Spaziergang Guntschnapromenade in Gries (Bozen)

Die bekanntesten Spazierwege und Promenaden Südtirols sind sicher der Tappeinerweg in Meran, die Oswald-Promenade in Bozen und die Guntschnapromenade in Gries bei Bozen. Letztere ist mir genau gleich ein Begriff wie erstere trotzdem war ich noch nie da. Das soll sich heute ändern!

Die Guntschnapromenade über Gries (Bozen)
Die Guntschnapromenade über Gries (Bozen)

Der Südtiroler Wetterbericht hat vormittags passables Wetter und nachmittags Regen angesagt. Darum und weil die beste Ehefrau von allen später ihre Lieblingsdestination im Zentrum von Bozen, die Unibibliothek, aufsuchen will, finden wir uns am Morgen bei dem kleinen Parkplatz am Kulturzentrum unweit der Grieser Pfarrkirche ein.

Wir haben Glück und ergattern noch eine der begehrten Autoabstellflächen, bevor eine Hochzeitsgesellschaft den Parkplatz vollpumpt. Die Geladenen wollen anscheinend zur alten Grieser Pfarrkirche. Wir auch, aber wir gehen nicht hinein sondern spazieren rechts daran vorbei, dem Berghang entgegen.

Die dem Erzherzog Heinrich von Habsburg gewidmete Guntschnapromenade präsentiert sich im aristokratischen, herrschaftlichen Stil des vergangenen Jahrhunderts. Damals war der Bozner Stadtteil genau wie die Kurstadt Meran ein beliebter Kurort für Aristokraten und Adelsfamilien.

Wie wir so dahin spazieren, fühlen wir uns wie ein Paar auf einem Claude Monet Bild, was auch dadurch unterstrichen wird, dass wir heute auf den Tag genau 2tes Hochzeitsjubiläum feiern. Unsere Stimmung und die herrliche Umgebung der Guntschnapromenade passen perfekt in den Impressionismus hinein, nur unsere Wander-Kleidung passt nicht so ganz.

In Serpentinen führt uns die idyllische, stilvolle Promenade an mediterranen und liebevoll gepflegten Pflanzen wie Kakteen, Olivenbäume, japanischen Feuerblumen und Oleander vorbei. Kleine Nischen und Seitenzweige mit Sitzgelegenheiten machen den Weg am Hang bis hinauf zum Baukomplex des ehemaligen Hotels Germania zu einem recht gemütlichen Spaziergang auch für ungeübte Wanderer.

Auf der Guntschnapromenade unterhalb des EX-Hotels Germania
Auf der Guntschnapromenade unterhalb des EX-Hotels Germania

Der Blick auf den Stadtteil Gries und auf Bozen wir immer besser und reicht mit jedem Meter weiter in die Ferne. Dummerweise werden im gleichen Maße auch die Wolken immer dichter. Schnell noch ein 360° Foto bevor die Sonne sich verkrümelt und natürlich zur Feier des Tages ein Selbstauslöser-Foto mit dem „Wir haben es 2 Jahre ausgehalten“-Paar *g*

Ab dem Ex-Hotel Germania bummeln wir durch natürlichen Buschwald immer noch auf der Guntschnapromenade in östlicher Richtung, leicht ansteigend bis zur Jenesinger Straße empor.

Die Straße queren wir nicht, sondern biegen scharf links ab und wandern die Nebenstraße westwärts bis zum zeitweise geöffneten Buschenschank „Föhrnerhof“ auf 505 m ü.d.M. Der höchste Punkt unserer heutigen Wanderung, welche vielmehr ein Spaziergang ist, ist damit erreicht.

Es würde sich zwar landschaftlich auszahlen, den gleichen Rückweg zu nehmen, aber da das Wetter nicht so ganz mitspielt, steigen wir über den Glaninger Weg (Wanderweg Nr. 9; zuerst eine kleine Asphaltstraße, dann ein Feldweg) steil bis zum Ex-Hotel Germania und dann über das Kopfsteinpflaster des so genannten Ochsenpfades bis nach Gries hinunter. Dieser Rückweg ist im Vergleich zur Länge der Guntschnapromenade ein Katzensprung und so haben wir nicht nur Zeit die Unibibliothek im Zentrum Bozens aufzusuchen, sondern sogar bei der Bar Fantasy unter den Grieser Lauben einen Kaffee und einen Hugo einzunehmen. Zur Feier des Tages versteht sich. Abends werden wir dann noch in Tramin im Restaurant Taberna Romani vorbeischauen, mehr ist heuer nicht drin.

Der Wettergott hat uns einen Wochenendwanderurlaub leider verwehrt, aber dafür ein uns noch unbekanntes Highlight in unmittelbarer Nachbarschaft entdecken lassen.

GPS-Daten des Spazierganges auf der Guntschnapromenade

Fotos Guntschnapromenade

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