Vom Naturlehrpfad zum Krampus-Buggelkorb

Wintereinbruch im Mai, keine Seltenheit in Südtirols höher gelegenen Tälern. Anders südlich des Kalterer Sees. Hier bei uns ist es schon etwas Besonderes, wenn gleichzeitig mit roten Mohnblumen, grünen Feigen auch weiße Berggipfel auf Bild gelangen.

Wir nutzen die besondere landschaftliche Schönheit für einen kurzen Spaziergang. Vorbei an den drei Häusern und dem Wimpissinger Hof spazieren wir hinauf nach Söll.

Söll

Söll / Tramin

Unter uns, umgeben von frisch getriebenen Gewürztraminer Weinreben, die kleine Fraktion mit dem malerischen Kirchlein, dahinter der Kalterer See und darüber die angezuckerten Bergkuppen – ein nicht alltäglicher Ausblick.

Aussicht Kalterer See

Balance mit Blick zum Kalterer See

Direkt in Söll rund um der Kirche haben wir zwar keinen freien Blick auf den Kalterer See, aber wir wandern hinunter zum Hotel Plattenhof, hinter denselben hinaus bis zur Aussicht auf den See. Der wärmste aller Alpenseen breitet sich vor uns aus. Die Kleinen machen Balance-Übungen, die großen genießen die Aussicht.

Naturlehrpfad Tramin

Unter dem Hotel Plattenhof führt der Naturlehrpfad Tramin vorbei. Perfekt gepflegt vom rührigen Paul Obermaier führt der Pflanzen reiche Themenweg von Tramin herauf nach Söll, hinunter bis zum Seeweg und wieder zurück nach Tramin.

Wir entscheiden könnten also immer über den Naturlehrpfad entweder kurz und schnell rechts oder aber etwas länger in einer Dreiviertel Runde links zurück nach Tramin. Des Wandern noch nicht überdrüssig, entscheiden wir uns für links und marschieren den grünen Steig bis zum Kalterer Seeweg hinunter.

Wunscherschön frisch grun der Naturlehrpfad Tramin im Frühjahr

Wieder wird der Blick auf den See frei. Dieses Mal aus einer etwas tieferen Perspektive. Für uns heißt es nun dem Alpensee den Rücken zu kehren und gen Süden nach Tramin zu wandern. Immer wieder kommen wir an Namensschildern vorbei. Der Paul war fleißig, er hat unzählige Bäume, Sträucher und Gräser benannt. Anna hat Freude am Lesen und buchstabiert bereitwillig alle Beschriftungen.

Lehrreicher könnte ein Themenweg nicht sein: bei sportlicher Betätigung neben Lesen lernen auch die Flora der Heimat kennen lernen. Super.

Da Anna so brav war, wartet nun noch eine Überraschung.
„Wilsch afn Feschtplotz oi? Zem isch a Morkt.“
„Jo, jo, jo!“

Kunst-, Handwerk,- und Genussmarkt

Kunst-, Handwerk,- und Genussmarkt so nennt sich die Veranstaltung, welche heuer erstmal stattfindet. Circa 40 Aussteller stellen ihre Erzeugnisse aus den Bereichen Kunst, Handwerk und Genuss vor.

Skulptur aus Kettengliedern – Kunsthandwerksmarkt in Tramin

Da ist der Mayer Adolf (Pferdemayer) der es mit seinen mannsgroßen Traubenskulpturen aus Porphyrstein und seinen Weltkultur- und Männertraum-Kunstwerken aus tausenden zusammengeschweißten Hufeisen oder Kettengliedern zu einer lokalen Künstlerberühmtheit geschafft hat. Und da ist auch der Scartezini Harald, der alltagstaugliche Kunst fürs Haus und Hof erschafft und natürlich sich der Maffei Walter mit Seiner hohen Kunst des Masken Schnitzens.

Daneben gibt es Speck- und Käse direkt vom Produzenten.

Der Karl beim Korb flechten

Mir gefällt ganz besonders der Pfanzeltner Karl, der sich dem alten Handwerk des Korbflechtens verschrieben hat. Der Karl ist kein alter Mann, unter den Korbflechtern ist er mit seinen 45 Jahren sicherlich der Jungspund schlechthin. Tradition, altes Handwerk, das ist dem Karl wichtig. Seine Körbe macht er nicht aus Weidenruten, das wäre zu einfach. Er sucht Daumen dicke, in Saft stehende, Haselnussstecken. Die lässt er zuerst etwas ruhen und stellt sie dann einige Stunden in einen Wassertopf, damit sie biegsamer werden.

Kleine Körbe perfekt geflochten

Dann nimmt er die Stecken und biegt sie. Nicht übers Knie, er hat sich dafür einen speziellen Bock gebastelt. Mit Gefühl muss er die Stecken biegen. Sie dürfen nicht brechen, sie müssen nur so gespalten werden, dass sich die „Flechten“ vom Stecken abschälen. Vier Flechten kann der Karl so von einem Stecken lösen. Die müssen dann noch mit dem Messer geschnitzt und mit der Schabhobel gehobelt werden bis sie dünn und biegsam wie ein Band werden.

Die Böden mit den Rippen hat der “Bua“ vom Karl gefertigt. Heute hat der Karl verschiedene mit.

Mit Engelsgeduld flechtet der Karl Schicht um Schicht bis ein kleiner Obstkorb oder ein großer Buggelkorb entsteht. Den Obstkorb kann man heutzutage immer noch gut gebrauchen. Aber auch der Buggelkorb findet in der heutigen Zeit noch seinen Abnehmer. Der Krampus braucht den nämlich, damit er die bösen Kinder mitnehmen kann. Ja so ist das in der heutigen modernen Zeit. Fürs Zwetschgen-, Holz- oder Streb-Tragen braucht man keinen Buggelkorb mehr, aber für die bösen Buabn da muss sogar der moderne Krampus auf altbewährte Tragetechnik zurückgreifen.

Fotos Spaziergang Söll und Naturlehrpfad

Fotos Kunst-, Handwerk,- und Genussmarkt

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Willkommen im Urlaub in Tramin.

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