Heuer verschlägt es uns bereits zum zweiten Mal ins Mutterland Österreich – genauer gesagt nach Kärnten. Doch bevor wir am Wörthersee Quartier beziehen, gönnen wir uns noch einen Zwischenstopp am Weißensee. Schließlich hat auch ein Anreisetag etwas Besseres verdient, als nur im Auto abgesessen zu werden.
Der auf 930 Metern Seehöhe gelegene Weißensee wirkt auf den ersten Blick erstaunlich klein. Schuld daran ist eine Brücke, die ihn scheinbar in zwei Hälften teilt. Tatsächlich täuscht der Eindruck. Mit 11,6 Kilometern Länge, 99 Meter maximaler Tiefe und insgesamt 6,5 Quadratkilometern Fläche gehört er sogar zu den größten Seen Kärntens.
Wir fahren über die ihn teilende Weißensee-Brücke vom Hauptort Techendorf zum gegenüberliegenden Ortsteil Schattenseite hinüber und dann weiter bis zur Talstation des Sessellifts Weißensee Bergbahn.
Aufstieg von der Weißensee Bergbahn zur Naggler Alm
Nein, wir lassen uns nicht mit dem Sessellift hinaufchauffieren. Ein echter (Süd-)Tiroler fährt schließlich nicht freiwillig bergauf.
Die beste Ehefrau von allen und ich würden am liebsten gemütlich auf dem schattigen Waldweg in sanften Kehren zur Bergstation und weiter zur Naggler Alm aufsteigen. Doch da haben wir die Rechnung ohne unseren laufwütigen Nachwuchs gemacht.
„Na, na! I will die Abkürzung aui!“
Anna verfolgt inzwischen eine ganz eigene Wanderphilosophie: Jeder Weg lässt sich abkürzen. Dass eine Abkürzung meistens steiler ist als das Original, ist ihr egal. Kürzer ist besser!
Zusätzlich zur deftigen Steigung kommt heute noch erschwerend hinzu, dass die Abkürzung ausgerechnet über die glühende Skipiste führt. Kürzer vielleicht. Schweißsparender? Eher das Gegenteil.

Nach einigen schweißtreibenden Minuten müssen wir allerdings zugeben: Anna hatte nicht ganz unrecht. Der Blick hinunter auf Techendorf und den Weißensee ist jede Schweißperle wert.
Danke, Anna!
Ganz untrainiert sind wir Südtiroler aus dem Unterland in Sachen Hitze nicht. So legen wir die mickrigen XXX Höhenmeter schnell hinter uns.
Zum Schluss dürfen wir sogar noch ein paar schattige Meter genießen und erreichen somit die malerische Naggler Alm sogar etwas runter gekühlt.
Naggler Alm
Genau so stellt man sich eine Alm vor: hübsch gelegen, genug Betrieb für etwas Leben, aber weit entfernt vom Gedränge. Ok, in der Hochsaison könnte es hier vielleicht anders aussehen.

Durst, Hunger! Vor allem bei Anna. Doch was soll eine kleine Italienerin in Österreich bestellen? Pressknödel? Kasnudeln? Klingt alles irgendwie verdächtig. Und weil Anna nur auf dem Papier Italienerin, in Wirklichkeit aber eine bodenständige Südtirolerin ist, gilt bei ihr – wie bei so manchem Tiroler: „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.“
Nach längerem Studium der Speisekarte entscheidet sie sich schließlich für eine Knödelsuppe – mit genau einem Knödel. Das Risiko hält sich also in Grenzen. Und siehe da: Der Knödel besteht den Geschmackstest.
Wir trinken und speisen, bevor wir uns anschließend für ein kurzes Mittagsschläfchen auf einem Liegestuhl niederlassen. Eilig haben wir es nicht. Wir haben schließlich eine ganze (Urlaubs-)Woche Zeit.
Drachsel-Bildstöckl und EU-Monument
Nach der Naggler Alm wandern wir noch die wenigen Dutzend Schritte zum Drachsel-Bildstöckl hinauf, genießen die Aussicht und schlendern anschließend hinüber zum EU-Monument.
Damit ist der höchste Punkt unserer ersten Urlaubswanderung auch schon erreicht.
Genug Höhenmeter gesammelt. Von hier an geht es praktisch nur noch bergab. Natürlich zum See hinab! Schade, dass wir nicht gleich hinein springen können.

Hinunter nach Naggl
Natürlich soll’s eine Rundwanderung werden. Also vertrauen wir blind einer gestrichelten Linie auf OpenStreetMap. Was soll schon schiefgehen?
Wenig später wissen wir es.
Walderdbeeren wachsen mitten auf dem Weg. Zuerst freuen wir uns über den kostenlosen Wanderproviant. Dann dämmert uns langsam, warum hier überhaupt Beeren wachsen.
Der Weg endet im verwachsenen Nirgendwo. An ein Weiterkommen ist nicht zu denken.
Aus der geplanten Rundwanderung wird so nichts. Also treten wir den geordneten Rückzug an und stellen uns planerisch neu auf.
Diesmal halten wir uns lieber an einen offiziellen, handfest markierten, Wanderweg, der uns auf einem weit ausholenden Rundgang zunächst hinunter zum Mühlgrabenbach führt. Anschließend geht es in zahlreichen Serpentinen talwärts. Oder zumindest für die beste Ehefrau von allen und mich. Anna kürzt nämlich nahezu jede Kehre mit sichtlicher Abenteuerlust ab. Serpentinen sind für sie offensichtlich nur unverbindliche Vorschläge.
Unten angekommen wollen wir nach „Schattseite“ zurück, das Gegenüber von Techendorf. Dieser letzte Abschnitt unserer Rundwanderung ist allerdings nicht ganz so prickelnd, denn hier müssen wir auf Asphalt marschieren.
Brütende Widerhitze vom Boden, nein Danke!
Deshalb ändern wir spontan den Plan und steuern die Schiffsanlegestelle in Naggl an.
Schifffahrt über den Weißensee
Die nächste Fahrt legt erst in 20 Minuten ab. Das passt uns bestens. So können wir es uns vorher noch gemütlich am Ufer des Weißensees bequem machen, ein wenig Wasser treten und damit unsere müden Füße im kühlen Seewasser wieder zum Leben erwecken.
Fast wie bestellt ertönt ein “Tüüt, tüüt”. Der Weißenseedampfer läuft ein.
Wir schippern nun über den See zunächst nach Neusach und dann weiter nach Techendorf.

Interessanterweise liegt hier die Schiffsanlegestelle mitten im See. Ja genau, mitten drin. Klingt unmöglich, funktioniert aber. Die Anlegestelle schwimmt direkt unter der Brücke zwischen Techendorf und der Schattseite. Über eine Treppe steigen wir zur Brücke hinauf und verlassen die Mitte des Weißensees zu Fuß. Auch nicht alle Tage.
Nun schlendern wir nur noch am Strandbad Techendorf vorbei hinauf zur Talstation des Sessellifts und schließen damit unsere schöne Wanderung mit Schifffahrt am Weißensee ab.
Damit endet unsere erste Wanderung des Urlaubs genauso entspannt, wie sie begonnen hat – nur mit deutlich müderen Beinen. Jetzt wartet nur noch die kurze Fahrt zum Wörthersee, wo unser Quartier auf dem Rutarhof bereits auf uns wartet.
Urlaub wir kommen!
Wanderkarte und GPX-Download der Wanderung zur Naggler Alm
Akt. Position: -km, -m
↓ download GPX
Eckdaten der Tour
Wanderung zur Naggler Alm über dem Weißensee
- Dauer: 4:30 h
- Distanz: 14,0 km
- Bergauf: 530 m
- Bergab: 553 m
Um welche Art von Tour handelt es sich?
In welcher Region befindet sich die Tour?
Um welche Bergkategorie handelt es sich? Auf welcher Höhe liegt die Tour?
Wie lang ist die Strecke?
Wie streng ist der Aufstieg (Länge, Höhenmeter, Steigung)?
Wie anspruchsvoll ist der Abstieg (Länge, Höhenmeter, Steigung)?
Wie viel Zeit werde ich für die Tour brauchen?
Dieser Wert kann individuell stark variieren. Siehe Gehzeitrechner.
Wie viele Kalorien werden bei der Tour verbrannt?
Es ist zu beachten, dass die Berechnung des Kalorienverbrauchs auf Faustformeln und allerlei Annahmen beruht, z.B. Gewicht=75 kg, Kalorienverbrauchsvorgaben für Aufstieg, Abstieg, flach usw. und daher nur eine Schätzung und keine exakte Angabe liefert. Wenn du deinen Kalorienverbrauch selbst berechnen möchtest, dann schau dir diesen Kalorienrechner an.
Gibt es interessante Wegpunkte?
Ja, es gibt interessante Wegpunkte. Hier ist eine Liste:
- Drachsel Bildstöckl MemorialHöhe: 1.358 m ü. d. M.GPS: 46.697001, 13.314421Drachsel Bildstöckl Memorial 9762, Weissensee, Bezirk Spittal An Der Drau, AUT
- NagglHöhe: 995 m ü. d. M.GPS: 46.706142, 13.325257
- Naggl SchiffanlegestelleHöhe: 930 m ü. d. M.GPS: 46.709790, 13.322146
- Naggler Alm 1324mHöhe: 1.326 m ü. d. M.GPS: 46.699040, 13.312812Naggler Alm 1324m Open Tu-Su 09:00-17:00; Mo Off
- ParkenHöhe: 954 m ü. d. M.GPS: 46.710842, 13.294101
- SchattseiteHöhe: 935 m ü. d. M.GPS: 46.713545, 13.293607
- Strandbad WaterparkHöhe: 930 m ü. d. M.GPS: 46.714189, 13.296204
- TechendorfHöhe: 939 m ü. d. M.GPS: 46.717944, 13.290238
- WeissenseeHöhe: 929 m ü. d. M.GPS: 46.712623, 13.314722

















