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Wanderung zur Ritterburg Haderburg

Sonnig, aber Gewitter anfällig. Die heutige Wetterprognose ist durchwachsen. Hm, wohin soll uns die heutige Sonntagswanderung führen? Wie wärs mit einer Ritterburg? „Zem, wo sie es Schweinl oi gworfn hobn?“ Beim Wort Burg schießt Anna sofort das Sauschloss in den Kopf. Kein Wunder, die Legende zur Namensgebung der Burg Greifenstein, musste die beste Mami von allen ihr jedes Mal erzählen, wenn sie bei einer Autofahrt eine Burg erblickte.

Nein, nicht zur Sauburg, wir werden zur Haderburg hinauf wandern; das ist ganz im Süden Südtirols bei der Salurner Klause.

Über die Weinstraße nach Kurtatsch, weiter nach Margreid und bis fast nach Eichholz, dann links über die Etsch hinüber nach Salurn. Die Anfahrt ist schnell erledigt.

Ein zwei Regentropfen erinnern uns Schirme einzupacken, doch richtig brauchen tun wir sie noch nicht.

vor dem Eingang der Haderburg

Der Einstieg zum Burgenweg befindet sich südlich von Salurn und ist mit entsprechenden Hinweisen gut markiert.  Wir wandern den Forststraßen breiten, nachts beleuchten, Burgenweg – auch Weg der Visionen genannt – im Schneckentempo empor. Mit einer Horde Kinder geht das nicht schneller. Der eine hat Durst, der andere will einen Stecken aufheben, dem nächsten drückt der Schuh – so ist das wenn zwei Familien mit Kinder wandern.

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Die Katzenleiter in Auer

Katzenleiter, so nennt man bei uns in Südtirol einen steilen Fußsteig durch das Gebirge. Hier bei uns im Süden Südtirols fallen mir auf den ersten Gedanken gleich zwei ein. Die Katzenleiter bei Kurtatsch, welche vom Talgrund hinauf zur Weinstraße führt und die Katzenleiter in Auer. Jene in Auer ist heute unser Wanderpfad, darum haben wir unser Auto in der Sport- und Freizeitzone Schwarzenbach abgestellt und steigen nun die steilen Porphyr Felsstufen empor.

Die Katzenleiter in Auer
Die Katzenleiter in Auer

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Von Riva del Garda am Gardasee zum Ledrosee

Der Gardasee, gelegen am südlichen Alpenrand, ist mit 370 km² das größte Binnengewässer Italiens. Umringt von Bergketten im Norden, Osten und Westen und aufgrund seiner Lage weist er ein sub-mediterranes Klima mit heißen Sommern und niederschlagsarmen milden Wintern auf. Die Durchschnittstemperaturen im Jahr liegen zwischen 13 und 15 °C. Also idealer Wanderausflugsort für unsere heutige Wanderung, darum ab in den Süden!

Riva del Garda am Gardasee - Ausgangspunkt für unsere heutige Wanderung über die Ponale-Panoramastraße
Riva del Garda am Gardasee – Ausgangspunkt für unsere heutige Wanderung über die Ponale-Panoramastraße

Nach einer guten Autostunde kommen wir am Nordufer des Gardasees in Riva del Garda, einem schon zur Römerzeit besiedelten Ort, an. Wir befinden uns im Trentino also in Welschtirol. Der Gardasee erstreckt sich über drei Regionen. Im Norden liegt er im Trentino-Südtirol, im Westen in der Lombardei und im Osten in Venetien. Er wird somit von den drei Provinzen Trentino, Verona und Brescia verwaltet.

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Von Salurn nach Buchholz, zurück und hinauf zur Haderburg

Je später der Herbst umso mehr zieht es uns in den Süden. Ganz weit unten, im südlichsten Teil Südtirols, direkt an der Sprachgrenze, liegt Salurn mit der eindrucksvollen Haderburg.

Haderburg bei Salurn
Haderburg bei Salurn

Eine einfach leichte Wanderung, am liebsten dauernd in der Sonne, das ist der heutige Wunsch der besten Freundin von allen. Laut der Google-Earth-Funktion: Sonnenstand dürfen wir nicht zu früh starten, denn in Salurn kommt die Sonne zu dieser Jahreszeit relativ spät. Damit wir genug Sonne erhaschen entscheiden wir uns für einen Spaziergang Salurn – Buchholz. Die kleine Faktion Buchholz ist gegenüber Salurn bzgl. Sonneneinfahl stark im Vorteil.

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Weinlehrpfad in Kurtatsch in Südtirols Süden

Ganz im Süden Südtirols – nein, nicht ganz im Süden, aber fast, auf jeden Fall noch weiter im Süden als Tramin – liegt Kurtatsch, das Heimatdorf der besten Freundin von allen. Und was kann das Weindorf Kurtatsch so bieten? Weinberge so weit das Auge reicht, eine tolle Aussicht und – einen Weinlehrpfad!

Wie der Name schon sagt, soll uns der Pfad was lehren. Da sind wir aber ganz gespannt!

Wir starten auf der Weinstraße, bei der Kreuzung, welche ins Dorfzentrum von Kurtatsch führt. Etwas oberhalb dieser Kreuzung biegen wir links in die Angela-Nikolletti-Straße ab und folgen dem Straßenverlauf. Es dauert nicht lange bis uns das erste Schild den Weinlehrpfad ankündigt. Bald geht es rechts auf einem Schotterweg in die Weinberge rein. Die Lehre kann beginnen. Der Weg ist ziemlich furchig und darum leider nicht für Kinderwagen & Co geeignet, aber Bergschuhe sind nicht unbedingt Pflicht. Wir spazieren also durch die Weinberge. Wo bleibt die Lehre? Aha, die erste Informationstafel schaut uns schon entgegen! Ja, schön Informationen rund um die Rebe, den Wein, die Weinproduktion, das Weinbaugebiet. Nett, informativ.

Amphoren mit den Gerüchen des Weins hängen am Wegesrand des Weinlehrpfad Kurtatsch im Südtirol Süden
Amphoren mit den Gerüchen des Weins hängen am Wegesrand des Weinlehrpfad Kurtatsch im Südtirol Süden

Mal schauen, was die nächste Informationstafel uns lehrt. Da vorne steht sie schon, aber nein, ich habe mich getäuscht, keine Informationstafel, sondern „nur“ eine kleine, lustige Amphore, die an einer Kette baumelnd den interessierten Wein-Wanderer sehr neugierig macht. Verschlossen ist das tönerne Gefäß mit einem Korken. Die Spannung steigt! Der Unterfertigte kann’s natürlich nicht unterlassen, der Korken muss runter, was wird da wohl drin sein? – Leer ist sie, gar nix ist da drin… aber – ein starker, aromatischer Duft steigt aus der Amphore empor! Jetzt klingelt’s: ein Ratespiel: wer „erriecht“ den Duft? Toll, das ist schon mal was anderes, als die von unzähligen anderen Wanderungen bekannten Informationstafeln! Die Auflösung wird natürlich auch geliefert. Diese hängt an einer weiteren Kette und versteckt sich in einem Faltblatt, damit man erst mal riechen und raten kann. Das gefällt mir – auch wenn es mit dem „Erriechen“ des Duftes nicht so recht klappen will 😉 .

Interessante Wanderung: schauen, riechen, sich informieren. Ein Erlebnis für die Sinne und Stoff für die Gehirnzellen! Was fehlt da noch? Das Schmecken natürlich! Ein fertiger Tropfen muss her, aber von woher? Volle Wein-Flaschen baumeln leider nicht an den Ketten. Gut, man könnte natürlich von der einen oder anderen bei der Weinlese vergessenen Traube naschen, aber ich hätte trotzdem lieber einen Schluck fertig produzierten Wein.

Die beste Freundin von allen kann mich beruhigen: Am Ende des Weinlehrpfades, in der Fraktion Entiklar, liegt das Weingut und die Einkehrmöglichkeit Tiefenbrunner. Da gibt es gut herrliche Tropfen. Ich bin beruhigt und wir gehen weiter.

Angekommen in Entiklar folgt das böse Erwachen: Castel Turmhof, so nennt sich die Einkehrmöglichkeit des Weingutes Tiefenbrunner hat am Sonntag geschlossen 🙁 . Schade, mir bleibt nichts anderes übrig, als einen kurzen Blick hinter die geschlossene Schranke des Weingutes Tiefenbrunner zu werfen und traurig abzumarschieren. Wer weiß, wofür es gut ist.

Da die beste Freundin von allen nicht den gleichen Rückweg nehmen will, beschließen wir die Talsohle durchquerend den Weinlehrpfad zu einer Rundwanderung zu verlängern.

Wir verlassen also Entiklar in östlicher Richtung. Zufällig wenden wir einen Blick nach rechts und trauen unseren Augen nicht: ein echter Vogel Strauß. Da hat jemand ein Stück Weinberg eingezäunt und hält sich tatsächlich einen afrikanischen Riesenvogel. Man kann also im Süden Südtirols auch Exotisches entdecken.

Nun überqueren wir die Weinstraße und folgen anschließend links einbiegend der Beschilderung Breitenbach bis wir die Handwerkerzone von Kurtatsch erreichen. Ein interessanter Rückweg: Von der Talsohle hat man eine gute Aussicht nach oben zu den Weinbergen, durch die der Weinlehrpfad geführt hat.

Wir durchqueren die Handwerkerzone, biegen zuerst rechts und dann links ab und gehen 100 m entlang der Straße bis wir zu unserer Linken ein Schild mit der Beschriftung Millastiege sehen. Genau da wollen wir hin. Die Millastiege bringt uns nämlich von der Talsohle wieder hinauf nach Kurtatsch.

Wir biegen also links in die Obstwiesen ein und folgen dem Weg. Ein Blick nach links lässt uns wieder verwundert inne halten. Denken Sie mal an die Damen, die vor den Skihütten in Liegestühlen mit einer Alu-Spiegelhalskrause ihre Haut in Leder umzuwandeln versuchen. Genau das gleiche bietet der innovative Kurtatscher Bauer seinen Äpfeln. Obstwiesen werden mit weißem, reflektierendem Stoff ausgelegt, damit dieser so viele Sonnenstrahlen wie möglich zu den Äpfeln hoch reflektiert. Kurios, wir kommen aus dem Staunen nicht mehr raus und denken schon an die nächste Diskussion zwischen Bauern und Touristikern (man erinnere sich an die Hagelnetzdiskussion).

Jetzt gehen wir links an einem alleinstehenden Haus vorbei und erreichen kurz darauf die Millastiege. Über Betontreppen steigen wir hinauf. Neben einem kleinen Bach, der sogar ein, zwei Miniwasserfälle bieten kann, eine überdachte hölzerne Brücke passierend, gelangen wir zur Weinstraße von Kurtatsch.

Zuerst muss die beste Freundin von allen aber die Martini-Trauben von ihrem Schicksal – den Erfrierungstod zu sterben – erlösen! Martini-Trauben sind keine Rebsorte, sondern jene Trauben, welche zur Weinlese noch nicht reif waren und darum hängen gelassen wurden. Diese Trauben reifen erst zum Martini-Fest, darum Martini-Trauben. Die beste Freundin von allen behauptet, die Martini-Trauben darf man nehmen, ich bin zwar nicht dieser Meinung, aber das Schicksal nimmt seinen Lauf, die Martini-Weimer müssen daran glauben und wandern in unsere Mägen.

Nachdem wir uns den Bauch vollgeschlagen haben, geht es noch 5 min weiter bis wir unseren Ausgangspunkt auf der Südtiroler Weinstraße erreichen.

Ich hoffe, Sie haben nun auch Lust nach Kurtatsch zu gehen und den Weinlehrpfad zu erleben. Sie werden nicht enttäuscht sein: Aussicht genießen, sich über den Wein informieren, riechen, Exotisches (Vogel Strauß, Bräunungssystem für Äpfel) bestaunen, einfach ein tolles Erlebnis für Jung und Alt.

360° Fotos rund um den Weinlehrpfad

Fotos Weinlehrpfad Kurtatsch