An heißen Sommertagen bietet sich zum Wandern in Südtirol das Bergdörfchen Gfrill als Ausgangspunkt und die Hornalm am Trudner Horn als Ziel an. Das kommt uns gerade recht, denn Gfrill liegt nicht weit von uns entfernt und wir wollen unsere heutige Mittagsrunde in temperaturmäßig erträglichere Gefilde verlegen.
Gesagt, getan: Während unten das Unterland brät, erwartet uns Gfrill mit erstaunlich angenehmen 28 Grad. Das ist ein deutlich größerer Temperaturunterschied, als wir uns von den rund 1.000 Höhenmetern erhofft hatten. Toll!
Aufstieg von Gfrill durch den Naturpark Trudner Horn
Von Gfrill aus marschieren wir nun über den Dolomiten-Höhenweg Nr. 8 (E5) hinauf in den Naturpark Trudner Horn.
Der Weg fordert uns weder mit Steigung noch mit Aussicht. Dafür spendet der Wald genau das, weshalb wir hergekommen sind: Schatten.

Bald erreichen wir die Alm „Olm fan Korlfranz“. Was für ein herrlich lustiger Name.
Weißensee im Naturpark Trudner Horn
Wir folgen nun der Beschilderung Richtung Weißensee, zuerst nach Osten, dann nach Nordosten, bis wir den namensgebenden Waldsee erreichen.
Anna ist ein wenig enttäuscht. Sie hatte sich einen klassischen Waldsee vorgestellt.
„Des isch jo lei a Sumpf“, meckert Anna.
Tatsächlich ist der Weißensee gar kein klassischer Wald- oder Bergsee, sondern ein verlandendes Hochmoor auf rund 1.670 Metern Höhe. Gemeinsam mit dem Schwarzsee, dem Gampenmoor und dem Langen Moos zählt das Gebiet zu den bedeutendsten Moorlandschaften Südtirols und bietet zahlreichen hoch spezialisierten Pflanzen und Tieren einen wertvollen Lebensraum.
In den nährstoffarmen Moorböden gedeihen unter anderem Sonnentau und Fettkraut – zwei fleischfressende Pflanzen, die ihren Nährstoffbedarf teilweise durch das Fangen kleiner Insekten decken. Dazwischen wachsen Moorbirken, Kiefern und Latschen, die den sauren und ständig nassen Boden erstaunlich gut vertragen, dafür aber nur langsam in die Höhe kommen.
Nach dem Weißensee wandern wir weiter Richtung Hornalm. Schon bald könnten wir links zum Schwarzsee abbiegen, doch wir bleiben auf dem E5 – unser Ziel ist schließlich die Hornalm.
Endlich reißt der Wald zur Rechten auf und gibt den Blick ins Tal frei. Der Blick reicht hinunter ins nördliche Cembratal und ins südliche Fleimstals.
„Schau, Anna, woasch, wos sel für an Higl isch?“
„Jo, do worn mir Ski fohrn!“
Der Skiberg Cermis ist von hier aus gut zu erkennen.
Hornalm am Trudner Horn
Schatten gibt es jetzt deutlich weniger. Doch hier oben bleiben die Temperaturen angenehm und mit insgesamt nur rund 480 Höhenmetern hält sich auch die Anstrengung in Grenzen. So erreichen wir die Hornalm ganz ohne ins Schwitzen zu geraten.
Von der sonnigen Terrasse der Hornalm eröffnet sich ein herrlicher Panoramablick über das Fleimstal. Der Blick schweift über die Gipfel der Lagoraikette bis hinüber zur Palagruppe und wandert anschließend weiter nach links zu Schwarzhorn und Weißhorn, die sich eindrucksvoll am Horizont erheben.
Zum bergigen Panorama kredenzt die Hornalm typische Südtiroler und Trentiner Spezialitäten sowie hausgemachte Kuchen. Lecker!
Rückweg über den Wanderweg Nr. 9 nach Gfrill
Weil wir nicht auf demselben Weg zurückwandern wollen, suchen wir den Wanderpfad Nr. 9.
Suchen ist dabei genau der richtige Ausdruck, denn in den Wiesen hinter der Hornalm ist er fast nicht zu erkennen. Das ist durchaus bemerkenswert, denn normalerweise zeichnet sich auch ein sehr wenig begangener Wiesenpfad schnell im Gras ab.
Dank GPS-Unterstützung finden wir den Steig, schreiten durch ein Gatter, landen im Wald und können dem Pfad nun problemlos folgen. Es dauert allerdings nicht lange, bis er in einen Forstweg mündet.
Wir folgen diesem, halten uns an der Abzweigung, an der der Steig Nr. 9 rechts bergab führen würde, links und marschieren Richtung Flur Kaltwasser weiter.
Rund 20 Meter hohe Fichten begleiten uns links und rechts der Forststraße. Leider. Doch plötzlich stoßen wir auf eine Stelle, an der geschlägert wurde – und schon gibt es etwas zu sehen: Zuerst zeigt sich die Matruttwand von hinten, dann kommt Tramin auf der gegenüberliegenden Talseite zum Vorschein. Je weiter wir wandern, desto weiter öffnet sich der Blick: auf den Kalterer See, das Überetsch und schließlich bis hinauf zu den Sarntaler Alpen und der Texelgruppe.
Manchmal hat selbst Bäume roden seine guten Seiten.
Gemütlich rollen die letzten Kilometer dahin.
Es dauert eine Weile, bis sich unsere Rundwanderung schließt und wir das letzte Stück auf dem Dolomiten-Höhenweg Nr. 8 (E5) zurück nach Gfrill marschieren.
Im Unterschied zum Aufstieg nutzen wir dafür allerdings den Forstweg. Er ist zwar etwas länger, dafür aber deutlich angenehmer zu gehen.
Kurz nach 16 Uhr erreichen wir das verschlafene Gfrill und sind schon gespannt, was mit der Temperaturanzeige passieren wird, wenn wir nun hinunter nach Salurn ins Unterland fahren.
GPS-Karte und GPX-Download der Wanderung Gfrill – Hornalm
Akt. Position: -km, -m
↓ download GPX
Eckdaten der Tour
Wanderung von Gfrill über den Weißensee zur Hornalm
- Dauer: 4:10 h
- Distanz: 13,0 km
- Bergauf: 477 m
- Bergab: 476 m
Um welche Art von Tour handelt es sich?
In welcher Region befindet sich die Tour?
Um welche Bergkategorie handelt es sich? Auf welcher Höhe liegt die Tour?
Wie lang ist die Strecke?
Wie streng ist der Aufstieg (Länge, Höhenmeter, Steigung)?
Wie anspruchsvoll ist der Abstieg (Länge, Höhenmeter, Steigung)?
Wie viel Zeit werde ich für die Tour brauchen?
Dieser Wert kann individuell stark variieren. Siehe Gehzeitrechner.
Wie viele Kalorien werden bei der Tour verbrannt?
Es ist zu beachten, dass die Berechnung des Kalorienverbrauchs auf Faustformeln und allerlei Annahmen beruht, z.B. Gewicht=75 kg, Kalorienverbrauchsvorgaben für Aufstieg, Abstieg, flach usw. und daher nur eine Schätzung und keine exakte Angabe liefert. Wenn du deinen Kalorienverbrauch selbst berechnen möchtest, dann schau dir diesen Kalorienrechner an.
Gibt es interessante Wegpunkte?
Ja, es gibt interessante Wegpunkte. Hier ist eine Liste:
- Cauria - GfrillHöhe: 1.330 m ü. d. M.GPS: 46.271946, 11.283281
- Fichtenhof (regional, Restaurant)Höhe: 1.326 m ü. d. M.GPS: 46.272054, 11.283023Fichtenhof (regional, Restaurant) Gfrill 23 39040, Salorno sulla Strada del Vino - Salurn an der Weinstraße, Bolzano - Bozen, ITA +39 0471 889028
- Lago Bianco - Weißsee (Feuchtgebiet)Höhe: 1.683 m ü. d. M.GPS: 46.278963, 11.310961
- Lago Nero - Schwarzsee (See, Teich)Höhe: 1.726 m ü. d. M.GPS: 46.283555, 11.315360
- Malga Monte Corno (1710)Höhe: 1.708 m ü. d. M.GPS: 46.287761, 11.327333
- Monte Corno - Trudner Horn (1781)Höhe: 1.764 m ü. d. M.GPS: 46.289885, 11.323814
- ParkenHöhe: 1.336 m ü. d. M.GPS: 46.272054, 11.283882













































