Stoanerne Mandln

Von Mölten zu den Stoanernen Mandln

Bauernmarkt in Mölten. Gemüse, Käse, Brot wird feilgeboten. Der Andreas und ich sind jedoch nicht auf Einkaufstour, uns interessiert vielmehr das Wandern. Von Mölten führt der Wanderweg Nr. 9 über die Möltner Kaser Alm zu den Stoanernen Mandln. Das ist unser Wanderziel.

Lärchenwiese am Möltner Joch, Tschöggelberg
Lärchenwiese am Möltner Joch, Tschöggelberg
Einige hundert Meter entlang einer Nebenstraße, dann über einen Saumpfad, wieder über Asphalt um anschließen links in den Steig 9A einzubiegen der uns durch den Bodenwald, dann über den Schweinbichl (Steig Nr. 4) bis zum Möltner Joch führt. Fein kühl ist es unter dem dichten Föhrenwald. Wasser rinnt uns, auf den mit zahlreichen Steinen und Wurzeln versetzten Waldsteig, entgegen. Ein „Übrigbleibsel“ von gestern. Vor 24 Stunden hatte es noch geregnet. Heute hingegen ist ein klarer sonniger idealer Wandertag. Wir treffen zuerst auf den Europäischen Wanderweg E5 (Frankreich-Italien) und erreichen dann eine leicht ansteigende, große Lärchenwiese an deren Ende ich den höchsten Punkt des Tschöggelberges erblicke. Zumindest sieht es von unserer aktuellen Position so aus.

Mountainbiker am Möltner Joch, Tschöggelberg
Mountainbiker am Möltner Joch, Tschöggelberg
Gelber Löwenzahn bietet einen wunderbaren Kontrast zum grünen, mit braunen Rissen durchsetzen, Grasboden. Zusammen mit den mächtigen Lärchen und den weißen Gipfeln der Texelgruppe im Hintergrund bezirzt er meine Kamera. Nur die Sonne ziert sich etwas; versteckt sich hinter Wolken. Uns Wanderern und auch den zahlreich anzutreffenden Mountainbikern ist das nur recht. Wir schwitzen sogar im Schatten.

Dort wo ich den höchsten Punkt am Horizont ausgemacht hatte, mündet unser Steig in einen ebenen Almweg (Via Alpina – Gelber Weg). Das Gelände wird flacher, das Panorama aussichtsreicher. Rechts in der Ferne spielen die bleichen Berge, die Dolomiten, mit den Wolkentürmen.

Wir sind froh nicht die Dolomitengegend als heutiges Wanderziel auserkoren zu haben. Hier in Mölten ist es abwechselnd schattig, sonnig und herrlich klar. Dort drüben schaut es nach Regen, ja sogar nach Gewitter aus.

Um 11.20 Uhr erreichen wir die Alm Möltner Kaser. Die bewirtschaftete Alm soll uns als Mittagsversorgungsstation dienen. Es ist noch etwas Früh und der Andreas hat noch nie die „Stoanernen Mandln“ gesehen. Das geht natürlich nicht! Ein Südtiroler der noch nie bei den Steinernen Männern oben war!

Almweg zu den Stoanernen Mandln
Almweg zu den Stoanernen Mandln
Der Wegweiser zeigt eine Stunde an. Ich habe das ganz anders – kürzer – in Erinnerung. Wir werden sehen.
Zuerst etwas steiler als bisher, über einen steinigen Steig, dann aus dem Wald austretend über einen grünen Teppich, wandern wir gemütlich zum Hügel Hohe Reisch (2003 m ü. d. M.) zu den Stoanernen Mandeln hinauf.

Das letzte Stück des Weges schaut wie ein riesenlanger grüner Läufer aus, denn rechts und links des Weges breitet sich längeres helleres büschelartiges Gras über die weite Almlandschaft aus während entlang des Steiges saftige, extrem kurzgeschorene Grashalme den Pfad wie einen riesig langen Teppich, der zu den Steinernen Mandeln hinauf führt, erscheinen lassen.

Stoanerne Mandln

360x360-Stoaneren-Mandln_1
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Die Türme aus Porphyrsteinen enttäuschen wie immer nicht. Schon toll, wie sie von den zahlreichen Wanderern und mittlerweile auch Bikern am Leben erhalten werden. In früheren Zeiten wurden sie wahrscheinlich mühselig von den Hirten aufgestockt, um die Almwiesen von den lästigen Steinen zu befreien.

360° Foto Stoaneren Mandln zwischen Mölten und Sarnthein
360° Foto Stoaneren Mandln zwischen Mölten und Sarnthein
Heute hat jeder Wanderer eine „mords“ Freude, wenn er nur einen Stein findet, den er dazustocken kann, um das Heer der Stoanernen Mandln zu vergrößern.

360° Foto Steinerne Männer auf der Hohen ReischStoaneren-Mandln_3
360° Foto Steinerne Männer auf der Hohen ReischStoaneren-Mandln_3
Der Hügel auf den wir uns befinden ist mit 2003 m ü. d. M. die höchste Erhebung von Mölten und bildet zugleich die Grenze zum Sarntal. „Hohe Reisch“ wird er genannt, aber dieser Name wird selten verwendet. Ob Schneeschuhwanderer, Tourengeher im Winter, Wanderer, Biker im Sommer, Wanderurlauber oder Einheimischer jedermann kennt dieses Plätzchen nur unter dem Namen „Stoanerne Mandln“. Im Mittelalter wahrscheinlich ein Kultplatz für Hexen, heute ein anpreisungswürdiges Wanderziel.

So langsam meldet sich der Magen. Über den grünen „Läufer“ geht es zurück zur Möltner Kaser Alm. Links und rechts des Weges zeugen die dünnen langen Blätter der Krokusse von der violettweißen Blütenpracht der vergangen Wochen. Das Gebiet zwischen den Lärchenwiesen von Mölten und den Steinernen Mandeln ist Mitte bis Ende April für seine blühenden Krokuswiesen bekannt. In diesen Wochen erstrahlen die Wiesen der Hohen Reisch in einem wahren Blütenmeer. Wir sind heute ungefähr 2 Wochen zu spät unterwegs und müssen uns somit mit den übrig gebliebenen Blättern begnügen.

Möltner Kaser Alm

Schöpsernes von der Möltner Kaser Alm
Schöpsernes von der Möltner Kaser Alm
Die Gastwirtschaft der Mölter Kaser Alm ist unter anderem bekannt für Gerichte aus der eigenen Viehzucht z.B. schmackhaftes Schöpsernes (Lammfleisch) und Feines vom Kitz. Wir kosten Beides und schicken als Nachtisch noch einen Apfelstrudel und eine Käsesahnetorte hinterher. Herrlich.

Nach Speis und Trank brechen wir in Richtung Jenesinger Jöchl auf. Der schattige Waldsteig Nr. 28 führt uns über ein Bächlein nach Jenesien zur Alm Jenesinger Jöchl hinüber. Hier biegen wir rechts ab und folgen dem Jochwaldweg (Nr. 5). Es dauert etwas bis wir diesen Weg verlassen und rechts über den Weg Lanzer Lueger in Richtung Langfenn und Schermoossattel abbiegen.

Holzzaun mit Kirche St. Jakob auf Langfenn
Holzzaun mit Kirche St. Jakob auf Langfenn
Vorbei an herrlichen Wiesen mit Ausblick auf das romanische St. Jakobkirchlein auf Langfenn und an den Fahrerhöfen geht es bis zum Schermoossattel hinunter. Am Schermoossattel wandern wir ein kleines Stück der Straße entlang Richtung Westen, biegen dann links in den Waldsteig Nr. 4 ein und marschieren über das Viertel Waldheim bis nach Mölten zurück.

GPS Daten der Wanderung zur Möltner Kaser und den Stoanernen Mandln

Fotos Mölten – Stoanerne Mandln

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2 thoughts on “Von Mölten zu den Stoanernen Mandln”

  1. Stefan says:

    Tolle Tour, die auch sehr gerne mal machen würde. Die Landschaftsbilder bei dem schönen Wetter machen jedenfalls richtig Vorfreude aufs Wandern und besonders die 360° Bilder mit der Aussicht vom Gipfel sind grandios. Ich war auch schon zweimal zu Wanderurlauben in Südtirol und habe auf jeden Fall vor, dort nächstes Jahr wieder wandern zu gehen. Ich finde so viele tolle Bergtouren, dass ich am liebsten mal für ein paar Monate dafür Zeit hätte.

  2. Petra says:

    Eine wunderschöne Tour. Ich habe diese Wanderung schon zweimal unternommen, jedoch als Rundweg vom Parkplatz Schermoos aus. Das Panorama beeindruckt mich immer wieder. Südtirol-Urlauber sollten diese Tour auf jeden Fall mal machen. Auch nicht so geübte Wander.

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