Törggele Wanderung von Vilpian zum Buschenschank Oberschol Hof

Zum Buschenschank Oberschol Hof, von Vilpian aus, nur 3,6 Wander-Kilometer und knappe 400 Höhenmeter, das kling ganz nach dem idealen Törggele-Herbstspaziergang.

Im Dorfzentrum von Vilpian in der Brauereistraße geparkt, müssen wir einige 100 Meter entlang der Meran-Bozen Straße zurück Richtung Terlan. Zum Glück ist der Gehsteig recht breit, somit stellt die Straße keine große Hürde für uns Sieben dar. Selbstverständlich haben die beiden Kleinen Ihre Rücksäcke mit. Die Puppe „Nene“ und der Elch wollten nämlich auch mit und die faul, müssen getragen werden. Sie dürfen aus dem Rucksack hinten rausschauen.

Zu den Planatsch Höfen

Herbstwanderung von Vilpian zum Buschenschank Oberschol Hof

Ein Wegweiser Mölten / Planatsch weißt uns den Einstieg in den Wandersteig. Die Törggele-Wanderung kann beginnen. Mäßig ansteigend marschieren wir oberhalb einer neuen Wohnsiedlung zuerst durch Weinberge hindurch und dann in den Laubwald des Terlaner Vorbergs hinein. Die Luft ist trocken, nicht glasklar, die Sicht für mittlere Fotodistanz passabel. Der Herbst ist schon recht weit fortgeschritten, die Blätter goldgelb. Da entlang des Steiges massenhaft Mäusedorn wächst, mischt sich in die goldgelben Herbsttöne sattes Grün.

Hier am Fuße des Tschöggelberges – die Terlaner nennen ihn Vorberg – bestimmt vor allem Porphyr das steinigen Untergrund. Der Steig ist teilweise fast mit Porphyrsteinen gepflastert.

Wandern mit Katze

Wandern mit Katze

Plötzlich steht ein Kätzchen neben uns. Die Kleinen sind begeistert. Wir Große wundern uns ein klein wenig. Was macht eine Katze hier mitten im Wald, wo doch weit und breit kein Bauernhof in Sicht ist.

Wir marschieren weiter, wobei marschieren oder auch wandern nicht so ganz die richtige Bezeichnung ist. Schlendern wäre ein angebrachteres Wort. Unsere Wandergeschwindigkeit beträgt sicherlich die Hälfte oder vielleicht noch weniger als die eines normalen Wanderers. Dreijährige Beine sind nicht besonders schnell und vor allem sind dreijährige Köpfe ziemliche Hüpf-ins-Feld.

Das Kätzchen verfolgt uns. Wenn wir zum x-ten Mal stehen bleiben, weil die Anna was zu sagen hat, der Hannes auf den „Stecken“ der Anna tritt, der Durst die Beiden fast umbringt, die eben aufgenommene Flüssigkeit wieder raus will wartet das Kätzchen geduldig bis es weiter geht. Komisch, obwohl wir es nicht motivieren, scheint es mit uns mit wandern zu wollen.

Wandern mit Katze, das hatten wir noch nie. Lustig. Anna, Hannes und Lisa sind begeistert.

Blick auf Lana mit Texelgruppe im Hintergrund

Eine Bank, eine Aussicht. Unter uns das Etschtal. Akustisch lässt die Herbstwanderidylle etwas zu wünschen übrig . Die MeBo, die Vinschger Bahn nicht allzu wenige Hubschrauber hinterlassen Spuren im Gehörkanal.

Was ist denn das da unten, inmitten der Obstwiesen? Schaut aus wie Schrebergärten. Ist das die Gegend, wo ein Bauer die Idee hatte sein Grundstück in kleine Parzellen aufzuteilen und als Schrebergärten zu verpachten? Wird wohl so sein.

Weiter geht es dem Mäusedorn folgend. Ein Satz, ein Sprung eine Maus zappelt im Maul der Katze. Respekt. Ok, jetzt wird sie uns wahrscheinlich nicht mehr nachlaufen – falsch gedacht! Wir sind scheinbar wichtiger als ein Nachmittagshäppchen. Wir fühlen uns geehrt.

Vor uns ein Gittertor. Zaun auf, wir hindurch, Zaun wieder zu. Das Kätzchen bleibt zuerst etwas unentschlossen stehen, schlüpft dann trotzdem durch die Maschen und folgt uns weiter. Ich schätze es kann nicht lesen und auch keine Bilder verstehen. Sonst hätte es den bebilderten Zettel auf dem Gatter gesehen: „Achtung Hund. Ich beiße nicht, wenn man brav mit mir ist und nicht mit dem Wanderstock nach mir schlägt.“ Aha, verstanden!

Katzenblick ins Etschtal

Zwischen Weinbergen geht es nun zur Hofstelle Unter-Planatsch hinauf. Ein schwarzer Gockel mit braunem Harem empfängt uns.  Wuff, wuff – aha das wird wohl der angekündigte Hund sein. Kaum den ersten Kläffer vernommen, sprintet unsere tierische Begleiterin, wie vom Teufel geritten, von dannen. „Pfiati Katzl!“

Zuerst längs von goldgelben Weinbergen, dann wiederum durch trockenen Laubwald geht es hinauf zum Ober-Planatsch Hof. Da scheint was los zu sein. Festbänke werden hergerichtet. Ein Plakat klärt uns auf: „Sonntag 29. Oktober – Vorberger Kirchtig“. Aha. Leider sind wir einen Tag zu früh. Wir wandern ohne uns aufzuhalten entlang der einspurigen asphaltierten Weinstube-Oberplanatsch Straße weiter.

Kastanienigel verleihen dem Wegesrand einen Hauch von Herbst und schüren die Vorfreude aufs Törggelen. „Tati, Tati, Keschtn, Keschtn!“ Annas Magen erinnert sich, dass ich ihm ein Mineral – Anna liebt Mineralwasser – und gebratene Kastanien versprochen habe. „Schau, do entn, do mias‘mr umi, nor gib’s Keschtn!“

Hängebrücke hoch über dem Vilpianer Bach. Sie führt den Scholerweg zum Oberschol Hof hinüber.

Boa – was ist das? Eine imposante Hängebrücke! Schwindelerregend überspannt sie das Tal des Vilpianer Baches. Gewaltig. Unser Herbstspaziergang entwickelt sich zum richtigen Abenteuer. Zwar kann die Hängebrücke auch mit dem Auto passiert werden, trotzdem ist sie sehr sehr schmal und vermittelt, ihres Designs wegen, ein echtes Hängebrücken-Abenteuerfeeling. Cool!

Weinberge links und rechts. Gehören – wie zwei Wanderer mich aufklären – zum Buschenschank Oberschol Hof. Aha, dann wird es bei unserem Wanderziel sicherlich auch einen guten Eigenbau Wein geben.

Töggelen beim Buschenschank Oberschol Hof

Ein Sandkasten. Ein fast gleichaltriger Junge wie Anna und Hannes sitzt mit unzähligne Spielsachen mittendrin. Die Kleinen sind begeistert!

Der Oberschol Hof – ein Törggele Buschenschank

Der Buschenschank Oberschol  schaut äußerst gepflegt aus. Wir setzten uns außen hin, die Temperaturen erlauben es. Herrlich!

Kaffee, Mineralwasser, Wein und natürlich die versprochenen Kastanien werden bestellt. Es dauert nicht lang bis Hannes das Eis bricht und mit dem Buben ins Gespräch kommt. Die Kleinen spielen, die Großen genießen die Herbstsonne.

Was kommt denn da? Der kleine Mann – er könnte zur Familie des Hauses gehören – kommt mit einem lebendigen Häschen daher. Putzig, süß! Fast gleichzeitig werden die Kastanien aufgetischt. Da wird sogar das Häschen zweitrangig.

Kastanien – die Törggele-Speise Nr. 1

Die „Keschtn“ munden hervorragend, lassen sich sehr gut schälen, sind außen schön schwarz, aber nicht verbrannt, mit goldgelben Inneren, also genauso wie ich sie mag. Ich bin nämlich von den automatischen Kastanien-Bratmaschinen – wie sie mittlerweile auf vielen Törggelefesten eingesetzt werden – nicht begeistert. Da bekommt man braune Kastanien, die sich zwar auch gut schälen lassen aber ästhetisch nicht meiner Töggele Vorstellung entsprechen. Kastanien müssen eine echte Kastanienpfanne sehen, außen schön schwarz geröstet sein und an der geritzten Seite kräftig gelb raus blitzen, sonst wird das nichts mit den Keschtn Models! Am Oberschol Hof weiß man das.

Kastanien & Wein eine herrliche Kombination!

Gebratene Kastanien, ein Glas Oberschol Eigenbau Lagrein, die Familie um sich, was will „Mann“ mehr?

Die Anna will mit beim Zahlen. Wir warten bis eine Gruppe E-Bike-Radfahrer ihre Schulden beglichen hat und begleichen dann unsere.

Spät ist es, heute wird es knapp werden die Vorgaben des Kommandos mit dem ich verheiratet bin einzuhalten. Will man etwas schneller zurück nach Vilpian, dann gibt es zwei Wege nach unten. Der ganz schnelle ist als anspruchsvoll ausgewiesen, der etwas Längere mit nicht anspruchsvoll. Das Kommando mit dem ich verheiratet bin bestimmt den nicht anspruchsvollen. Es hat sich nämlich vom 6er Klettersteig Bezwinger zum „mir wird schlecht, wenn ich vom Balkon des ersten Stockwerks runter schaue“ zurückentwickelt.

Abenteuerlicher Rückweg

Wir wandern zügig den nicht anspruchsvolle Steig hinunter. Die Kleinen fest an der Hand, denn trotz nicht anspruchsvoll geht es links des Steiges senkrecht abfallen nach Vilpian hinunter. Irgendwie nicht der ideale Wandersteig für Familien mit Kleinkinder.

Ups, was ist das da vorne. Oha, da ist der Steig weggebrochen! Wir müssen eine recht gefährliche 8 m Passage überwinden. Ich ahne Schlimmes! Nicht weil die Passage nicht überwindbare wäre, nein weil ich das Donnerwetter, das vor mir liegt, bereits in den Knochen spüre. Ich kann zwar nichts dafür, dass der Steig weggebrochen ist, aber das werde ich wohl ausbaden müssen.

Ich nehme Anna in den Arm und Schwups sind wir drüben. Die Schwägerin will mit Hannes an der Hand rüber. Ich sehe schon, das geht nicht. „Uwe, nimm du in Hannes!“ Der Uwe will den Hannes und die Lisa gleichzeitig nehmen. Da bricht unten den Mamis Panik aus. Geschrei, Gezeter, Choas pur… der Uwe merkt schnell, das geht so nicht. Wenn die Mamis durchdrehen, wird es zu einem Problem. Also schön brav dem Willen der Mamis folgend zuerst die Lisa, dann nochmals zurück und dann den Hannes. Die Schwägerin krabbelt auf allen Vieren rüber.

Wer sitzt noch drüben auf dem Boden? Das Kommando mit dem ich verheiratet bin ist zum zitternden Kätzchen mutiert. Da geht nix. Alleine kommt die beste Mami von allen unmöglich rüber.

„Uwe, halte du die Anna, ich muss rüber.“ Schritt für Schritt, indem ich ihr jedes Mal mit meinem Fuß eine Trittauflage biete, schaffen wir es und kommen heil auf der anderen Seite des ach so unendlichen Universums an.

So und jetzt… – das erwartete Donnerwetter bleibt aus. Komisch. Scheinbar steckt der besten Mami von allen die Angst noch viel stärker in den Knochen als ich vermutet hatte. Da das folgende Wegstück für eine Dreijährige auch nicht ganz ohne ist, nehme ich Anna in den Arm und so geht es recht zügig Richtung Vilpian hinunter.

So vergehen 10 min. „Na, zu Fuaß gean!“, tönt es von hinten. Aha, die Angst ist verdaut 🙂 Anna muss nun wieder selbst marschieren.

Der halbe Mond steigt über den Terlaner Vorberg auf.

Genau unter der Seilbahn Vilpian – Mölten trifft unser Steig auf eine Forststraße. Ein Wegweiser. Was hängt da für ein Zettel? „Wegen Steinschlaggefahr gesperrt.“ Auweia. Da sind wir doch tatsächlich mit Kind und Kegel auf einen gesperrten Steig runter gewandert. Komisch, dass wir oben keinen solchen Hinweis gesehen haben.

Naja, ist insgesamt nochmals gut ausgegangen. Wer nachwandern möchte, der sollte sich informieren ob der Steig inzwischen instandgesetzt wurde. Wenn nicht, dann sei angeraten den Scholerweg zu den Planatscher Höfe zurück zu wandern. Die abschüssige Stelle ist nämlich eine Sache (eine kalkulierbare Schwierigkeit), Steinschlaggefahr ist eine ganz andere Hausnummer! Und außerdem ist der Steig vorbei an den Planatscher Höfen sowieso viel schöner.

Der Mond – halb voll – schickt sich an den Himmel zu erobern, wir die überraschend abenteuerliche Törggelewanderung abschließen.

Gps-Track zum Buschenschank Oberschol

Fotos Törggele-Wanderung

Der Buschenschank Oberschol Hof

Törggelen in Südtirol oberhalb von Vilpian/Terlan bei Fam. Luis Gietl. Laut Website im Herbst zur Törggelezeit an Wochenenden zu Mittag geöffnet.

Telefon: +39 0471 678 966

Website: http://buschenschank-oberschol.com

 

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