Weinbergspaziergang in Tramin

Winterspaziergang durch die Weinberge Tramins

Die einen vergnügen sich in Obereggen, auf dem Kronplatz, in Gröden oder dem Gadertal auf Südtirols Skipisten, die anderen können den Frühlingsbeginn nicht mehr erwarten. Wir gehören zur zweiten Sorte. Geboren und aufgewachsen südlich von Bozen, sind wir eine Spezies die zu den wenigen Glücklichen gehören, welche ab und an bereits im Jänner den Frühling greifen zu können. Die Schneeglöckchen im Frühlingstal blühen zwar noch nicht, aber die frühlingshafte Temperatur treibt uns hinaus in die Natur.

Hinauf auf den Weinberg

Ich will den neu angelegten Weinberg der Kellerei & des Weinguts Hofstätter, am Hang hinter der Fortbildungsakademie Schloss Rechtenthal, umrunden. Dafür müssen wir entlang der Hinkelsteine, welche der Hofstätter längs der Grenze seines Weinberges eingesetzt hat, bis zum westlichen Ende der Rebanlage hinauf. Überraschenderweise ist Anna recht gut unterwegs und marschiert tapfer das Höllenbachtal hinauf.

Am steilen Westrand des Weinberges ermöglichen Kehren den landwirtschaftlichen Maschinen von einer Spalierzeile in die nächste zu gelangen, sodass der Winzer seinen Weinberg in Schlangenlinien durcharbeiten kann. Jede Weinbergreihe durchwandern kommt für uns natürlich nicht in frage. So müssen wir recht umständlich den steilen „Roan“ (=die steile Böschung) hinauf kraxeln und die Anna irgendwie hinauf hieven. Zum Nachwandern ist dieser Weg also nicht geeignet!

Blick auf St. Jakob Kirchlein von der Hofstätter „Leitn“ aus

Oben angekommen werden wir mit einem tollen Blick auf das nördliche Tramin belohnt. Die Nordseite des Weinbergs Kastelaz der Weinkellerei Elena Walch, auf dessen Spitze wir das Dach des Wirtschaftsgebäudes durch Äste hindurch scheinen sehen, ist leider vor einigen Jahrzehnten, aufgrund damals üblicher Aufforstung, mit Haus hohen Föhren „verschandelt“ worden. Die Alten sagen, dass früher der Hügel – ähnlich wie Castelfeder – nur mit spärlichen Büschen bewachsen war.

Am Kastelaz Hügel schließt sich östlich der – etwas tiefer gelegen – bebaute St. Jakob Hügel mit dem St. Jakob Kirchlein an. Der Hintergrund wird von den Blauburgunder Lagen der anderen Talseite bestimmt. Die Weinberge von Pinzon, Glen und Mazzon – teilweise auch im Besitz der Privatkellerei Hofstätter – erstrecken sich bis hinauf zur Waldgrenze, unterhalb des winterlichen Gschnon.

Weinberg queren

Blick auf Schloss Rechtenthal und das St. Jakob Kirchlein

Wir spazieren oberhalb der Hofstätter „Leitn“ Richtung Söll. Unter uns der Schloss ähnliche Bau der Fortbildungsakademie Schloss Rechtenthal. Die imposante Gebäudeanlage mit der Ringmauer und den polygonalen Ecktürmen lässt den Betrachter an eine alte und bewegte Geschichte denken. In Wirklichkeit ist Schloss Rechtenthal „nur“ auf den Bauernhof Prenterhöfl zurückzuführen. Dieser wurde im Laufe der Geschichte zu einem Ansitz umgebaut. Besitzer war zeitweise ein Freiherr namens Franz S. v. Unterrichter, der als österreichischer Beamter Karriere gemacht hatte und es bis zum Nationalsratsabgeordneten gebracht hatte.

Im Norden blickt uns die St. Mauritius Kirche von Söll entgegen und unter dem Söller Berg funkelt der Eis bedeckte Kalterer See herauf.

Über uns zwei Paragleiter, die zuerst über den Göller und dem Gummererhof ihre Runden gedreht haben und sich nun, hin und her schwingend, anschicken am Sportplatz von Tramin zu landen.

Ein Paragleiter über den Reben von Tramin

Die Weinreben an denen wir vorbei spazieren sind bereits geschnitten, haben den Winterschnitt hinter sich und warten nun auf das Reben binden. Früher hat man die Weinrebe noch per Hand mit 1,5 m langen und 5 mm starken Weideruten gebunden: Weidenrute überkreuzen, fest ziehen, einschlagen, abschneiden. So entstand ein Klang, ein traditioneller Knoten mit Weidenruten. Eine mühselige Arbeit. Ich erinnere mich noch an das damals für mich als Bub lästige Bündeln der Weidenruten, das dem Reben binden voraus gegangen ist.

Heute hat der fortschrittliche Winzer ein Reben Bindegerät, welches in einer halben Sekunde eine Bindung vornehmen kann. Naja, die Zeiten ändern sich und obwohl man als Fotograf den alten Zeiten nach trauert, freut sich der Konsument, weil das das Endprodukt, der Wein immer besser wird.

Weingut Kolbenhof

Ausblick von der „Reitschule“ (=Wiese vor dem Kolbenhof) nach Söll

Der Kolbenhof, wo bereits im 18 Jahrhundert Mönche eines Jesuitenordens ihren Wein kelterten und der später im Besitz der Freiherren von Unterrichter war, die im oben erwähnten Schloss Rechtenthal residierten, gehört heute zum Weingut J. Hofstätter. Wir spazieren über einen Schleichweg von den „Drei Häusern“ zum Anwesen mit der aussichtsreichen Wiese (die Alten sagen Reitschule dazu) und den mächtigen Nadelbäumen (ich glaube es sind Zedern) hinunter.

Wir schauen zu unserem Haus, dem Mandlhof, hinüber. Ein Feldhase springt zwischen den Spalierzeilen der Gewürztraminer Rebanlage unter uns hin und her. Den möchte die Anna natürlich einfangen.

Bis wir vom Kolbenhof abgestiegen sind, ist der flinke Hase natürlich schon über alle Berge. So bleibt uns nichts anderes übrig, als ohne Hase durch die Reben hindurch zum Schloss Rechtenthal und dann zu unseren kleinen Bauernhaus dem Mandlhof zurück zu spazieren.

Leider nicht zum Nachwandern geeignet da es kreuz und quer, teilweise durch private Weinberge, geht!

Track des Weinbergspazierganges

Fotos Weinberge oberhalb von Tramin

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