Wandern rund um den Toblino See im Valle dei Laghi

Die beste Ehefrau von allen hat eigentlich immer zu kalt, darum will ich sie heute so richtig zum Schwitzen bringen. Unser Wanderziel: das Valle dei Laghi mit dem malerischen Toblino See am westlichen Fuß des Bondone.

Schloss Toblino (Castel Toblino) am Toblino See
Schloss Toblino (Castel Toblino) am Toblino See

Bei Trient (Trento) rechts in Richtung Bondone abgebogen bis nach Vezzano. Etwas oberhalb der Kirche von Vezzano finden wir einen idealen Parkplatz und welch ein Glück, genau hier startet der Sentiero geologico „Stoppani“, mit der Wegnummer 618.

Auf der Suche nach den Eislöchern

Wir wandern in südlicher Richtung am Waldesrand entlang in der Hoffnung, den auf meiner Panoramakarte eingezeichnete Pozzo glaciale anzutreffen. Da ich dieses Eisloch schon auf einem Bild gesehen habe, bin ich voller Vorfreude.



Obwohl ich eigentlich dachte, heute mehr oder weniger flach am Rand der Talsohle entlang zu wandern, wird der Steig zunehmend steiler. Komisch… Wo werden wir jetzt sein? Die Panoramakarte erweist sich als untauglich für die genaue Positionsbestimmung. Haben wir die Abzweigung zum Pozzo glaciale bereits verpasst oder wird sie noch vor uns liegen?

Wir gehen einfach weiter. So langsam dämmert es uns. Den „pozzo glaciale“ können wir wohl streichen. Schade.

Lagolo oder Calavino

Da vorne ein Schild: Lagolo. Ups, wir befinden uns scheinbar auf dem Steig zum See „Lago Lagolo“ (928 m ü. d. M.). Wollten wir eigentlich nicht. Egal, zumindest hatte die beste Ehefrau von allen so ihr tägliches Training. Auf circa 650 m treffen wir auf eine Forststraße und diverse Beschilderungen. Unter anderem Lago Lagolo und Cornetto (Berggipfel auf 2.180 m) und in entgegen gesetzter Richtung Calavino, ein kleines Dörfchen auf 420 m. Wir entscheiden uns, nach Calavino abzusteigen, um dann eine Seerunde um den Toblino See zu machen.

Abstieg zum Valle dei Laghi
Abstieg zum Valle dei Laghi

Der Abstieg erweist sich als extrem steil, so dass ich heilfroh über meine starken Christkindl Bergschuhe bin. Erstmals erhaschen wir nun einen Blick auf die Seen Lago di Toblino (245 m ü. d. M) und dem Lago di S. Massenza (247 m ü. d. M.). Die Beiden sind nur durch ein schmales Erdband voneinander getrennt, über das die Straße von Riva del Garda nach Trento führt.

Im verschlafenen Calavino angekommen, halten wir uns nicht lange auf. Zwischen Kirche und Grundschule hindurch folgen wir den Angaben des GPS-Geräts in Richtung Ponte Oliveti. Dabei müssen wir zuerst einen kleinen Hügel hochwandern, auf dessen Spitze sich das kleine Kirchlein San Mauro befindet. Von Calavino bis hier rauf sind wir die asphaltierte Straße entlang gewandert, was nicht weiter schlimm war, da sie überhaupt nicht befahren ist.

Zum Lago Toblino

Theoretisch sollten wir, um den Hügel in westlicher Richtung wieder hinunter zu gehen, einen Steig finden, aber da wir keinen erspähen können, gehen wir die Straße entlang bis nach Ponte Oliveti. Leider kein sehr schöner Wanderweg.

Egal. Nach Ponte Oliveti müssen wir dem Straßenverlauf nur noch für 250 m folgen, bevor wir rechts durch Obstwiesen gerade aus auf das Ufer des Toblino Sees zuwandern können.

Rundwanderung Lago Toblino und Lago di S. Massenza

12:45 Uhr, das Biotop und damit auch das Ufer des Toblino Sees ist erreicht. Kurze Fotopause.

Am Südufer des Toblino See. 360° Foto.
Am Südufer des Toblino See. 360° Foto.

Nun am Ufer entlang bis zum Westufer des Sees und dann zwischen See und Straße auf der wirklich schönen Seepromenade, die aber durch die lärmende und stinkende Straße (natürlich lärmt und stinkt nicht die Straße, sondern die im Sekundentakt vorbeirasenden Autos), verschandelt wird, wandern wir bis zum Castel Toblino, wo wir einkehren, um ein bissl was zu Trinken und zu Essen.

Heute, am Pfingstmontag, sind nur deutschsprachige Gäste hier. Wen wundert‘s. Die Italiener haben heute keinen Feiertag. Im Cafe des Castel Toblino fühlt man sich wie mitten auf dem See. Zum Teil stimmt das auch, denn Castel Toblino liegt tatsächlich auf einer Landzunge fast in der Mitte des Sees.

Weiter führt uns die nun zum Spaziergang ausgeartete Wandertour am Westufer des Toblino Sees entlang bis zum Nordufer, welches gleichzeitig das Südufer des Sees Lago di S. Massenza ist. Den Lago di San Massenza umrunden wir an der linken Seite, weil die beste Ehefrau von allen meint: wenn schon auf der Asphaltstraße gehen, dann zumindest auf einer wenig befahrenen. Ok, machen wir.

Am Nordufer des Lago di S. Massenza müssen wir noch um das recht unschöne E-Werk herum gehen, bis wir endlich links den Einstieg des Fußweges Vezzano sehen.

Nach dem langen Gehen auf Teerwegen unter praller Sonne, bei circa 30 Grad, sind wir heilfroh einen Steinweg unter unseren Füßen zu haben.

Tierisches Erlebnis

Gsch, gsch… Kleinhirngesteuert schaue ich auf den Boden. Stopp, halt! Mit meinem Trekking-Stock verhindere ich, dass die beste Ehefrau von allen weitergehen kann, mit dem anderen Stock versuche ich mich zu schützen.
Eine braune, mit leicht gezackten Querstreifen gezeichnete Schlange mit dreieckigem Kopf. Giftig oder nicht giftig. Egal, lieber nichts riskieren und das Reptil von dannen ziehen lassen.

Durch die Weinberge schreiten wir nun recht zügig Vezzano entgegen und achten ganz besonders auf den Boden.

Kurz vor Vezzano kommen wir zuerst an einer Salatplantage, dann an einer Spinat-, einer Rosmarin- und einer Basilikumplantage vorbei. Vor allem die Rosmarinplantage beeindruckt mich: 40 mal 10 Meter Rosmarin. Da kann man aber viel Fleisch und Kartoffeln würzen 😉

Um 15 Uhr kommen wir geschafft und nicht so recht zufrieden bei unserem Ausgangspunkt in Vezzano an. Nicht zufrieden, nicht weil das Valle dei Laghi nicht schön wäre, aber weil wir keine für uns ideale Wandertour ausgesucht hatten. Mindestens ein Drittel des Weges hatten wir auf Asphaltstraßen absolviert, was uns beide viel mehr schafft als auf einem Steig ordentlich Höhenmeter zu bewältigen.

Der Panoramarundweg um den Toblino See wäre zwar sehr schön, aber neben einer lauten stinkenden Straße zu gehen, verdirbt den Spaß.

Das nächste Mal, wenn wir ins Valle dei Laghi fahren werden wir sicherlich einen Berg hinauf gehen und von oben das schöne Tal bewundern. Vielleicht auf den Cornetto oder sogar auf den Bondone. Auf der anderen Seite gäbe es auch noch den Monte Garzole oder den Monte Casale. Wer weiß…

GPS Daten der Rundwanderung im Valle dei Laghi

Fotos Valle dei Laghi und Toblino See

9 Gedanken zu „Wandern rund um den Toblino See im Valle dei Laghi“

  1. sebastian f. sagt:

    Hi! Wunderschöne Bilder. Die laden zum Abenteuer ein 🙂

  2. Dietmar sagt:

    Hallo Sebastian,

    eure Sprung-Fotos sind aber viel cooler!
    Hab mich sofort bei eurer Facebook-Fanpage eingetragen.

  3. Gerd sagt:

    Hallo, ich habe gerade den GPS-Link versucht. Klappt aber nicht. Gibt´s da nen Trick?
    Ich würde gerne im Juni diese Tour auch einmal abwandern.

  4. Dietmar sagt:

    Hallo Gerd, wenn du den GPS Link „normal“ anklickst, dann wird der Browser die GPX-Datei einfach anzeigen. Du kannst sie dann mit Datei > Speichern unter… abspeichern. Alternativ kannst du den Link mit der rechten Maustaste anklicken und dann „Ziel speichern unter“ wählen. Wie du dann die Datei auf dein GPS-Gerät bekommst, musst du dann selsbt wissen.

  5. Gerd sagt:

    Danke für die Nachricht. Hat jetzt geklappt.
    Was ist das für eine gelaufene 8 (mitten im Wald) kurz vor dem Erreichen des Ortes Cavanino?
    Östlich von Padergnone.
    Gibt es da was besonderes zu sehen?
    Gruß Gerd

  6. Dietmar sagt:

    Wir waren unschlüssig wo wir hin wollten…

  7. Peter sagt:

    Wunderschön! Gefällt mir sehr gut!

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