Mit der Rittner Bahn zu den Erdpyramiden

„Eine Zugfahrt die ist lustig, eine Zugfahrt die schön!“ und „Versprochen ist versprochen und wird nicht gebrochen!“ Dies sind die zwei Gründe warum wir heute in Oberbozen vor dem historischen Triebwagen der Rittner Bahn stehen.

Rittner Bahn

In der Rittnerbahn

Wir steigen ein und setzen uns auf die rechte Sitzreihe, denn ich weiß, die Rittner Panoramabahn bietet einen herrlichen Ausblick nicht nur auf das Rittner Hochplateau, sondern auch – zu unserer Rechten – auf die Dolomiten.

Schuhe ausgezogen, auf die Sitzbank hinauf gestiegen und nun mit dem Gesicht an der Fensterscheibe klebend – Anna ist begeistert! Das „Pfiff-Pfiff“ des „Rittner Bahnls“ entlockt ihr jedes Mal al ein lauthalses Lachen. Dem Tati gefällt es, wenn sein Mädl lacht, er ist zufrieden mit sich und der Welt.

Die metersprurige Schmalsspurbahn schafft erstaunlich enge Kurven. Ich bin ganz erstaunt.

Der Führerstand des Esslinger Triebwagens

Von Oberbozen geht es vorbei an den Bedarfshaltestellen Linzbach und Rinner nach Wolfsgruben und weiter nach Lichtenstern. Hier befindet sich eine Ausweiche. Der uns entgegen gekommene Zug besteht aus einer modernen Lokomotive mit einem Wagon. Wir sind total froh, dass wir zufällig in der richtigen Bahn, im Esslinger Triebwagen, gelandet sind. Die Panoramasicht ist zwar die gleiche wie bei den neueren Bahnen, aber das Bahnerlebnis ein ganz anderes. Noch schöner wären sicherlich der Triebwagen 105 „Alioth“ gewesen, aber ob der bei normalen Fahrten überhaupt fährt weiß ich nicht.

Die Zugführer wechseln, d.h. unsriger steigt auf de neuen Zug um und der andere kommt in unseren herein. Komisch. Vielleicht weil alle Zugführer mit dem alten, historischen Triebwagen fahren wollen?

Nachtrag: Mittlerweile hat mir eine Rittnerin erklärt warum die Lokführer tauschen. Das wird scheinbar gemacht, damit die Lockführer nicht vergessen auf den entgegen kommenden Zug zu warten. Denn die Rittnerbahn hat nur eine Spur und nur die eine Ausweiche bei Lichtenstern. Würden die Lokführer bei Lichtenstern nicht warten bis jeweils der entgegen kommende Zug auch da ist, dann würden die beiden Züge frontal aufeinander prallen. Aha, ist ja sehr beruhigend. Dann hoffe ich mal dass die Herren Lokführer nie vergessen den Zug zu wechsel 😉

Noch schnell die schönen Buchstaben auf dem Bahnl lesen

Weiter geht die lustige Zugfahrt vorbei an den Haltestellen Rappersbichl, Ebenhof und Weidacher bis nach Klobenstein. Bei der Schranke vor Klobenstein stehen Bahnbedienstete. Scheinbar hat sich die Schranke nicht geschlossen. Wir kommen trotzdem pünktlich in Klobenstein an und sind ein wenig wehleidig, dass das Zugerlebnis nun schon vorbei ist.

Vor dem Klobensteiner Zugbahnhof testet Anna die metallerne Ziege als Reittier. Auch ganz lustig, aber im Gegensatz zur Rittner Schmalspurbahn relativ statisch!

Route Rittner Bahn

Rittner Erdpyramiden

Wanderschilder mit der Aufschrift „Erdpyramiden“ weisen uns den Weg. So ganz stur den Wegweisern folgen ist nicht das meinige. Darum wandern wir mitten durch Klobenstein hindurch und marschieren erst nach dem Rittner Dorf der Beschilderung Erdpyramiden entlang. Der Pyramidenweg führt wenig spektakulär entlang der Rittner Straße nach Lengmoos und dann weiter Richtung Maria Saal. Nach einem Cafe dürfen wir den Gehsteig der Straße verlassen umd rechts in einen Wanderweg einbiegen.

Eine Herde Ziegen weckt die Aufmerksamkeit der Kleinen. Was sind schon Erdpyramiden wenn man echte Ziegen streicheln kann! Wir brauchen gute zehn Minuten um Anna von den Vierbeinern los zu eisen.

Blick von der Aussichtsplattform hinüber zu den Rittner Erdpyramiden

Ups, vor uns ist der Wanderweg  weggebrochen.  Kein Problem, denn die Rittner haben aus der Not eine Tugend gemacht und einen tollen Holzsteg mit Aussichtsplattform errichtet, um das den Naturgewalten zum Opfer gefallene, Wegstück zu überbrücken.

Die Erdpyramiden können von hier aus zwar nicht so hautnahe wie jene von Oberbozen, aber dennoch gut, bewundert werden. Die Mittelberger St. Nikolaus Kirche, die Dolomitengipfel der Geislerspitzen und der Grödner Alm Raschötz im Hintergrund geben den Erdsäulen mit Steinhut eine malerische Alpen-Umrahmung.

Was für ein Ausblick: die Rittner Erdpyramiden

Wie machen uns über die mitgebrachte Rucksack-Jause her. Anna hat ihr Proviant von der vollen Wasserflasche, über die belegten Brote, bis hin zum frischen Apfel alles selbst geschleppt. Ein richtiges Tiroler Madl hat genug PS um das zu packen und wenn es dann am Ziel angekommen ist, dann schmeckt die Tiroler Mahlzeit um so besser 🙂

Wahrscheinlich der Tourismusverein Ritten, hat am Geländer der Aussichtsplattform einen Behälter mit Erpyramiden Postkarten angebracht. Wir nehmen dreie heraus und Anna schreibt ein Kartl an den Hannes, eines an den Lorenz und eines – an sich selber. Die beste Mami von allen muss ihr zwar jeden Buchstaben einzeln ansagen aber was solls. Für ein dreijähriges Tiroler Madl ist das Schreiben einzelner Buchstaben schon ganz ordentlich. Ist ja kein Madl aus der Stodt, sonder nur a Madl vom Lande… So entstehen Buchstabe für Buchstabe – trotz teilweise versagendem Kugelschreiber – Grüße von den Rittner Erdpyramiden.

Einen Gruß von den Rittner Erdpyramiden aufgeben

Ein Briefkasten neben dem Ständer der Postkarten suggeriert, dass der Gruß willige Wanderer seine Botschaft hier – trotz fehlender Briefmarke (wer hat schon beim Wandern eine Briefmarke mit dabei?) einwerfen könne. Wir sind gespannt ob sich der Tourismusverein Ritten uns Briefmarken lose Erdpyramidenbesucher erbarmt und das Porto spendiert 🙂

Maria Saal

Immer wieder dürfen wir zu den Erdpyramiden hinüber schauen

Der Rucksack ist leer gegegessen, theoretisch würden wir nun umkehren. Doch die beste Mami von allen hat über den Erdpyramiden etwas entdeckt. Da muss sie unbedingt rüber! Was hat sie entdeckt? Eine Wallfahrtskirche! Die beste Mami von allen kommt an keiner Kirche vorbei und wenn es noch dazu eine Wallfahrtskirche ist, dann wird auch gut und gerne ein Umweg in Kauf genommen.

In der Wallfahrtskirche Maria Saal am Ritten

Ok, auf geht es. Entlang des Pyramidenweges geht es über den Finsterbachgraben hinüber nach Maria Saal. Die Wallfahrtskirche Maria Saal wurde von den Rittner Bauern errichtet, als Gebetsort gegen Trockenheit und Dürre. Anna und die die beste Mami von allen nutzen sie zum Anzünden einer Kerze. Die eine weil es ihr Spaß macht ein Kerzlein anzuzünden, die andere weil sie mit dem Kerzen anzünden ihren Glauben verbindet.

Fennpromenade

Spaziergang über die Fennpromenade in Klobenstein

Von Maria Saal aus wandern wir den Pyramidenweg zurück bis nach Lengmoos. Dort angekommen weist ein Wegweiser link ab in die Fennpromenade hinein. Das ist zwar bzgl. unseren Rückweges zum Zugbahnhof Klobenstein ein kleine Verlängerung, aber der Spaziergang über die Fennpromenade ist ungleicher ruhiger und aussichtsreicher als die Wanderung entlang der Rittner Straße.

Rückfahrt mit der Rittner Bahn

Das frische Grün der eben gesprossenen Buchenblätter funkelt über unseren Köpfen. Sitzbänke entlang des Waldweges laden zum Rasten ein. Wir haben dafür leider keine Zeit. Um 14.10 Uhr fährt die Rittner Bahn von Klobenstein ab. Sie fährt zwar alle halbe Stunde, somit entsteht für normale Wanderer kein Stress, aber ich habe einen Termin in Oberbozen. So müssen wir leider recht zügig die Fennpromenade durchschreiten um anschließend durch Klobenstein hindurch pünktlich hinauf zur Rittner Bahn zu gelangen.

GPS Track Fahrt mit der Rittner Bahn und Wanderung zu den Rittner Erdpyramiden und zur Wallfahrtskirche Maria Saal

Fotos Rittner Bahn, Erdpyramiden, Maria Saal, Fennpromenade

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