Schneeschuh wandern in Gröden: auf die Raschötzer Alm

„Bhooo, isch dei schnell!“ Die beste Ehefrau von allen und ich sind die Mendel-Standseilbahn gewöhnt, aber die Standseilbahn Raschötz (Resciesa) ist ein ganz anderes Kaliber. Zumindest bzgl. der gefühlten Geschwindigkeit mit der sie uns von St. Ulrich in Gröden in nur 8 Minuten um 818 Höhenmeter höher zum Eingang der Naturparks Puez-Geisler (seit 2009 UNESCO Weltnaturerbe) bringt.

Gipfelkreuz Außerraschötz
Gipfelkreuz Außerraschötz

Die meisten Mitfahrer sind Rodler, welche die 6 km lange, heute nur bis zur Mittelstation der Standseilbahn befahrbare, Rodelpiste nutzen möchten. Wir beide sind mit den Schneeschuhen unterwegs.

Auf der Bergstation angekommen, genießen wir kurz den Ausblick auf das Grödnertal mit seiner eindrucksvollen Bergkulisse (Langkofel, Sella) bevor wir uns von den Rodlern trennen und rechts abbiegen in Richtung Cason Alm. Die Schneeschuhe haben wir noch nicht umgeschnallt und so werden wir in den 5 Minuten – solange braucht man bis zur Cason Alm – immer wieder daran erinnert, wie viel leichter das Schneewandern mit den rutschfesten Gehhilfen ist.

Der Cason Alm schenken wir nicht viel Beachtung und stapfen weiter bis zum Wetterkreuz auf einem kleinen Joch. Eine Bank lädt uns zum Ablegen der Rucksäcke ein, sodass wir frei von der Last die Schneeschuhe umschnallen können.

360° Foto vor dem steinernen Turm auf dem Raschötz
360° Foto vor dem steinernen Turm auf dem Raschötz

Ab jetzt folgen wir einer Schneeschuhspur, welche uns abseits der markierten Steige aber gut sichtbar in westlicher Richtung zuerst etwas ansteigend durch den Wald, dann nur mehr leicht ansteigend durch baumfreies Gelände mehr oder weniger am Kamm, welcher eher wie ein Plateau ausschaut, in Richtung Gipfelkreuz Mont Dedora (Außerraschötz) bringen soll.

Links unseres Weges fällt das Gelände sehr flach in Richtung Gröden ab, während es rechts des Weges steil ins Villnösser Tal abreißt. Vor allem der Ausblick auf die hinter uns liegenden Geisler-Spitzen mit der höchsten Spitze, dem Sass Rigais (3025 m), beindruckt. Die Odles, wie die Geisler von den Grödner genannt werden (Odles bedeutet übersetzt Nadeln), bestehen, wie der Name schon sagt, aus vielen Nadeln die gen Himmel streben.

Geisler mit Sass Rigais
Geisler mit Sass Rigais

Westlich des Sass Rigais sehen wir den Secedaberg (2518 m), der von der Grödner Seite mit einem Skilift und einer Piste erschlossen ist. Weitere Spitzen sind die Pana Scharte (2447 m), Untere Fermeda, Obere Fermeda (2568 m) auch Broglesspitze oder Rotwand genannt, Kleiner Fermedaturm (2814 m), Großer Fermedaturm (2873 m), Villnösser Turm (2834 m), Odla de Cisles (2780m), Gran Odla (2832 m), Villnösser Odla (2800 m), die steile und enge Odles Scharte, der Sas de Mesdi (2762 m) und der Bergvorsprung Cumedel (2755 m).

Östlich vom Sass Rigais zeigen die Große (3025 m) und Kleine Furchetta und der Torkofel (Sas dla Porta) (2970 m) himmelwärts. Ein enger Bergschlitz trennt sie vom Sas Rigais. Sie rahmen das sagenumwobene Wasserrinnental nördlich und östlich ein. Die letzten Nadeln sind dann noch die Geislerspitzen mit der Odla de Valdusa (2936 m) und dem Wasserkofel (Sas dal Ega) (2924 m).
Natürlich ist auch der Ausblick auf die Sellagruppe, den Langkofel, die weit in südlicher Ferne liegenden Brenta Dolomiten und rechts davon auf die Ortlergruppe nicht zu verachten, aber hier am Rande des Villnössertales konzentriert man sich natürlich geistig auf die Geislerspitzen.

Inzwischen sind wir an einer Stelle mit Tiefblick ins Villnössertal angekommen und beschließen eine kurze Fotopause einzulegen. Die beste Ehefrau von allen legt sich auf einem schneefreien Stein in die Sonne, ich fotografiere. Neben uns ein Paar; der Mann kommt mir irgendwie bekannt vor.

360° Foto Raschötz
360° Foto Raschötz

360° Foto im Kasten, zwei Orangen leichter stapfen wir weiter in Richtung Gipfelkreuz Auserraschötz. „Mir losn enk fir.“ „Danke.“ Hmm… jetzt kommt mir auch noch die Stimme vertraut vor.
„Kimp dir nit fir, dass dear dem Heini gleicht? Isch es vielleicht der Seppl Marmsoler?“ „Ma, a bisl gleicht er im schun.“

Den Gipfel ziert ein gewaltiges Kreuz mit einem noch gewaltigeren übergroßen leidenden Christus. Der Wanderer soll hier wahrscheinlich unmissverständlich daran erinnert werden, dass er sich in Gröden im Eldorado der Holzschnitzerei befindet. Ich kann nur sagen: gewaltig, imposant, durch die herrliche Bergkulisse optimal unterstrichen.

360° Foto Gipfelkreuz Raschötz
360° Foto Gipfelkreuz Raschötz

Scheinbar ist das Gipfelkreuz gleichzeitig der Startpunkt der Rodelbahn, denn wir befinden uns jetzt inmitten von Menschenmassen. Auch darum halten wir uns nur kurz auf und steigen in Richtung Kapelle Plan dl Crist / Heiligkreuz ab.

Der mir bekannt vorkommende Mann ist stehen geblieben, plaudert mit einer Frau, während seine Gefährtin voraus gegangen ist. Die beste Ehefrau von allen schnappt beim Vorbeigehen das Wort Zirkus auf.

„Ok, nor isch er’s“. Wir holen die Frau ein. Ich spreche sie an. „Seits es die Marmsoler?“ „Ja“ „I bin a Bua va dr Resi, fan Heini.“ Ich plaudere mit der Frau übers Wandern, die beste Ehefrau von allen mit dem Mann, der uns inzwischen eingeholt hat, über die Schule und den Artistenzirkus, anschließend gehen wir noch gemeinsam ein Stück des Weges bis zur Schutzhütte Utia de Rescìesa / Raschötzhütte / Rif. Raschiesa bevor wir beide geradeaus in östlicher Richtung zur Bergstation der Standseilbahn hinüber wandern, während der Bruder meines Stiefvaters und seine Frau zu Fuß gen Grödner Talboden wandern.

Bergstation Standseilbahn Raschötz
Bergstation Standseilbahn Raschötz

Bei der Bergstation angekommen haben wir eine so kurze Wanderung wie selten hinter uns, aber da die beste Ehefrau von allen heute nicht fit ist, ich einen riesigen Hunger habe und wir zufällig eine gerade frei gewordene Sitzgelegenheit in der Sonne ergattern, machen wir es uns bei einem Hefe, Spiegeleiern mit Speck und dem obligatorischen heißen Tee gemütlich.

Ein wenig sinnieren wir darüber, warum wir eigentlich so blöd sind und immer nur an die Arbeit denken, anstatt öfter mal die Heimat, die Natur, die Bergwelt zu genießen. So richtig bringt uns das aber nicht weiter und so lassen wir uns lieber von der Sonne streicheln bis uns schließlich ein Baumwipfel die warmen Strahlen verwehrt.

Die Talfahrt mit der Standseilbahn hinunter nach St. Ulrich gestaltet sich gleich unproblematisch wie die Bergfahrt und so kommen wir um ??? im nunmehr komplett schattigen St. Ulrich / Ortisei an.

Circa 50 Euro leichter (25 Euro Hin- und Rückfahrt für 2 Personen, 21,5 Euro großes Hefe, Spiegelei mit Speck und heißer Tee) sind wir. Gröden ist nicht nur bzgl. Bergkulisse NICHT „billig“! Das soll als Kompliment verstanden werden 😉 .

GPS-Tour der Schneeschuhwanderung auf dem Raschötz

Inklusive Fahrt Standseilbahn Raschötz.

Fotos Raschötz, Geisler, Gröden Villnöss

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2 thoughts on “Schneeschuh wandern in Gröden: auf die Raschötzer Alm”

  1. Die Dolomiten, aber vor allem die Dolomiten in Gröden haben es mir angetan. Fast jährlich fahren wir nach Gröden um die vielfalt der Dolomiten dort zu genießen. Jedes Jahr ist es anders!
    Schneeschuh Wandern und Skitouren gehen gehört zu unseren Favoriten in Gröden, von der Seceda bis hin zur Raschötzalm gibt es wunderbare Touren. Zudem habe ich auch das Perfekte Hotel für den Urlaub in Gröden gefunden…

    LG Alexander

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