Rosengarten: Wanderung um die Rotwand – Karersee (Carezza) – Dolomiten

Dienstag, 19. August. Die beste Freundin von allen ist beim Apfel pflücken, wir bedeutet heute: Sibille (Schwester), Rupert (Bruder), Andreas (Freund) und Nives (Schwägerin von Andreas) und natürlich ich. Andreas und ich haben beschlossen die Rotwand am Rosengarten, etwas oberhalb des Karersees (Lago di Carezza), in den Dolomiten zu umrunden. Wir haben aber auch beschlossen, dass die Wanderung nicht allzu lang und streng sein soll. Darum werden wir uns heute des Sessellifts Paolina bedienen.

Sessellift Paolina am Rosengarten
Sessellift Paolina am Rosengarten

Wir fahren mit dem Auto vorbei am Karersee bis zum Karerpass und parken es direkt am Parkplatz bei der Talstation des Sessellifts der zur Paolinahütte führt. Eine Berg- und Talfahrt kostet 10 Euro. Wir leisten uns diesen Luxus und fahren mit dem Sessellift über den Golfplatz Karerpass (Golf Club Carezza) bis zur Paolina-Hütte empor.

Hier auf 2.130 m über dem Meeresspiegel soll nun unsere Rundwanderung beginnen. „Rechts oder Links?“, lautet die erste Frage des Tages. Andreas hat die einzige vernünftige Antwort: Rechts natürlich, also vormittags die Ostflanke und nachmittags die Westflanke entlang. Ist ja logisch oder?

Der Bergweg führt uns Fünfe fast flach über steiniges Gelände, nur wenige Höhenmeter Steigung überwindend, den Ausblick auf dem rechts von uns gelegenen Latemar genießend, bis zur Rotwand-Hütte (Rifugio Roda di Vael) und zur Pederiva-Hütte (Rifugio Pederiva).

Rosengarten Um-Wanderer
Rosengarten Um-Wanderer

Nun wandern wir an der Ostflanke der Rotwand entlang bis zur Abzweigung Klettersteig Rotwand. Wir lassen die Abzweigung Klettersteig im wahrsten Sinne des Wortes links liegen und folgen dem Steig Nr. 541 in Richtung Nordosten zum „Passo delle Zigolade„. Hier müssen wir die ersten ernst zu nehmenden Höhenmeter von circa 2.280 m ü. d. M. auf 2.550 m ü. d. M. über schottrigem Untergrund bewältigen. Streng ist die Wanderung nicht aber trittsicher sollte man bzgl. des nicht immer festen Untergrunds schon sein.

Wir kommen am Zigolade-Pass an und müssen jetzt sehr steil bergab. Der Steig ist hier extrem schottrig und lose, ich würde fast sagen etwas gefährlich. Immer wieder kommen wir ein klein wenig ins Rutschen.

Nach diesem Abstieg folgt der nächste Anstieg zum Tschager-Joch (Passo delle Coronelle). Der Steig ist zwar als etwas gefährlich ausgewiesen, aber trotzdem begegnen wir immer wieder Urlauber die zitternd auf allen Vieren eine Ewigkeit brauchend den Berg herunter krabbeln. Wie wär’s mal mit sich zuerst informieren und dann entscheiden, welchen Weg man beschreiten möchte? Die Berge sind keine Spazierplätze für nicht Schwindelfreie 😉 !

Einige Meter vor dem Tschagerpass, dem höchsten Punkt, den wir heute passieren müssen, sehen wir wie uns von der anderen Seite, also von der Westflanke des Rosengartens, Rauch entgegenkommt. Was wird das sein? Brennt es hier irgendwo?

Nein es sind nur Wolken, die hier durch den kräftigen Wind extrem schnell vorbeiziehen. Wir kommen vom Sonnenschein in eine Wolkenwand und steigen nun über eine gut gesicherte Passage, teilweise über Stufen, die ab und zu fast als Klettersteig zu bezeichnen sind, ab zur Kölner Hütte (Rifugio Coronelle).

zur Kölner Hütte am Rosengarten
zur Kölner Hütte am Rosengarten

Auf halb Weg des Abstieges sehen wir einen schäferhundgroßen Hund (kann die Rasse leider nicht benennen) der einige Meter nach oben rennt und dann wieder nach unten. Scheinbar hat er Angst und schafft es nicht die etwas schwierigen Kletter-Passagen nach oben aber auch nicht jene nach unten, zu überwinden.

Verständlich, ein zwei kurze Steig-Passagen sind nur über Eisenstifte zu begehen. Wir wundern uns wie um allerherrgottsnamen der Hund es nur bis hier her geschafft hat? Ein Herrchen oder ein Frauchen ist nämlich nirgends in Sichtweite.

Hund am Rosengarten über der Kölner Hütte
Hund am Rosengarten über der Kölner Hütte

Auch nach längerem gutem Zureden schafft es der Hund nicht seine Angst zu überwinden, darum überwindet sich Rupert. Er packt den Hund mit einer Hand legt ihn über die Schulter (man bedenke einen schäferhundgroßen Hund!) und trägt ihn ein, zwei Mal über die extremsten Kletter-Passagen hinunter.
Unten angekommen ist der Hund sofort ohne ein „Wort“ des Dankes weg.

Die Kölner Hütte

Die Kölner Hütte ist in einem Wolkennebel eingebettet. Draußen zu sitzen ist uns zu kalt, wir lassen uns Innen drin nieder und bestellen.

Nach einem ausgiebigen Mittagessen, bestellen wir noch eine halbe Wein, holen die Karten aus dem Rucksack und tean a Runde Schnops ban Wattn aus (=Kartenspielen, dem Gewinnerpaar winkt eine Runde Schnaps). Wer gewinnt? Klar der Andreas und ich natürlich!

Nach circa 2,5 Stunden Aufenthalt treten wir den Rückweg an. Dieser führt uns ziemlich flach circa eine knappe Stunde lang bis zur Paolina Hütte von wo wir mit dem Sessellift bis zur Talstation zurück fahren.

Karerpass Rosengarten
Karerpass Rosengarten

Die Rotwandumrundung ist eine sehr bekannte Wanderung, teilweise ziemlich überrannt. Ich rate darum, wenn möglich, die wunderschöne Bertour nicht unbedingt in der Hochsaison im Juli bzw. August zu unternehmen.

Fotos von der Rosengartenumrundung

Die Bertour Rosengarten- und Rotwand- Umrundung

Der Karersee

Selbstverständlich kann ich nicht nur einfach so am Karer See vorbeifahren. Ich kann meine Begleiter zu einer kurzen Besichtigung überreden, obwohl Sie den Bergsee schön öfters gesehen haben. Ich nutze natürlich die Gelegenheit um ein 360° Fotos des Karersees anzufertigen. Heuer ist der Karersee durch die ergiebigen Regenfälle besonders groß, sodass die wunderbare Spiegelfläche noch eindrucksvoller wirkt.

360° Foto Karer See

Karersee 360° Foto
Karersee 360° Foto

Der Karersee am Karerpass

Sessellift Karersee – Rosengarten AG (Seggiovia Carezza – Catinaccio spa)

Karerseestraße 165 (Via Carezza 165)
I-39056 Welschnofen (I-39057 Nova Levante)
Tel. +39 0471 612 112

Wanderurlaub in den Dolomiten

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13 thoughts on “Rosengarten: Wanderung um die Rotwand – Karersee (Carezza) – Dolomiten”

  1. Thomas Weise says:

    wir planen für dieses jahr den pfunderer höhenweg oder den Sentiero Aldo Bonacossa. bei der internetsuche nach verwertbaren tips und berichten sind wir auf diese seite gestossen und sind überwältigt vom informationsangebot, den anregungen und tollen bildern – das beste, das wir bisher dazu gefunden haben.
    danke für diese tolle informationsquelle, wir werden sie ab jetzt ständig nutzen.

  2. admin says:

    Vielen Dank Thomas für die sehr anspornende Rückmeldung.

  3. Heinz Erlekotte says:

    Hallo Bergfreunde,
    wir sind eine Wandergruppe(alle um die 65 Jahre) und wollen unseren kommenden Bergurlaub in den Dolomiten verbringen,da ich die Touren zusammenstelle bin ich über alle Wandertipps sehr dankbar.
    Danke und tschüß
    Heinz

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