Von Tramin zum Schwarzen Kopf und zum Roen – Mendelgebirge – Südtirol

Heute (09.08.2008) ist es soweit. Nach monatelanger geistiger Vorbereitung steht nun die Königstour eines jeden Traminers an: von Tramin über die Zoggler Wiese zur Schmiedebene, weiter über Kaltenbrunn zum Grenzleger (Edelrauthütte), dann vorbei an der Schweiglhütte und dem verbrennten Egg, weiter zum Schwarzkopf, hinüber zum Roen, hinter zur Alm Roen, hinüber zur Überetscher Hütte, Abstieg rund um den Göller-Spitz und dann über die „Weißen Riesen“ zum Gummererhof und zurück nach Tramin.

Anni auf dem Roen

Ein Gewaltmarsch der von trekking.suedtirol.info mit 9,5 Stunden und 1.900 Höhenmetern ausgewiesen wird, wobei die Höhenmeter stetig steil empor, zu bewältigen sind.

Foto Flashanimation wurde bei der Wanderung Aldein – Rotwand erstellt.

Die beste Freundin von allen macht sich Sorgen, ob sie diesen Marsch schaffen kann. Ich erbarme mich und packe alle Ihre Sachen in meinen Rucksack; Ergebnis: 12 kg. Ich überlege kurz, ob ich das Stativ und den Panoramakopf (beides 7 kg) zu Hause lassen soll. Die Überlegung währt nur kurz: Ohne Stativ und Panoramakopf gibt es kein 360° Foto, das geht einfach nicht!

Start in Tramin beim Mandlhof

Sieben Uhr, wir starten direkt vor der Haustür, beim Mandlhof, auf circa 350 m. Zuerst geht es hoch zum Traminer Trimm-dich-Pfad. Wir passieren die Forststange des Forstweges Tramin-Kurtatsch und sehen nach 50 Meter, zu unserer Rechten, den Einstieg zum Steig Nr. 6. Ab hier steigen wir ziemlich steil hoch und bewältigen die ersten 450 Höhenmeter bis zur Zoggler Wiese.

Die beste Freundin von allen und ich haben dieses Teilstück auch schon mal in 20 min geschafft, aber heute klappt das nicht: GPS-Probleme. Ich kenne mich mit dem neuen Teil (Garmin Colorado 300) noch nicht so richtig aus und bastele 30 Minuten daran herum. Irgendwie kann ich nicht verstehen, warum das Colorado 300 3.200 Höhenmeter anzeigt, obwohl wir uns erst auf circa 450 Höhenmeter befinden. Endlich nach einer halben Ewigkeit finde ich die Lösung: der Höhenmesser des GPS muss kalibriert werden und zwar entweder durch Direkteingabe der Höhe, des Luftdruckes oder indem man das GPS anweist, die Höhe aus den Satelliten-Informationen zu verwenden.

Des Weiteren hat sich die Entscheidung für den heutigen Tag wettermäßig als goldrichtig erwiesen. Was das heißt? Also ich erkläre das mal:

Ich: „Foto“

Sie: „klein oder groß?“

Ich: „klein“ gehe aber weiterSie: packt gehend die kleine Digitalkamera aus der Hüfttasche ausIch: bleibe stehen und fotografiere

Sie: packt die kleine Digitalkamera gehend wieder ein

Ich: „groß“ und bleibe stehen

Sie: öffnet meinen Rucksack und packt die große Spiegelreflexkamera aus

Ich: fotografiere

Sie: packt die große Spiegelreflexkamera wieder ein

Wir: gehen weiter

Der ganze Vorgang dauert zwar je nach dem ob „klein“ oder „groß“ nur 1-2 bzw. 5-10 Minuten, aber er muss mindestens alle 100 Höhenmeter ausgeführt werden! Es zeichnet sich eine zeitlich recht lange Wanderung ab 😉

Wanderung abseits des markierten Weges

Der Weg ist sehr gut markiert, aber ich brauche die Markierung nicht, da ich den Weg auswendig kenne. Etwas oberhalb der Zoggler-Wiese will ich schon 20 m über die Böschung den Steig hoch gehen, um darüber die Forststraße zu queren, da sagt die beste Feundin von allen: „Nein hier entlang, da ist die Markierung“.

Tatsächlich eine Markierung befindet sich 5 m weiter vorne. Ich kann das zwar nicht verstehen, aber trotzdem folgen wir der Markierung. Ich ahne, dass das nicht der richtige Weg ist, da ich ihn ansonst aus meinen Kindertagen kennen müsste. Vielleicht wurde er aber neu gemacht. Nach 50 m haben wir das Ende der Fahnenstange erreicht. An einem Wasserreservoir endet der Weg und wir müssen nun trotzdem die Böschung hoch um auf die Forststraße zu gelangen. Ich weiß, dass wir uns etwa 100 m entfernt vom Einstieg in den richtigen Steig (Nr. 6) befinden. Da sich vor uns ein breiter scheinbar neuer Forstweg in die richtige Richtung anbietet, gehen wir einfach diesen Weg entlang. Ich kenne mich in dieser Gegend sehr gut aus und habe darum keine Problem mich darauf einzulassen. Etwas ärgert es mich aber schon, dass wir nicht sofort richtig gegangen sind.

Plötzlich endet der Weg vor einen Jägerstand. Ein Jagdhund und ein Jäger starren uns an. Ok, hier geht es nicht weiter, also nach links und tatsächlich kommen wir 10 m durch den Wald quer hochgehend, wieder zum Forstweg den wir gerade eben verlassen haben. Dieser Weg führt uns oberhalb des Jägerstandes vorbei.

Jäger aufbrausend: „Wos miasts do umr gean, geats zrug afn Weg! Wos teats tes zufleis!?“ Übersetzung: Wieso müsst Ihr hier oben herüber gehen, geht zurück auf den Weg! Macht Ihr das extra!?

Ich bleibe trotz der cholerischen Art des Jägers ruhig und frage, wo der markierte Weg entlang gehen würde.

Der Jäger antwortet: „100 m entfernt, in nördlicher Himmelsrichtung“.

Er wird immer unverschämter. Scheinbar macht er sich Sorgen, dass wir ihm seine Zielobjekte vertreiben würden. Er verhält sich als ob ihm die ganze Gegend gehören würde. Da wir uns auf einem breiten geschotterten fahrzeugtauglichen Weg befinden, fühle ich mich ungerecht behandelt und beschließe den Jäger, den ich vom Sehen her kenne, entsprechend zu belehren. Ich brause ebenfalls auf und weise ihn mit lauter und fester Stimme zurecht:

„Reiß di zomm und benimm di und tua nit so also ob dir do ols kearn tat! Wos isch des do für o Ort, so behondelt man decht koane Wonderer!“

Der Jäger versteht nun scheinbar, dass er an Einheimische geraten ist und zieht sich ohne ein weiters Wort in seinem Jägerstand zurück. Mich ärgert das zwar noch mehr, da ich der Meinung bin, dass man als Jäger nicht nur einheimischen Wanderern gegenüber höflich und hilfsbereit auftreten sollte. Schlussendlich ist der Tourismus eine wirtschaftliche Säule Südtirols; aber was soll’s, ich hoffe er hat seine Lektion gelernt.


Wir queren nun lieber nicht die Waldlichtung die der Jäger scheinbar als Zielfeld auserkoren hat und gehen durch den Wald hoch, circa 100 m südlich aber parallel zum richtigen Weg.

Da ich schon als Bub mit dem Nen (=Opa), der öfters auch als Forstarbeiter tätig war, in dieser Gegend war und da wir einen alten Lochweg der früher sicherlich für Fuhrwerke genutzt wurde antreffen, mache ich mir keine Sorgen.

Nach circa 200 m Querfeldein treffen wir auf den Forstweg der zur Schmiedebene führt. Wir sind also richtig. Nun bietet sich wiederum eine Alternative an:

1. Wander-Möglichkeit:

Wir gehen den Forstweg entlang in einer großen Schleife zuerst zur Forsthütte Schmiedebene, wo früher der Wiesler Paul und der Nen in der Mittagspause Ihrer Forstarbeit gekocht haben und ich mich noch an des Duft des Kaffees aus der pfeifenden Kaffeekanne erinnere, und dann weiter bis zum Brandschutzweiher Schmiedebene.

2. Wander-Möglichkeit:

Wir wandern wieder Querfeldein auf einen weiteren breiten mit hoher Streb (=Laub) bedeckten Lochweg, direkt hoch – in die in meinen Augen richtige Richtung – und somit die Schleife abkürzend.

Da der Ärger über den Jäger, der uns vorhielt, dass wir extra Querfeldein gehen um das Wild zu verscheuchen, noch nicht ganz gewichen ist und sich zugegebenermaßen eine leichte Trotzreaktion bei mir einstellt, gehen wir natürlich den kürzeren aber viel beschwerlicheren Lochweg Querfeldein!

Nach circa 15 Minuten in Ungewissheit, ob wir wohl richtig wandern, queren wir einen Steig dem wir nach rechts folgen um somit auf den markierten 6er-Steig zurück zu kommen. Nach 5 Minuten erreichen wir diesen und stellen fest, dass wir uns circa 50 m über den Brandschutzweiher der Schmiedebene befinden. Wir sind also goldrichtig!

Ab hier geht es durch den Wald immer steil nach oben empor. Der Weg ist aber, im Unterschied zu dem hinter uns liegenden Querfeldein-Stück, nicht so voller Laub, viel fester, was bewirkt, dass wir nicht dauernd einen Schritt zurück rutschen.

Wir passieren die Lichtung Kaltenbrunn (Holzhütte) und nun wird der Weg noch steiler. Hier ist das Wandern richtig beschwerlich. Die 12 kg auf dem Rücken beginnen mich so langsam nach hinten zurück zu ziehen. Ich habe den Verdacht, dass die beste Freundin von allen sich da hinten eingehängt hat und mich als Zugpferd benutzt. Dem ist aber nicht so, die beste Freundin von allen ist quietschfidel und scheit die Wanderung recht leicht zu schaffen. Zum Glück haben wir unsere Trekking-Stöcke dabei und können somit auch die Kraft der Arme mit einsetzten. An einigen Stellen brauchen wir sie sogar, um uns nach oben zu stemmen, weil die Stufen so hoch sind, dass man sie mit einem Schritt nicht bewältigen kann.

Ich vergesse: immer wieder stehen bleiben zum Fotografieren. Der Ausblick auf Tramin und das Südtiroler Unterland ist herrlich. Ab und zu kann man auch einen Blick zum Gipfelkreuz des Schwarzen Kopfes erhaschen. Endlich, nach für mich quälenden Stunden (die beste Freundin von allen hat überhaupt keine Probleme) kommen wir am Grenzleger bei der Edelraut-Hütte auf 1.670 m an. Auch hier hat man einen wunderschönen eindrucksvollen Ausblick auf das Südtiroler Unterland, sofern man nicht vergisst etwas links hinaus zum Aussichtsplatz mit der Bank und der Fahnenstange zu gehen.

Bildergalerie Schwarzer Kopf – Roen – Südtrioler Unterland Teil 1

Nach einer kurzen Rast geht es weiter. Das Gipfekkreuz des Schwarzen Kopf ist nun schon zum Greifen nahe, aber das täuscht. Das beschwerlichste Teilstück der Wanderung liegt zwar hinter uns, aber wir müssen nochmals 200 Höhenmeter bis zur Schweigl Hütte bewältigen. Nun ist es fast vollbracht. Hinter der Schweiglhütte befindet sich das „Verbrennte Egg“, wiederum ein Panorama-Aussichtspunkt. Hier hat der Biker und Traminer Hotelier Armin Pomella eine mit Sonnenenergie betriebene Messstation montiert. Messstation für was? Also das ist so:

Die Zeitmessstation am „Verbrennten Egg“

Du bist ein Mensch der den Wettbewerb sucht und willst für dich selbst oder für andere beweisen was für ein fiter Biker oder starker Wanderer du bist? Dann komme nach Tramin, erwirb beim Traminerhof eine Messkarte, starte den Wettlauf oder die Wettfahrt gegen die Zeit, indem du beim Traminerhof (250 m) mittels Messkarte die Stoppuhr startest, renne dann den bis hier beschrieben Weg, ohne jedoch die Querfeldeinvariante von uns beiden zu verwenden, hoch oder radle über Graun und das Grauner Joch hier hoch und stoppe die Zeit indem du die Messkarte in das hier montierte Messgerät (1850 m) steckst. Wenn du eine sehr gute Zeit hast, dann hoffe, dass niemand den Einführschlitz des Messgerätes mit Klebstoff verklebt hat! Ist scheinbar alles schon passiert! Die Zeit wird protokolliert und dir ist ein Eintrag in die Bestenliste sicher. Ich bitte den werten Lesen die Zeiten der Bestenliste nicht als Maßstab für diese Wanderung heranzuziehen. Die Zeiten sprechen nämlich für Maschinen nicht Menschen (Ich meine das nicht abwertend, ganz im Gegenteil!)!

Vom „Verbrennten Egg“ zum Schwarzen Kopf

Pferd auf dem Schwarzen Kopf

Vom verbrennten Egg bis zum Schwarzen Kopf (1.957 m) ist es nicht mehr weit und auch nicht mehr beschwerlich. Nach 3 bis 4 Stunden je nachdem wie viele Fotos man machen will, erreicht man das Gipfelkreuz des Schwarzen Kopfes.

Unter uns liegt Tramin, dahinter Neumarkt und Auer, rechts davon der Mitterberg, davor der Kalterer See, dahinter Kaltern, Eppan, Bozen. Auch die bekanntesten Dolomiten-Gipfel kann man von hier aus sehen. Ich zähle nur die mir bekanntesten von Rechts nach Links auf: Schwarz Horn, Weiß Horn, Latemar, Rosengarten, Schlern, Rittner Horn.

360° Ausblick vom Schwarzen Kopf auf das Südtiroler Unterland:

360° Ausblick vom Schwarzen Kopf auf Tramin und Kalterer See

Wieder vergeht eine Stunde bis ich meine Fotografiererei erledigt habe, während die beste Freundin von allen versucht ein Schläfchen zu halten. Wie fast auf jeden Berggipfel pfeift auch hier ein recht kühler Wind und somit ist es trotz Sonnenschein nicht gerade heiß.

Nach getaner „Arbeit“ müssen wir nochmals 50 m hoch, da lustigerweise, das was man von Tramin aus als Schwarzen Kopf sieht nicht der höchste Punkt des Bergs ist. Der Weg führt uns durch die Latschen am Mendelkamm (ist kein Grat, sondern ein kilometerbreites Gebirge) entlang, mal rechts ins Südtiroler Unerland blickend, mal links ins Nonstal (Val di Non) und ins Val di Sole schauend zum höchsten Punkt des Mendelgebirges: dem Roen (2.114 m). Hier hatte ich schon vor ein zwei Jahren ein 360° Foto gemacht, das ich niemanden vorenthalten will:

360° Ausblick vom Roen auf das Südtiroler Unterland:

360° ausblick vom Roen ins Südtiroler Unterland

Wer dieses 360° Foto mit dem ersten Foto in diesem Beitrag vergleicht dem fällt vielleicht etwas auf? Da ist scheinbar jemand mit dem Pinsel zum Roen gelaufen und hat einen roten Streifen grün übermalt und somit die Tiroler Farben in die italienischen Farben verwandelt 😉

Taja, da kann man nix machen. Man hat mir erklärt, dass der Roen zwar zur Gemeinde Tramin gehört, aber nur jener Teil, wo man nicht stehen kann: also nur die gegen Tramin abfallende Wand. Der Gipfel gehört scheinbar den Trientner

Nun beginnt der Abstieg zur Alm Roen (Malga di Romeno). Der Weg Nr. 500 ist nicht beschwerlich, was man an den vielen „Hobbywanderer“ unschwer erkennen kann. Auf der Alm angekommen biegen wir rechts ab in Richtung Überetscher Hütte, die wir nach circa 15 min erreihen.

Die Überetscher Hütte (Gemeinde Tramin, Kalterer Wirt, Besitzer CAI Bozen)

Da die Freundin des Hüttenwirtes vom Hörensagen her recht gut kocht, beschließen wir Polenta mit Pilze und einen Salatteller zu bestellen. Ein Glas Wein und Mineralwasser gehören natürlich auch dazu.

Das Gericht wird uns so serviert, wie es sich gehört: Polenta mit viel viel Pilze, man beachte ohne Sahne. In manchen Gegenden verwenden die Köche Sahne um das herrliche Gericht zu strecken und somit zu „verhundsen“! Nicht so auf der Überetscher Hütte! Der Wirt, ein Kalterer hat einen mords (=riesen) Stress. Er kommt nicht so recht mit der Arbeit nach. Wir warten eine halbe Stunde bis wir bestellen dürfen. Sein Kommentar, ich zitiere:

„Woasch i hon an riesen Stress, of Nocht muas i Sex mochn und ban Tog bedeanen.“

Ok, entschuldigt 😉 Er hätte sich gar nicht rechtfertigen müssen. Die Polenta mit Pilzen ist super schmackhaft, das Warten hat sich ausgezahlt.

Nach dem schmackhaften Gericht, ist noch eine kurze Siesta in der Sonne angesagt bevor wir den Heimweg (Steig Nr. 523) antreten. Dieser führt uns von der Überetscher Hütte steil bergab, an einem Wasserfall vorbei, dann etwas flacher bis zur Scharfegger Hütte (1.570 m, nicht bewirtschaftet) und anschließend nördlich um den Göllerspitz herum bis zur Göllerwiese. Jetzt könnten wir zu einer Aussicht der Göllerwiese hinausgehen. Da wir dort schon im Frühjahr waren, gehen wir weiter in Richtung weiße Risse, Gummererhof, Tramin (Steig Nr. 10).

Selbstverständlich kehren wir noch am Gummererhof (756 m) ein, bevor wir entlang des Steiges Nr. 10 circa eine ¾ Stunde nach Hause zu unserem Ausgangspunkt gehen.

Wir haben nun circa 7,5 Stunden reine Gehzeit auf dem Buckel und sind froh in der Badewanne ganz entspannt den Tag im Geiste Revue passieren zu können. (Achtung ungeübte Wanderer könnten viel viel länger benötigen! Siehe Karte: Höhenprofil und Details!)

Höhenprofil und Details

Bildergalerie Schwarzer Kopf – Roen – Südtrioler Unterland Teil 2

23 Gedanken zu „Von Tramin zum Schwarzen Kopf und zum Roen – Mendelgebirge – Südtirol“

  1. Maier Andreas sagt:

    Hallo Dietmar
    toll wie du die tour auf unserem Hausberg beschreibst,
    finde du bist ein guter Wanderer
    Grüsse Andreas

    Der Wanderer hat das Beste und Zarteste von allen Genüssen,
    weil er neben dem Schmecken auch noch das Wissen von der
    Flüchtigkeit aller Freuden hat.
    Er schaut auch dem Verlorenen nicht lange nach und begehrt
    nicht an jedem Orte, wo es einmal gut sein war, gleich Wurzeln
    zu schlagen.
    Es gibt Lustreisende, die gehen Jahr für Jahr an denselben Ort,
    und es gibt viele, die können von keinem schönen Anblick Abschied
    nehmen, ohne daß sie beschließen, recht bald wiederzukommen.
    Das mögen gute Leute sein, gute Wanderer sind es nicht.
    Sie haben etwas von der dumpfen Trunkenheit der Liebesleute
    und etwas von dem sorglichen Sammlersinn der Lindenblütenpflückerin.
    Aber den Wandersinn haben sie nicht, den stillen, ernst-fröhlichen,
    immer abschiednehmenden.

    Aus Bilderbuch
    Hermann Hesse

  2. admin sagt:

    Wau! Hermann Hesse, einer meiner Lieblingsautoren:

    – Unterm Rad
    – Siddhartha

    und

    – Der Steppenwolf

    In Steppenwolf muasch unbedingt lesen. Erzähl i dir mol persönlich warum…

    Hier noch ein Zitat von Hesse:

    Der Wanderer ist in vielen Hinsichten ein primitiver Mensch, so wie der Nomade primitiver ist als der Bauer. Die Überwindung der Seßhaftigkeit aber und die Verachtung der Grenzen machen Leute meines Schlages trotzdem zu Wegweisern der Zukunft.

    Hermann Hesse
    Wanderung, S. 133

    Als ich mich im August für einen Kurzurlaub im Tessin entschieden habe, war einer der auschlaggebendsten Punkte, dass dort viele bekannte Dichter und Denker sich niedergelassen habe, unter anderem Hermann Hesse. Dort wo die Großen der deutschen Literatur hingezogen sind um sich inspirieren zu lassen, kann es ja nur schon sein oder?

    Ich werde vom 3-Tages-Urlaub im Tessin noch Wanderberichte nachreichen.

  3. Maren sagt:

    Hallo Dietmar,

    Deine Seite gefällt mir gut, die Beschreibung Deiner Wanderung ist so authentisch, dass man loslaufen möchte. Welche Karten (von Kompass) brauche ich für die Gegend um das Hotel Laufererhof, also um Graun herum? Was sind die schönsten Touren? An wen kann ich mich wenden, wir sind eine 4-er Gruppe allerdings mit zwei Hunden, daher können wir nicht klettern aber weit laufen. Danke für Deine Unterstützung.
    Maren (die, die ihr Ziel noch nicht erreicht hat)

  4. admin sagt:

    Hallo Maren,

    vielen dank für deinen Kommentar, freut mich dass meine Wanderbeschreibungen gefallen.

    Dass Hotel Laufererhof kenne ich leider nicht, darum frage ich sicherheitshalber nochmals nach: geht es schon um Graun bei Kurtatsch im Südtiroler Unterland oder um Graun im Südtiroler Vinschgau?

    Hier die entsprechenden Kompass-Karten:

    Kompass-Karte Südtiroler Weinstraße und Unterland
    Kompass-Karte Obervinschgau

    Tipp Spaziergang Kurtatsch:
    Weinlehrpfad Kurtatsch

  5. Markus W. sagt:

    Hallo Dietmar!

    Bin gerade durch Zufall auf deinen Blog gestoßen…..
    Ich möchte dir dafür ein großes Kompliment aussprechen! Mir gefallen deine Wanderberichte sehr gut, besonders die Fotos. Sie erwecken fast den Eindruck als ob man selbst vor Ort wäre.
    Ich werde mir auf diesem Wege ab und zu sicher einige Tipps zum Wandern holen!

    Auf dass du weiterhin viel Freude am Wandern und Fotografieren hast!

    Markus

  6. admin sagt:

    Hallo Markus,

    schön von dir zu „lesen“ und vielen Dank für dein Kompliment. Freut mich, dass du durch Zufall auf meinen Blog gestoßen bist. Das heißt nämlich, dass er scheinbar gut im Internet vernetzt ist. Würde mich interessieren, wie du ihn (zufällig) gefunden hast, also von welcher Internetseite du gekommen bist?

  7. Daniel sagt:

    Hallo Dietmar,

    deine Berichte sind wirklich schön geschrieben. Leider hat man als Norddeutscher nur wenig Möglichkeiten in den Bergen unterwegs zu sein.

  8. Karl-Heinz Weller sagt:

    Hallo Dietmar

    Es ist verwunderlich, wie viel ähnliche oder gleiche Wanderungen wie Ihr (beste Frau und du) ich seit 1990 im herrlichen Südtirol bereits gemacht habe, so wie diese in ähnlicher Form auf den Roen.
    Habe lange zeit urlaub im Bereich Eppan, Kalterer See und vor allem in den letzten jahren Girlan gemacht.
    Zu Beginn meiner Höhentouren nahm ich mir auch mal den Roen vor, ganz alleine.
    In einem alten Wanderbuch stand, die Tour auf den Roen über die Überetscher Hütte ist ein guter Einstieg für „den ersten leichten Umgang mit dem Eisen“. Ich wunderte mich also an einem heißen Tag, dass ich auf dieser Tour (Klettersteig) so ganz alleine bin und irgendwann dämmerte es mir warum.
    Als ich dann irgendwann nur noch eine Kette und Drahtseil von oben kommen sah, war es dann zu spät um umkehren und ich habe mich mit schlotternden Knien und mehr Angstschweiß nach oben ohne jedes Sicherungsseil durchgekämpft, darf gar nicht mehr daran denken.

    Damals Anfang der 90 er Jahre hing in der Überetscher Hütte eine Ansichtskarte die Jugendliche mit kurzen Hosen am Beginn der Tour unter den ersten Felsen zeigen und ich dachte, dass kann ich auch…………..

    Ich glaube heute würde ich die Tour nicht mehr (alleine) machen.
    Ich schaffte es vor lauter Zittern das damals (heute nicht mehr) geliebte brühwarme Büchsenbier zu öffnen, sondern einfach nur froh oben zu sein. Der Weg über den geneigten Sattel zur Romena war dagegen ein Spazierweg.
    Wollte dir nur dieses Erlebnis schildern und dich und nunmehr beste Frau für die tollen Fotos und die lebendig geschriebenen Wandererlebnisse wie auch auf dieser Tour beglückwünschen.

    Bis bald, bin auf viele Touren von Euch gestoßen, welche ich in den 20 Jahren selber begangen habe.

    Charly

  9. Dietmar sagt:

    Heute würde ich die Beste Ehfrau von allen nicht mir mit Gewalt da rauf schieben 😉

    Vielen Dank für den ausführlichen Kommentar

  10. Familie Strauch sagt:

    Hallo Dietmar ! Wir haben im Juli´12 einige Wanderungen von Dir mit unserer 11 jährigen Tochter gemacht und waren begeistert . Auch diese hat uns sehr gereizt ,auf der Karte und von Hamburg aus, sah das ganze auch anders aus als dann vor Ort .Wir wollten das ganze etwas enschärfen und sind mit dem Auto nach Grauen gefahren. Dort starteten wir von einem Parkplatz oberhalb des Ortes am Wandersteig 6a .Wir stiegen den Weg Nr. 1 und später 1a zum Grauenerjoch empor (ganz schön steil) . Auf dem Weg 500 ging´s weiter Richtung Monte Roen . Toller Weg mit traumhafter Aussicht in beide Täler und wunderschöner Natur rings um , ohne viele Leute . Wir gingen am Wetterkreuz vorbei und stiegen zum Schwarzkopf rauf . Dort genossen wir den Blick über das Etschtal und entschieden uns gegen den Roen . Wir machten Rast auf der Wiese am Wetterkreuz und stiegen dann auf der 6 Richtung Tramin ab. Der Weg ist lang und führte uns zunächst in die falsche Richtung aber wir wurden belohnt mit einem schönen Blick auf den Kalterer See und Alpenveilchen am Wegesrand . Der Weg gabelte sich. Wir gingen auf der 6a Richtung Grauen und kammen nach etwa 6,5 Stunden wieder zum Auto . Mit einem glücklichem Kind weil wir statt auf den Roen zu steigen nun noch baden gehen konnte. Grüße von Fam. Strauch

  11. Dietmar sagt:

    Ich sehe ihr habt euch mehrere Touren raus gesucht. Freut mich :-)
    Zum Glück habt ihr die Roen Tour „entschärft“ und dann auch abgewandelt, denn für ein 11 jähriges Kind wäre die sicherlich viel zu „deftig“ gewesen. Baden ist für die Jungen dann trotzdem viel schöner als stundenweise den Berg hoch zu steigen um wenige Minuten den Ausblick genießen zu können 😉

    LG
    Dietmar

  12. Karl-Heinz Weller sagt:

    Hallo Ihr „Urlauber“

    Anhand der aktuellen Zuschriften und Kommentare siehst Du sicherlich , wie gut Deine Seite vor allem jetzt in der Wandersaison besucht ist und sich Deine Mühe lohnt. Habe in meinem Bekanntenkreis bereits wieder zwei neue Ehepaare, die auf meine Empfehlung viel auf deinen so wunderschönen Seiten sind.
    Lass dich also weiterhin nicht entmutigen und pflege dies so weit es Dir die Zeit und die Motivation erlaubt.

    Bin schon auf Eure tour in den Pala gespannt, und ob du die gleiche Tour (Rossetta, Paridali-Hütte ) läufst, wie ich damals vor ca. 6-8 Jahren. Sie war landschaftlich ganz eindrucksvoll, bin jedoch auch gespannt ob du dich dann möglicherweise genauso verläufst wie ich auf der Hochfläche trotz bestem Wetter? Ich warte mal ab und werde dann „kommentieren“, bis dahin liebe Grüße und

    Gesunde Rückkehr von eurem Bildungsurlaub,
    Charly

  13. Dietmar sagt:

    Hallo Karl-Heinz,

    entschuldige die späte Rückmeldung. Ich schaffe es leider zur Zeit nicht immer die Emailflut zu bewältigen 😉

    Auf jeden Fall wird es mit dem Blog weiter gehen auch wenn heuer leider mit etwas weniger Touren. Die Grundmotivation ziehe ich aus meinem persönlichen Interesse unsere Wanderungen aufzubereiten und natürlich auch aus den tollen Rückmeldungen 😉

    LG

  14. Thomas Ott sagt:

    Servus Dietmar,

    ich bin mit Familie und Freunden Ende Mai im schönen Tramin im Urlaub.
    Werden hoffentlich ein paar schöne Tage und leichte Wanderungen mit den Kindern und Frauen verbringen.
    Einen Tag würde ich allerdings gerne mit meinem Spezl eine Bergtour machen.
    Bin jetzt auf deinen Bericht „Von Tramin zum Schwarzen Kopf und zum Roen – Mendelgebirge – Südtirol“ gestoßen.
    Hört sich wahnsinnig interessant an und die Fotos sind eine Schau.
    Wir sind beide Mitte 30 und eigentlich schon fit 😉 Kommen aus Oberbayern und sind mit „normalen“ Bergtouren erfahren.
    Kletterprofis sind wir allerdings definitiv keine!!
    Handelt es sich jetzt bei der obigen Route um einen richtigen Klettersteig, dann ist des nix für uns!?

    Hättest Du alternativ evtl eine schöne Route von Tramin aus?

    Vielen lieben Dank, wenn Du Zeit hättest zu Antworten.

    Liebe Grüße aus dem Fünfseen-Land in Bayern.

  15. Dietmar sagt:

    Hallo Thomas,

    wenn Ihr die Tour genau so wie in der Karte angegeben macht, dann macht Ihr keinen Klettersteige, nur ein zwei kurze Passagen die man nicht als Klettersteig bezeichnen kann. Ein echter Klettersteig befindet sich zwischen dem Gipfel Roen und Überetscher Hütte (siehe Karte: rote Striche mit schwarzer Umrahmung zwischen Roen und Überetscher Hütte). Den haben wir bei der hier beschrieben Tour extra vermieden und sind vom Roen zuerst zur Malga Roen und dann zur Überetscher Hütte hinüber gewandert. Das ist zwar länger als der direkte Weg über den Schwierigkeitsgrad 3 Klettersteig, aber dafür ein normaler Steig.

    Die Tour ist aber wirklich lang und es braucht ordentlich Kondition. Mann könnte Sie etwas verkürzen indem man nicht von Tramin direkt, sondern vom höchsten Hof, dem Gummererhof aus startet: siehe Alternative Tour: Gummererhof Roen-Schwarzer Kopf. Das machen die meisten Wanderer!

    Grüße

    Dietmar

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