Bergtour Radein-Weißhorn

Milch, Annas Lieblingsgetränk. Schade das die Milchkannen leer zu sein scheinen…

Der südlichste Dolomitengipfel, Aussichtsberg, Ursprung des Unesco Weltnaturerbes Bletterbach, ist unser Wanderziel. Schon seit Wochen löchert uns nämlich Anna immer wieder ob sie es schaffen werde, auf das Weißhorn rauf zu kommen; winkt dieser Dolomiten Gipfel, doch jeden Tag, beim Frühstück, uns entgegen.

Ich wollte Anna, als erste richtige Bergtour in ihrem jungen Leben, nur die 1,5 km und die 300 Höhenmeter, vom Jochgrimm aus, zumuten, aber die beste Mami von allen meint, 5 km und 800 Höhenmeter, das geht auch. Na, wenn die beste Mami von allen das meint…

Start in Radein

Wir fahren also nach Radein, parken kurz vor dem Dorf, bei dem neuen großen Parkplatz für Wanderer unter dem Gasthof Nigglhof.

Es braucht nicht viel um eine kleine Wanderin zu begeistern. Eine Handvoll Kühe reichen.

Das erste Stück Richtung Weißhorn führt uns über eine Forststraße nur leicht ansteigend bis zu einer Weide. Kühe grasen unbeeindruckt von unseren Zurufen. Wir halten uns links und wandern dem Wegweiser Weißhorn (Nr. 7B) folgend nun durch Schatten spendenden Wald.

Schwarze Gummistiefel, eine Rute in der Hand, ein Hirtenbub kommt uns entgegen. Das löst bei Anna eine Flut an Fragen aus. Warum der Bub Stiefel trage, warum er einen Stecken habe, was er nun machen werde… Fragen über Fragen….

Lanner Wiesen

Durch die Lanner Wiesen wandern. Oben wartet der Ausblick auf die Bletterbachschlucht.

Bei Lanner Wiesen wird es richtig sonnig und bunt. Vor allem gelber, Knie hoher, Hahnenfuß begeistert die Kleine. Nach der Durchschreitung der Lanner Wiesen heißt es Wurzeln steigen. Anna muss nun ständig an der Hand geführt werden. Der Steig weist für eine Dreijährige zu viele Stolperfallen auf. Gras bedeckter Waldboden am Wegesrand, Sonnenstrahlen, die durch das Walddach durchbrechen, viele Lärchen, lichtes Unterholz, genauso wie mir Wanderwege am besten gefallen.

Wir kommen ins Einzugsgebiet des Geologie Naturdenkmales Bletterbach und können einen ersten Blick auf den oberen Teil der gewaltigen Schlucht werfen, durch die der Bletterbach fließt. Weiter geht es. Wieder eine Magerwiese, dieses Mal mit zwei Sitzbänken und einem Bildstock. Die Sitzbänke schauen auf Radein hinunter. Dahinter das Mendelgebirge mit dem Roen, wo wir letzten Sonntag waren und nochmals dahinter die Brenta Dolomiten.

Blick auf den oberen Teil der Bletterbach Schlucht.

Weiter durch Wald und dann plötzlich stehen wir vor einem Abgrund. Der Bletterbach in seiner vollen Pracht. Die beste Mami ist nicht so begeistert, denn es heißt nun entlang der Abrisskante des Bletterbach-Canyons entlang wandern.

Endspurt zum Gipfel des Weißhorns

Blick vom Weißhorn in den Bletterbach

Weißer Sarldolomit beherrscht jetzt das Gelände. Das weiße Dolomit-Gestein unterstreicht den Namen Weißhorn. Latschen säumen den Weg. Leider sind sie zu niedrig um Schatten spenden zu können. Es ist heiß, der Weg steinig und noch dazu macht sich bei Anna Hunger breit. Der Endspurt zum Gipfel wird zur Kraftprobe, sowohl physischer als auch psychischer Natur. Es ist nicht so leicht einer „Hunger, Hunger!“ schreienden Dreijährigen das Essen zu verweigern. Wir behelfen uns mit „Schau do obn isch schun es Kreiz. Do pockn mir in Rucksock aus und die Anna konn nor Brot mit Speck und Kas und a Gaggala dazua essn…“ Ein ganz klein wenig hilft das Reden übers Essen, aber nur ein ganz klein wenig.

Ich muss immer wieder die Hand wechseln. A weil wir schwitzen und ich mit schwitzender Hand befürchte Anna nicht mehr sicher im Griff zu haben und B weil Anna sich beschwert, dass ihr die Hand weh tut, was bei meinem festen Griff und bei dem andauernden Ziehen und Lupfen der Kleinen – der Sarldolomit zwingt uns teilweise zum Treppensteigen – verständlich ist.

Blick vom Weißhorn ins Südtiroler Unterland mit Tramin

Mit Ach und Krach schaffen wir es zu den letzten 20 Metern. Hier versichert ein Drahtseil die kurze Kletterpassage. „Do terfsch hebn und jetzt richtig kraxeln!“ Das gefällt der Kleinen und so kommt eine kleine Traminerin das erste Mal in ihren jungen Leben auf einem ihrer Hausberge an und beantwortet sich selbst ihre Wochen weise gestellte Frage: „Wear I deis pockn?“!

Auf dem Weißhorn Gipfel

Hunger!

Die beste Mami ist mächtig stolz auf ihre tapfere Bergsteigerin und der Tati ist froh, dass es nun doch geklappt hat mit dem Mittagessen auf dem Gipfel. Die Rucksack Jause schmeckt! Brot, Speck, Käse, ein Ei, Gurken, Tomaten alles dabei.

Das Gipfelkreuz und das eigene Heimatdorf im Blick, zur Rechten die Dolomiten Größen Latemar, Rosengarten und Schlern – eine kleine Traminern begutachtet zum ersten Mal das Dach Ihrer Welt.

Die südlichen Dolomiten: Schlern, Rosengartengruppe, Latemar, Zanggen, Weißhorn (von links nach rechts)

Der Tati fragt sich welche Gedanken ihr jetzt gerade durch ihren Kopf schießen; ob es der überwältigende Blick auf ihre Heimat ist oder doch nur das Essen? Ich frage nicht nach.

Der Rucksack ist leer gegessen, ein zwei Erinnerungsfotos vor dem Gipfelkreuz geschossen, der Abstieg liegt vor uns.

Abstieg zum Jochgrimm

Schaut für die entgegen kommenden Wanderer sicher etwas komisch aus, das Ihnen ein Bergsteiger mit einem an der Hand baumelnden Kind entgegenkommt. Aber anders geht das nicht, viel zu gefährlich für eine Dreijährige.

Beim Abstieg haben wir leicht Lachen…

Unter dem versicherten Gipfel geht es durch Latschen weiter. Wir nehmen nicht den gleichen Rückweg, sondern steigen zum Jochgrimm ab. Von hier kommen die meisten Weißhorn Erklimmer. Verständlich bei nur 1,5 km und 300 Höhenmeter. Der Weißhorn gilt als unschwierig und ist aufgrund seiner frei stehenden Lage als Aussichtsberg sehr beliebt.

Gehörnte Kühe am Jochgrimm zählen

Die Latschen werden weniger, Bergwiesen prägen nun das Landschaftsbild. Kühe weiden und rasten auf den Magerwiesen. Es sind sogar einige echte Kühe mit Hörner darunter. Anna hat ihre Freude die Gehörnten aus der Masse der Hornlosen raus zu suchen. Wir mögen keine Kühe ohne Hörner.

Auf dem breiten und flachen Verbindungsweg zwischen Jochgrimm und Gurndin Alm treffen wir auf zwei Eselchen. Eine schwarze Mami mit ihrem grauen Kind.

Gurndin Alm und Blauweg

Der Weg bietet wenig Schatten, wir brauchen unser Wasser auf. So kommt uns die Gurndin Alm gerade recht. Ein Liter Mineral, ein Bier einen Kaffee. So aufgetankt geht es nun über den Blauweg zurück nach Radein, zum Parkplatz wo die leeren Milchkannen aufs Abholen warten.

GPS-Track Bergtour Radein- Weißhorn

Fotos Radein, Weißhorn, Jochgrimm

360 Fotos Weißhorn einer früheren Bergtour

360° Foto Weißhorn

360° Foto Blick vom Weißhorn in den Bletterbach

 

 

 

 

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