Taufers im Südtiroler Teil des Münstertals ist ein kleines verschlafenes Bergdorf nahe der Schweizer Grenze auf 1.240 m ü. d. M. Ob dieser Startpunkt für die heutige Wanderung ideal ist, müssen wir noch sehen, denn es hat trotz Frühling bis in tiefe Lagen herunter geschneit. Geplant wäre von der Kirche St. Martin in Taufers im Münstertal über den Plurwaalweg bis zur Calvenbrücke und durch den Bruggenwald bis nach Glurns zu wandern.
Ich bin heute mit meiner Schwester und meinem fünfjährigen Neffen Laurin unterwegs. Die beste Ehefrau von allen musste zu Hause bleiben, arbeiten.
Die Fahrt in den Vinschgau ist, was den Zeitaufwand betrifft, nicht ganz ohne. Auf der MeBo vor Meran strahlt uns die weiß leuchtende Texelgruppe entgegen. Der Schnee reicht bis zu den Muthöfen herunter.
Veronika, Veronika der Lenz ist da! Bereits gestern, am Samstag, haben so einige „Veronikas“ den Weg nach Tramin gefunden, um den Frühling wandertechnisch zu beehren und die Straße vor dem Urlaub auf dem Bauernhof Mandlhof vollzuparken.
Wenn schon halb Südtirol zu Ostern zu uns nach Tramin kommt, dann wird das für uns beide wohl auch gut genug sein.
Über Weinreben zum Weißhorn und Schwarzhorn
Recht locker, ohne Rucksack, dafür mit allerhand Ausrüstung umgeschnallt: Neuer Kameragurt und Helmkamera GoPro Hero HD2, aber nicht auf dem Kopf – das ist mir dann doch etwas zu blöd – sondern ebenfalls am Gürtel festgeschnallt, geht es los. Der heutige Frühlingsspaziergang wird zugleich ein Produkttest.
Temperaturen um die 25° C, ein Kaiserwetter, welches seinesgleichen sucht. Nur ganz leichten Wind im Rücken, spazieren wir die Mühlgasse hinunter und biegen oberhalb vom Hotel Winzerhof in den Kalterer See Weg ein.
Das Jahr ist ja schon etwas fortgeschritten; zumindest aus Sicht der Wanderer. Darum zieht es uns heute nicht in den kalten Norden. Lieber bleiben wir im Süden. Ich konnte mich gestern noch nicht zwischen dem Monte Pin in der Maddalene Gruppe bei Bresimo (in der Nähe von Cles im Nonstal) und dem Val di Rabbi, einem Seitental des Val di Sole entscheiden. Heute scheint die Sonne vom wolkenlosen Himmel, da ist mir eine Talwanderung zu schade. Es muss also nochmal ein Gipfel sein, das Ziel der Wandertour ist somit fixiert: Monte Pin (2.420 m).
Von Tramin ausgehend entscheide ich mich dieses Mal gegen die Weinstraße und fahre über die Autobahn bis nach St. Michele all’Adige. Dort verlassen wir die A22 und folgen der Beschilderung ins Nonstal. Ein neuer, längerer Tunnel dient als Umfahrung für Mezzocorona und Mezzolombardo.
Das Nonstal, das Val di Non, ist fast flächendeckend mit Apfelbäumen bedeckt. Von hier kommt der bekannte Melinda-Apfel. Über den Damm des Stausees Santa Giustina wechseln wir auf dessen linke Seite, fahren anschließend durch Cles, den Hauptort des unteren Val di Non, hindurch, um dann am Eingang des Val di Sole in Richtung Livo, dann nach Preghena und schließlich nach Bresimo zu fahren.
Ob mein Knie wohl mitmachen will, nach der gestrigen Tortur am Punta Telegrafo über dem Gardasee? Schaut gut aus, nix zu merken. Also, auf zum Wandern nach Proveis, einer der vier deutschen Gemeinden am Deutschnonsberg. Auf den Hochwart, der den Deutschnonsberg vom Ultental trennt, wollen wir hinauf.
Von Proveis wandern wir zuerst zum Dorfteil Mazlaun, biegen dort leicht rechts ab und folgen dem steilen Wanderweg Nr. 11.
Auf dem Weg zum Hochwart treffen wandern wir über einen Erlebnisweg bis zur Kesselalm hinauf.
Bald merken wir, dass wir uns auf einem Naturerlebnis-Pfad befinden und zwar auf einem besonders schönen! Man hat entlang des Wanderweges keinen Aufwand gescheut: ein Kneipp-Wasser Parcours, verschiedene Zaunsysteme, ein Erzstollen, ja sogar eine funktionierende Miniaturmühle, dann geschnitzte Wellnessliegen neben einem Bach, verschiedene Glocken usw.
Auf dem Gipfel des Piz Boè, auf über 3.000 m über dem Meeresspiegel.
Der pyramidenförmige Piz Poè, der höchste Gipfel der Sella-Gruppe, ist uns bei unseren zahlreichen Wanderungen immer wieder in der Ferne aufgefallen. Heute wollen wir näher ran und diesen aussichtsreichen, über 3.000 m hohen Dolomitengipfel, ausgehend vom Campolongopass, erwandern.
Über das Grödner Joch fahren wir ins Gadertal bis nach Corvara hinunter, biegen dort rechts ab und fahren hinauf bis zum Passo Campolongo auf 1.875 m über dem Meeresspiegel. Von hier aus werden wir jetzt knapp 1.300 Höhenmeter bis zum Gipfel hinauf wandern müssen.
Auf der italienischen Seite des Campolongo Passes sind die Hotels heute geschlossen, so finden wir leicht einen Parkplatz. Um 8.40 Uhr starten wir – für heuer sicherlich das letzte Mal – einem 3.000er entgegen. Der Schotterweg „Via Savine“ ist extrem steil aber für einen Geländewagen befahrbar. Ich wundere mich etwas. Zu spät merken wir, dass wir nicht auf dem ursprünglich geplanten Wanderweg Nr. 638 unterwegs sind, sondern auf der Schotterstraße die zum Gasthaus Beć de Roces / Kaiserhütte hinauf führt. Ups und jetzt? Umkehren kommt natürlich nicht in Frage, irgendwie werden wir schon zum geplanten Steig zurück finden. Zum Piz Boè – Wandern in der Sellagruppe weiterlesen →
Letzter Urlaubstag unseres Wanderurlaubs. Den dürfen wir wandertechnisch natürlich nicht ungenutzt verstreichen lassen. Wir möchten die Heimreise von Sexten nach Tramin nutzen, um noch eine Hochgebirgswanderung mitzunehmen, die „fast” auf dem Weg liegt. Darum biegen wir bei Bruneck links ab und fahren ins Tauferer Tal hinein. In Mühlen entscheiden wir uns links weiterzufahren, und gelangen so ins Mühlwaldertal, vorbei an Mühlwald bis nach Lappach. Nun führt eine sehr enge Straße bis zum Neves Stausee (gebührenpflichtig) hinauf. Damit haben wir den Startpunkt unserer Wunschtour für heute erreicht.
Am Neves Stausee
Der Neveser Höhenweg in den Zillertaler Alpen soll wunderschön sein. Geplant wäre eigentlich, die komplette Runde auf dem Neves Höhenweg zu bestreiten, und zusätzlich eine kurze Gipfeltour auf die Napf Spitze (2.888 m) hinauf zu unternehmen, da die anderen Gipfel: Hoher Weißzint (3.371 m) und Großer Möseler (3.479 m) – beides Gletscher – für uns zwei Normalwanderer unerreichbar sind. Ob sich das aber alles ausgeht, muss sich erst noch zeigen. Neves Höhenweg: wandern am Gletscher-Fuß weiterlesen →
Dolomiten-Urlaub, fünfter Ferientag. Einen Dreitausender möchte ich heuer schon noch gerne in meinem Wanderblog eintragen. Darum haben wir schon seit Tagen unsere Cortina d’Ampezzo Kompass Wanderkarte konsultiert. Das Dreigestirn der Tofane: Tofana di Rozes (3.225 m), Tofana di Mezzo (3.244 m) und Tofana di Dentro (3.238 m) würde mit jedem seiner Gipfel einen Dreitausender bieten. Leider sind auf unserer Wanderkarte sehr viele Klettersteige eingezeichnet, was die beste Ehefrau von allen zu einem absoluten Veto veranlasst.
Dolomiten-Urlaub, erster Ferientag: Von Tramin nach Bozen, schnell noch bei der Uni Bozen einige Bücher abgeben, dann durch das Eggental nach Welschnofen, weiter vorbei am Karersee über den Karerpass hinunter ins Fassatal, über den Pellegrino Pass, wo wir vor 2 Jahren den Klettersteig „Alta Via di Bepi Zac“ bewandert haben, hinunter nach Falcade und weiter bis nach Alleghe am Alleghe See.
Auf dem Dolomiten Höhenweg Nr. 1 zur Civetta bei Alleghe. Im Rücken der Thron der Götter, der Monte Pelmo.
Unser erstes Wanderziel dieser Urlaubswoche ist erreicht: die Civetta (3.220 m). Erklimmen werden wir sie zwar nicht, aber zumindest am Fuße der Nordwand entlang wandern…
Das Dorf Alleghe befindet sich am Ostufer des Alleghe Sees „Lago di Alleghe“, dessen Wasserspiegel 966 m ü.d.M. liegt. Wir parken bei der Talstation der Pezzè Seilbahn und nutzen dann die Kabinenbahn, welche im Winter Skifahrer zu den Piani di Pezzè hinauf bringt (eine Fahrt 5,50 Euro für Erwachsene), um die ersten 400 Höhenmeter auf das Bergmassiv der Civetta hinauf mühelos zu schaffen.
Ein wunderschöner sonniger Tag mit Fernblick steht uns bevor. Da es am Freitag in den Bergen noch geschneit hat, müssen wir bei der Planung der heutigen Wander-Tour etwas aufpassen. Ich entschließe mich, das neue Wanderportal Sentres zu testen. Anfangs ist das bzgl. Benutzerführung etwas ungewohnt, aber da es sehr übersichtlich ist, findet man sich schnell zurecht. Wo & Was lauten die primären Eingabefelder. Dann ein Klick auf Suche starten und schon wird man mit Wandertouren beglückt.
Die Wander-Auswahl ist beachtlich. Und vor allem super gemacht. Die Filtermöglichkeiten nach Kategorie (Wandern, Alpin, Rad, Winter, City), Dauer, Strecke, Höhenmeter, maximale Höhe und empfohlene Jahreszeit sind für Wandertour Suchende ideal. Mit dem IE9 lassen sich die Schiebeflächen leider nicht bedienen, darum steige ich flink auf den FF4 um. Klappt. Noch schnell registrieren, damit man den Rucksack (Funktion, um Touren zu merken) nutzen kann und schon ist die Wanderauswahl groß. Ein Entschluss ist schnell getroffen. Die heutige Wandertour soll uns von Corvara zum Col Alt führen.
Übers Grödner Joch ins Gadertal. Im Blick der Sassongher und die Fanesgruppe.
Die Anfahrt über das Grödner Joch lässt unser Vorhaben allerdings in einem anderen Licht erscheinen. Ein Blick hinunter nach Corvara gibt uns schließlich Gewissheit. Schnee. Was nun? Nasse Füße riskieren oder umsatteln?
Ein Tipp aus „Südtiroler Spazierwege und Promenaden“ von Hanspaul Menara: die Gaulschlucht bei Lana. Länge 3 km, Höhendifferenz 0 m. Das geht natürlich nicht, viel zu kurz. Darum kombinieren wir noch eine Wanderung dazu: Rauf aufs Vigiljoch. Das sind dann stolze 1.400 Höhenmeter.
Das Auto stellen wir beim Parkplatz der Vigiljoch-Seilbahn (circa 300 m ü.d.M.) ab. Der ist zwar eigentlich nur für Fahrgäste gedacht, aber da wir vorhaben mit der Seilbahn hinunter zu fahren, haben wir kein schlechtes Gewissen.
Jetzt heißt es, den Einstieg in die Gaulschlucht zu finden. Wir wandern die Straße entlang in südlicher Richtung, biegen dann bei einem braunen Wanderschild rechts ab und steigen zwischen den Häusern in Richtung Ultner Straße empor, die wir alsbald überqueren. Ich wundere mich etwas, denn laut Hanspaul Menara sollten wir, um in die Gaulschlucht zu gelangen, praktisch keine Höhenmeter machen. Komisch.
Lange oder kurze Runde? Lange Runde! Start: Mandlhof in Tramin, Seeweg Richtung Kalterer See. Das malerische Kirchlein von Söll blickt zwischen den frischen Trieben der Reben hervor. Wir spazieren durch die Reblandschaft dem Kalterer See entgegen, treten in den Wald ein und wandern über den Seewegsteig bis zur sogenannten Campingkurve. Hier müssen wir 100 m entlang der Weinstraße gehen, bevor wir in den Seerundwanderweg der Kalterer „einsteigen“ können. Ein Gehsteig entlang der Weinstraße führt uns bis nach St. Josef am See, wo wir das Keller-Labyrinth des Dominikus aufsuchen wollen. Wie jedes Jahr etwas ganz Besonderes. Schaufel für Schaufel Erdreich, Stein für Stein hat der Weinbauer Dominikus seinen Weinberg mit eigener Hand unterirdisch ausgehöhlt und mit einem Steinmauerlabyrinth verbaut. Ein Erlebnis für jeden, der sich dieses Keller-Labyrinth anschauen darf.
Polenta beim Weinwandertag in Kaltern vor dem Keller von Dominikus
Vor dem Keller wird Polenta („Plent“) mit Wurst gekocht. Der gelbe Maisbrei ist eines der wichtigsten alten Südtiroler Gerichte. Der Nen und die Nena hatten früher dauernd Plent oder Muas auf dem Tisch.
Ich habe mich lange dagegen gesträubt. Heute muss ich nachgeben. Eine Wallfahrt, eigentlich eine Wallfahrtswanderung, steht an, und zwar von Leifers nach Maria Weißenstein bei Petersberg. Warum ich mich so lange habe bitten lassen? Wanderungen zu Wallfahrtsorten sind meist relativ wenig aussichtsreich, sodass das Wandern mir dabei wenig Spaß macht. Als wir im August 2008 von Graun zur Wallfahrtskirche San Romedio gewandert sind, war das so, und die Wanderung von Leifers nach Petersberg und Maria Weißenstein verspricht, ähnlich zu werden, da wir permanent auf halber Höhe durch das Brantental wandern werden, das sich von Ost nach West erstreckt. Chancen, auf einen Gipfel oder Aussichtspunkt zu treffen, haben wir bei dieser Wanderung jedenfalls nicht.
Durch das Brantental von Leifers zur Wallfahrtskirche Maria Weißenstein bei Petersberg
Egal, wir machen uns auf nach Leifers und starten unseren Aufstieg beim Haus Emmaus (Ex-Gasthof Moser) auf dem steilen, mit Natursteinen gepflasterten Wallfahrtssteig (Wegmarkierung 1). Der Pilgerweg führt uns zuerst recht steil bis zum Peterköfele empor, wo eine kleine Kirche über der Stadt Leifers thront. Fotografieren ist angesagt.
Hmm… Das kleine Kirchlein ist von hinten fast schöner als von vorn. Also mal die Hinterseite ablichten. Weil ich es aber nicht übers Herz bringe, nur die Hinterseite digital eingefangen zu haben, schaue ich mal vorn vorbei und will mich schon ans Aufstellen des Dreibeins machen, da gibt mir eine augenscheinlich einheimische Familie einen Tipp: Da vorn, außerhalb des Holzgeländers, befindet sich ein Felsen, der einen wunderbaren Aussichtspunkt markiert.