antwort.

Wir werden eine Ruderbootfahrt machen und anschließend sogar ein Eis essen. Das Freudenjauchzen dauert bis zur Eppaner Sportzone Rungg an!

Zuerst beim Wandern die Fußmuskulatur fit halten, dann beim Rudern Bizeps und Trizeps stärken- im Montiggler Wald geht beides!

Wir schnappen unserer Rücksäcke, ich drücke Anna das Gps-Gerät mit der geplanten, bereits aufgespielten, Rundwanderung in die Hand und wir marschieren los.

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Castelfeder Runde und Wassertreten im Forchwald

Castelfeder, eigentlich kein ideales Wanderziel für die allerheißesten Sommertage, doch heute in der Früh hat es ein klein wenig abgekühlt und so wagen wir es.

Eine großzügige Parkmöglichkeit finden wir in Auer in der Erholungszone Schwarzenbach. Geparkt und schon geht es über die Fußgängerbrücke des Schwarzenbaches, dann vor der Tennishalle rechts abbiegend, in den Wandersteig Nr. 5 hinein. Wir passieren die Tennisplätze hinterrücks, queren die Staatsstraße SS12 mittels einer Unterführung und stehen nun am Eingang des Naturschutzgebietes Castelfeder. Den können wir nicht übersehen. Eine Tafel mit der Aufschrift Schutzgebiet, allerhand Ver- und Gebote, ein Gatter mit einer zweiten Tafel „Betreten auf eigene Gefahr; freilaufende Weidetiere; Gatter bitte schließen“ kündigen unmissverständlich an, wir betreten nun ein ganz besonderes Stück Landschaft.

Wir müssen hinter den Tennisplätzen nach Castelfeder hinauf

Naturschutzgebiet Castelfeder

Einige Stufen, eine Brücke und wir sind oben neben der Dolomitenstaatsstraße. Hier bietet ein kleiner Schotterparkplatz einen weiteren Zugang zu dieser besonderen Wanderung.

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GenussTag am Weinlehrpfad Kurtatsch – Margreid

Eingeladen vom Tourismusverein Südtiroler Unterland, dürfen wie heute einen GenussTag am Weinlehrpfad Kurtatsch – Margreid erleben. Das will ich mir nicht entgehen lassen. Doch leider kann man die beste Ehefrau von allen mit Wein jagen. Es hilft nichts, die Zweitbesetzung muss einspringen. Auf meinen Kollegen Andreas ist diesbezüglich Verlass, ihn muss man für Weinveranstaltungen nicht betteln.

So treffen wir uns um 15.00 Uhr vor der Kellerei Kurtatsch ein. Othmar Sanin, unser heutige Weinwanderführer, bittet uns in den Verkostungsraum der Kellerei hinein.

Kellerei Kurtatsch

Kellerei Kurtatsch

Eine Mitarbeiterin der Weinkellerei klärt uns über die Kellerei, die Arbeit der Weinbauern und vor allem übers Terroir auf. Sie erklärt uns, dass die Weinlagen der Kellerei Kurtatsch in Südtirol eine Besonderheit darstellen, da sie von der tiefen Talsohle bis hoch hinauf unter die steilen Felswände des Mendelgebirges reichen und somit Europa weit gesehen, den größten Höhenunterschied innerhalb einer Gemeinde abbilden. Dadurch wird es ermöglich, dass in Kurtatsch jede Weinsorte ihr ideales Umfeld was Boden und Klima betrifft, findet. Während den Ausführungen dürfen wir die Weine der Terroir-Linie Hofstatt (Weißburgunder), Kofl (Sauvignon) und Kirchbichl (Cabernet-Rivera) verkosten. Man stellt uns keinen Spucknapf vor die Nase, auch schenkt man uns das Glas normal ein. Super, denn so fühlen wir uns bestärkt, den Wein nicht nur optisch zu beurteilen, zu riechen, zu schlürfen und durchzukauen, um ihn dann ausspucken zu müssen, sondern ihn genussvoll zu trinken. So mag ich Verkostungen am liebsten. Klasse!

Terroir Kirchhügel – ein Cabernet Riserva

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Rundwanderung Kalterer See-Leuchtenburg-Rosszähne

Ein windiger Tag, mit Wolken, die nicht so recht wissen, ob sie zuziehen oder aufreißen sollen. Wohin heute? Vielleicht rauf auf die Leuchtenburg? Anna ist begeistert! Ihr ist jede Abwechslung recht. Auf der Leuchtenburg war sie zwar schon einmal, aber das ist mit 4 Jahren schon lange her.

Los geht es auf dem Wanderweg Kalterer See, unweit der Weinkellerei Manincor. Zuerst müssen wir über den Kalterer See Rundweg hinüber nach Klughammer. Dort finden wir vor dem Renaissancebau Leuchtenburg den Einstieg zum Wandersteig 13B. Komischerweise zeigt der hier angebrachte Wegweiser eine die Nummer 18 an. Da scheint etwas mit der Zahl auf den Wanderkarten oder jener des Wegweisers nicht zu stimmen. Egal, das Schild ist zusätzlich mit der Aufschrift Leuchtenburg versehen, so sind Missverständnisse ausgeschlossen.

Blick durch die Mohnblumen über den Kalterer See nach Tramin

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Über den Traminer Höhenweg von Graun zum Gummerer Hof

Den Traminer Höhenweg sollte man von Tramin ausgehend bestreiten. Doch bestreiten trifft es auf den Punkt, denn dafür müsste man über die „Turmheach“ den steilen 6er Steig bewältigen. Es gilt über 300 m steil hinaufzusteigen. Dazu haben wir heute ausnahmsweise keine Lust. Wir machen es uns einfach und fahren mit dem Auto nach Graun. Zeittechnisch gewinnen wir dadurch nichts, denn in der gleichen Zeit hätten wir die „Turmheach“ erklimmen können, doch sparen wir so Energie. Nur unsere Körper eigene Energie, Umwelt technisch haben leisten wir uns natürlich einen Fauxpas. Um denselben durch eine gute Tat etwas zu mildern, fahren machen wir einen kurzen Abstecher nach Penon und nehmen die Oma mit.

So starten wir nun zu viert in Graun, an dessen nördlichen Ende, kurz vor dem Gasthaus Lenzenhof.

Der Traminer Höhenweg verlässt Richtung Norden schnell das Siedlungsgebiet und stellt uns am Beginn eines Forstweges vor die Wahl. Rechts oder links? Wir halten uns links und wandern gemütlich den Forstweg (Wanderweg Nr. 4) leicht ansteigend Richtung Schmiedebene hinauf.

Maiglöckchen

Ich freue mich schon auf die Maiglöckchen, die hier am Wegesrand oftmals blühen. Voriges Jahr sind wir 2 Wochen früher in dieser Gegend gewesen. Damals haben wir uns gedacht, so circa Anfang bis Mitte Mai müsste man die weißen Blüten der Giftpflanze des Jahres 2014, aus der Familie der Spargelgewächse, sehen können.

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Wanderrunde Entiklar-Lahnweg-Penon

In Entiklar, einem kleinen Weiler von Kurtatsch, oberhalb der Weinkellerei Tiefenbrunner stellen wir unser Auto ab. Wir schauen kurz in die Weinberge des Tiefenbrunner hinauf und machen uns dann über den Weinlehrpfad Entiklar-Margreid (Wanderweg 3A) Richtung Süden auf.

Weinlehrpfad und Lahnweg

Eine Truppe Laufenten überquert den Weg. Anna freut sich, läuft ihnen kurz hinterher. Die schnatternden Tiere halten davon wenig und verdrücken sich über das Weingut unterhalb des Weges.

Laufenten am Weinlehrpfad Entiklar-Margreid

Infotafeln über den Wein zieren den recht flach verlaufenden, asphaltierten, von einer Natursteinmauer begleiteten, Güterweg. Nach nur 50 Höhenmeter und einem Kilometer Strecke, biegen wir scharf nach rechts ab. Der Wegweiser trägt die Beschriftung „Lahnweg“. Wieder führt uns eine Natursteinmauer, dieses Mal nicht flach, sondern ansteigend von der Kulturlandschaft in das bewaldete Biotop „Margreider Leitn“ empor.

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Cholerweg, Brentalweg, Kastelazweg

Die Apfelblüte ist im vollen Gang. Da bietet sich ein Spaziergang über die Güterwege Choleraweg und Brenntalweg förmlich an. Wie so oft starten wir von zu Hause, dem Mandhof, aus. Über den Gelogie-Themenweg Geoweg geht es hinunter zum Winzerhof, dann über Gehsteige die Rechtenthaler Straße und anschließend die In-der-Au Straße bis zur Kellerei Tramin weiter. Nun bringt uns ein dem Höllentalbach entlangverlaufender Spazierweg bis zum Choleraweg.

Choleraweg

Rechts Weinberge, links Apfelbäume. Der Choleraweg, einstmals entstanden als Umgehung fürs Dorf Tramin entstanden, um dem Cholera verseuchten Ortskern, auszustellen, hat er heutzutage eine viel erfreulichere Funktion. Er dient nun nicht nur den Bauern als Zufahrtsweg zu ihren Weinbergen und Obstwiesen, sondern auch uns Spaziergänger als gemütliche Wandermeile.

Blick durch die Apfelblüte hinauf nach Tramin

Neben den ausnahmslos weißen Blüten der Apfelbäume blüht heute auch der gelbe Löwenzahn und so spazieren wir durch ein Blütenmeer aus Weißgelb.

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Von Tramin nach Altenburg und zurück über St. Josef am See

Ein klein wenig länger darf die Mittagsrunde heute schon sein, so hatte es die beste Ehefrau von allen angemahnt. So marschieren wir nun zuerst auf Asphalt, dann durch Weinberge hinauf nach Söll, stapfen einen Schnee bedeckten Feldweg zur Altenburger Straße hinüber, schreiten an dem mit Eiszapfen voll behangenem tropfendem Felsen vorbei hinauf nach Altenburg und endlich hinüber zur Panoramaaussicht.

Eiszapfen

Der Kalterer See schaut zu uns herauf. Wir erwidern den Blick nur kurz, denn es gilt auf den vereisten Pfad zu achten.

Winterlicher Blick auf den Kalterer See von der Aussicht in Altenburg.

Nur wenige Meter schlittern wir, zwar mit Bergschuhen ausgerüstet, aber ohne Steigeisen, denn Anfang des Steiges „Rastenbachklamm“ hinunter. Die Erkenntnis reift schnell: im Abstieg, ohne Spikes, da ist aller höchste Vorsicht geboten, ein Ausrutschen mal da, ein Wegschlittern mal dort, das ist sehr wahrscheinlich.

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Margreid Leitnweg-Entiklar-Penon Lahnweg

Spätherbst, da zieht es den geneigten Wanderer gerne an die bunte Weinstraße. So auch uns. Und weil die beste Ehefrau von allen viel Sonne tanken möchte, muss es natürlich ganz in den Süden der Südtiroler Weinstraße gehen. Margreid ist unser Startplatz. Das jetzt im Spätherbst etwas schattige Dörfchen, macht mit dem Fenner Bach, der sich aus zwei finsteren Felswänden hervordrängt, einen archaischen Eindruck. Ich finde die ursprünglichen Häuser entlang der Josef-Alberti-Straße und die Pfarrgasse (unser Startpunkt) malerisch und würde gerne – aber da war doch was – ach ja Sonne tanken! Also schnell raus aus dem Schatten, die Josef-Alberti-Straße hinunter und dann rauf in die Franz-von-Frenner Straße, welche direkt in den Leitenweg übergeht.

Herbstliches Kurtatsch vom Leitnweg aus gesehen

Leitenweg von Magreid nach Entiklar

Die steile Feldstraße führt, wie der Name bezeugt, hinauf in die steilen Weinberge (=Leitn) Margreids. Die beste Ehefrau von allen schwebt im doppelten Glück. Sonne und Erinnerungen an Kindheitstagen. In den Margreider Leitn und zwar in der obersten, war sie als Kind schon oft. Die gehörte ihrem Vater und so ist sie nicht nur einmal hier gewesen, um bei der „Pergelarbeit“ zu helfen.

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Grenzwanderung durch Lärchenwälder zwischen Altrei und Carano

Altrei, ein verschlafenes, aber idyllisches Dörfchen am äußersten Südostsporn Südtirols ist Startpunkt für eine herbstliche Grenzwanderung. Mitten durch orangebrennende Lärchenwälder soll es gehen. Als Bewohner eines Weindorfes sind wir im Herbst gelbgoldene Weinberge gewöhnt, da bieten orangeleuchtende Lärchen eine willkommene Abwechslung.

Herbststimmung im Lärchenwald von Altrei
Herbststimmung im Lärchenwald von Altrei

Die beste Ehefrau von allen hatte Widerstand angekündigt. Altrei sei mit 1.200 m ü. d. M. viel zu hoch gelegen, da sei es für diese Jahreszeit viel zu kalt und sie wolle, nein sie fordere, die letzte Herbstsonne genießen zu dürfen und und und.

Ich wusste, dass ich mit Erklärungen à la: „Nein, so viel kühler als bei uns werde es in Altrei sicherlich nicht sein. Die Quecksilbersäule sinke pro 1.000 Höhenmeter nur um 6 Grad und bei Inversionswetterlage, könne es sogar umgekehrt, sprich oben in der Höhe wärmer als unten sein. Außerdem, da wir keinen Gipfel besteigen, sondern mitten durch Wald wandern werden, sei es sicherlich angebracht zu vermuten, dass es Wind still sein werde und ohne Wind sei Wandern mit Temperaturen um die 12 Grad sehr gut auszuhalten, nein sogar recht angenehm und und und.“

Ich wusste, dass ich mit solchen Argumenten nicht durchkommen würde, darum hatte ich mich für eine andere Strategie entschieden und sagte: „Schau, so wie es mit der Pandemie zurzeit aussieht, werden wir heute vielleicht unsere letzte Wanderung, außerhalb von Tramin, in diesem Jahr machen können“. Das hatte die beste Ehefrau von allen zum Denken veranlasst und sie hat, wenn auch nicht mit Begeisterung, endlich zugestimmt. Nun sind wir hier in Altrei und es ist wider ihr Erwarten angenehm warm.

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