Durch die Krokusblüte zur Möltner Kaser Alm

Krokusblüte Mölten/Jenesien

Die Krokusblüte auf den Weg vom Salten zur Möltner Kaser Alm wollte ich immer schon immer mal erleben. Es ist leider ein Regentag, aber dafür ein besonderer Tag, an dem ich ohne Wenn und Aber bestimmen darf. Die Anfahrt über Mölten bis zum Parkplatz Schermoos erweist sich als recht nasse und undurchsichtige Angelegenheit. Es regnet bei gleichzeitig dichtem Nebel. Da die kleinen Zwiebelblütler aber genau jetzt – circa Mitte bis Ende April blühen – und es zu dieser Jahreszeit bei uns unten im Tal besonders schön ist, könnte ich normalerweise die beste Mami von allen nicht motivieren auf 1.800 m hinauf zu steigen. Heute muss sie aber, denn heute darf ich bestimmen!

Der Herrgott meint es gut mit mir. Auf dem Parkplatz Schermoos angekommen, nieselt es nur ganz leicht. So bleibt mir der heute sicherlich nur lautlose Groll, erspart. Super, ein besseres Geburtstagsgeschenk gibt es nicht.

Europäischer Fernwanderweg E5 – Möltner Kaser

Wanderung bei Nieselregen durch die Krokusblüte zur Möltner Kaser Alm
Wanderung bei Nieselregen durch die Krokusblüte zur Möltner Kaser Alm

Mit Hut, ohne Stock, aber mit Regenschirm geht es den Wegweiser „Europäischer Fernwanderweg E5“ folgend Richtung Krokusblüte. Der Nebel verleiht der Wanderung etwas Märchenhaftes, Mystisches. Mir gefällt das, ist mal etwas anderes als die ständigen Sommer, Sonne, Heiterkeitswanderungen. Ok, der Regenschirm stört etwas, aber der müsste ja nicht sein, wenn die Imprägnierung unserer Hochzeitswanderkleidung noch intakt wäre.

Nach circa einem Kilometer treten wir aus dem Nadelwald heraus und kommen auf eine etwas ansteigende Lärchenwiese. Die ersten Krokusblüten breiten sich vor uns aus. Die 90 Höhenmeter durch die Wiese empor bis zur Kreuzung mit dem Wanderweg 17A sind schnell geschafft.

„Schau do vorn huckt oaner!“
„No, dies isch lei a Stoan, der ausschaug wia a Mensch.“
„Ahso.“

Anna inmitten der Krokusblüte

Nun beginnt der richtig gemütliche Teil. Fast eben geht es bis zum Möltner Joch hinüber und dann mitten durch die herrlich blühenden Krokusse hindurch. Ich könnte mich hier ewig aufhalten, doch will ich mein Glück nicht herausfordern. Die Kleine ist zwar vom Blumenteppich begeistert, aber sie hat Hunger, Hunger und nochmals Hunger.

Ich vertröste sie mit „Wilsch afn Punkt schaugn?“
„Jo, jo!“
„Do vorn, zem ba dr Viechsperr, zem terfsch schaugn.“

Fast mystisch, die Krokusblüte im Nebel

Es braucht nicht viel um ein Kind abzulenken. Ohne zu murren marschiert Anna mindestens 500 m weiter, nur um auf der Wander-App den Punkt des aktuellen Standortes sehen zu dürfen.

Ab dem Viehgitter zeichnen Schneeflecken weiße Kleckse in die Landschaft die immer dichter werden. Ich höre das Stromaggregat der Möltner Kaser Alm. Wieder etwas, um Anna zu motivieren.

„Los, hearsch?“
„Wos isch dies?“
„Es Stromaggregat fa dr Olm.“
„Olm, konn man einig gean?“
„I glab schun.“

Und schon ist Anna voll motiviert und so wandern wir die letzten zwei-, dreihundert Meter ohne Raunzen bis zur Almhütte hinüber.

Ein kleiner Schock – die Tür geht nicht auf! Von innen deutet jemand heraus. Wir müssen auf die andere Seite. Ahh – Glück gehabt. Die Alm hat geöffnet!

Speis und Trank Möltner Kaser Alm

Spinatknödel für die Kleine, Wein für den Tati

Herrlich warm und trocken – wir treten in die Stube ein und besetzen den dritten Tisch. Mittlerweile hat Anna kapiert, dass sie nicht aus dem Rucksack speisen muss, dass sie von der Karte bestellen darf. Ihre Augen leuchten!

„Megsch a Golasch mit Reis?“ „Megsch Spinatknödel?“
„Spinatknödel!“

Die beste Mami von allen hat ihre Tochter perfekt erzogen. Sie will genau das was sie auch soll.

Die Spinatknödel schauen nicht nur gut aus, sie schmecken auch. Lecker, lecker.

Nach Speis und Trank unterhalten wir uns noch kurz mit der Wirtin und dem Wirt – man kennt sich – und brechen dann zügig auf. Wir wollen nämlich noch nach Meran. Die Kleine denkt wegen des Eises, dass wir ihr versprochen haben, in Wirklichkeit wollen wir in die Therme Meran zum Schwimmen.

Rückweg zum Salten

Der Nebel hat sich etwa gelichtet. Die Krokusblüten sind nun auch in der Tiefe sichtbar. Bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang wäre das Blumenmeer sicherlich ein wahres Spektakel, aber die Regentropfen verhangenen Blüten haben auch ihren Reiz.

Ich und die beste Mami von allen
Ich und die beste Mami von allen

Anna kann mittlerweile trotz ihrer wenigen viereinhalb Jahren und trotz einer nicht gerade leicht zu bedienenden Kamera, zum Fotografieren beauftragt werden. Das ist optimal, so kann ich mich mit meiner besseren Hälfte auch ohne Fernauslöser ablichten lassen.

Während Anna knippst und knippst überholt uns die Wandergruppe, die zusammen mit uns in der Möltner Kaser Alm gespeist hat. Es dauert aber nur 5 min bis wir sie wieder eingeholt haben und hinter uns lassen.

Anni und Anna in der Krokusblüte

Bei der Kreuzung wo Anna im Nebel einen sitzenden Mann vermutet hatte, biegen wir rechts ab und marschieren die Lärchenwiese – nicht ohne, dass ein und andere Foto zu knipsen – aber doch recht flott hinunter.

Im Blumenmeer zurück von der Möltner Kaser Alm zum Salten.

Die Krokusblütenwanderung vom Salten zur Alm Möltner Kaser ist jederzeit – auch bei Schlechtwetter – einfach und leicht machbar. Als Familienwanderung über den ganzen Sommer zu empfehlen und wer will, der kann sie bis zu den Stoarnernen Mandln hinauf verlängern.

Therme Meran

In warmen Wasser Therme Meran lässt es sich auch an einem Regentag aushalten.
In warmen Wasser Therme Meran lässt es sich auch an einem Regentag aushalten.

Wie versprochen ist nun das heiß ersehnte Eis fällig. Heiß ersehnt, denn Anna darf nur an ganz besonderen Tagen ein Eis haben. Über Hafling geht es hinunter nach Meran, denn in Meran gibt es massenhaft Eis. Anna weiß noch nicht, dass wir nicht nur wegen des Eises nach Meran fahren. In der Tiefgarage der Therme hat sie immer noch keine Ahnung was nun kommt. Auch vor dem Eingang der Therme kann sie sich nicht mehr an vor 2 Jahren erinnern. Erst der Blick hinunter auf die Wasserbecken lässt ihre Augen aufleuchten. Jetzt ist klar was nun kommt.

Das Schlange-Stehen übernimmt die beste Mami von allen. Anna bekommt derweil in der Therme Bar ihr Eis – das vorzüglich schmeckt, es muss ein selbstgemachtes sein – und dann geht es ab ins warme Thermalwasser.

GPS Track Krokusblütenwanderung Salten – Möltner Kaser

Fotos Krokuse in Mölten und Jenesien rund um der Möltner Kaser Alm

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