Schneeschuhwanderung von Ronzone über die Regole-Wiesen bis hin zum Gantkofel

Ronzone, das erste, nein das zweite Dorf hinter der Mendel kann mit einem größeren Langlaufskigebiet aufwarten. Dort will ich meine neuen Bergschuhe testen. Nein, nicht mit Langlaufen, sondern mit Schneeschuhwandern natürlich! Wir müssen zur Fraktion Regole, genauer gesagt zu den Regole Wiesen an der Umfahrungsstraße von Ruffrè fahren, denn wir möchten vom Rifugio Scoiattolo bis zum Gantkofel gehen.

Die Alpenstadt Bozen mit Schlern und Rosengarten im Hintergrund Standpunkt Gantkofel).
Die Alpenstadt Bozen mit Schlern und Rosengarten im Hintergrund Standpunkt Gantkofel).

Anreise mit Hindernissen

Da wir den Weg nicht kennen, verlassen wir uns auf mein GPS. Schnell stellt sich heraus, dass mein Wander-GPS kein gutes Autonavi ist. Es möchte uns über einen stark eingeschneiten und vereisten Feldweg führen. Das geht natürlich nicht. Also suchen wir einen Parkplatz und machen uns zu Fuß auf zu unserem Startpunkt. Insgesamt bedeutet das eine Verlängerung der geplanten Strecke um mehr als 5 km. Ob sich das zeitlich ausgehen wird? Egal, Lampen haben wir mit.

 

Wir sind heilfroh, die spitzen Stifte an unseren Schneeschuhen zu haben, denn der Weg ist teilweise völlig vereist. Trotzdem schreiten wir, Uwe und ich voraus, der Richtungsangabe des GPS Geräts folgend, recht zügig unserm Startpunkt entgegen. Die beste Ehefrau von allen und Irene bleiben dabei etwas hinten.

Nach 2,5 km und 30 min erreichen wir das weitläufige Langlaufzentrum Regole. Ups, da stehen aber viele Autos auf dem Parkplatz. Da muss es scheinbar noch einen anderen Zufahrtsweg geben. Dumm gelaufen…

Endlich am Startpunkt bei dem Langlaufzentrum Regole

Nun verlassen wir die Regole Wiesen und schreiten unterhalb des Gasthauses Falchetto über den Wanderweg Nr. 514 in nördlicher Richtung dem Gantkofel entgegen. Die Schneeschuhwanderung erweist sich zuerst als relativ einfach, doch bald ist der Weg nicht mehr breit ausgetreten, sondern nur noch schmal gespurt.

Im Gänsemarsch müssen wir weiter. Aussicht kann man hier keine genießen, denn wir befinden uns mitten im Wald. Und als hätte es heute nicht schon einen schwierigen Start gegeben, geben die Batterien des GPS schon nach 20 Minuten auf.  (Den restlichen Teil der GPS-Daten, werde ich wohl von jemandem stehlen müssen!)

Hoffentlich ist der Weg gut beschildert. Fehlanzeige! Vor uns eine Abzweigung. Der Uwe ist für rechts, ich eher für links. Wir halten uns links und – haben Glück. Eine Markierung zeigt uns an, dass wir scheinbar richtig sind. Doch wo werden wir uns jetzt wohl genau befinden? Kaum ausgefallen beginnt uns der digitale Wanderführer schon zu fehlen.

Bis hierher ist die Schneeschuh-Tour durch den Sedruna Wald ziemlich eben. Trotzdem ist das Stapfen im tiefen Schnee recht anstrengend und nach einiger Zeit auch eher monoton. Und irgendwie spüre ich an der rechten Ferse ein leichtes Brennen. Ob es eine gute Idee gewesen ist, die neuen Bergschuhe mit einer 20 km Tour einzuweihen?

Endlich erreichen wir die Lichtung Bait del Prinz. Hier könnte man recht abbiegen und zum Penegal hinauf stapfen. Das heißt wir sind noch ziemlich weit vom Gantkofel entfernt. Es hilft nichts: Wir müssen weiter. Nach 10 min beschließen Irene und Uwe zu rasten und etwas zu essen. Sie sind am Überlegen, die Tour an dieser Stelle abzubrechen.

Die beste Ehefrau und ich wenden uns indes dem nun steiler werdenden Schneeschuhpfad zu. Mittlerweile muss ich die Zähne zusammen beissen, denn die rechte Ferse tut ordentlich weh und so langsam beginnt auch die linke zu meckern. Blasenpflaster wären jetzt nicht schlecht. Doch leider sind im Rucksack keine drinnen. Bis heute haben wir die ja glücklicherweise auch nie gebraucht.

Zumindest ist nun der Weg nicht mehr so monoton, viel schöner als auf dem ersten Stück, aber auch um einiges anstrengender. Die Wegkreuzung, die nun rechts von uns liegt, führt auf den Weg, auf dem man über die Fugglauer Scharte nach Eppan gehen könnte. Doch bei den aktuellen Schneeverhältnissen ist es nicht ratsam, diese Richtung einzuschlagen.

So langsam beginne ich zu denken: Sind wir nicht bald da?

Der Weg zieht sich gnadenlos in die Länge. Abermals erreichen wir eine Abbiegung nach rechts. Hier könnte man über die Kematscharte nach Buchwald absteigen. Wir aber gehen natürlich gerade aus dem Gantkofel entgegen.

Vor uns eine Wiese mit einer kleinen Hütte, dahinter scheint der höchste Punkt erreicht zu sein. Schaut so aus, als ob das Ende so langsam in Sicht wäre. Doch weit gefehlt. Wir befinden uns jetzt kurz vor der Großen Scharte, welche wir bereits von unserer Sommerwanderung zum Gantkofel kennen.

Von jetzt an wird es also noch gute 20 Minuten dauern, bis wir den Gantkofel bezwungen haben. Dafür können wir aber auf der linken Seite zum ersten Mal einen weiter reichenden Ausblick genießen; und zwar hinüber zu den Brenta Dolomiten.

Am Gantkofel

Nach 10 km und circa 3 Stunden Fußmarsch kommen wir am Gipfelkreuz des Gantkofels an. Und ich kann sagen: Es hat sich gelohnt. Obwohl die Schneeschuhwanderung selbst wenig aussichtsreich ist, überzeugt das Ziel mit einem fantastischen Rundblick. Über die Westseite des Etschtals breiten sich bereits die ersten Schatten aus, während die Ostseite und der Gipfel noch im Sonnenlicht baden. Trotzdem friert sich die beste Ehefrau von allen in der Zeit, die ich zum Fotografieren brauche, Finger, Zehen und Gesäss ab.

Winterausblick vom Gantkofel nach Meran und Bozen.
Winterausblick vom Gantkofel nach Meran und Bozen.

Wir essen eine Kleinigkeit und bleiben in Bewegung, um nicht komplett einzufrieren. Ich überlege kurz, mir meine spürbar wunden Fersen anzuschauen, lasse den Gedanken aber sofort wieder fallen.  Nicht wissen ist in diesem Fall sicher besser. Also weiter die Zähne zusammenbeissen!

45 min sind wir hier und hören plötzlich Stimmen. Scheinbar haben Uwe und Irene sich dafür entschieden, die Tour nicht abzubrechen. Und wirklich: Sie sind es.

Zusammen mit Uwe schaue ich mir die Wetterstation an, bevor wir den Rückweg antreten. Es ist höchste Zeit, auch hier am Gantkofel ist die Sonne inzwischen beim Untergehen. Die beste Ehefrau von allen friert. Das ist nicht gut für meine wunden Fersen. Denn frieren heißt bei der besten Ehefrau von allen: laufen!

Ich muss mich extrem zusammennehmen, um Schritt halten zu können. Und mehr gibt es über den Rückweg dann auch schon fast nicht mehr zu sagen. Nach etwas mehr als 2 Stunden erreichen wir in der Dunkelheit die Fraktion Regole (Regole Wiesen) und müssen nun mit eingeschalteten Stirnlampen noch die 30 min über den vereisten Weg zurück bis zum Parkplatz an der der Umfahrungsstraße von Ruffrè.

Um 18.00 Uhr starten wir nach Hause und um 19.00 kann ich endlich aus den neuen Bergschuhen heraus und mir meine Fersen ansehen. Doch diesen Anblick hätte ich mir gern erspart. Beide Fersen weisen circa 5 mm tiefe und 4 cm im Durchmesser messende Löcher auf. Jetzt da ich das sehe, kann ich fast nicht mehr gehen. Da werde ich wohl eine längere Wanderpause einlegen müssen…

GPS-Daten der Tour Ronzone / Ruffre – Gantkofel (nur Hinweg, Rückweg gleich)

Fotoimpressionen Schneeschuhwanderung Gantkofel

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