»Mein« Wanderbuch

Ein Südtirol Wanderführer mit 20 Wohlfühlwegen zum Thema »Wandern für die Seele«

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4x Kalterer See

Um 9.00 Uhr vormittags erkundete ich einen Seeblick-Aussichtspunkt am Mitterberg. Wanderer kommen dort eher wenige vorbei. Es sind eher die Mountainbiker, die den Mitterberg für sich entdeckt haben. Wie auch immer, ich hatte mir von einer Mountainbikerin den GPS-Punkt geben lassen und machte mich dann auf den Punkt à la Geocaching zu suchen. Dabei schlich ich auf Trampelpfaden durch das Unterholz holte mir so manchen Pikser an Stechenden Mäusedorn, fand aber schlussendlich den Punkt, der einen herrlichen Ausblick auf den Kalterer See Richtung Tramin bietet. Wie so oft bei solch wunderschönen Panoramapunkten hielt ich mich sehr lange auf.

Ausblick auf den Kalterer See vom Mitterberg aus
Ausblick auf den Kalterer See vom Mitterberg aus

Plötzlich ein Rascheln hinter mir. Ich drehte mich um, da stand ein Jagdhund. Kurz darauf durfte ich einen Jäger grüßen. Wir kamen ins Gespräch, redeten über dies und das auch über die wunderbare Landschaft. Er erklärte mir, dass es hier auf dem Mitterberg noch ein zwei weitere gute Aussichtpunkte gäbe und ich nur da rauf müsse, dann rechts abbiegen solle, bei einer Lichtung rechts hinunter müsse usw. Das tat ich dann auch und traf wie versprochen die zwei weiteren Aussichtspunkte auf den Kalterer See an.

Da ich so verzückt über die mir bis heute verborgenen Plätzchen war und immer noch bin, überredete ich meine beiden Mädels die sowieso geplante Mittagsrunde auf den Mitterberg zu verlegen, um ihnen meine Entdeckungen zeigen zu können.

So starten wir nun von den Parkplätzen bei den Badebetrieben des Kalterer Sees und marschieren im Uhrzeigersinn die Seerunde entlang. In Klughammer vor dem Restaurant Leuchtenburg stehen Wanderschilder. Der Wegweiser mit der Nr. 13B führt hinauf auf den Mitterberg. Wer von hier auf die Leuchtenburg will für den ist das der kürzeste Weg. Meine Mädels möchten lieber in der Sonne bleiben. So verschmähen wir den Wandersteig, biegen links ab und folgen der Gmund-Klughammer Straße bis zur Wegkreuzung, an der rechts die Klughammer Straße hinauf auf den Kreith-Sattel führt.

Gemütlich schlendern wir die Straße hinauf. Wir müssen als Fußgänger dabei zwar auf den Verkehr etwas aufpassen aber haben dafür ein sonniges Umfeld einen reizvollen Ausblick auf den Kalterer See.

Bald erreichen wir den Kreithhof, einen Bauernhof dessen Weingut „Nicolussi-Leck“ sich vom Hof hinauf auf den Kreithsattel zieht. Darüber blickt die Leuchtenburg zu uns herunter. Wir bleiben auf der Straße, wandern bis zum Kreither Sattel weiter, biegen dort links ab und folgen einem Steig ohne Bezeichnung. Überhaupt gibt es hier zwar unzählige Steige und Trampelpfade aber wenig bis keine Markierungen oder Wegweiser.

Kalterer See Blick Nr. 1

Am Übergang von Kulturgrund zu Wald wandern wir zuerst in östliche Richtung, dann in den Wald hinauf Richtung Norden. Nach einer Engstelle zwischen zwei mannshohen Felsen sehen wir zu unserer Linken eine Lichtung mit Porphyruntergrund. Es ist der erste Aussichtspunkt. Herrlich der Blick auf den zwischen Mitterberg und Mendelgebirge eingegrenzten Kalterer See. Ein Gürtel von herbstlicher Weinberglandschaft umkreist ihn. Wir halten uns nur so lange auf, wie es die beste Ehefrau von allen erträgt. Sie mag es zügig zu wandern, stehen bleiben ist ihr ein Graus.

Weiter geht es visuell etwas ungewohnt durch den herbstlichen Wald. Nicht Braun und Gelb dominieren, sondern Grün. Warum? Stechender Mäusedorn ist hier vielfach anzutreffen. Da immergrün leuchtet er auch jetzt im Spätherbst noch kräftig grün.

Kalterer See Blick Nr. 2

Bald erreichen wir den zweiten Aussichtspunkt. Haben wir vom ersten eher in Richtung Westen geschaut, schauen wir nun von der Leuchtenburg im Süden auf den Kalterer See im Südwesten. Auch hier nur ein kurzer Aufenthalt. Mir ist das egal, ich war ja schon vor eineinhalb Stunden hier und habe mich lange genug aufgehalten.

Ab einer kreisrunden Lichtung wird der Pfad plötzlich breit und flach. Kastanien liegen en masse am Boden. Sie sind zwar nicht so groß wie die Kastanien die man beim Törggelen aufgetischt bekommt, doch sind es essbare Edelkastanien. So können wir Anna nicht zurückhalten. Sie beginnt Kastanien zu sammeln. Es dauert nicht lange bis sie uns damit ansteckt. Ganz einfach ist das Unterfangen freilich nicht. Die braunen Früchte müssen aus ihrer stachligen Hülle gepellt werden. Der eine und andere Pikser ist die Belohnung!

Wir folgen dem breiten Weg durch das „Kleine Steintal“ und treffen so auf einen Forstweg. Gerade aus weiter folgen wir ihm bis wir links eine Abzweigung sehen. Wie gesagt, Markierungen und Wegweiser sind hier eher Mangelware. Nur weil ich vor wenigen Stunden schon hier war, haben wir mit der Orientierung keine Probleme und kommen so zur zielrichtig zur dritten Aussichtsstelle hinunter.

Kalterer See Blick Nr. 3

Der Blick Richtung Süden über den Kalterer See nach Tramin ist schlicht gesagt grandios. Ein Plätzchen zum Verlieben. Die Sonne steht jetzt um halb drei mitten über dem See und wirft einen langen Schein über seine Wasseroberfläche. Nur weil ich mich vor Stunden schon ausgiebig mit dem Blick beschäftigt hatte, müssen sich meine beiden Mädels nicht länger aufhalten.

360° Blick auf den herbstlichen Kalterer See
360° Blick auf den herbstlichen Kalterer See

360° Blick vom Mitterberger Wald auf den Kalterer See
360° Blick vom Mitterberger Wald auf den Kalterer See

Zurück zum Kreithsattel geht es nun durch eine recht grüne Landschaft. Dieses Mal ist es nicht nur dem Stechenden Mäusedorn, sondern auch dichtem Moos, dass über Felsblöcke wächst, zu verdanken, dass das Unterholz dunkelgrün leuchtet.

Mitten durch immergrünen Mäusedorn
Mitten durch immergrünen Mäusedorn

Das letzte Stück unserer Wanderrunde über den Mitterberg wird dann doch von goldenen Farben bestimmt. Der Mäusedorn und das Moos ist verschwunden, goldgelbe Eichenblätter malen die Landschaft bunt.

Kalterer See Blick Nr. 4

Da wir im Vergleich zu meiner Querfeldeinsuche am Vormittag einen leicht anderen Abstieg wählen, der den Eindruck einen offiziellen Wanderpfades vermittelt, kommen wir unverhofft noch an einem vierten Kalterer See Aussichtpunkt vorbei. Super, was will das Wanderherz mehr?

Nun heißt es hinunter zum Kreithof, dann der Straße entlang bis zu einer Kurve, links bei einem Waldparkplatz abbiegen, den Wandersteig 13B hinunter nach Klughammer zum See wandern.

Herbst am Kalterer See
Herbst am Kalterer See

Zurück zum Startpunkt spazieren wir über den Kalterer See Rundweg, genauso wie wir gekommen sind.

Karte mit Wanderverlauf Mitterberg mit Kalterer See Blick

GPX-Track , Position: -km, -m GPX

50 100 150 200 5 10 15 distance (km) elevation (m)
Name: Keine Daten
Entfernung: Keine Daten
Minimalhöhe: Keine Daten
Maximalhöhe: Keine Daten
Differenz max/min: Keine Daten
Höhengewinn (~): Keine Daten
Höhenverlust (~): Keine Daten
Dauer: Keine Daten

Fotos Kalterer See

 

 

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