Wanderung am Fuße der Civetta mit Blick zum Pelmo

Bergtour am Fuße der Civetta über dem Alleghe See

Im Rücken der Thron der Götter, der Monte Pelmo.
Auf den Dolomiten Höhenweg Nr. 1 zur Civetta bei Alleghe. Im Rücken der Thron der Götter, der Monte Pelmo.

Dolomiten-Urlaub, erster Ferientag: von Tramin nach Bozen, schnell noch bei der Uni Bozen einige Bücher abgeben, dann durch das Eggental nach Welschnofen, weiter vorbei am Karersee über den Karerpass hinunter ins Fassatal, über den Pellegrino Pass, wo wir vor 2 Jahren den Klettersteig „Alta Via di Bepi Zac“ bewandert haben, hinunter nach Falcade und weiter bis nach Alleghe am Alleghe See.

Unser erstes Wanderziel dieser Urlaubswoche ist erreicht: die Civetta (3.220 m). Erklimmen werden wir sie zwar nicht, aber zumindest am Fuße der Nordwand wandern

Das Dorf Alleghe befindet sich am Ostufer des Alleghe Sees „Lago di Alleghe“, dessen Wasserspiegel 966 m ü.d.M. liegt. Wir parken bei der Talstation der Pezzè Seilbahn und nutzen dann die Kabinenbahn, welche im Winter Skifahrer zu den Piani di Pezzè hinauf bringt (eine Fahrt 5,50 Euro für Erwachsene), um die ersten 400 Höhenmeter auf das Bergmassiv der Civetta hinauf mühelos zu schaffen.

Von hier aus wandern wir vorbei am Rifugio Scoiattolo (1.472 m) den sehr breiten Weg Nr. 564 hinauf zum Hochplateau Pian di Sech und weiter zur Schutzhütte Cra di Pioda auf 1.816 m. Der Weg bietet einen interessanten Blick zurück auf die Ostflanke der Marmolata, wobei man rechts an deren Nordflanke sogar den schneebedeckten Gletscher erkennen kann.

Bei der Schutzhütte Cra di Pioda treffen wir auf den Dolomiten Höhenweg Nr. 1, dem wir jetzt hinauf zur Civetta folgen werden.

Außer dem Biest, mit dem ich verheiratet bin, wandern noch unzählige deutsche und italienische Touristen den Dolomiten Höhenweg zur Schutzhütte Rifugio A. Sonino al Coldai und dem Bergsee Lago Coldai empor.

Die Wegnummer ist jetzt 556, der steinige Steig nun merklich steiler als der breite Weg zuvor, aber problemlos für jedermann, der halbwegs trittsicher ist, zu schaffen, was die Menschenkolonne, die sich vor und hinter uns die Serpentinen empor schlängelt, beweist.

Auf den Weg zum lago Coldai auf der Civetta. Im Rücken der Pelmo.
Auf den Weg zum lago Coldai auf der Civetta. Im Rücken der Pelmo.

Den Thron der Götter, den Monte Pelmo, mit dem vorgelagerten Pelmetto im Rücken und ab und zu den Blick hinunter auf das Dorf Pecol gerichtet, wandern wir heute ungewohnt langsam bis zur Schutzhütte Rifugio A. Sonino al Codai auf 2.132 m Meereshöhe. Die Nordflanke des Bergmassives Civetta mit den Torrioni delle Zolliere und dem Torre di Coldai gibt uns hier schon mal einen Vorgeschmack auf das mächtige Civetta Bergmassiv. Hinter der Schutzhütte biegt links der Steig Sentiero Tivan ab, der den alpinen Wanderer an der Ostflanke der Civetta herum oder bis zum Einstieg in den schwierigen Klettersteig Via Ferrata degli Alleghesi führt.

Nichts für die beste Ehefrau von allen. Also lieber den Dolomiten Höhenweg Nr. 1 entlang hinauf auf das Joch Forcella Coldai, dann wenige Meter hinunter zum Bergsee Lago Coldai.

Am lago di Coldai unter den Türmen der Civetta.
Am lago di Coldai unter den Türmen der Civetta.

Die Wolke über der Civetta taucht den klaren Bergsee in den Schatten, sodass er dunkelschwarz schimmert. Ein Sonnenstrahl, lässt ihn kurz Türkis aufleuchten bevor er wieder in tiefem Schwarz versinkt. Gegen Westen sehen wir hinunter auf Alleghe mit dem Alleghe See, dahinter – den Gipfel in Wolken gehüllt – beweist die Königin der Dolomiten, der Gletscher Marmolata, dass sie die höchste ist. Gegen Süden können wir die Türme: Torre di Coldai, Torre di Alleghe, Torre di Valgrande und Pan di Zucchero – allesamt Türme des Civetta-Massives – sehen.

Weiter führt uns der Dolomiten Höhenweg Nr. 1 links am Col Negra di Coldai (2.248 m) vorbei. Der am Civetta Fuß verlaufende Weg Nr. 560 (immer noch Dolomiten Höhenweg Nr. 1) ermöglicht uns nach 10 Minuten einen kurzen Abstecher nach rechts, der wiederum einen herrlichen Blick gegen Norden und Westen bereithält. Die Bergwelt der Dolomiten in all ihrer Pracht: von Westen nach Norden und Nordosten: Marmolata, Sella mit Piz Boè, Langkofel, Plattkofel, Heiligkreuzkofelgruppe mit Kreuzkofel und Zehner, Conturinesspitzen, Lagazuoi, Tofane, Monte Cristallo, Averau, Nuvolau

Lassen wir ein Bild sprechen:

Der Dolomiten Höhenweg Nr. 1 führt uns jetzt der Schutzhütte A. Tissi entgegen. Gelegen auf der Spitze Cima di Col Rean (2.281 m), die sich rechts der Civetta befindet und auf ihrer rechten Seite steil nach Alleghe hin abfällt, verspricht das Schutzhaus schon von weitem nicht nur einen herrlichen Panoramablick, sondern auch einen wunderbaren Blick in die Tiefe.

Zuerst heißt es aber einige Meter absteigen, die auf der anderen Seite wieder wandertechnisch wettgemacht werden müssen.

Auf dem Col Rean hinter dem rifugio Tissi. Blick hinunter nach Alleghe und hinauf zur Civetta.
Auf dem Col Rean hinter dem rifugio Tissi. Blick hinunter nach Alleghe und hinauf zur Civetta.

Um 14 Uhr erreichen wir schwitzend und entsprechend stinkend *g* die Schutzhütte Rifugio Attilio Tissi mit dem Gipfelkreuz der Spitze Cima di Col Rean dahinter. Die Schutzhütte A. Tissi ist nach dem Alpinist Attilio Tissi benannt, welcher am 9.9.1900 in Vallada, in der Provinz Belluno, geboren wurde. Attilio Tissi gelang im Jahre 1931 die erste italienische Begehung der Nord-West-Wand der Civetta. Damit erregte er in Italien großes Aufsehen und weckte die Begeisterung für den „Sesto Grado“ (6. Schwierigkeitsgrad). Am 22.08.1959 ist er in der Zinnengruppe am Torre Lavaredo bei einem Absturz zu Tode gekommen.
100 Meter hinter der Schutzhütte markiert das Gipfelkreuz des Col Rean den schroffen Abgrund hinunter zum Alleghe See. Ein herrlicher Panoramablick auf das UNESCO Weltnaturerbe Dolomiten:

Auf einen „liscio“, einen Kaffee Espresso, und einen Strudel kehren wir in der Schutzhütte A. Tissi ein, bevor wir den Abstieg über den Steig Nr. 563 wagen. Auf meiner Kompasskarte ist er im Unterschied zum Dolomiten Höhenweg punktiert eingezeichnet, was mich etwas wundert.

Der Steig ist anfangs leicht zu begehen. Er führt uns über die Wiesen bis zur Baumgrenze hinunter, wo wir noch ein letztes Mal den Blick auf die Civetta Wand genießen können und bringt uns dann zu einer Wegkreuzung. Hier fällt die Entscheidung leicht, weil rechter Hand ein Verbotsschild mit dem Hinweis, dass der Steig nicht mehr begehbar ist, angebracht wurde.

Also leicht links weiter. Nun wird der Steig urplötzlich sehr steil. In Serpentinen kämpfen wir uns nach unten. Kämpfen ist das richtige Wort, denn wir sind im Abstieg immer recht langsam unterwegs, haben beide mit unseren Bremsanlagen ziemliche Probleme 😉

Und dann passiert es! Eine Drahtseilpassage! Die beste Ehefrau von allen steht wie versteinert dar. Voriges Jahr hätte ihr diese Passage nichts ausgemacht, aber heuer hat sie eine immer stärker werdende Höhenangst entwickelt.

Irgendwie schaffen wir es aber und überwinden die aus meiner Sicht schwierige Passage. Leider ist damit noch nicht genug, es folgt eine weitere. Indem ich der besten Ehefrau von allen Tritt um Tritt ansage und ihr dauernd einrede, sie solle sich nur auf das ordentliche Festhalten konzentrieren und das Denken mir überlassen, geht auch dieser Abschnitt irgendwie.

Kaum geschafft, stehen zwei deutsche Bergwanderer vor uns, die uns fragen, wie weit es wohl noch bis zur Schutzhütte A. Tissi ist. Ich tippe auf eineinhalb Stunden und da der eine meint, dass geht eh, gebe ihm noch die wenig erbauende Bemerkung mit auf den Weg, dass der Aufstieg sehr, sehr steil sei.

Der weitere Abstieg führt nun steil durch den Wald, ist aber nicht mehr gefährlich. Die Alm Casamatta ist erreicht. Eine Lärchenweise mit einem idyllischen Häuschen und einem Zweithaus für Bergwanderer.

Obwohl die Alm sehr idyllisch und ziemlich einladend ist, entschließen wir uns, weiter zu wandern, um rechtzeitig zuerst hinunter nach Alleghe und dann weiter nach Sexten zu unserem Urlaubsdomizil zu kommen.

Der letzte Teil des Abstieges zieht sich in die Länge und ist unverhofft steil, gibt aber als Belohnung ein, zwei tolle Ausblicke auf Alleghe mit seinem See frei.

Um 18.00 Uhr haben wir den Abstieg endlich geschafft und wandern entlang des Ostufers des Alleghe Sees bis zu unserem Ausgangspunkt bei der Talstation der Pezzè Bahn.

Alle Wanderungen vom Dolomiten Urlaub

GPS Daten der Civetta Tour

Fotos Karersee

Fotos Alleghe und Civetta

 

 

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