Spaziergang zur Schmiedebene und Grauner Waldfest

Blasmusik - Waldfest in Graun
Blasmusik – Waldfest in Graun

Waldfest in Graun. Eigentlich ein Garant für Schlechtwetter. Nicht so heute. Im Gegenteil, eine Hitzewelle erdrückt uns schon seit Tagen. Für die 500 m Höhenunterschied zwischen Tramin und Graun werden uns gut tun.

Vor dem Festbesuch wollen wir von Graun über den Traminer Höhenweg zur Schmiedebene hinauf spazieren. Für den ambitionierten Wanderer sicherlich zu kurz. Für uns Sieben (4 Erwachsene, ein Kind und zwei Babys) reicht es.

Die dampfende asphaltierte Straße vom Festplatz bis zum Lenzenhof hinüber stellt eine Herausforderung dar. Dann bringt der schattige Forstweg die ersehnte Abkühlung, wobei Abkühlung etwas vollmundig formuliert ist.

Anni und Uwe beim Kinderwagen schieben
Anni und Uwe beim Kinderwagen schieben

Unser Kinderwagen hat vorne recht kleine Räder. So muss ich bei jeder Regenrinne das Gefährt mit Schwung und Druck auf den zwei hinteren Rädern drüber hissen. Der Uwe hat es diesbezüglich leichter. Er kann seinen Wagen umdrehen, sodass die großen Räder vorne ihren Dienst verrichten. Während ich mich auf den Weg konzentrieren muss, um nicht bei jeder Rinne fest zu stecken, kann er gemütlich plaudernd den Wagen vor sich herschieben. Punkt für sein Gefährt.

Der Weg ist nicht sehr aussichtsreich und das Ziel bloß eine Holzhütte, die nur für Forstarbeiter zugänglich ist. Wir Wanderer können allein den Außenbereich nutzen.

Trotzdem bin ich auf die Schmiedebene Hütte gespannt. Als Bub war ich mit dem Nen (=Großvater) öfters dort, da der Nen zusätzlich zur Bewirtschaftung seines Bergbauernhofes und Berggasthaus Gummererhof auch als Forstarbeiter tätig war.

Damals ist man in der Früh gestartet, hat im Wald gearbeitet, ist mittags nicht nach Hause gegangen, sondern hat in einer Forsthütte das Mittagessen zubereitet. Meist war mit dem Nen der Wiesler Paul mit, der war kein schlechter Koch!

In jener Zeit war ich noch ein Bub, hatte zwar nicht mitgearbeitet, bin aber oft vom Gummererhof über den „Bad Klopf“ (Jägerhütte) bis zur Schmiedebene gelaufen, um den Nen und den Wiesler Paul zu Mittag zu besuchen. Heutzutage undenkbar einen kleinen Bua alleine diesen weiten Weg auf nicht ganz ungefährlichen Steigen laufen zu lassen.

Leider erinnere ich mich an vieles nicht mehr, habe ein recht schwaches Langzeitgedächtnis. Nur einige Bildfetzen einer Kaffeekanne auf dem Herd der Schmiedebenehütte, der Lichtung mit den Himbeeren und der mit Denkrunzeln und einer verheilten Narbe durchzogene Stirn des Nen kann ich mich gut erinnern.

Bei der Hütte angekommen müssen zuallererst die beiden Babys verköstigt werden. Außer einem Informationsplakat über die Bestimmungen zum Sammeln der Pilza, einem Brunnen und der Hütte von außen gibt es nicht viel zu sehen.

Die beiden Babys sind versorgt und so langsam knurrt mir der Magen. Wir machen uns auf den Rückweg.

Anna und Hannes
Anna und Hannes

Der nun leicht abwärts verlaufende Forstweg eignet sich vorzüglich für ein Kinderwagenrennen. Uuuuhhhiii, das gefällt der Anna! Sie lacht und hat einen „mords“ Spaß. Der Hannes weiß nicht so recht ob er genug gespeist hat und ist darum zwischen Spaß am Rennen (=lachen) und knurrenden Magen (=weinen) hin und her gerissen.

Nach dem kleinen Weiher, an dem wir beim Hinweg kurz angehalten sind und wo uns unzähligen Kaulquappen aufgefallen sind, hat die Lisa keine Lust mehr zum Gehen. Hmm… und jetzt? Grübel, grübel – ja das müsste gehen. Auf die Hinterachse unseres sehr erprobten Babywagens kann man aufsteigen. Super, nun geht es wieder flott dahin. Im Affentempo sind wir zurück beim Lenzenhof. Zwei Ziegen und ein Widder warten hier auf vorbei wandernde Menschen, die ihnen ein zwei Büschel Gras in ihr staubtrockenes Gehege werfen. Das gefällt den Kleinen natürlich. Der Hannes vergisst sogar seinen Hunger.

Ich aber leider nicht. Endlich können wir die Kinder loseisen und zum Festplatz spazieren.

Gebratenes Hühnchen und Straubenduft strömt uns entgegen. Die Penoner Blasmusik und somit auch der Onkel von Anna und Hannes sorgen für die musikalische Umrahmung. Brathuhn, Pommes, Strauben, Tiroler Musik und natürlich ein kühles Blondes, mehr wünscht sich Mann nicht.

Das war’s. Ein netter kurzer Spaziergang mit anschließendem Waldfestbesuch. Dem Wettergott sei Dank, dass das heuer gut geklappt hat.

GPX-Datei des Graun-Schmiedebene Spaziergangs

Fotos Graun, Schmiedebene, Waldfest

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