Kriegsmuseum Tree Sassi & Bergtour auf den Hexenstein – Dolomitenblick pur

Blick vom Hexenstein auf die Dolomitengipfel Monte Antelao, Averau und Sorapis

Durch Schützengräben hinauf auf den geschichtsträchtigen Aussichtsberg Hexenstein (Sass di Stria), genau die richtige Kurztour, um die gerade eben absolvierte Bergtour hinauf auf den Lagazuoi etwas zu ergänzen.

Es ist 15.00 Uhr. Das  Kriegsmuseum auf dem Valparola-Pass bietet uns die Möglichkeit zuvor noch etwas Zeit zu vertrödeln. Ich möchte nämlich nicht zu früh oben sein, sodass wir beim Abstieg genau den Sonnenuntergang treffen.

Museum über den Ersten Weltkrieg Tre Sassi

Das kleine Kriegsmuseum im ehemaligen k. u. k. Festungswerk Tre Sassi kommt uns da gerade recht.

Zeitvertreib für wahrscheinlich etwas betuchtere Soldaten

Öffnungszeiten 10.00-13.00 und 14.00-17.00 Uhr, 7 Euro Eintritt. Das Gebäude, ein Sperrfort der österreichisch-ungarischen Armee gegen das italienische Heer, beherbergt ein Museum, welches den „Großen Krieg auf den Bergen um Cortina d’Ampezzo“ und das Leben der Soldaten eindrucksvoll dokumentiert. Neben Kriegsarsenal und Waffen finden wir im Museen auch unerwartetes wie z.B. eine Dose Vaseline und bebilderte Flyer mit der Aufschrift:

Quickie 5 min 1Krone
Normal 10 min 1,75 Kronen
für 15 min 2,15 Kronen
eine halbe Stunde 4 Kronen

Ob der einfache Soldat sich das leisten konnte, steht nicht dabei. Auch Utensilien des alltäglichen Soldatenlebens sind zu bestaunen, da gehören sowohl Nadel und Faden zum Flicken, aber auch beängstigende Werkzeuge medizinischer Natur dazu. Nachdenklich stimmt uns der Besuch des Kriegsmuseums.

Aufstieg über Schützengräben zum Hexenstein

Maultierpfad auf den Hexenstein

Der Aufstieg auf den Hexenstein (ital. Sasso di Stria, ladinisch Sass de Stria)  gestaltet sich, wie erwartet, ohne mentale Schwierigkeiten, dafür mit umso mehr Überraschungen. Nach den ersten 100 Höhenmeter steigen wir auf dem ehemaligen Maultierpfad, über die Nordflanke des Hexensteins, fast durchwegs durch Schützengräben hinauf. Das ist schon etwas Besonderes, sodass wir das Wandern-Bergsteigen fast vergessen und ohne Gedanken à la „wie weit wird es noch sein“ Graben für Graben, Stufe um Stufe und auch Leiter um Leiter hochsteigen. Es geht vorbei an Kriegsstellungen und Stollen. Der Berg ist durchlöchert wie ein Schweizer Käse. Heute für Bergwanderer interessant, damals sicherlich eine grausame Knochenarbeit.

Relativ problemlos über eine komfortable Eisenleiter geht es hinauf zum Gipfel.

Wir steigen über eine Steilstufe, dann durch einen Felsspalt und über zwei kurze Leitern, immer ohne Tiefblick, dann wiederum durch Laufgräben hinauf bis zum Gipfelkreuz (2.477 m).

Auf dem Sass de Stria

Hexenstein

Die Schützengräben hatten keinen Weitblick ermöglicht, um so beeindruckender ist nun der Hexenstein-Rundumblick. Drei Stunden zuvor, auf dem Kleinen Lagazuoi, waren wir um einige Meter höher oben. Doch trotz der tieferen Lage, ist nun die Aussicht auf diesen relativ spitzen Gipfel, gefühlt fast beeindruckender, als auf dem breiten Lagazuoi Bergrücken, der sogar einen Rollstuhl Weg schultert. Tofana di Rozzes, Sorapis-Gruppe, Monte Antelao (König der Dolomiten), im Vordergrund die markanten Cinque Torri und der Averau, Monte Pelmo, Civetta, Pale di San Martino, Sellastock, Puezgruppe, Geisler, Peitlerkofel und vor unserer Nase natürlich der Lagazuoi, alle diese Berge scheinen vom Sass de Stria gefühlt etwas näher als vom Lagazuoi.

Nach Süden fällt der Hexenstein steil ab. Eine beliebte Kletterroute soll da herauf führen. Für uns wäre das nichts. Wir sind froh, dass der schönen Aussichtsberg auch ohne Klettergurt machbar ist.

Abstieg in den Sonnenuntergang

Blick vorbei an einer in den Berg gehauenen Schützenstellung zur Civetta

Ich schätze es fehlt noch eine Stunde auf den Sonnenuntergang. Doch mein Bergkollege möchte absteigen. Schade. Wir steigen gemütlich die Schützengräben wieder hinunter. Dieses Mal erkunden wir den einen und anderen Stollen und begutachten ein interessant aussehendes „Mitraglia“-Nest.

Die Sonne fällt tiefer und tiefer. Hölzerne Kreuze, teilweise umwickelt mit Stacheldraht, funkeln uns entgegen. Der Andreas erbarmt sich meiner und schlägt eine Sonnenuntergangswartepause vor. Dem habe ich natürlich nichts entgegenzusetzen 🙂

Während der Andreas ein Schläfchen hält und zwar inmitten des Wanderweges – wahrscheinlich in der Hoffnung, dass das eine oder andere Frauenzimmer drüber stolpern möge – genieße ich das goldene Dolomiten-Sonnenuntergangsspektakel.

Der Krieg hat Zeichen des Todes hinterlassen. Im Hintergrund die höchste Erhebung der Dolomiten, die Marmolata.

Symbole des Todes im Vordergrund, mächtige Natur im Mittelgrund und der alles überstrahlende Sonnenstern im Hintergrund – was für ein teuflisch-göttliches Bild. Diese eine goldene halbe Stunde inmitten der schönsten Berge der Welt – was kann es Schöneres geben (außer natürlich ein hoffnungsvolles Schläfchen). Ich jedenfalls genießen sie.

Averau zur Goldenen Stunde

Während die letzten Sonnenstrahlen hinter dem Settsass verschwinden, steigen wir extra langsam hinunter zum Museum Tre Sassi. Auf dem Valparola Pass angekommen noch ein kurzer Blick zurück zum orangerot glühenden Averau und dann heißt es für uns beide Abschied nehmen und die Heimreise über das Gadertal und das Gröden Tal antreten.

GPS Track Valparolapass Hexenstein SASS de Stria

GPX-Track , Position: -km, -m GPX

50 100 150 200 5 10 15 Entfernung (km) Höhe (m)
Name: Keine Daten
Entfernung: Keine Daten
Minimalhöhe: Keine Daten
Maximalhöhe: Keine Daten
Höhengewinn: Keine Daten
Höhenverlust: Keine Daten
Dauer: Keine Daten

Fotos Museum Tre Sassi, Hexenstein und Ampezzaner Dolomiten

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2 Kommentare über “Kriegsmuseum Tree Sassi & Bergtour auf den Hexenstein – Dolomitenblick pur”

  1. Karl-Heinz Weller says:

    Lieber Dietmar
    Ich habe am regnerischen Sonntag mal in Ruhe den Bericht und die Bilder von deiner Tour zum Hexenstein angeschaut und kann wie so oft nur schwärmen und loben – grandios.
    Das ist ja alles eine ganz tolle Ecke so um Valparola und Falzarego. Viele Deutsche Touris kommen gar nicht ins Belluno oder auch Venezien obwohl gerade hier die Dolomiten so grandios sind. Sie rennen zumeist dort umher (Langkofel, Schlern, Rosengarten) wo sie sich halt wegen der Sprache und den Beschilderungen sicher sind.
    Dabei verpassen sie so viel in dieser von dir zuletzt bewanderten Gegend.
    Denke ich alleine an meine Touren bei den Tofanen dieses Jahr oder oder in den Jahren zuvor auf der Fanes/Sennes oder auch meine lange zurückliegende Tour zum Passo di San Nicolo da begegnest du kaum einem Deutschen. Muss auch nicht sein. Eine gute Karte und gutes Einlesen in die geplante Route und fast …..?????? nichts kann passieren, außer man quert meterhohe Schneefelder wie ich dieses Jahr, haha ….

    Der Hexenstein ist natürlich nun durch deine tolle Beschreibung eines der nächsten Ziele in meinen kommenden Urlauben.
    Schon jetzt wünsche ich Dir und deiner reizenden Familie eine richtig gute Vorweihnachszeit, ich werde mich an den dunklen Tagen u.a. über deine noch frischen letzten und noch nicht angeschauten Touren her machen.

    Eine gute Vorweihnachtszeit wünscht Euch von Herzen
    Charly

  2. Dietmar Mitterer-Zublasing says:

    Hallo Charly,

    genau so ist es. Die Ecke rund um den Valparolapass und den Falzaregopass ist tatsächlich eine ganz grandiose „Ecke“. Dass dort nicht so viele deutschsprachige Touris rumlaufen würde ich aber nicht unbedingt auf die Sprache zurück führen – vielen Deutschen gefällt es wenn sie Italienisch hören oder sehen – ich würde eher meinen, dass die Werbe- und Touristikbranche Südtirols ziemlich stärker ist, als jene des Bellunos. Vor allem auf den deutschen Zielmarkt. Auch die Bewirtschaftung der Almen und Bergwelten ist in Südtirol eine ganz andere als außerhalb.

    Trotzdem haben wir bei unserer Lagazuoi- und Hexenstein-Tour auch Deutsch gehört.

    Grüße und eine schöne Adventszeit
    Dietmar

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