An heißen Sommertagen bietet sich zum Wandern in Südtirol das Bergdörfchen Gfrill als Ausgangspunkt und die Hornalm am Trudner Horn als Ziel an. Das kommt uns gerade recht, denn Gfrill liegt nicht weit von uns entfernt und wir wollen unsere heutige Mittagsrunde in temperaturmäßig erträglichere Gefilde verlegen.
Gesagt, getan: Während unten das Unterland brät, erwartet uns Gfrill mit erstaunlich angenehmen 28 Grad. Das ist ein deutlich größerer Temperaturunterschied, als wir uns von den rund 1.000 Höhenmetern erhofft hatten. Toll!
Aufstieg von Gfrill durch den Naturpark Trudner Horn
Von Gfrill aus marschieren wir nun über den Dolomiten-Höhenweg Nr. 8 (E5) hinauf in den Naturpark Trudner Horn.
Der Weg fordert uns weder mit Steigung noch mit Aussicht. Dafür spendet der Wald genau das, weshalb wir hergekommen sind: Schatten.
Alm „Olm fan Korlfranz“
Bald erreichen wir die Alm „Olm fan Korlfranz“. Was für ein herrlich lustiger Name.
So ganz stimmt das zwar nicht, denn Anna war schon einmal auf dem Wildsee – ja, genau: drauf. Im Winter, bei richtig dickem Eis. Auch damals nur, weil wir zufällig in der Gegend waren.
Aber natürlich möchten wir Anna den bekanntesten aller Südtiroler Seen auch im Sommer zeigen. Wenn man wie wir gerne in Südtirol wandert, gehört es schließlich irgendwie dazu, den Pragser Wildsee zu kennen. Und weil die Zufahrtsbeschränkung erst ab dem 1. Juli greift, nutzen wir die Gelegenheit und fahren bis zum Parkplatz vor dem Grandhotel Pragser Wildsee hinein.
Fast zeitgleich mit unserem Einparken schieben sich dunkle Wolken vor die Sonne. Schade zwar, aber immerhin bekommen wir den Pragser Wildsee heute einmal nicht in seiner üblichen Instagram-Ausführung serviert.
Medizin für alle Sinne – Wassererlebnisweg Gnoppnitzbach steht auf dem Wanderschild, unter dem wir gerade hindurchschreiten.
Warum wir plötzlich in Greifenburg im Oberen Drautal gelandet sind, weit weg vom Wörthersee? Ganz einfach: Leider geht auch die schönste Urlaubswoche irgendwann zu Ende und wir befinden uns bereits auf der Heimreise nach Südtirol.
Kurz bevor wir Kärnten Richtung Tirol verlassen, wollen wir aber doch noch eine letzte Wandertour mitnehmen.
Und was bietet sich an einem Hitzetag wie heute besser an als ein Themenweg, bei dem sich alles ums Wasser dreht?
Wir werden dem wilden Gnoppnitzbach durch die Gnoppnitzklamm folgen und dabei die große Rundwanderung über die Heregger Alm zurück nach Greifenburg unter die Sohlen nehmen: 7,94 Kilometer und rund 440 Höhenmeter. Das passt genau in unseren Rückreisetag.
Wir geben es zu: Nach Bad Kleinkirchheim sind wir heute eigentlich nur unterwegs, weil Anna dort eine Sommerrodelbahn – genauer gesagt eine Rollbobbahn – erwartet. „Kärntens modernste Rollbobbahn“, war in der Broschüre zu lesen. Das hat Anna natürlich schwer beeindruckt.
Aber wer Sommerrodeln will, muss sich das zuerst einmal verdienen. Eine Bergtour von Bad Kleinkirchheim hinauf auf den Wöllaner Nock erscheint uns für eine Bobfahrt dann doch etwas zu viel verlangt. Also lassen wir uns von der Kaiserburg-Umlaufbahn ganz bequem von 1.070 m auf 2.043 m bis knapp unter den gleichnamigen Berggipfel hinaufgleiten und schauen uns hier oben nach einer Wanderrunde um, die unsere Kondition heute nicht über Gebühr strapaziert.
Zuerst aber erkunden wir den Kaiserburg-Gipfel. Laut einer Sage soll sich unterhalb des Gipfels eine geheimnisvolle Höhle befinden. Darin gibt es zwei Tore: ein eisernes und ein goldenes. Wer das eiserne Tor durchschreitet, gelangt tief ins Innere des Berges zu unermesslichen Schätzen. Das goldene Tor hingegen führt unaufhaltsam in den Abgrund. Einst versuchte ein habgieriger Hirte sein Glück, wählte jedoch in der Dunkelheit das falsche Tor und stürzte in die Tiefe. Seit diesem Unglück sind beide Tore für immer im Fels verschwunden.
Geparkt wird auf dem Parkplatz der Obir-Tropfsteinhöhlen. Ein großer Schotterparkplatz, der sich in der Mittagssonne in eine Art Pizzaofen verwandelt hat.
Doch ganz ohne Wanderrunde wollen wir uns noch nicht zufriedengeben. Hmm … da geht noch was. Statt den direkten Weg zur Kassa der Obir-Tropfsteinhöhlen einzuschlagen, hängen wir kurzerhand noch den Panoramarundwanderweg Nr. 2 dran. Über den Geotrail und den Wanderweg 2A soll’s hinauf zum Waschnig und auf der anderen Talseite wieder ins Zentrum von Bad Eisenkappel gehen. Laut Uhr müsste das gerade noch gutgehen – zumindest in der Theorie.
Also nicht lange trödeln – auf geht’s. Zuerst marschieren wir ein kurzes Stück entlang der Straße Richtung Osten, dann biegen wir links auf den Panorama-Rundweg Geotrail ab und steigen, vorbei an einem einzelnen Haus, bergauf. Es folgen ein Schotterweg und schließlich ein schmaler Waldpfad, der uns auf den Kundesattel bringt. Von hier sind es nur noch wenige Dutzend Schritte bis zum Gipfel, dem Waschnig. Wobei „Gipfel“ bei diesem Hügel vielleicht doch etwas hoch gegriffen ist.
Nachdem es gestern mit den Obir-Tropfsteinhöhlen nicht geklappt hat, wagen wir heute einen zweiten Versuch. Und weil der Wildensteiner Wasserfall fast direkt auf dem Weg nach Bad Eisenkappel liegt, nehmen wir ihn kurzerhand ebenfalls in unseren Tagesausflug auf. Schließlich wollen wir uns auch wandertechnisch ein wenig austoben.
Am geplanten Ausgangspunkt der Rundwanderung folgt gleich die erste Ernüchterung: Zwar führt der Weg durch den Wald, asphaltiert und für den Verkehr freigegeben ist er trotzdem. Nicht ganz unser Fall. Also fahren wir weiter bis zum Parkplatz direkt unterhalb des Wildensteiner Wasserfalls. Der Plan lautet nun: zuerst den Wasserfall anschauen. Und anschließend wird sich rundherum wohl eine nette Wanderrunde finden lassen.
Der Parkplatz vor dem Gasthof „Zum Wildensteiner Wasserfall“ ist ziemlich leer. Es scheint fast so, als hätten heute nicht besonders viele Wanderer hierher gefunden.
Für heute steht ein Tagesausflug nach Ljubljana – auf Deutsch Laibach – auf dem Programm. Weil die Anfahrt auch über den Seebergsattel möglich ist, nutzen wir die Gelegenheit und statten dem Bergsteigerdorf Jezersko – auf Deutsch Seeland – einen Besuch ab.
Jezersko zählt mit nur 670 Einwohner zu den ruhigsten und ursprünglichsten Alpentälern Sloweniens. Es liegt direkt südlich des Seebergsattels an der Grenze zu Kärnten. Der deutsche Name Seeland kommt nicht von ungefähr: Vor rund 10.000 Jahren erstreckte sich hier ein gewaltiger Gletschersee. Der See ist längst verschwunden – der Name ist geblieben.
Also fahren wir vom Wörthersee Richtung Seebergsattel. Da wir durch Bad Eisenkappel kommen, fällt uns plötzlich ein: Hier gibt’s doch die Obir-Tropfsteinhöhlen! Also Blinker raus, wenden, Parkplatz suchen. Wo ist denn der Eingang? Ah, dort vorne. Doch statt Tropfsteinen erwartet uns ein Mann mit einer denkbar kurzen Auskunft: „Heute geht nix. Stromausfall!“
Heute wollen wir uns eine ganz gemütliche Wanderung gönnen. Höhe brauchen wir wegen der Hitze aber trotzdem. Hmm … wie wäre es mit einer Bergbahn hinauf auf einen Bergkamm und dann oben gemütlich und nahezu flach weiterwandern?
Wir entscheiden uns für die Dreiländereck-Bergbahn. Wenn es gestern schon nichts mit einem Grenzgipfel werden wollte, dann muss uns heute eben das Dreiländereck entschädigen.
Mit der Dreiländereck-Bergbahn zum Taubenkogel
Etwas oberhalb von Arnoldstein, bei Seltschach auf 690 Metern, startet der 3-Länder-Jet hinauf auf den Taubenkogel (1.450 m). Der Jet ist in Wirklichkeit allerdings kein Flieger, nicht einmal eine Seilbahn, sondern ein Dreier-Sessellift. Und jetmäßig schnell ist er auch nicht unterwegs. Verglichen mit einem Fußmarsch stehen wir aber trotzdem in Nullkommanix oben auf dem Kärntner Grenzberg.
Der markanteste Berg Kärntens und zugleich einer der höchsten Gipfel der westlichen Karawanken lacht uns von unserem Urlaubsdomizil entgegen. Markant und einer der höchsten – das klingt beeindruckend. Nicht so für einen (Süd-)Tiroler. Mit seinen 2.145 Metern ist der Mittagskogel nur unwesentlich höher als unser Hausberg, der Roen. Und der zählt im Vergleich zu Südtirols Bergen nun wirklich nicht zu den Großen.
Mich würde der Gipfel trotzdem reizen, weil Grenzberge irgendwie immer ein bisschen Abenteuer versprechen. Ein Bein in Österreich eines in Slowenien wäre schon cool.
Doch weil die beste Ehefrau von allen heute mit im Boot sitzt, sogar der Normalweg als anspruchsvolle Bergwanderung, die Trittsicherheit erfordert, gilt und wir es im Urlaub etwas gemütlicher angehen wollen, entscheiden wir uns gegen den Mittagskogel. Schließlich möchten wir am Abend auch noch in den Faaker See springen.
Heuer verschlägt es uns bereits zum zweiten Mal ins Mutterland Österreich – genauer gesagt nach Kärnten. Doch bevor wir am Wörthersee Quartier beziehen, gönnen wir uns noch einen Zwischenstopp am Weißensee. Schließlich hat auch ein Anreisetag etwas Besseres verdient, als nur im Auto abgesessen zu werden.
Der auf 930 Metern Seehöhe gelegene Weißensee wirkt auf den ersten Blick erstaunlich klein. Schuld daran ist eine Brücke, die ihn scheinbar in zwei Hälften teilt. Tatsächlich täuscht der Eindruck. Mit 11,6 Kilometern Länge, 99 Meter maximaler Tiefe und insgesamt 6,5 Quadratkilometern Fläche gehört er sogar zu den größten Seen Kärntens.
Wir fahren über die ihn teilende Weißensee-Brücke vom Hauptort Techendorf zum gegenüberliegenden Ortsteil Schattenseite hinüber und dann weiter bis zur Talstation des Sessellifts Weißensee Bergbahn.
Herrliches Wetter. Da wollen wir an den See. Eine Kalterer Seerundwanderung der etwas anderen Art wartet auf uns. Wir wollen heute zwar wie so oft um den Kalterer See, aber dieses Mal ganz nahe am Wasser. Am besten so nahe, dass wir das kühle Nass greifen können. Geht das am Kalterer See? Ja, das geht!
Hmm – wird eine Stunde ausreichen? Wir wissen es nicht. Ok, dann auf jeden Fall eine Stunde und eventuell verlängern. Der sympathische Bursche an der Kassa meint: „Kein Problem.“
Kassa wie was? Muss man zahlen, wenn man auf den Kalterer Seerundweg will? Wir schon!
Wer beim Wandern landschaftliche Postkartenmotive sucht, ist hier in der Gardaseeregion genau richtig. Diese Bergtour beschreibt eine herrliche Rundtour mit Start in einem der I Borghi più belli d’Italia – mit Gipfelerlebnis, Gardaseeblick, Badesee-Idylle am Lago di Tenno und herrlicher bäuerlicher Architektur im Borgo Canale di Tenno.
Die Ortschaft Canale di Tenno trägt das Prädikat „Borghi più belli d’Italia”.
Ich bin mit Andreas über das Valle dei Laghi bis nach Villa del Monte, einer Fraktion der Gemeinde Tenno, gefahren.
Erst einmal kehren wir in der Bar al Borgo auf einen Espresso und ein Brioche ein. Ohne Espresso geht bei uns nämlich nix. Der „Lischo“ ist schnell getrunken, das Brioche genossen. Auf geht es nach Canale, einem Ortsteil von Villa del Monte.
Schon auf dem mit Natursteinen gepflasterten Saumweg wird uns klar: Wir schreiten einem ganz besonderen Juwel entgegen.