Durch das Pfossental zur Stettiner Hütte

Gasthof Jägerrast - Vorderkaser - Pfossental
Gasthof Jägerrast – Vorderkaser – Pfossental

Das Pfossental ist das größte Seitental des Schnalstales. Es ist ein uriges, von Skipisten verschontes, Tal. Wer Ursprünglichkeit sucht, der ist hier goldrichtig. Wandertechnisch bietet das Tal einen Almerlebnisweg mit 4 Einkehrmöglichkeiten.

Wir sind bis über die enge Straße bis nach Vorderkaser gefahren, wo der Gasthof Jägerrast (1.693 m), das Ende der befahrenen Straße markiert und zugleich einen gebührenpflichtigen Parkplatz (sehr fairer Preis: 3 Euro inkl. 2 Euro Gutschein für Getränk) bietet.

Der Wanderer hat nicht die Qual der Wahl, es führt nämlich nur ein einziger Wanderweg, der Almerlebnisweg Pfossental in Innere des Tales hinein.

Alm Erlebnisweg Pfossental – Teilabschnitt des Meraner Höhenweges

Almerlebnisweg im Pfossental
Almerlebnisweg im Pfossental

Der Almweg ist durchgehend breit, mit sehr mäßiger Steigung angelegt. Rechts unter uns rauscht der Pfossentalbach in Richtung Schnalstal hinaus. Ab der Almhütte Mitterkaser, wo man vorzüglich speisen könnte, öffnet sich das Tal ein wenig und wird weiter. Bei der Rableid-Alm haben wir die 2000er Marke knapp überschritten und wandern gemütlich bis zur Eishof-Alm (2076) hinein.

Eishof

Eishof Alm im Pfossental
Eishof Alm im Pfossental

Die beste Ehefrau von allen hätte heute Lust die Liegestühle der Eishof-Alm auszuprobieren. Ich kann sie glücklicherweise überreden weiter zu wandern. Erklärtes Ziel sind nun das zwischen Hohe Wilde (3480m) und Hohe Weiße (3278 m) liegende Eisjöchl (2.895 m) und die Eisjöchlhütte (2.875 m), welche man auch als Stettiner Hütte kennt.

Der Almerlebnisweg Pfossental wird nun etwas steiler, aber aufgrund der zahlreichen Serpentinen ist die Steigung immer noch als sehr mäßig zu bezeichnen.

Rechts hoch über uns zeugt nur noch ein kleines Schneefeld von der einstigen Größe des Grubferner Gletschers.

Wir sind nicht alleine unterwegs. Zahlreiche Italiener haben in den hintersten Winkel der italienischen Alpen her gefunden.

Eisjöchl und Stettiner Hütte

Auf dem Eisjöchl mit Blick zur Stettiner Hütte
Auf dem Eisjöchl mit Blick zur Stettiner Hütte

12.45 Uhr, der Talschluss des Pfossentals ist erreicht. Wir stehen auf dem Eisjöchl (2.887 m). Der Blick zum Gipfel der Hohen Weiße bleibt aufgrund einer Wolke leider verwehrt, dafür können wir in westlicher Richtung ins Pfossental und in östlicher Richtung zur Stettiner Hütte und einem kleinen Bergsee hinunter schauen.

Die Stettiner Hütte liegt 20 m unter dem Joch. Sie Hütte übt eine magische, fast magnetische Anziehung auf meinen Magen aus. So hält es uns nicht lange am Eisjöchl. Die 200 m zur Schutzhütte sind rasch zurückgelegt und ein Platzl an einem Tisch im Freien bald gefunden. Spiegelei mit Speck, eine Halbe St. Michaeler und schon ist der Magen besänftigt.

Gipfel Hohe Weiߟe (Hochweiße,  italienisch Cima Bianca Grande)
Gipfel Hohe Weiߟe (Hochweiße, italienisch Cima Bianca Grande)

Die Hohe Weiße umringende Wolke ist uns auch gnädig und gibt ab und zu einen flüchtigen Blick auf das Gipfelkreuz des Dreitausender frei. In der Nordostwand der Hochweiße (3.278 m) hängt ein Trupp Kletterer. Ich finde es immer wieder erstaunlich wie der Mensch sich als Ameise versucht und entgegen aller Naturgesetzmäßigkeiten kerzengerade glatte Felswände emporklettern kann.

Früher hätte es mich auch gereizt den Gipfel dieses Dreitausenders zu erklimmen. Natürlich nicht als Kletterer, sondern über den nur für Geübte ausgewiesenen „Normalweg“. Heute lässt mich der Anblick des immer wieder in eine Wolke gehüllten Gipfels eher kalt.

Um halb zwei brechen wir auf und treten den Rückweg an. Da wir normalerweise immer eine Rundwanderung planen, ist der heutige Rückweg diesbezüglich mal was anderes. Irgendwie auch schön die gleiche Landschaft nochmals, aber in einem anderen Licht und aus der entgegengesetzten Perspektive, zu sehen.

Während wir recht zügig absteigen verzieht sich die Wolke über der Hohen Weiße, sodass nun trotzdem ein wenig Wehmut aufkommt den Gipfel nicht erklommen zu haben.

Kurz vor dem Eishof ein falscher Tritt auf einen lockeren Stein. Ein Stechen schießt durch das Fußgelenk. Au, au, au… umgeknickt. Die festen Bergschuhe vermeiden zwar das Schlimmste, aber blöderweise hatte ich sie nicht bis zur obersten Öse zugeschnürt. Ich kann zwar weitergehen, habe aber Sorge, dass es wie damals vor 15 Jahren, als ich 2 Wochen nicht mehr auftreten konnte, werden wird.

Eishof-Alm

Der Eishof, 1290 erstmals urkundlich erwähnt, heute dient er als Stützpunkt für Bergwanderer und Wanderer die den Meraner Höhenweg erwandern möchten
Der Eishof, 1290 erstmals urkundlich erwähnt, heute dient er als Stützpunkt für Bergwanderer und Wanderer die den Meraner Höhenweg erwandern möchten

Der Schmerz ist zum Glück nicht stark und im Ruhezustand praktisch nicht vorhanden, so kann ich bei der Eishof-Alm den vorzüglichen Strudel ohne Ablenkung genießen.

Die beste Ehefrau von allen hat es such inzwischen auf einen der Liegestühle gemütlich gemacht. Die freche Wolke die uns an Vormittag die Sicht auf die Hohe Weiße versperrt hatte erdreistet sich nun uns das Sonnenbad zu verwehren. Da helfen kein Schimpfen und auch kein traurig Dreinschauen.

So brechen wir um 16.15 Uhr auf und setzten den Rückweg nach Vorderkaser fort. Natürlich lässt die spitzbübische Wolke, kaum aufgebrochen, goldene Sonnenstrahlen vor und hinter uns ins Pfossental fallen. Frecher geht es wohl nicht!

Eine riesige Heuschrecke versperrt uns den Weg
Eine riesige Heuschrecke versperrt uns den Weg

Vorbei an der Rableid-Alm und der Mitterkaser Alm, eine riesige Heuschrecke zum Glück nur fast zertretend, wandern wir wiederum zügig bis zum Startpunkt der Wanderung, dem Gasthof Jägerwirt, zurück. Ein schneller Kaffee, damit ist der Parkplatzgutschein eingelöst und wir beide bereit den Alpenhauptkamm und das Pfossental zu verlassen.

Eckdaten der Wandertour durch das Pfossental

  • Start: Vorderkaser, Gasthof Jägerrast, gebührenpflichtiger Parkplatz
  • Ziel: Eisjöchl und Stettiner Hütte
  • Tourenlänge: 23 km
  • Höhenleistung Aufstieg: 1.260 m
  • Höhenleistung Abstieg: 1.260 m
  • Gehzeit: 5 h 45 m
  • Wegnummer: Meraner Höhenweg 24
  • Wegart: breiter Schotterweg, steiniger Steig
  • Eigenschaft: einfach, für Jedermann machbar
  • Einkehrmöglichkeiten: Gasthof Jägerrast, Mitterkaser Alm, Rableid-Alm, Eishof-Alm, Stettiner Hütte

GPS Track der Wandertour durch das Pfossental

Fotos des Pfossentals und der Stettiner Hütte

 

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