„Muasch unbedingt amol auf die Jakobsspitze, do isch es volle schean!“ Diese Aufforderung kam von meiner gipfelerfahrenen Schwester. Ok, heute ist es soweit, ich befolge ihren Rat.
Wir machen uns zu viert (die beste Freundin von allen, Ihre Schwester und ihr Freund und ich) auf den Weg ins Sarntalund zwar bis nach Durnholz (hinter Sarnthein) zum Durnholzer See (1.540 m ü. d. M.).
Durnholzer See und Durnholz im Sarntal
Der Durnholzer See ist auch im Hochsommer eiskalt und eignet sich daher zwar nicht zum Baden, aber eine Seerundwanderungist der idyllische Bergsee allemal wert.
Heute sind wir unterwegs zu den Muthöfen, das sind mehrere Bergbauernhöfe oberhalb von Meran und Dorf Tirol. Wir, das sind der Andreas, der Kurt mit seinen beiden Töchtern (ich glaube 7 und 9 Jahre alt), die Nives, der Rupert (mein Bruder), die Sibille (meine Schwester) und ich. Die beste Freundin von allen hat leider keine Zeit 🙁 .
Aufstieg zu den Muthöfe über Dorf Tirol
Die Muthöfe liegen auf der Mut, einer „Hochebene“ auf circa 1.200 m über dem Meeresspiegel, oberhalb des Tourismusortes Dorf Tirol. Hochebene ist das falsche Wort, weil „eben“ bzw. flach ist da oben nichts! Die Muthöfe sind extrem steil, manche Wiesen haben sicher eine Neigung von – ich schätze mal – 60° oder mehr. Bis vor wenigen Jahren gab es nicht einmal eine Zufahrtsstraße, es gab und gibt nur die Hochmutbahn. Jetzt führt auch eine Straße hinauf zu den ersten Muthöfen. Wir parken unser Auto an der Talstation der Hochmutbahn, denn wir wollen die Muthöfe und den noch etwas höher gelegenen Mutkopf (1.670 m) zu Fuß erklimmen.
Heute mitten im Hochsommer – nehmen wir uns einen Dreitausender vor, und zwar einen richtigen Gletscher. Ja, ich weiß, das klingt extrem, ist es aber nicht. Das Hasenöhrl (auch Hasenohr) ist der östlichste Gletscher im Ortlergebiet. Es erhebt sich als gleichmäßige Pyramide, ist an der Ost- und Nordseite noch vergletschert und kann im Sommer über einen Grat ohne Eispickel und Kletterausrüstung problemlos bestiegen werden. Das heißt aber nicht, dass man sich mit Turnschuhen, ohne Schwindelfreiheit und Trittsicherheit auf den Weg machen sollte!
Auf dem Hasenohr
Zufälligerweise hat der Traminer Alpenverein genau am gleichen Tag zur gleichen Bergtour aufgerufen. Da ich aber weiß, dass es dort „echte Bergtouren erfahrene Männer“ gibt, mit deren Schritttempo nicht nur meine beste Freundin von allen, sondern auch ich sicher nicht mithalten können, beschließen wir, uns meiner Schwester und ihrer Freundin anzuschließen. Die beiden „Mädels“ sind zwar schon oft im Hochgebirge unterwegs, aber ihr Schritttempo ist für uns noch gut zu halten.
Gestern, bei der Planung der Tour standen wir vor der Qual der Wahl, ob wir im Vinschgau von der Latscher Alm (1.714 m), der Tarscher Alm (1.939 m) oder doch lieber im Ultental von der Kuppelwieser Alm (1.970 m) starten sollten. Da wir uns von der Kuppelwieser Alm ausgehend einige Höhenmeter ersparen, war die Entscheidung schnell klar.
Vor einiger Zeit habe ich einen tollen Wandertipp bekommen: Vom Garner Wetterkreuz (Garn/Feldthurns) zum Radlsee und zum Königanger. Das soll eine schöne und abwechslungsreiche Wanderung sein.
Wanderung im Eisacktal: zum Radlsee und Königanger
Die schönsten und tollsten Wanderungen findet man meiner Meinung nach, wenn man die Einheimischen fragt. Deshalb haben meine beste Freundin von allen und ich am Samstag, den Wandertipp in die Tat umgesetzt.
Dieses Mal fahren wir zu viert nach Feldthurns, biegen im Dorfzentrum rechts ab und fahren weiter bis zum kleinen Bergdorf Garn. Wir folgen der einzigen Straße bis zu deren Ende. Am Garner Wetterkreuz angelangt, können wir auf einem großen Parkplatz unser Auto abstellen.