Rundwanderung Geislergruppe (Villnöss, Gadertal, Gröden)

Wandern unter den Geislerspitzen soll ein wunderbares Erlebnis sein. Den Adolf Munkel Weg hat man uns als einen der schönsten Wanderwege der Dolomiten ans Herz gelegt. Nach kurzer Recherche und Tourenplanung entschließe ich mich zwar für den Adolf Munkel Weg aber nur als Teil der Geislerumrundung.

Um 8.00 Uhr starten wir bei der Zanser Alm. Trotz Sonnenschein-Wetterprognose hängen dichte Wolken über der Geislergruppe. Wir sind aber frohen Mutes, dass sich das schon bald ändern wird.

Der Aufstieg von der Zanser Alm zum Kreuzjoch erweist sich wandertechnisch als problemlos, auch wenn ich schon wieder mit einer leichten Magenverstimmung zu kämpfen habe und darum recht langsam unterwegs bin. Es geht zuerst durch den Wald, dann über die Tschantschenon Alm und zuletzt einen Wiesenhang querend von circa 1.680 m ü.d.M. auf 2.300 m hinauf.

Umrundung der Geislergruppe: am Kreuzjoch
Umrundung der Geislergruppe: am Kreuzjoch

Am Kreuzjoch, auch Forcella de Munt de Furcia genannt, kreuzen sich diverse Wanderwege: unser Wanderweg, der Dolomiten Höhenweg Nr. 2, der vom Peitlerkofel und dem Würzjoch herüber führt, der Wanderweg Nr. 5, welcher vom Gadertal herauf kommt und der Wandersteig Nr. 3, dem wir jetzt folgen werden.

Ich steige wenige Meter den grünen Hügel hinter dem Wegkreuz hinauf und kann dann die Geislergruppe von der Flanke bewundern. Rechts davon das Villnösser Tal, links davon die Puezgruppe und noch weiter links im Hintergrund die Heiligkreuzkofel-Gruppe.

Der grüne Hügel, auf dem ich stehe, ist mit zahlreichen blühenden Enzianen und einigen wenigen, leider verblühten Edelweiß übersät.

Geplant wäre unsere Rundwanderung um die Geislerspitze über die Wasserscharte. Leider schaue ich einmal zu wenig auf das GPS Gerät und so werden wir erst 1,5 km nach der Abzweigung erfahren, dass wir falsch sind und den Dolomiten Höhenweg Nr.2 (Wanderweg Nr. 3) über die Roa-Scharte (360° Foto Roa Scharte) genommen haben.

Zwischen den Geislerspitzen und der Puezgruppe auf der Roa-ScharteZwischen den Geislerspitzen und der Puezgruppe auf der Roa-Scharte

Für den Anstieg zur Roa-Scharte ist Trittsicherheit gefragt. Der Untergrund ist ziemlich lose. In drei vier Serpentinen wandern wir zur Scharte hinauf und kommen recht ordentlich ins Schwitzen, werden dann aber mit einem tollen Ausblick auf den Peitlerkofel, den wir 2009 bezwungen haben, belohnt.

Eine Zweierwandergruppe Mutter mit Tochter fragt uns, ob wir uns hier auskennen und wissen, ob der Steig vor uns zum Piz Duledes begehbar wäre. Ich war noch nie auf diesem Weg, wenn ich aber an ihm entlang schaue, sehe ich einen Steig, der direkt vor einer Steilwand endet, auf der sich zu allem Überfluss auch noch Schneefelder befinden. Ich rate den beiden Frauen darum lieber ab.

Wir beide sind froh, den vermeintlich höchsten Punkt unserer heutigen Wanderung erreicht zu haben und steigen guter Laune die Roa Scharte hinunter.

Irgendwann schaue ich trotzdem auf das GPS Gerät und oh Schreck. Wir liegen ziemlich neben dem Track. Was tun? 1,5 km bis zur Abzweigung zur Wasserscharte zurück gehen, d.h. zuerst wieder auf die Roa-Scharte hinauf, dann auf der anderen Seite hinunter, um dann noch die Wasserscharte erklimmen zu müssen? Kommt nicht in Frage.

Zum Glück leistet die Sentres APP auf dem iPhone Hilfestellung. Wenn wir den Steig einfach weitergehen, dann treffen wir früher oder später wieder auf unsere geplante Tour. Wir müssen dann zwar einige Kilometer mehr absolvieren, aber zumindest nicht zurück gehen und Höhenmeter umsonst machen 😉

Blick zur Geislergruppe: links davon die Seceda über dem Gröden Tal
Blick zur Geislergruppe: links davon die Seceda über dem Gröden Tal

Es geht also weiter in Richtung Regensburger Hütte. Neben dem wasserlosen Cisles Bach steigen wir zwischen den Spitzen La Canssles (rechts) und Muntejela (rechts) bis auf 2.170 m ü.d.M. ab.

Vor uns öffnet sich der Blick auf die Cisles Alm (360° Foto Cisles Alm) und die Seceda. Nun wandern wir nicht zur Regensburgerhütte runter, sondern genau der Seceda entgegen. Über den Steig Nr. 2B geht es zuerst zur Pieralongia Alm (360° Foto Pieralongia Alm), dann nur leicht, zum Schluss aber recht ordentlich ansteigend zur Pana-Scharte auf 2.444 m hinauf.

Am südlichen Ende der Geislergruppe auf der Seceda zwischen Gröden und Villnösser Tal.Am südlichen Ende der Geislergruppe auf der Seceda zwischen Gröden und Villnösser Tal.

Ein grandioser Ausblick! Zu meiner Linken in östlicher Richtung, die Geislergruppe mit der Großen Fermada, nach rechts drehend: Puezgruppe, Sellamassiv, Langkofel und Plattkofel, Rosengarten mit Kesselkogel, Seceda, Raschötz, Tullen und Peitlerkofel. Auch der Blick ins Tal ist gewährleistet: gegen Süden sieht man das Grödental, gegen Norden das Villnössertal.

Eine kleine Stärkung aus dem Rucksack macht uns fit für die Pana-Scharte. Das ist die Schlüsselstelle der heutigen Wanderung. Kein Klettersteig, aber eine mit Drahtseil und Holzschwellen gesicherte Scharte, die Trittsicherheit erfordert. Vor allem im Abstieg ist sie nicht zu unterschätzen.

Die beste Ehefrau von allen meistert die Pana-Scharte, ich will nicht sagen körperlich und technisch problemlos, aber geistig trotzdem etwas beängstigt. Das wundert mich etwas, da z.B. der Klettersteig auf den Peitlerkofel ein Vielfaches an geistiger Sicherheit benötigt.

Unter den Geislerspitzen inmitten von Almrosen.
Unter den Geislerspitzen inmitten von Almrosen.

Am Fuße der Geisler angekommen, treten wir in sehr lichten Wald hinein und erfreuen uns an zahlreichen Alpenrosen. Eine Märchenlandschaft! Ungleich uriger und naturbelassener als die überrannte Seceda. Eine einzige Scharte trennt hier den Kommerz auf der Südseite vom landschaftlichen Idyll auf der Nordseite der Geisler.

Auf der Brogles Alm am Fuße der Geislergruppe.
Auf der Brogles Alm am Fuße der Geislergruppe.

Wir wandern bis zur Brogles Alm weiter. Eine ruhige, wunderschöne Alm am Fuße der mächtigen Geislerspitzen. Einige braunweiß gefleckte Kühe runden das Idyll Panorama ab.
Nun kommen wir zum schönen und nicht so anstrengenden Teil der Geisler-Rundwanderung. Über den Adolf Munkel Weg wandern wir bis zu den beiden Almen Gschnagenhardt Alm und Geisleralm.

Die Gschnagenhardt Alm am östlichen Fuße der Geislerspitzen in der goldgelben Abendsonne.
Die Gschnagenhardt Alm am östlichen Fuße der Geislerspitzen in der goldgelben Abendsonne.

Wir hören schon von weitem einen Goaslschnöller (=Geiselschneller). Wie passend hier unter den Geislern 😉

Da ich schon wieder fotografieren muss, legt sich die beste Ehefrau von allen in die Abendsonne, die ein goldenes Licht über die Almwiese und die Geislergruppe wirft.

Einige Haflingerpferde lassen sich durch meine Fotografiererei nicht beim Grasen stören, während der Nachwuchs ein Schläfchen hält. Tolles Bild.

Schweren Herzens verlassen wir die wunderbare Alm. Wieder kommen wir vom geplanten Weg ab, was sich aber als Glückfall erweist, denn so wandern wir nun über einen Holzsteg durch ein Feuchtgebiet, welches wir sonst nicht gesehen hätten. Der Wanderweg 36A führt uns zum Adolf Munkel Weg (Nr. 35) zurück, den wir bis zur Abzweigung mit dem Steig Nr. 36 B folgen. Jetzt geht es hinunter zur Glatsch Alm und dann über einen breiten befahrbaren Schotterweg bis zur Zanser Alm zurück und weil wir dort noch nicht genug haben, wandern wir noch über den Barrierefreie Bergwelt Weg (einen Wanderweg, der für Rollstuhlfahrer ausgebaut wird) in einem Bogen teilweise auf einem Holzsteg auf die andere Seite eines Baches. Der Weg ist augenscheinlich im Bau, aber fast fertig und soll Teil des Naturlehrpfades Zans werden. Er verlängert zwar wiederum ein klein wenig unsere Wandertour, zahlt sich aber aus, wenn man nicht einfach so über die Straße zurück zum Parkplatz hinter dem Gasthaus Sas Rigais will.

GPS-Tour Rundwanderung Geislergruppe

Fotos Geislergruppe Villnöss, Gadertal und Gröden

 

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8 thoughts on “Rundwanderung Geislergruppe (Villnöss, Gadertal, Gröden)”

  1. Marianne Harnau says:

    Lieber Wanderkamerad, vielen Dank für die schönen Bilder rund um die Geislerspitzen! Dort bin ich (78) auch vor einigen Jahren noch mit meinem leider im Dezember verstorbenen Mann herumgestiefelt. Auf der Gschnagenhartalm hat es mir am besten gefallen, dort sind wir abends gewesen als alle anderen Wanderer schon zum Gasthaus geströmt waren. Ich wünsche Ihnen noch viele schöne Wanderungen und sende herzliche Grüße aus Berlin. Marianne Harnau

  2. Dietmar says:

    Hallo Marianne,

    vielen Dank für die nette Rückmeldung. Auch ich wünsche Ihnen noch viele schöne aussichtsreiche Wanderungen.

    Beste Grüße
    Dietmar

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