Eine Hochschwangere und ein vierjähriger Wirbelwind, wo soll man mit solch einem Gespann den Sonntag verbringen?
Eine halbe Runde um den Kalterer See, das müsste sich vielleicht ausgehen. Warum wir uns die vierjährige Lisa ausgeliehen haben? Training, ist doch klar *g*
Vom Parkplatz am Lido des Kalterer Sees schlendern wir im Kinderschritttempo den Seeweg entlang. Die Lisa ist ein sehr kommunikatives Mädchen. So ist ihre Tante, die beste Ehefrau von allen, schwer beschäftigt.
Blick vom Weinlehrpfad Kurtatsch auf die Weinberge
Wenn nur noch die Eiswein-Trauben hängen, die normale Weinlese vorüber ist, dann hat meist auch landschaftlich der Herbst im Süden Südtirols Einzug gehalten. Die ersten Weinbergblätter verfärben sich, die Luftschichten werden klarer, die Temperaturen sinken. Da zieht es plötzlich nicht nur Spaziergänger und Wanderer, sondern auch Bergsteiger in tiefere mildere Gefilde.
So auch uns beide. Ok, die beste Ehefrau von allen schleppt zurzeit zu alledem auch noch ein Handicap mit sich rum. Das ist in unserem Fall ein weiterer triftiger Grund eine einfache, in warmen Lagen, befindliche Wanderung auszusuchen. Der Weinlehrpfad in Kurtatsch ist für Traminer nur einen Katzensprung weit entfernt.
Die Trauben sind bereits geerntet. Somit fehlt dem Weinlehrpfad sein süßes Hauptmerkmal. Aber stattdessen kann der Lehrpfad ganzjährig den Geruchssinn versorgen. Wie?
Entlang des Weinbergweges haben die Kurtatscher Weinexperten Kinderfaust große Amphoren aufgehängt. Der Clou der Aktion: irgendwie haben es die Kurtatscher geschafft, Düfte in diese Amphoren hinein zu bannen. Wie das geht? Keine Ahnung, Zauberei, Hexerei? Ich weiß es nicht.
Die Oswaldpromenade – auch für nicht ganz so Fitte geeignet 😉
Am Sonntag vor zwei Wochen war ich mit dem Andreas zum Latzfonser Kreuz unterwegs. Heute ist Familientag angesagt. Ein flacher aussichtsreicher Spazierweg, geeignet für Schwangere, in der Umgebung von Bozen soll es sein. Da fällt die erste Wahl nicht schwer. Die Oswald Promenade hat mir in solchen Situationen schön öfters ausgeholfen. Stopp, das ist nun geflunkert. Das Attribut „für Schwangere geeignet“ ist heute das erste Mal mit dabei 😉
Bei der Seilbahn Jenesien finden wir mit viel Glück ein Plätzchen fürs Auto.
Der heutige Herbsttag verwöhnt uns mit Sonnenstrahlen en masse. Entlang des Ufers der Talfer, dem Radweges folgend, schlendern wir in Richtung Talferwiesen hinunter und queren die St. Antonbrücke. Ups, das ist doch nicht die St. Antonbrücke! Dumm gelaufen! Wir sind doch tatsächlich daran vorbei spaziert und müssen nun auf der gegenüber liegenden Flussseite wieder zurück in Richtung Sarntal.
Ob es noch echte Hexen gibt? Ja natürlich gibt es sie. Werden sie immer noch auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Natürlich nicht, heutzutage werden sie verehrt. Zwar haben die modernen Hexen die Kunst des Wettermachens und der Zauberei verlernt und verstehen sich mehr auf die Durchsetzung der Rechte von Frauen (Brockerhexen oder Mannsweiber) oder der Naturheilkunde (Kräuterhexen) aber geben tut es sie noch, die Hexen.
Mit einer davon (von der zweiten Kategorie!) bin ich verwandt. Sie will heute zum Bad „Klopf“ hinauf, nachschauen ob die Frauenschuhe schon blühen.
Da sie mir erzählt hat, dass am Gummererhof, in der oberste Wiese, die der Bauer mittlerweile nicht mehr bewirtschaftet und sich somit zu einer Magerwiese gewandet hat, unzähliges Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) blühen, bin ich neugierig geworden und habe beschlossen sie zu begleiten. Kräuterwanderung oder besser gesagt Orchideenwanderung zum Bad „Klopf“ weiterlesen →
Und wieder Freitagabend. Der Andreas ist schon hier so können wir sofort starten. Neben dem Höllentalbach schreiten wir flotten Schritten, in Wanderrichtung rechter Hand des Baches, zuerst zum Moser-Hof, dann weiter bis unter den Psenner-Hof und schlussendlich über den Steig Nr. 4 zur Zogglerwiese (690 m) hinauf.
Das Meterholz von vor 2 Wochen ist immer noch da. So schnell kann die riesige Menge Brennholz augenscheinlich nicht verkauft werden. Wir queren wie vor 2 Wochen bei unserer Gummererhof-Graun-Grauner Loch-Wanderung die Zogglerwiese, wandern den 4er Steig bis zur Forststraße hinauf und schreiten zügig über den Traminer Höhenweg nach Graun hinaus.
Mountainbiker auf der alten Fleimstaler Bahntrasse zwischen Montan und GlenDas Weindrof Tramin liegt im Südtiroler Unterland an der Westseite des Tales und wird somit bereits in aller Herrgottsfrüh mit Sonne beschenkt. Als Ausgleich dafür hapert es am späten Nachmittag und Abend mit den Vitamen D spendenden Strahlen. So ist es nicht verwunderlich, dass wir Traminer ab und zu auch recht gerne hinüber zur „anderen Seite der Etsch“ (Ostseite) zum Wandern oder für einen sonnigen Spätnachmittagsspaziergang fahren. Genau das wollen wir beide heute auch machen. Zwar starten wir schon am Vormittag, aber da wir zuerst von Montan gemütlich nach Glen zum Lexnhof spazieren wollen und dann später am Nachmittag noch auf den sonnenverwöhnten mediterranen Hügel Castelfeder hinauf wollen, ist es ratsam früh genug zu starten.
Vor allem gemütlich soll es werden, den die beste Ehefrau von allen kommt zur Zeit schnell außer Atem (der eine oder andere Leser wird wissen warum).
Der Schotterparkplatz neben dem Festplatz von Montan bietet sich als Startpunkt an. Gemütlich spazieren wir auf der alten Fleimstaler Bahntrasse, welche vor allem bei Mountainbiker, die ins Fleimstal hinein radeln wollen, recht beliebt ist, nur ganz leicht ansteigend Richtung Süden. Der wunderbare Blick auf das Südtiroler Unterland reicht vom Kalterer See im Norden über unser Heimatdorf Tramin bis nach Kurtatsch und Salurn im Süden.
Castelfeder mit Kalterer See und dem Weindorf Kaltern im Hintergrund
Recht interessant ist der Blick auf Castelfeder. Der karge bewieste Hügel ist von vereinzelten Eichen durchsetzt. Die Mauerreste der Burgruine Castelfeder bilden einen schönen Blickfangpunkt. Kurz bevor uns einige Bäume den Blick gegen Nordwesten versperren bietet sich ein etwas spezielles Panoramabild: im Vordergrund der mediterrane Hügel Castelfeder im Hintergrund der himmelblaue Kalterer See. Einziger Wermutstropfen sind die zahlreichen Hagelnetze, welche seit einigen Jahren das Landschaftsbild etwas belasten. Zum Glück hat das Land Südtirol entschieden, dass Bauern nur die dunklen Netze montieren dürfen, die hellen in der Sonne glänzenden Netze sind verboten.
Wieder Freitagabend in Südtirol. Und abermals wollen der Andreas und ich ausgehen. Und wiederum soll das Ziel unser Stammlokal am Traminer Dorfplatz, das „Platzl“ sein. Da aber bekanntlich ein gutes Glas Wein nicht nur Alkohol, sondern auch eine ganze Menge Kalorien beinhaltet, wählen wir wie schon letzten Freitag einen „kleinen Wander-Umweg„. Wir wollen uns das „Glasl“ verdienen.
Die vorige Freitagswanderung ging südöstlich in die Nachbargemeinde Kurtatsch. Heute wollen wir nach Kaltern wandern und zwar bis nach St. Josef am See und dann wieder zurück bis ins „Platzl“ von Tramin wandern.
Abermals Start Mandlhof, eine Stunde früher als letzten Freitag. Ich bin auf dem Geschmack gekommen, da kann ich gut und gerne eine Stunde Arbeitszeit abzwacken 🙂
In den Weinbergen vor dem Schloss Rechenthal sitzen eine Handvoll Mädels, alle bewaffnet mit Block und Bleistift. Fleißig zeichnen sie Gräser und Kräuter ab. Bravo, so gehört sich das, moderne Techniken verschmähen! Wäre ja viel zu einfach mit einen Fotoapparat ein Bild zu schießen. Wer was auf sich setzt, der zeichnet ab *g*!
Vor uns die „Drei Häuser“; wir wanden rechts circa 200 m unter dem Kofler Hof zum Maratscher Hof hinüber und dann weiter nach Söll, wo der Andreas beim Fritzenhof zu den fast reifen Kirschen hinüber gelüstet.
Durch den Seeberg
Blick auf den Kalterer See
Einige wenige Höhenmeter wandern wir nun abwärts bis zur Feuerwehrhalle von Söll und dann vorbei am Hof des Baron di Pauli in den Forstweg, der ins in den Seeberg hinein führt. Es ist der gleiche Forstweg den ich mit der besten Ehefrau von allen im April 2012 entdeckt hatte (ja auch ein Einheimischer entdeckt in Tramin/Kaltern ab und zu noch einen neuen Wanderweg).
Freitag Abend. Ich will heuer meine Wanderfitness und Wanderausdauer wieder etwas aufbauen. Die letzte defftige Bergtour liegt lange zurück, die Wandern-Muskulatur hat sich schon seit geraumer Zeit verabschiedet. Irgendwie muss die wieder her. Von null auf hundert will ich nicht, kann ich nicht, darum habe ich mit dem Andreas vereinbar, dass wir zukünftig, beim Ausgehen ins „Platzl“, kleine Umwege machen werden 😉
Heute steht nun die erste „zu Fuß Ausgehtour“ an.
Gestartet wird bei mir zu Hause. Vom Mandlhof marschieren wir in der kürzesten möglichen Linie zum Gummererhof hinauf.
Als ich noch ein kleiner Bub war, bin ich öfters diesen Weg zusammen mit meinen Geschwistern hochgelaufen. Damals gab es noch direktere Steige. Heute versperrt eine Mauer oder ein Zaun so manche Abkürzung durch die Weinberge.
Blick auf Tramin in Schwarzweiß
Damals sind wir mit Lederhose und barfuß unterwegs gewesen. Die „Deitschn“ die uns gesehen hatten waren alle geschockt. Wer um Gotteswillen lässt 3 bis 5 Jahre alte Kinder alleine und noch dazu barfüßig über steile Steige klettern? Sind die eventuell irgendwo ausgebüchst?
Eine Steillage zwischen Tramin und Rungg. „Giggerblick“ nennen die Einheimischen das Platzl wo der Bologna Günter, seines Zeichens Obmann des Egetmannvereins Tramin, seinen Weinberg hat. Das Plätzchen ist ein Geheimtipp für Liebhaber eines herrlichen Panoramablickes über das Weindorf Tramin bis hinein zum Kalterer See.
Tulpen im Weinberg
Im Frühling, so circa Anfang bis Mitte April, bietet der Giggerblick ein zusätzliches Highlight. Bunt wie zu „Maschgra“ erblüht der Weinberg in diesen Wochen. Tausende Tulpen: rote Tulpen, gelbe Tulpen, lila Tulpen, weiße Tulpen, einstänglige Tulpen, mehrstänglige Tulpen, kelchförmige Tulpen, rosenförmige Tulpen tauchen den Weinberg des Egetmann Obmann in ein Blütenmeer.
Ein Eldorado für Blumenfotografen, ein Punkt zum Innehalte für Wanderer, eine tolles Motiv für meine Drohne.
Erster Tag der Sommerzeit. Eine Stunde hat man uns „gestohlen“. Entschädigt worden sind wir mit einem herrlichen Frühlingswetter. Um 10.00 Uhr ist es noch etwas zu kühl, so warten wir bis 11.00 Uhr und schlendern dann vom Mandlhof (www.mandlhof.com) die Mühlgasse hinunter in Richtung Traminer Freischwimmbad.
Ein schmaler Spazierweg, führt uns zwischen der Kellereigenossenschaft Tramin und dem Höllentalbach bis zu den Tennisplätzen in der Sportzone Tramin hinunter.
Nun könnten wir zwischen den Tennisplätzen und dem Auffangbecken, welches nach der Unwetterkatastrophe im Jahre 1986, als der Höllentalbach das Freischwimmbad, die Kellerei Tramin und zahlreiche Häuser entlang des Baches unter sich begrub, errichtet wurde, bis unter die Fußballplätze weiter marschieren. Wir biegen aber links ab, überqueren die Straße nach Auer und betreten oberhalb des Gartencenters Paradise die Wein- und Obstgärten. Drüben in der Gärtnerei herrscht Hochbetrieb, es ist Tag der offenen Tür. Wir beide spazieren gemütlich durch die Apfelbaumwiesen bis zum Feldweg, der uns zum Kalterer See bringen soll, weiter.
Wandern durch fast blühende Apfelhaine
Die Apfelbaumblüte steht kurz bevor
Einige Apfelbäume, vor allem die Pink Lady, zeigen recht zaghaft die ersten weißrosa Blüten. Lange wird es nicht mehr dauern bis das ganze Südtiroler Unterland in Vollblüte steht. Ich hoffe, dass sich dieses Jahr die Gelegenheit ergeben wird, einige eingeeiste Blüten zu fotografieren. Gestern und vorgestern hatten wir bereits Frostalarm, aber da die Apfelblüte noch nicht im vollen Gange ist, haben die Bauern die Frostschutzberegnung nicht eingeschaltet.
Hängebrücke in Altenburg bei Kaltern. Auf dem Weg zur Ruine St. Peter
Wandern in Kaltern und Tramin bedeutet vor allem den frühen Frühling und späten Herbst wandertechnisch zu erkunden. Die beiden Nachbardörfer liegen in tiefen und milden Lagen und weißen ein sehr wetterbegünstigtes südländisches Klima auf. Wenn z.B. ein Kalterer oder Traminer in den ersten Frühlingsmonaten aufgrund des vermeintlichen wärmeren Klimas einen Ausflug zum Gardasee unternimmt, ist er oft enttäuscht, weil er keine höheren Temperaturen und kein wärmeres Wetter als in seinem Heimatdorf antrifft.
Unsere beiden Traminer beschließen darum heute in ihrem Tal zu bleiben. Eine Grenzüberschreitung werden sie zwar wagen; mehr dazu später.
Am nordöstlichen Dorfrand von Tramin liegt Finnland. Nicht das echte Finnland, aber das Traminer Finnland. Die korrekte geografische Bezeichnung: Tramin, Mühlgasse 58, gleichzeitig der Standort des Mandlhofs.
Genau von hier starten sie also, die beiden Traminer. Auch das ist nicht ganz korrekt so, denn nur der eine ist ein echter Traminer Spross. Der andere ist eine Sie und „nur“ eine „Zuakeiratete“ aber das soll uns für diese Wanderbeschreibung egal sein.
Der Angelbach plätschert gemütlich auf der Straße richtung Kalterer See
Klein Venedig in Kaltern am See, genauso schaut das hier aus. Da wandert doch tatsächlich ein Bach lautstark quer durch Weinberge, schlüpft unter die Drahtrahmen der Spalier hindurch, spaziert entlang der Pergeln, biegt dann links in eine asphaltierte Straße ein, folgt ruhig und schön brav der Straße, bricht nicht aus, obwohl das Gelände rechts und links teilweise ein wenig tiefer liegt. Das Ziel ist klar, der Kalterer See! Leider haben wir keine Gondel (siehe Gondel am Kalterer See) dabei, sonst könnten wir bis zu unserem Startpunkt des heutigen Spazierganges zurück schiffen oder gondeln.
Gerade eben sind wir aus dem Frühlingstal gekommen. Heuer hat die Blüte der Großen Schneeglöckchen – auch Märzenbecher genannt – ziemlich früh eingesetzt. Der interessierte Spaziergänger oder Wanderer möge hier die Tage vergleichen:
Die Frühlingstal-Wanderung zwischen dem Kalterer See und dem Montiggler See gehört bei uns beiden fast jedes Jahr zum Wanderprogramm. Sie markiert den Beginn des Frühlings und der sich anbahnenden Wandersaison. Heuer war die leichte Wanderung besonders interessant, da der Angelbach, der den großen Montiggler See mit dem Kalterer See verbindet, für seine Verhältnisse (meist nur ein mickriges Rinnsal) sehr viel Wasser führt.