Von Ziegen, Pferden, Ochse und Esel – Castelfeder, Alps Coliseum, Kutschenfahrt und lebende Krippe Neumarkt

Blick vom Radweg Fleimstalbahn zum Reitstall Alps Coliseum
Blick vom Radweg Fleimstalbahn zum Reitstall Alps Coliseum

Castelfeder wird von der Sonne etwas länger aufgewärmt als unser Heimatdorf. Das wollen wir uns heute zu Nutze machen und spazieren vom Reitstall Alps Coliseum in der Vill bei Neumarkt über den Radweg Fleimstalbahn den sonnenverwöhnten Hügel Castelfeder hinauf. Anna ist bereits eingeschlagen. Sie sieht die Pferde unter uns nicht. Auch kriegt sie nicht mit wie wir gemütlich den breiten fast nicht merkbar ansteigenden Radweg hinaufspazieren und uns wundern, warum wir diesen herrlichen Spazierweg noch nie in Erwähnung gezogen hatten.

Mächtige Eiche vor dem Porphyrhügel Castelfeder
Mächtige Eiche vor dem Porphyrhügel Castelfeder

Nach einer langgezogenen Linkskurve betreten wie das Reich der germanischen Götterbäume. Auch jetzt im Winter und sogar ohne Schnee sind die urigen Bäume schön anzusehen. Die teilweise künstlich zurückgeschnitten Eichen verleihen Castelfeder seinen besonderen Charakter und passen hervorragend in das Landschaftsbild mit mageren Wiesen.

Wir machen einen Abstecher links über die gefrorenen Wiesen hinaus und erfreuen uns an der atypischen Landschaft, welche nicht nur durch die Eichen, sondern auch durch geschliffene Porphyr Steine auffällt.

Vor uns über das Gästehaus Castelfeder, das einzige Haus auf dem Porphyrhügel und darüber die Mauerreste der „Oberburg“ flankiert – wie sollte es anders sein – von einer Eiche.

Wir sind mit dem Kinderwagen unterwegs, darum biegen wir an der Kreuzung nach der dem Haus Castelfeder links Richtung Auer ab. Hier stehen drei mächtige Eichen, die aufgrund ihrer Höhe aber auch Form und Rinde nicht so recht zu des ansonsten so typischen Castelfedereichen passen wollen.

Weiße Ziege auf Castelfeder
Weiße Ziege auf Castelfeder

Nach drei bis vierhundert Meter hören wir Gebimmel. Huch, ist das Christkind schon unterwegs? Nein es ist eine Herde Ziegen die in einer weitläufigen Umzäunung mit großen Stall und Futterhaus die Nachmittagssonne genießen.

Ein 13 jähriges Mädchen, dass die meisten der 30 Geißen und Zicklein beim Namen kennt, erklärt uns, dass die Ziegen jetzt im Winter hinter der Umzäunung bleiben müssen, aber im Sommer auf ganz Castelfeder frei herumtollen dürfen.

Bereits mit dem ersten Glockenschlag ist Anna aufgewacht und staunt jetzt nicht schlecht. So viele „Mähhh“ auf einem Haufen hat sie noch nie gesehen.

Sie darf den Tieren ein zwei Tannenzweige entgegen strecken. Wir wundern uns, wie gierig die Ziegen die stechenden Tannenzweige verschlingen. Das Montaner Mädchen erklärt uns, dass die Tiere Nadelgehölz sehr gerne haben und zeigt uns das entrinde Gerüst eines Tannenbaumes. Die Tiere haben den Christbaum komplett seines Nadelkleides beraubt und sogar die Rinde ab geknappert.

Rückweg

Neugierige Brillenschafe
Neugierige Brillenschafe

Nach den Ziegen bugsieren wir den Kinderwagen irgendwie über den Steig Nr. 6 hinunter. Wieder ein Gehege. Dieses Mal schauen uns neugierige Brillenschaffe entgegen. Im Unterschied zu den Ziegen hält deren Neugierde nicht lange an, nach zwei drei Minuten kehren sie in ihren Stall zurück.

Schade, Anna ist fast ein wenig enttäuscht. Aber da wir ihr erklären, dass wir uns nun die Pferde vom Pferdezentrum Alps Coliseum anschauen werden, kehrt das Lachen schnell in ihr Gesicht zurück.

Pferdezentrum Alps Coliseum

Islandpferde vor dem Reitstall Alps Coliseum
Islandpferde vor dem Reitstall Alps Coliseum

Das Pferdezentrum des Baron Felix Longo ist vor allem für seine Islandpferde bekannt. Die langhaarigen robusten Pferde beherrschen neben den 3 Gangarten Schritt, Trab und Galopp zusätzlich die Gangarten Tölt und Pass. Die eher langhaarigen Rösser sind eine richtige Augenweide anzusehen.

Pferdeboxen im Pferdezentrum Alps Coliseum
Pferdeboxen im Pferdezentrum Alps Coliseum

Wir wagen einen Blick ins Innere des Pferde-Paradieses. Wow, schaut aus wie im Film. Pferdebox an Pferdebox reiht sich in zwei langen sehr sauberen Gängen aneinander. Obwohl heute Sonntag ist und sicherlich der eine oder andere Reiter sein Ross ausführt, stecken trotzdem einige neugierige Vierbeiner ihren Kopf aus der Box und lassen sich bereitwillig streicheln.

Hinter dem Holzbau mit den 135 Boxen tummeln sich zwischen Dressurviereck, Reitplatz, Führanlage, Pferdeschwemme, Ovalbahn, Passbahn und Pferdepaddocks noch weitere Vierbeiner. Einige tragen einen Mantel, die robusteren unter ihnen kommen ohne aus.

Nicht die zwergenhaften Ponys, sondern eine weiße Stute hat es Anna angetan. Die möchte sie am liebsten mitnehmen. Aber so ein Ross hat natürlich in unsere. Auto nicht Platz. Darum muss Anna verzichten. Zwischen dem Gebäude mit den Boxen und der großen Reithalle wartet das Papa Joe’s auf Gäste. Wir überlegen kurz auf einen Kaffee einzukehren, beschließen dann aber ins Dorfzentrum von Neumarkt, zum Christkindlmarkt hineinzufahren.

Christkindlmarkt Neumarkt mit Kutschenfahrt und lebender Krippe

Vier Saxofonisten geben Weihnachtslieder zum Besten. Daran kommt Anna nicht vorbei. So lauschen wir zuerst den weihnachtlichen Klängen, genehmigen uns erst anschließend Kaffee und Mineralwasser und schlendern dann zwischen den Ständen des kleinen Weihnachtsmarktes hindurch.

Ein Schild Streichelzoo zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich. Vor dem Hotel / Restaurant / Cafè „Das Alte Rathaus“ stehen zahlreiche Christbäume und in einer Holzumzäunung zwei Ziegen. Zumindest ein der Ziegen ist wahrscheinlich ein Ziegenbock. Das merkt man sofort in der Nase. Nicht unbedingt ideal für einen Streichelzoo. Dafür ist der Bock aber schön anzusehen.

Wir müssen noch etwas Zeit vertrödeln bis die Fotos, welche die beste Mami von allen zuvor zum Drucken gebracht hat, fertig belichtet sind, darum spazieren wir hinunter zum Durchgang zwischen Ballhausring und Laubengasse. Im Innenhof wird nämlich ab 16.00 Uhr eine lebende Krippe präsentiert.

Wir sind zu früh. Der Durchgang ist noch geschlossen. Darum flanieren wir um die Bibliothek Neumarkt herum zum Kirchplatz.

Kutschenfahrt

Kutschengespann auf dem Weihnachtsmarkt in Neumarkt
Kutschengespann auf dem Weihnachtsmarkt in Neumarkt

Wow, eine echte Kutsche! Anna ist begeistert, sie versteht auch sofort, dass der Anhänger hinter der Kutsche ein Pferdewagen ist. Es dauert nicht lang da holen Adolf und Julia Mayer zwei prächtige Kaltblütler aus dem Anhänger.

Der Dunkelbraune und der Schimmel lassen sich bereitwillig vor die Kutsche spannen. „Mochsch ins a Foto?“, fragt Julia. Ich habe meine Bedenken, da ich dummerweise nur eine normale Kamera mit habe und eine Kutsche in Fahrt bei schlechten Lichtverhältnissen den Apparat etwas überfordert. Ich stimme trotzdem zu; ein Foto hätte ich sowieso machen wollen.

Bimmel, bimmel, die Glöckchen am Geschirr des Pferdegespannes, die urige Fassade der Neumarktner Lauben geben der Kutschenszene einen tollen akustischen und visuellen Rahmen. Ich ärgere mich den die Spiegelreflexkamera zu Hause liegen gelassen zu haben.

Die zweite Hälfte der unteren Neumarktner Lauben dürfen wir mitfahren. Eine Kutschenfahrt die ist lustig, eine Kutschenfahrt die ist schön und heute am Goldenen Sonntag ist eine Kutschenfahrt auch richtig besinnlich. Wow!

Danke Julia, super war es! Wir waren letzten Sonntag auf dem Weihnachtsmarkt in Kaltern. Dort durfte Anna auch Kutsche fahren. Aber das hätte eher Fuhrwerksfahrt heißen sollen, denn im Unterschied zu heute, gab es letzte Woche keine echte Kutsche, sondern nur ein Fuhrwerk und keine mächtigen Kaltblütler, sondern blonde Haflinger. So eine echte Kutsche mit Stil echten Rössern ist schon ganz was anderes!

Lebende Krippe

16.10 Uhr, nun müsste die Lebende Krippe bereit stehen. „Kim, gean mir oi schaugn ob mir in Ochs und in Esel finden!“ Das braucht man einer Zweijährigen nicht zwei Mal sagen. Wie der Wind rennt sie die Laubengasse runter. Links abgebogen und schon stehen wir in einen mit Fackeln erleuchteten urigen Innenhof.

Lebende Krippe in Neumarkt
Lebende Krippe in Neumarkt

Hirten, Schafe zur Linken, hämmernde Schmiede zur Rechten, mittendrin ein mächtiger Ochse, ein lustiger Esel, Maria und Josef und versteckt unter einem Schafsfell das Christkind.

Eine besondere Stimmung kommt auf. Ruhig und besinnlich ist das falsche Wort, dafür drängen sich zu viele Schaulustige um die Umzäunung. Aber ein Gefühl von Wärme, Stimmung aus vergangenen Zeiten kommt auf. Und das leuchten der zuschauenden Kinderaugen macht sein Übriges. Wir sind begeistert!

Anna darf ein Lämmlein streicheln, dem gewaltigen Ochsen beim Tränken zuschauen, dem Klopfen des Schmiedes lauschen, mit begeisterten Kindern um die Wette strahlen…

Schade, dass ich genau heute pünktlich zu Hause sein muss. So verabschieden wir uns etwas wehmütig von Ochse, Esel und dem Christkind und machen uns mit vielen Weihnachtseindrücken auf nach Hause.

GPS Track Spaziergang Castelfeder

Fotos Castelfeder, Alps Coliseum und Lebende Krippe auf dem Weihnachtsmarkt in Neumarkt

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