Grauner Loch

Freitag Abend Wanderung: Gummererhof-Graun-Grauner Loch

Freitag Abend. Ich will heuer meine Wanderfitness und Wanderausdauer wieder etwas aufbauen. Die letzte defftige Bergtour liegt lange zurück, die Wandern-Muskulatur hat sich schon seit geraumer Zeit verabschiedet. Irgendwie muss die wieder her. Von null auf hundert will ich nicht, kann ich nicht, darum habe ich mit dem Andreas vereinbar, dass wir zukünftig, beim Ausgehen ins „Platzl“, kleine Umwege machen werden 😉

Heute steht nun die erste „zu Fuß Ausgehtour“ an.

Gestartet wird bei mir zu Hause. Vom Mandlhof marschieren wir in der kürzesten möglichen Linie zum Gummererhof hinauf.

Als ich noch ein kleiner Bub war, bin ich öfters diesen Weg zusammen mit meinen Geschwistern hochgelaufen. Damals gab es noch direktere Steige. Heute versperrt eine Mauer oder ein Zaun so manche Abkürzung durch die Weinberge.

Blick auf Tramin in Schwarzweiß
Blick auf Tramin in Schwarzweiß

Damals sind wir mit Lederhose und barfuß unterwegs gewesen. Die „Deitschn“ die uns gesehen hatten waren alle geschockt. Wer um Gotteswillen lässt 3 bis 5 Jahre alte Kinder alleine und noch dazu barfüßig über steile Steige klettern? Sind die eventuell irgendwo ausgebüchst?

Heute wäre das undenkbar, dass ein 5 Jahre alter Bub zusammen mit seiner 4 Jahre alten Schwester und seinem 3 Jahre alten Bruder alleine und ohne Handy *g* 45 min durch Wald und Wiese zur Oma hinauf wandern.

Leider erinnere ich mich nur bruchstückhaft an diese ursprüngliche Zeit. Am genauesten erinnere ich mich an die frisch gemähte Wiese unter dem Steinhof. Auf der geteerten Straße rund um die Wiese herum gehen kam natürlich nicht in Frage. Das hätte ja den Weg zur Oma ziemlich verlängert! Nein, wir mussten barfüßig, quer über die Wiese. Aua, aua wie auf Nadeln und mit spitzen Füßen sind wir über die stupfenden Heustoppeln hinauf getänzelt.

Heute kleidet ein schwerer groben Bergschuh meinen Fuß. Die Wiese musste einem Weinberg Platz machen und ich gehe mit Trekking Stöcken. So ändern sich die Zeiten!

Der Andreas und ich sind recht zügig unterwegs und schaffen es in 35 min bis zum Gummererhof. Mit der besten Ehefrau von allen hatte ich die Strecke mal in 22 min geschafft, aber das ist nun auch schon drei Jahre her.

Der Gummererhof-Wirt, mein Onkel, sitzt zusammen mit seinem Sohn und zwei Nachbarn auf der Terrasse. Er bietet uns ein Glas Wein an, aber wir sind nicht zum Trinken gekommen. So schreiten wir vom Gummererhof über den privaten Verbindungssteig zum Steinhof zurück, wandern entlang der Apfelbaumwiesen bis zur Waldgrenze hinüber und treffen dort auf ein kleines älteres gebücktes Weiblein mit Stock und Stofftasche. Vielleicht eine Waldhexe? Nein, den Hexen sind in unseren Breiten bereits ausgestorben. Es ist die „Nena“. Eine andere Fabelfigur? Wieder nein, „Nena“ steht bei uns für Oma. Das ist ein eisacktalerischer Ausdruck, den wir etwas modifiziert haben. „Nen“ steht im Eisacktal für Opa und daraus haben wir als Kinder „Nena“ für Oma gemacht. Auf den Eisacktaler Ausdruck kammen wir, weil der Nen ein gebürtiger Eisacktaler von Gummer (ja genau dort die Sternwarte und das Sonnenobservatorium stehen) war.

Was macht die Nena da? „Tschurtschn“ sammeln. Die Tschurtschn (Tannenzapfen) eigen sich nämlich vortrefflich als Ersatz für Spanholz, das wiederum als Brennhilfe fürs Feuern dient. Also trotzdem eine Waldhexe, aber eine nette!

Ein kurzer „Plauderer“ und weiter geht es über den Forstweg Nr. 4A hinüber zur Zogglerwiese. Massenhaft Holz vor der Hütte gibt es heuer am Zoggler. Waldarbeiter haben die riesigen Lärchen am unteren Rand der Wiese gefällt und somit einen schönen Panoramblick auf das Weißhorn und das Schwarzhorn geschaffen. Sogar den Kalterer See können wir nun sehen. Bearig!

Vom Zoggler führt ein weicher mit Blissen (Tannennadeln) übersäter Waldsteig zu den Überresten des alten Zoggler Bauernhauses hinauf. Dort habe ich als Bub die ersten Schlangen gesehen. Zwei riesige schwarze Ungetüme, die am liebsten kleine Kinder verschlingen. Es hatte dann Jahre gedauert bis ich wieder ruhig schlafen konnte.

Nach der mit starkem Efeu überwucherten Zogglerruine wandern wir über den Forstweg Tramin-Kurtatsch bis nach Graun.

Wenn man sowie wir vom Norden kommt, ist der Lenzenhof – ein Buschenschank, den man auch von Tramin aus sehen kann – der erste Hof von Graun.

Wir wandern vorbei, wundern uns, dass Graun sein Gesicht verändert hat. Früher gab es in Graun nur einige Zwetschgenbäume und vor allem Wiesen. Heute haben auch die Grauner Bauern verstanden, dass man die Wiesen mit Kirsch- und Apfelplantagen dramatisch finanziell aufwerten kann. Willkommen in der neuen Zeit *g*

Grauner Loch
Grauner Loch

Zu unserer Rechten lädt das Gasthaus Caroline zum Einkehren ein. Wir gehen weiter und biegen alsbald links ab, dem Wegweiser Grauner Lochweg folgend, und schreiten nun zum Grauner Loch hinunter.

Glücklicherweise hat der Steinschlag der am 21. Jänner 2014 den Freisinger Hof verwüstet hat, das Grauner Loch verschont.

Eine Mini-Mure verschmälert den Eingang des zwischen zwei Felswänden eingekerkerten Steiges. Trotzdem können wir wie eh und je flotten Schrittes – denn so ein klein wenig unheimlich ist es hier schon – zwischen den Felswänden durch das Loch hinunter schreiten.

Es dauert nicht lang bis wir den Forstweg Tramin-Kurtatsch überqueren und dann schnurstracks zum „Giggerblick“ und weiter nach Viertelgraun hinunter wandern. Von hier ist es nur noch ein Katzensprung bis zum Hauptplatz von Tramin und ins „Platzl“. Somit haben wir das das Ziel unseres Ausgehfußmarsches erreicht 🙂

GPX-Daten der Wandertour Tramin-Gummerer Hof-Graun-Grauner Loch

Fotos der Wanderung

 

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