Madonna di Campiglio – Vallesinella Wasserfälle – wandern am Fuße der Brenta Dolomiten

Die Gipfel der westlichen Dolomiten, der Brenta-Gruppe (Dolomiti di Brenta), haben wir bei unseren zahlreichen Wanderungen aus der Ferne schon öfter erblickt. Heute wollen wir uns diesen, westlich der Etsch liegenden, Dolomitenteil einmal aus der Nähe ansehen. Mir schwebt dabei eine eher leichte Wanderung, ausgehend von Madonna di Campiglio bis hinauf zu den Wasserfällen von Vallesinella (cascate di Vallesinella), vor.

Die Brenta Dolomiten - Blick unweit der Schutzhütte Casinei
Die Brenta Dolomiten – Blick unweit der Schutzhütte Casinei

Mezzocorona, Val di Non, Val di Sole, links abbiegen, Val Rendena. In Madonna di Campiglio angekommen erweist sich die Parkplatzsuche als nicht ganz einfach. Nach 10 Minuten Hin- und Herfahrerei stellen wir unsere Wagen in der Garage neben einem kleinen See ab. Circa 5 Euro wird uns das kosten, also nicht weiter schlimm.

In Madonna di Campiglio haben die Geschäfte scheinbar auch sonntags geöffnet. Der Ort ist vollgestopft mit Italienern, die durch die Einkaufsstraße flanieren, am Bach Sarca di Nambrone oder rund um den See spazieren gehen. Der See, eher eine künstlich angelegter Weiher, ist mit zahlreichen Anglern bevölkert. Wahrscheinlich findet gerade ein Angelwettbewerb statt. Anders kann ich mir die vielen Angler, die alle mit Profiausrüstungen ausstaffiert sind, nicht erklären.

Wir sind heute zu sechst unterwegs: Irene und Uwe, Stefanie mit ihrem 3 Jahre alten Sohn Laurin, die beste Ehefrau von allen und ich. Der Laurin hat es am feinsten, er darf im Kindertragerucksack auf meinem Buckel sitzen. Die anderen müssen die eigenen Füße benutzen, weil auf meinem Rücken kein Platz mehr frei ist ;-).

Ausgehend von der Parkgarage wandern wir zuerst in südlicher Richtung der Straße entlang bis uns eine Mautstelle ankündigt, dass Autofahrern nur gegen eine Gebühr die Durchfahrt ermöglicht wird. Ist uns natürlich egal. Wir biegen jetzt rechts ab und folgen der Beschilderung „Sentiero dell’Orso“ (Deutsch: Bärensteig). Der Wanderpfad geht wenige Meter durch den Wald empor und führt uns dann relativ flach ins Tal Vallesinella, in Richtung Malga Vallesinella (Vallesinella Alm), hinein.

Ab und zu geben Lichtungen den atemberaubenden Blick auf die imposanten Gipfel der Brentagruppe frei. Ein netter italienischer Herr zählt uns die Gipfel namentlich auf: Cima Nardis, Cima Fracingolo, Cima d’Ambiez, Cima Tosa, Cima Brenta Bassa, Cima Brenta Alta, Torre di Brenta, Cima Brenta, Cima Mandron, Punta Massari, Castelletto Inferiore, Torrone di Vallesinella. Ob er da wirklich alle Gipfel richtig bezeichnet hat, weiß ich leider nicht…

Der Laurin hat keine Lust mehr im Tragerucksack zu sitzen und beginnt etwas zu quengeln. Gut, nehmen wir ihn einfach raus, dann soll er zu Fuß weiter marschieren. Geht natürlich überhaupt nicht, denn dazu hat der Laurin nicht nur keine Lust, sondern auch noch nicht die Fähigkeiten. Wir kommen nicht vom Fleck. Zum Glück dauert es nicht allzu lange bis er wieder freiwillig in den Tragerucksack will.

Alm Vallesinella

Nach circa einer guten Stunde kommen wir bei einer Wegkreuzung vorbei, bei der wir den mittleren Weg wählen, um gerade aus bis zu einer großen Wiese auf die Vallesinella Alm zu gelangen. Die Alm bietet keine Einkehrmöglichkeit aber trotzdem haben es sich auf der Almwiese mehrere Wandergruppen gemütlich gemacht.

Das Ende der geplanten Wanderung ist erreicht und wir könnten jetzt den Rückweg über die Wasserfälle antreten. Machen wir aber nicht, wir gehen gerade aus zur Schutzhütte Presanella dei Casinei weiter. Nach wenigen Minuten bereue ich fast diese Entscheidung, denn der Steig ist hier viel steiler und die 17 kg Lebendgewicht auf meinem Rücken drücken mich ordentlich zu Boden.

Der "Sentiere dell'Orso" (Bärensteig) aus der Ferne
Der „Sentiere dell’Orso“ (Bärensteig) aus der Ferne

Schutzhütte Casinei

Lärm dringt an unsere Ohren. Aha, jetzt kann es nicht mehr weit sein. In der Tat, wir treten aus dem Wald heraus und stehen vor dem Rifugio Casinei (Schutzhütte Casinei) auf 1.820 m. Menschenhorden bevölkern die Wiese und die Tische vor dem Schutzhaus. Mindestens die Hälfte der Anwesenden verzehrt an den Tischen selbst mitgebrachte Verpflegung. Scheinbar ist das hier erlaubt. Wir machen das anders und bestellen, wie es sich gehört. Das kommt bei der Bedienung scheinbar gut an. Wir werden überaus freundlich begrüßt, bedient und bewirtschaftet. Obwohl wir uns in „Welschtirol“ im Trentino befinden, gibt es nicht nur eine italienische Speisekarte, sondern auch eine deutsche und sogar eine ohne Fehler. Man ist also auch auf deutsche Gäste eingestellt. Wir speisen, so wie man es bei den Italienern gewohnt ist, vortrefflich, und machen dann ein kurzes Mittagsschläfchen auf der Wiese neben der Schutzhütte.

Rifugio (Schutzhütte) Casinei im Brenta Gebirge
Rifugio (Schutzhütte) Casinei im Brenta Gebirge

Dolomiti di Brenta

Bevor wir den Rückweg antreten gehen wir noch kurz 100 Meter einen Steig hinter der Schutzhütte entlang, der uns an den linken Rand des Brenta Tales bringt. Vor uns baut sich das Brentagebirge mit all seinen imposanten Gipfeln auf. Gewaltig die Aussicht (von rechts nach links): Cima Fracingolo oder Crozzon di Val d’Agola, Cima Tosa, Crozzon di Brenta, Bocca di Brenta (Scharte), Cima Brenta Alta, Torre di Brenta, Cima Brenta usw.

Genug der Aussicht, zurück geht es nun über den gleichen Weg bis zur Vallesinella Alm, wo wir links abbiegen und entlang der Sarca, dem Gardasee Zufluss, zu den Wasserfällen absteigen.

Wasserfälle Cascate Alte – Vallesinella

Die Vallesinella Wasserfälle erweisen sich als imposant-hohe Wasserstürze. Das hätten wir dem kleinen Bächlein gar nicht zugetraut. Über Treppen steigen wir die „Cascate Alte“ hinunter. Ein beeindruckendes Naturschauspiel!

Die Wasserfälle von Vallesinella im Brenta Gebirge
Die Wasserfälle von Vallesinella im Brenta Gebirge

Der Laurin beginnt zu weinen, wie so oft, wenn es laut wird um ihn herum. Die tosenden Wasserfälle sind zu viel für ihn. Wir holen ihn aus dem Rucksack heraus, setzten ihn auf einen Felsbrocken und forden ihn auf, Steine in den Bach zu werfen. Er beruhigt sich nicht nur, sondern hat sogar einen „mords“ Spaß!

Hier entspring der Zufluss des Gardasees der Fluß Sarca
Hier entspring der Zufluss des Gardasees, der Fluß Sarca

Wir halten uns einige Minuten auf und gehen dann weiter. Der Laurin will selbst laufen. Rechts an der Hand seine Mutter, links die beste Ehefrau von allen, stolpert er den Weg hinunter. Beim nächsten Wasserfall bekommt er es abermals mit der Angst zu tun und beginnt wiederum zu schreien. Ich packe ihn, nehme ihn auf den Arm und ab geht die Post die Treppen hinunter. Das gefällt ihm, er beruhigt sich wieder.

Laurin beim Steine werfen in den Fluss Sarca
Laurin beim Steine werfen in den Fluss Sarca

Nach den Cascate Alte kommen wir zum „ristorante affittacamere Vallesinella“ (Gasthaus und Zimmervermietung). Ein großer Parkplatz beweist, dass man bis hierher mit dem Auto herein fahren könnte. Wahrscheinlich führt die anfangs erwähnte Mautstraße hierher.

Cascate Medie (die mittleren Wasserfälle)
Cascate Medie (die mittleren Wasserfälle)

Wir wandern nun im Zickzack zum „Rifugio Cascate“ hinunter, wo wir am Fuße der majestätischen mittlere Wasserfälle (Cascate Medie, 50 m Höhe) stehen. Das „Alte“ und „Medie“ bezieht sich scheinbar nicht auf die Höhe der Wasserfälle, denn die Cascate Medie sind ziemlich höher als die Cascate Alte, sondern vielmehr auf deren Position im Lauf des Flusses.

Nach den Aufsehen erregenden Wasserfällen wandern wir nun dem Talausgang bei Madonna di Campiglio entgegen, gehen also nicht den Fluss Sarca entlang bis zu den Cascate Basse (Untere Wasserfälle).

Wie so oft erweist sich der Rückweg, nun da die Attraktionen hinter uns liegen, als gefühlsmäßig lang. Wir gehen und gehen bis wir endlich an einem Waldparkplatz und kurz darauf direkt bei der Mautstelle die Rundwanderung schließen.

Von Madonna di Campiglio über das „Valle dei Laghi“ nach Hause

Nur noch wenige Meter bis zur Parkgarage und dann ab nach Hause. Der Uwe hat die Idee, nach Süden durch das Val Rendena zu fahren und über Tione di Trento, vorbei am Lago di Santa Massenza durch das Valle dei Laghi nach Trient und von dort nach Hause nach Tramin zu fahren.

Dieser Fahrweg soll, laut Uwe, bzgl. Fahrtzeit nicht allzu viel weiter sein als der Hinweg. Angesichts zweier Staus eine Fehlentscheidung aber egal, zumindest sehen wir so auch den südlichen Teil der Brenta-Gruppe und des Adamello-Gebirges.

GPS-Datei von Madonna di Campiglio zu den Vallesinella Wasserfällen und zum Rifugio Casinei

Fotoimpressionen wandern in den Brenta Dolomiten Teil 1

Fotoimpressionen Wandern in den Brenta Dolomiten Teil 2

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