Schneeschuhwanderung auf die Seceda in Gröden

Wenn schon Schneeschuh wandern, dann aber in der richtigen „Location“, dann bitte im Herzen der Dolomiten, im schönen Grödnertal. Aber Lawinen gefährdet darf die Schneeschuhtour nicht sein! Ok, dann am besten in der Nähe der zahlreichen Grödner Skipisten, auf einem ausgewiesenen Schneeschuh Wanderweg. Als Südtiroler ist es ziemlich egal wie viele Auflagen man sich als Wintersportler definiert, man findet im Umkreis einer Stunde Autofahrt schlicht und einfach alles.

Bei recht bewölktem Himmel fahre ich mit dem Andreas ins bekannte Ladiner Tal.  Val Gardena so die italienische Bezeichnung und zugleich der Marketing strategische wichtigere Name.

Kabinen Umlaufbahn Col Raiser
Kabinen Umlaufbahn Col Raiser

Schon am Talanfang Stau! Glücklicherweise haben wir es nicht eilig. Im Schneckentempo geht es durch St. Ulrich (ital. Ortisei) hindurch, anschließend auf der Umfahrungsstraße um St. Christina herum, bis zur Talstation der Kabinenumlaufbahn Col Raiser. Das langsam Fahren war kein Schaden, denn so kommen wir genau zum Zeitpunkt an, als die Wolkendecke über uns aufreißt und klarer stahlblauer Himmel zum Vorschein kommt. Super!

Umlaufbahn Col Raiser – von St. Christina auf die Seceda

6 € Parkplatz, 14 € für eine einfache Fahrt mit der Kabinenumlaufbahn. Teuer? Kommt drauf an was man dafür bekommt. Und das ist so einiges! Die Umlaufbahn bringt uns 550 Höhenmeter hinauf bis zum Fuß der Seceda, einem – sowohl im Sommer als auch im Winter – wunderbarem Aussichtsberg. Für Fotografen ist die Seceda eine Fotohotspot par excellence. Eigentlich hatte ich eine kurze wenig steile Schneeschuhwanderung ohne Gipfelanstieg geplant. Aber der Andreas will unbedingt zum Gipfelkreuz der Seceda hinauf um über die nördliche Abbruchkante hinunter ins Villnösser Tal zu schauen.

Panoramaaussicht Seceda

Seceda und Geislerspitzen
Seceda und Geislerspitzen

Die Seceda (2519 m) hat zwei Gesichter. Südöstlich präsentiert sie sich als flach ansteigende Alm, während sie nach Norden und Westen steil und brüchig abstürzt. Aber nicht die Seceda an sich, ist hier das Highlight, sondern die Dolomitengranden welche sich hier im Herzen des Unesco Weltnaturerbes Dolomiten die Hand reichen. Links des mächtigen Langkofel sehen wir im entfernten Hintergrund bis zur Palagruppe hinunter, weiter vorne den Sellastock mit dem Piz Boè, weiter links im Vordergrund den Monte Stevia und den Col dala Pieres, weiter gegen den Uhrzeiger die mächtigen Geislerspitzen mit Fermada und Sass Rigais, dann den nördlichsten Dolomitengipfel den Peitlerkofel. Weiter geht die 360° Runde im Norden mit den Zillertaler Alpen, den Pfunderer Bergen, den Stubaier Alpen, den Ötztaler Alpen, der Ortlergruppe, davor im Vordergrund Außerraschötz, im Südwesten dem Schlern, dann der Seiser Alm, weiter links der Rosengartengruppe und zum Schluss mit dem Plattkofel der sich brüderlich an den Langkofel schmiegt.

Hier zu stehen ist einfach grandios! Wir können verstehen warum das Grödnertal Tal touristisch so überlaufen ist. Dieses überwältigende Bergpanorama will einfach jeder sehen. Klar, verständlich! Und dank der Aufstiegsanlagen von St. Ulrich und St. Christina ist das auch für jedermann möglich.

Das Gipfelkreuz auf der Seceda – ein geschnitzer Herrgott

Wir stapfen von der Bergstation Col Raiser bis zum Gipfelkreuz, mit dem schönen geschnitzten Herrgott, zu Fuß hinauf. 425 Höhenmeter, im Sommer auf den zickzackigen Wanderwegen recht gemütlich, heute im Schnee etwas anstrengender. Es lohnt sich. Erinnerungen an unsere Geislerumrundung werden wach. Buhh – das war eine lange Tour!

Ist etwas komisch wenn man als Schneeschuhwanderer verschwitzt am Gipfelkreuz ankommt und dann Scharren von unverschwitzten, Selfie schießenden, Skifahrern sieht. so ist das, wenn man einen Berg der mittels Aufstiegsanlage erschlossen ist, erklimmt. Uns macht das nichts aus, im Gegenteil, fröhlich zufriedene Menschen anschauen, das macht Freude.

Ski fahren, Snowboard fahren, Lift fahren

Wir bestaunen den Skizirkus, bewundern das Bergpanorama, danken Gott an den „richtigen“ geographischen Weltkoordinaten das Licht der Welt erblickt zu haben und machen uns alsdann mit unseren Schneeschuhen auf, hinunter zur Trojer Hütte.

Von dort aus sollte es hinüber zu Pieralongia Hütte gehen, an welcher die geplante Schneeschuhroute vorbei führt. Wir müssten einen nicht gespurten Hügel erklimmen. Keine gute Idee. Wir entscheiden uns südlich den Pieralongia Hügel zu umwandern und dann auf den Schneeschuhwanderweg zu kommen.

Schneeschuhwanderweg Genuss Runde

Schneeschuhwandern im Herzen der Dolomiten
Schneeschuhwandern im Herzen der Dolomiten

Das klappt hervorragend und wir können nun recht gemütlich in fast unberührten Natur unterhalb der imposanten Geislerspitzen Richtung Osten marschieren. Knirschender Schnee unter uns, funkelnde Schneekristalle rund um uns, wow, was für ein herrliches Gefühl.

Der gespurte Schneeschuhweg biegt nun leicht rechts ab. Wir stapfen, mit dem Langkofel im Blickfeld, zur Cislesalm Richtung Regensburger Hütte hinunter.

Apfelstrudle mit Dolomitenblick
Apfelstrudle mit Dolomitenblick

Obwohl nur circa 1,5 Kilometer Luftlinie vom Skizirkus entfernt, hat das Alpenverein Schutzhaus Regensburger Hütte (2037 m) jetzt im Winter geschlossen. So dicht beieinander liegen hier in Gröden Tourismustrubel und stille Abgeschiedenheit. Die Hütte dient im Sommer als beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen und Klettertouren in die Geisler- und Puezgruppe. Wir legen eine kurze Rast ein und genießen die Sonne auf einer Bank vor der Hütte.

Von der Regensburger Hütte führt ein recht flacher, nur zum Schluss wenig ansteigender Wandersteig hinüber zur Bergstation Col Raiser. In 20 min ist dieses Wegstück geschafft.

Bei der Bergstation Col Raiser gönnen wir uns Kaffee und Kuchen, genießen zum wiederholten Male den majestätischen Dolomitenblick und machen uns dann an den Abstieg.

Abstieg nach St. Christina

Abstieg zur Talstation der Col Raiser Umlaufbahn
Abstieg zur Talstation der Col Raiser Umlaufbahn

Die Wanderkarte ist nicht sehr hilfreich. Jetzt im Winter ist trotz roter Linie auf der Karte, in Natura kein Steig zu sehen. Wir halten uns darum lieber an den Skipisten und marschieren an deren Rand, zuerst zur Gamsblut Hütte hinunter. Wir wissen nicht so recht, ob wir uns auf für Schneeschuhwanderungen erlaubtem Gelände befinden. Hmm… Zuerst recht oft am Pistenrand, dann glücklicherweise auf einem Weg, der nicht von Skifahrern genutzt wird und zum Schluss wieder über die Piste, geht es so bis zur Talstation der Umlaufbahn Col Raiser hinunter.


Hinweis

Achtung ich bin mir keinesfalls sicher, ob der letzte Teil sprich der Abstieg für Winterwanderer in dieser Form erlaubt ist, darum bitte selbst recherchieren bevor blindlings nachgewandert wird!


GPS-Track Schneeschuhwandern in Gröden

GPX-Track , Position: -km, -m GPX

50 100 150 200 5 10 15 Entfernung (km) Höhe (m)
Keine Höhendaten
Name: Keine Daten
Entfernung: Keine Daten
Minimalhöhe: Keine Daten
Maximalhöhe: Keine Daten
Höhengewinn: Keine Daten
Höhenverlust: Keine Daten
Dauer: Keine Daten

Fotos Schneewanderung Val Gardena

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