Rad fahren und wandern – eine Osterrunde von Tramin über Kurtatsch nach Penon

Rad fahren und wandern gleichzeitig, geht das? Simultan ist es etwas schwierig, aber hintereinander, das geht!

Kastelazweg

So fahren wir über den jetzt im Frühling herrlich blühenden, mit frischen Trieben durchleuchteten, Kastelazweg von Tramin nach Kurtatsch. Vorbei an einem Trickwasser-Brunnen, an aufgestocktem Meterholz, einem Steinmann und ab und zu einen Rückwärtsblick auf das Weindorf Tramin erhaschend, sind wir schnell, fast zu schnell, in Kurtatsch.

Unterwegs auf dem Kastelazweg mit dem Fahrrad

Auf dem Parkplatz bei der Grundschule tauschen wir den Drahtesel mit Schusters Rappen, wir ketten das Fahrrad am Parkplatz an und wandern nun zu Fuß über den Hauptmann Schweiggl Platz, dann die Endergasse und Angela-Nikoletti-Straße bis zum Beginn des Kurtatscher Weinlehrpfades hinunter.

Weinlehrpfad Kurtatsch

Dieser Weinberg Themenweg, der erste seiner Art in Südtirol, führt uns mitten durch die hügelige Reblandschaft der Kurtatscher. Obwohl Anna nicht zum ersten Mal hier ist, schafft sie es dennoch an keiner einzigen Amphore vorbei zu gehen, ohne den Stöpsel ziehen zu müssen und am ausströmenden Weinduft schnuppern zu wollen. Das Wein-Bukett-Ratespiel macht ihr immer noch richtig Spaß, auch wenn sie mittlerweile einen kleineren Teil der Aromen schon vor dem Schnuppern auswendig weiß. Oder hofft sie insgeheim, dass aus einer der zahlreichen Amphoren eine Osterüberraschung springen wird? Es ist Ostersonntag, wer weiß… Ich selbst bin zwar öfters als Anna hier am Themenweg gewesen, aber auswendig weiß ich immer noch bei keiner einzigen Station, welche Duftnote sie eingeschlossen hält. Darum ist auch für mich, das Riechen an den Stöpseln der Amphoren, immer noch reizend.

Die tonernen Amphoren am Weinlehrpfad Kurtatsch

Ab der Überquerung des Breitenbaches steigt das Gelände. Ein kurzer, aber deftiger Anstieg lässt uns einige Höhenmeter gewinnen und verhilft uns dadurch zu einem ansehnlichen Dorf- und Talblick. Neben einer großen Sitzbank steht eine Informationstafel. Sie thematisiert überraschend kritisch den Etsch Talboden:

Die Etschebne

Eine vielfältige Kulturlandschaft mit Äckern – vor allem mit „Türgg“, für den täglichen Plent – Wiesen-, Obst- und Weingärten prägte bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts den Talboden.

Danach verursachte die unaufhaltsame Ausbreitung der intensiven Obstmonokultur auch das Verschwinden der letzten Aureste. Nicht zufällig stehen inzwischen 80% der ursprünglichen Fauna des Talbodens auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten.

Wir hangeln uns von Amphoren-Duftstation zu Amphoren-Duftstation. Dann eine kurze 20 m Passage und schon haben wir das Blickfeld Kurtatsch zugunsten der Panoramasicht Entiklar-Margreid verlassen. Der herrliche intensivfarbige Blick malt Frühling in unser Herz.

Frühlingshafter Blick auf Margreid

Nun gilt es das bewaldete, tief in die Landschaft einschneidende, Bachbett des Aubaches zu durchschreiten. Es geht einige Treppen hinunter bis zu einer Brücke. Anna will ihrem mitgebrachten Osterhasen das spritzige Wasser zeigen. Die gerade eben verlorenen Höhenmeter müssen wir, abermals über Treppen, wieder gewinnen. So kommen wir nun auf den Mühlenweg und schreiten wenige Schritte weiter bis zum Beginn des abwärts verlaufenden Franz-von-Frenner-Weges.

Ein Blick hinunter in den Aubach

Eine Informationstafel über Franz von Frenner steht am Wegesrand:

Franz von Frenner

Der General und Feldmarschall wurde in Fennberg geboren. Er kämpfte mit höchsten Auszeichnungen in Österreich, Deutschland, Italien, Frankreich, den Niederlanden und befreite 1830 Süd-Tirol von Napoleons Regno d‘Italia. 1816 gründete er mit seinen Frenner-Jägern die ruhmreiche österreichische Elitetruppe der Tiroler Kaiserjäger. Er ruht im Kaiserjäger Ehrenmal am Bergisel.

Wow, welch große Helden das kleine Fennberg doch hervorgebracht hat!

Kofelweg nach Penon

Nun verlassen wir den Weinlehrpfad, denn wir wollen nicht den Franz-von-Frenner-Weg hinunter, sondern über den Kofelweg nach Penon hinauf. Anna hofft nämlich, dass der Osterhase auch bei der Oma vorbeigeschaut hat oder schauen wird!

Auf dem Kofelweg

So marschieren wir entlang des wenig befahrenen, für eine Straße doch sehr steilen, Weges, hinauf, genehmigen uns widerrechtlicher Weise (die empfohlene Route mit dem downloadbaren Gps Track macht das nicht!) eine ordentliche, aber deftige, weil noch steilere, Abkürzung durch die „Leitn“ Penons und werden bald mit einem grandiosen Rückblick hinunter auf das Weindorf Kurtatsch belohnt.

Durch die weinberge Penons mit Rückblick nach Kurtatsch

Die Penoner Eislöcher

Penon ist erreicht, das Haus der Oma auch und die große Suche nach dem Osterhasen beginnt.

Zeitsprung…

Die Oma fragt, ob wir vor dem Rückweg noch einen kurzen Penon Spaziergang schaffen? Natürlich!

Wir steigen hinter Omas Haus bis zum Ende des Lahnsteiges und den Beginn des Römerweges auf, biegen nun links ab und folgen der Straße In-der-Wies bis zum Plattenhof. Das ist gleichzeitig der Wanderweg Nr. 7 der hinauf nach Unterfennberg führt. So weit wollen wir nicht, wir wollen nur eine kurze Runde um Omas Haus „drehen“. Zum Glück kennt die Penoner Oma einige nicht offizielle Schleichwege. So schaffen wir es querfeldein hinunter zu einem der Penoner Kaltluftlöcher. Bei Kaltluft denkt jeder Südtiroler sofort an die Eppaner Eislöcher. Doch auch in Penon gibt es sie, z.B. beim Sulzhof. Wir kommen bei diesem Eisloch vorbei. Die schlauen Penoner haben es ummauert, sodass sie nun einen energetisch perfekten Kühlraum haben. Sie nennen ihn das „Kellerle“. Obwohl noch nicht Hochsommer, ist der kalte Luftstrom merklich. Der Kühlraum funktioniert. Toll!

Vorsichtiger Blick ins „Kellerle“, dem Keller den man rund ums Eisloch Penon gemauert hat.

Der Oma-Spaziergang führt uns jetzt an die Kapelle zur Schmerzhaften Muttergottes beim Sulzhof. Daneben stehen, in einer Runde aufgestellt, abgesägte Baumstämme. Augenscheinlich hat jemand sie zum Balancieren aufgestellt. Anna hat einen „mords“ Spaß ihre Balance zu finden! Es dauert bis sie bereit ist weiter zu spazieren.

Baumstamm Balance – Hüpftraining für den Gleichgewichtssinn

Der Penoner Mischwald besteht aus Buchen und Eiben. Obwohl wir Südtiroler des Südens diese Baumarten gewöhnt sind, muss man wissen, dann sie in anderen Teilen Südtirols eher selten anzutreffen sind und darum etwas Besonderes in Südtirol darstellen.

Der Spaziergang führt uns hinaus zum Sulzhofer Egg, das die Oma nur als „Hohen Stelle“ kennt. Der gewaltig abstürzende Tiefblick nach Margreid erklärt alles.

Tiefblick auf Margreid und Kurtinig

Flurnamen gibt es hier in Penon viele: Hochstell, Schwarzforch, Rait, Rain, Penz, Frenner und es gibt noch viele mehr.

Rückweg über den Kofelweg, Mühlenweg, Runggnerweg

Wir sind zurück bei Omas Haus, verabschieden uns und marschieren mit der sich zurückziehenden Sonne zügig den Kofelweg hinunter bis zur Tafel des verdienten Feldmarschalls. Hier biegen wir links in den Mühlenweg ein und wandern vorbei am Mühlrad des Mühlhöfl den Lukasbichl hinauf, über die Mühlgasse nach Rain und weiter nach Kurtatsch. Zwischen dem Altersheim und dem Ansitz Freienfeld biegen wir rechts einen Fußgängerweg hinunter und marschieren am Kindergarten vorbei bis zum Parkplatz vor die Grundschule.

kurze Rast am Mühlhöfl

Hier warten schon sehnsüchtig unsere Fahrräder. Wir erlösen sie von ihren Ketten und treten über den Runnggner Weg, nach Rungg, weiter nach Tramin, dann über die Schneckenthaler Straße hinauf auf den St. Jakob Hügel und dahinter weiter bis nach Hause zum Mandlhof.

GPS-Track der Runde mit dem Rad- und Wanderrunde

GPX-Track , Position: -km, -m GPX

50 100 150 200 5 10 15 distance (km) elevation (m)
Name: Keine Daten
Entfernung: Keine Daten
Minimalhöhe: Keine Daten
Maximalhöhe: Keine Daten
Differenz max/min: Keine Daten
Höhengewinn (~): Keine Daten
Höhenverlust (~): Keine Daten
Dauer: Keine Daten

Fotos von Tramin, Krtatsch und Penon

 

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