Plattkofel und Langkofel Umrundung

Blick auf den Langkofel und Plattkofel vom Friedrich-August-Weg aus gesehen. Mitten zwischen den beiden Dolomitengipfel, genauer zwischen Langkofel und Fünffingerspitze, in der Langkofelscharte, die Toni Demetz Hütte.

Die beiden Dolomiten-Zwillingsberge Langkofel und Plattkofel haben wir schon einmal umrundet. Damals vor 12 Jahren war vieles anders. Meine Begleitung war damals die beste Freundin von allen, Anna ist damals noch mit den Mücken geflogen und damals hatten wir uns entschieden die Rundwanderung gegen den Uhrzeigersinn zu absolvieren. Heute – da nicht mehr bei den Mücken – wollen wir gemeinsam mit unserer vierjährigen Anna und der Familie der Schwägerin die Umrundung von Plattkofel und Langkofel im Uhrzeigersinn wagen.

Durch das schöne Grödnertal geht es durch St. Ulrich hindurch und an St Christina vorbei. Die Spitze des Langkofels schaut uns bereits entgegen. Jetzt noch durch Wolkenstein hindurch und dann die Sella-Passstraße hinauf auf 2.180 m über dem Meeresspiegel zum Sellajoch. Der Startpunkt der heutigen Wanderung ist erreicht.

Mit etwas Überredungskunst ist der Parkplatzwächter überredet; er lässt uns beide Autos etwas waghalsig am Hang des überfüllten Parkplatzes abstellen. Leider müssen wir bei jeder Wandertour mit zwei Autos anfahren. Zu siebt wäre das zwar auch mit Uwes Auto alleine möglich, er hat einen Achtsitzer, aber da die Sitzplatzwahl jedes Mal bei Anna, Hannes uns Lisa in einem Streit mündet und die Nerven der Erwachsenen strapaziert nehmen wir seit dem Fest Herbstgenussfest in Radein davon Abstand.

Teil 1 – Friedrich-August-Weg

Friedrich-August-Weg

Der königliche Friedrich-August-Weg, der dem Sachsenkönig Friedrich August III gewidmet ist, ist wahrlich eines Königs würdig! Grandios und überwältigend ist der Anblick hinüber zum Col di Rosc mit der Marmolata dahinter. Dort waren wir vor 4 Wochen und haben hier herüber zum Plattkofel und Langkofel herübergeschaut.

Ausblick auf die Geisler und die Puezgruppe

Wir sind nicht allein unterwegs. Der königliche Wanderweg wird heutzutage vom Fußvolk bevölkert, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Kein Wunder, der sich durch Grashänge schlängelnde Pfad könnte für Dolomitenliebhaber, wie es der König einer war, kaum schöner sein. Am Start haben wir auf die Geislerspitzen, die Puez-Spitze und den Sellastock geschaut. Jetzt wandern wir mit der Marmolata im Rücken und den Blick auf die Rosengartengruppe gerichtet, Richtung Seiser Alm. Zu unserer Rechten begleitet uns der mächtige Felsstock des Plattkofels, links geht es steil über Grashänge, hinunter ins Fassatal. Trotzdem ist der Wanderweg unschwierig. Anna und Hannes haben Freude daran allein, parallel zu uns, auf ausgetretenen Kuhpfaden wandern zu dürfen.

Entlang des Weges liegen mehrere Einkehrmöglichkeiten, wobei die erste keine Schutzhütte, sondern eher ein Hotel ist: Rifugio Salei, Friedrich-August-Hütte, Sandro Pertini Hütte. Der zweite Teil des Friedrich-August-Weges ist zwar auch unschwierig aber Vierjährige, die mit den Gedanken oft in den Wolken schweben, sollte man lieber an der Hand führen. So schreite ich mit Anna, abwechselnd an der rechten und linken Hand – wir müssen oft wechseln, da sowohl Anna, als auch mir irgendwann der Arm schmerzt – zügig voraus. Anna will immer die erste sein und hat Freude, dass wir „Tausend“ Wanderer überholen. Das ist hier auf dem schmalen Pfad nicht immer ganz einfach. Nicht jeder versteht, dass die kleine gelockte Blonde ihm konditionell haushoch überlegen ist und vorbei will.

Wahrscheinlich muss der Leser nun ab und zu auch mich bildlich ertragen. Zumindest immer dann wenn meine Fotografie-Schülerin mit dabei ist.

So kommen wir beide mit einem 10 min Vorsprung bei der Plattkofel Alm und Plattkofel Hütte an. Wir haben Zeit uns ein schönes Platzl etwas abseits der „Hütte“ zu suchen. Ein mit Edelweiß bewachsener Stein, der passt! Ich lasse mich von Anna fotografieren. Trotz schwerer Spiegelreflex mit großem Sensor, kann sie das mittlerweile. Die beste Ehefrau von allen war nie imstande ein scharfes Foto zu schießen. Diesbzgl. kommt Anna eher nach dem Tati. Was nicht so ganz passt ist ihr beizubringen, dass man mit dem Fotoapparat im Anschlag nicht rückwärtsgehen darf. Hier auf der grasigen Wiese am Fuße das Plattkofel ist das zum Glück nicht gefährlich.

Die Plattkofel-Hütte mit dem Rosengarten im Hintergrund. Ganz rechts strecken sich die Roßzähne gen Himmel.

Zuerst der Uwe mit dem Hannes, dann die Frauen, die anderen kommen nach. Mittagszeit! Speck- und Käsebrot auf 2.300 Höhenmeter mit Blick auf das Rosengarten Massiv und die Roßzähne (Schlern), das schmeckt besonders gut.

Natürlich wollen die Kleinen noch hinüber zu den Pferden. Hinter der Plattkofelhütte haben die Betreiber eine Picknickzone eingezäunt. So können die frei laufenden Pferde eingesperrte Menschen begaffen 😉 Anna und Hannes rennen hinüber. Einmal streicheln, das muss sein.

Teil 2 – der Umrundung des Platt- und Langkofels

Blick auf Roßzähne und Schlern – Wow!

Von unserem Mittagsplatz haben wir nur die Roßzähne gesehen, nun die Plattkofelhütte hinter uns lassend, kommt die typische Silhouette des Schlerns mit Petz auf dem Rücken und den vorgelagerten Spitzen Burgstall, Santner und Euringer zum Vorschein. Über den Steig Nr. 527 geht es oberhalb der Murmeltierhütte nordwärts. Der Panoramablick auf die Seiser Alm wird mit jedem Schritt freier.

Die Langkofelhütte unter dem gleichnamigen Dolomitengipfel

Am dem Wiesenrücken Piza da Uridl (in Deutsch Hochegge) geht es leicht abwärts auf eine Kuhweide hinunter und anschließend etwas ansteigend und steinig bis hinauf zur Abzweigung Langkofelhütte bzw. Langkofelscharte. Wir steigen nicht zur Langkofelhütte hinauf, legen nur eine kurze Trinkpause ein.

Weiter geht es zuerst flach, dann etwas steiler und ein klein wenig ausgesetzter, hinauf auf einem Buckel 100 m entfernt vom Col Ciaulonch. Vor 12 Jahren gab es hier noch keinen Tisch, wie dieses 360° Foto von damals beweist: 360° am Fuße des Langkofels.

Balancieren üben vor herrlicher Seiser Alm Kulisse

Wir halten an und machen es uns auf einem Felsblock gemütlich. Aussicht genießen, trinken, Obst und Schokolade essen und dann sich in balancieren üben. Die Kinder sind trotz ordentlicher Wandertour noch gut drauf. Super, dann werden sie auch noch den Rest schaffen.

Schnee im August, das ist schon etwas Besonderes!

An der imposanten Nordwand des Langkofels entlang folgen wir dem Steig Nr. 526A. Ein Schneefeld versperrt den Weg. Das circa 3 m starke Feld muss umgangen werden. Dafür dürfen wir es am unteren Rand angreifen. Schnee im August, das ist für Vierjährige natürlich ein Highlight!

Auch die mächtige Wand des Dolomiten-3.000er lässt sich bereitwillig betatschen. Sie hat keine Angst vor kreischenden Kindern *g*

Der Steig wird leicht ausgesetzt. Trittsicherheit ist gefragt. Wir kriechen unter einem tropfenden Felsvorsprung hindurch und queren dann den Ampezzanbach. Eine gute Gelegenheit unsere leeren Wasserflaschen mit herrlich kaltem Bach-Mineralwasser aufzufüllen. Wow – welche ein Genuss!

Leicht ansteigend wandere ich immer mit Anna einmal an der einen, dann an der anderen Hand zur Comicihütte hinauf. Auch hier hat man eine Picknick Zone eingerichtet. Die Kleinen bewundern die lange Rutschbahn. Es ist aber schon etwas spät, sodass wir, ohne anzuhalten, weitermarschieren. Unschwierig, teilweise sogar Kinderwagen tauglich, geht es den „Ruf de Vallongia“ Bach querend und unter dem Sessellift „Gran Paradiso“ hindurch hinüber zur „Steinernen Stadt“.

Steinerne Stadt

Durch das Kletterparadies „Steinerne Stadt“

Die „Steinerne Stadt“ ist mit zahlreichen kleineren und größeren Felsblöcken durchzogen. Sie ist mit 15 Sektoren und Steinblöcken eines der größten Klettergebiete in Südtirol. Hier finden Kletterer auf circa 140 Routen unterschiedliche Schwierigkeitsgrade von 4 bis 7c. Wir sehen zwei Männer mit Karabiner und Seil, einen Kletterlehrer und einen Kletterschüler.

Anna ist mittlerweile etwas müde und fängt langsam an zu fragen, wo denn das Auto sei. Zum Glück schreiten wir in diesem Moment aus der Stadt aus Stein heraus und stehen vor dem Schutzhaus Sellapass. Schutzhaus ist das falsche Wort. das Schutzhaus ist ein vier Sterne Hotelresort.

Sonnenuntergang überm Plattkofel und Langkofel

Noch ein zwei Schritte und schon stehen wir auf dem Parkplatz unter dem schattigen Langkofel. Die Sonne schickt sich gerade an hinter dem Dolomitenriesen zu verschwinden. Wir begutachten das Schauspiel und verabschieden uns vom herrlichen Dolomitengebiet rund um den Sellapass.

Die Plattkofel- und Langkofel-Umrundung ist ein Muss für jeden Südtiroler und auch für jeden Dolomitenurlauber. Anders kann ich diese aussichtsreiche und immer wieder abwechslungsreiche Dolomiten-Wanderrunde nicht beschreiben.

GPS-Track Umrundung Plattkofel und Langkofel

GPX-Track , Position: -km, -m GPX

50 100 150 200 5 10 15 Entfernung (km) Höhe (m)
Name: Keine Daten
Entfernung: Keine Daten
Minimalhöhe: Keine Daten
Maximalhöhe: Keine Daten
Höhengewinn: Keine Daten
Höhenverlust: Keine Daten
Dauer: Keine Daten

Fotos Friedrich Augustweg und Umrundung Langkofel und Plattkofel

Wer sich an der Rundwanderung um den Langkofel und Plattkofel gegen den Uhrzeiger vor 12 Jahren interessiert der kann hier hinein schauen:

Rundwanderung Langkofel und Plattkofel – Wandern in Südtirol

 

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4 thoughts on “Plattkofel und Langkofel Umrundung”

  1. Tobias says:

    Lustig geschrieben. Tolle Fotos. Wir haben uns amüsiert und sind den Weg in Gedanken mitgegangen. Danke.

  2. Dietmar Mitterer-Zublasing says:

    🙂

  3. Karl-Heinz Weller says:

    Hey Dietmar
    Super Bericht und wie immer super Bilder, überhaupt von deiner kleinen Bergfex Anna.
    Der Langkofel ist immer einen Besuch wert, ich glaube ich habe ihn in meinen vielen Südtiroler Jahren mit Sicherheit über 100 mal aus allen verschiedenen Richtungen, zuletzt beim Skifahren Januar 2019 in Gröden abgebildet. Das interessante an diesem Massiv sind die verschiedenen völlig unterschiedlichen Ansichten und Formen dieses grandiosesn Bergmassives. Von St. Ulrich aus schlank, herrlich aus den Wiesenmatten ragend und scheinbar uneinnehmbar steil, vom Grödner Joch als breites geschlossenes Massiv und von Richtung Seiser Alm als (Plattkofel) freundlich und leicht zu besteigender Berg.
    Ich habe ihn bereits 2 X ganz umlaufen, bin von der Plattkofel Hütte von der Rückseite zum Plattkofel an einem sonnigen und warmen Tag aufgestiegen, und hatte zwischen Vor- und Hauptgipfel auch wegen der Wärme und der Anstrengung das berühmte „Knieschlottern“, das weiß ich noch ganz genau.

    Und von der Langkofelhütte bin ich ebenfalls an einem sehr warmen Tag unter Zeitdruck stehend diese so wie ich mich erinnere, mega anstrengende Tour durchs staubtrockene Langkofelkar zur Toni-Demez-Hütte hoch gehechelt, damit ich gerade noch um 16:55 Uhr eintreffend den letzten Korb ins Tal bekommen habe.

    Da war ich ziemlich k.o. ich hätte an diesem Tag auf keinen Fall mehr den sehr steilen Abstieg durch die Langkofelscharte hinunter zum Sella-Joch laufen mögen.

    Einstweilen alles Gute
    Euer Charly

  4. Dietmar Mitterer-Zublasing says:

    Hallo Charly,

    wie due weißt sind wir auch 2x schon rund herum. Einmal gegen den Urhzeiger und dann mit. Aber mitten rauf zur Langkofelhütte / Toni-Demetz-Hütte sind wir noch nie gegangen. Staubtrockenes Langkofelkar kling nicht sehr verlockend muss ich sagen abe rich kann mir vorstellen, dass der Blick von etwas weiter oben sicherlich sehr interessant sein müsste.

    Danke dir für deinen Kommentar. Ist immer wieder schön von dir zu lesen, auch wenn ich oft erst mit ein wzei Tagen Zeitverzögerung ran gehe.

    Grüße
    Dietmar

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