Herbstwanderung von Moritzing nach Glaning

Wandern im Herbst das ist in Südtirol, entlang der Südtiroler Weinstraße, besonders eindrucksvoll. Die goldenen Farben der Weinberge tragen maßgeblich dazu bei. Und die im Vergleich zum restlichen Südtirol warmen Temperaturen machen eine Herbstwanderung im Süden Südtirols sehr angenehm.

Wir nehmen uns heute Bozen, die Hauptstadt unseres Landes vor, indem wir von Moritzing – einer kleinen Fraktion unweit des Bozner Krankenhauses – nach Glaning hinauf wandern und dann über die Guntschnapromenade nach Gries hinunter marschieren werden.

Moritzing ist klein, Parkplätze sind Mangelware. Wir könnten die kostenpflichtigen Parkplätze des Krankenhauses nutzen, haben aber Glück und finden am Beginn der geplanten Wandertour, neben den Weinbergen ein Plätzchen.

Start in Moritzing

Weinberge beim Startpunkt in Moritzing

Die Moritzinger Reben leuchten golden, die Sonne scheint entgegen des durchwachsenen Wetterberichts durchgängig. Was will man mehr an einem Novembertag nach den schlimmsten Unwettern seit Jahren.

Über einen alten gepflasterten Weg steigen wir auf den mediterran anmutenden steilen Berghang hinauf. Am Wegesrand wachsen Kakteen, am Boden sehen wir vor allem Eichen- und Kastanienblätter. Dem artenreichen Buschwald hat das Jahrhundertunwetter von voriger Woche nichts ausgemacht. Im Gegensatz zu Fichtenmonokulturwäldern ist diese Art von Wald zäh, dem kann fast nichts etwas anhaben.

So wandern wir durch den unbeschadeten, recht niedrigen Buschwald bis zu einem Aussichtspunkt auf einem Felsbuckel empor.

Blick auf das herbstliche Bozen vom Moritzinger Berg aus

Unter uns breitet sich die Alpenstadt Bozen aus. Von mit Weinbergen umrahmten Moritzing über das das teilweise mit Rebflächen durchzogene Gries, schweift der Blick bis ins dicht bebaute Stadtzentrum, um sich dann in den angezuckerten Gipfeln der Rosengartengruppe zu verfangen. Herrlich!

Wir haben noch einige Höhenmeter vor uns. Über den sonnigen Saumweg geht es an einem Gehöft, dem Viperbauer, vorbei bis zum Endspurt des Anstieges.

Schlingnatter

Eine Schlingnatter hat riesengroßes Glück nicht von unseren groben Bergschuhen malträtiert zu werden. Ihr scheint nicht so recht bewusst zu sein, dass Zweibeiner mit den Groben ziemlich schmerzlich sein können; sie schlängelt sich in aller Seelen Ruhe quer über unseren Wanderweg hinweg. Obwohl nicht giftig, machen die Kinder einen großen Bogen um den beigen Wurm.

Zwischenstation Unterglaning

Der Wald wird etwas dichter. Wir überqueren den Mauriziusbach, wandern dann entlang einer Straße bis nach Unterglaning zum Gasthof Noafer empor. Die Höhenmeter sind somit absolviert und wir können den nächsten Teil der Herbstwanderung gemütlich angehen lassen.

Wanderweg von Unterglaning nach Greifenstein

Ein Wegweiser mit der Aufschrift „Ruine Greifenstein 20 min“ ruft Erinnerungen hervor.

Ach von dort drüben sind wir vor 10 Jahren, von Siebeneich hier herauf gewandert und haben dann beim Noafer zu Mittag gegessen. Das waren noch Zeiten…

Heute halten wir uns nicht auf, sondern marschieren vorbei an einem Gehege mit Hirschkühen, über die Glaniger Straße nach Glaning hinüber.

In Glaning

Blick über Glaning zum Schlern

Das etwas verspätete Mittagessen aus dem Rucksack nehmen wir unter Edelkastanienbäumen ein. Kastanienduft liegt in der Luft. Das ist nicht den Bäumen geschuldet, sondern einem Kastanienbauer, der seine Früchte vor Ort brät und den vorbeikommenden Wanderern und Spaziergängern anbietet. Herrlich!

Wir möchten um den Hügel, der die Sicht von Glaning auf Bozen unterbindet, herumspazieren. Die Straße Messner-Möckl erweist sich aber als Sackgasse, sie mündet in einer Privateinfahrt. Darum kehren wir um und wandern zuerst entlang der Straße und dann über den Wandersteig mit der Markierung Nr. 9 Richtung Bozen/Gries hinunter. Der teilweise gepflasterte Steig erweist sich nach den etlichen Regentagen als sehr rutschig, sodass Anna fast bei jedem zweiten Schritt an meiner Hand baumelt und ich jedes Mal Mühe habe, selbst das Gleichgewicht nicht zu verlieren.

Ausblick hinüber zur Rosengartengruppe

Mit viel Gefühl und etwas Glück schaffen wir es heil bis zum Buschenschank Föhrner runter zu kommen.

Die Sonne hat es sich mittlerweile hinter Wolken gemütlich gemacht. Trotzdem ist der Ausblick über die goldgelben Weinberge hinüber zum Dolomitenmassiv der Rosengartengruppe und einige Höhenmeter weiter unten auf die Stadt Bozen lohnend.

Guntschnapromenade

Auf der Guntschnapromenade

Nach einigen wenigen weiteren Höhenmetern Abstieg stehen wir vor dem richtig gemütlichen Teil des Wandertages. In zahlreichen Serpentinen geht es nun ganz locker, ohne dass die Kleinen gehalten werden müssen, über die Guntschnapromenade nach Gries hinunter.

Die Guntschnapromenade zeichnet sich durch ihren Reichtum an mediterranen Pflanzen wie Magnolien, Kaktusfeigen, Zypressen und Zedern aus, welche oft mit einem Bezeichnungsschild versehen sind, aus. So ist sie besonders interessant für botanisch Interessierte. Wer nur an Ruhe und Spazieren interessiert ist, der findet auf der Guntschnapromenade zahlreiche Bänke und Orte der Stille.

Stadtteil Gries

Am Ende der Guntschna-Promenade stehen wir vor der alten Pfarrkirche von Gries. Dieselbe soll den wertvollen spätgotische Altarschrein von Michael Pacher beherbergen. Leider ist sie heute verschlossen und so müssen wir uns mit einem Blick in den Friedhof begnügen.

Ex Geburtenklink Grieserhof, nun ein Seniorenheim

Weiter geht es zu einem, für uns Erwachsene, besonderem Ort. Dem Ort wo wir alle das Licht der Welt erblickt haben. Der Grieserhof entstanden als Kurhotel und wurde dann unter der Führung der Tertiarschwestern als Geburtenklinik landauf landab bekannt. Heute ist der denkmalgeschützte Grieserhof ein schönes Seniorenzentrum. Wir bestaunen die Parkanlage, bei der man trotz Altenheim, auch an einen Kinderspielplatz gedacht hat. Die Umbauarbeiten vom Jahr 2017 haben sich gelohnt!

Rückweg nach Moritzing

Nun könnten wir entlang der Hauptstraße Vittorio Veneto und dann über den Moritzinger Weg zurück nach Moritzing wandern. Entlang der Auspuff Gase marschieren ist aber keine prickelnde Verlockung. Der Uwe weiß Abhilfe. Er kennt einen Spazierweg, der durch die Weingüter von Gries bis zum Krankenhaus führen soll.

„Bist du ganz sicher? Auf meiner Karte ist keine Straße, kein Weg, kein Wandersteig eingezeichnet. Da ist einfach gar nichts!“

„Ja, ganz sicher! Da bin ich öfters mit dem Kinderwagen hin und her spaziert. 100%ig!“

Na dann, auf geht es. Zuerst über den Eisenkellerweg, dann rechts abgebogen über den Weingartenweg Richtung Krankenhaus. Ein Fußgängerschild gibt dem Uwe recht und meiner digitalen Karte unrecht.

Wir kommen an vereinzelten Höfen und augenscheinlich Häusern von Besserstehenden vorbei, wandern auf verkehrsbeschränkten Nebenstraßen, entlang von Weinbergen.

Am Ende des Weingartenweges, das Bozner Krankenhaus liegt in Griffweite, die böse Überraschung! Ein stabiles Tor verschließt den Durchgang zum Krankenhausparkplatz.

„Uwe, wie bist du damals mit dem Kinderwagen da durchgekommen?“

„Das war damals nicht da. Da gab es nur eine Autoschranke, keine Fußgängerbarriere!“

Eingesperrt, nur ein Tor trennt uns vom Ziel. Und jetzt?

Ein Anrainer will mit seinem Wagen aus dem Weingartenweg hinaus. Er drückt auf einer Tastatur herum, das Tor öffnet sich. Glück gehabt.


Achtung, sehr wichtiger Hinweis!

Für diejenigen die nachwandern wollen. Wir raten, von Gries auf dem Gehsteiges entlang der Vittorio Veneto und dann entlang des Moritzinger Weges zurück nach Moritzing zu wandern, da wir nicht wissen ob der Weg durch die Grieser Weinberge ein Privatweg ist und ob das Tor zwischen Weingartenweg und Parkplatz Krankenhaus geöffnet ist. Aufgrund der Präsenz des Tores, steht die Vermutung im Raum, dass ein Durchgang verboten ist! Der GPS-Track unten zeigt darum den Verlauf entlang des Gehsteiges.


Die Kellerei Bozen, was für ein herrliches architektonischen Prunkstück

Wow, schaut das gut aus! Mittlerweile ist die Nacht eingekehrt. Das Gebäude der Kellerei Bozen zeigt sich von seiner vollen Lichterpracht. Das riesige Weinrebenblatt, dass den Kubus überzieht, begeistert vor allem aufgrund seines Materials und der Lichter. Da hat sich die Kellerei Bozen ein architektonisches Meisterwerk als Denkmal gesetzt. Sehr cool, sehr beeindruckend!

Das letzte Stück zum Auto ist leider etwas gefährlich, vor allem bei Nacht. Der Moritzingerweg ist hier eng und ohne Gehsteig und der Durchzugsverkehr hinaus zur Meraner Straße recht flott unterwegs. Wir nutzen unsere Smartphones als Taschenlampe und kommen so heil bis zum Wagen.

GPS Track Herbstwanderung von Moritzing nach Glaning und über die Guntschnapromenade zurück

Fotos Bozen, Glaning, Guntschnapromenade, Kellerei Bozen

 

 

Hoteltipps für Ihren Wanderurlaub in Südtirol

Romantisches Wander & Wellness Hotel Südtirol

Wandern Meran Hotel Lana

Hotel Rogen - Natur erleben im Naturhotel

Willkommen Urlaub im Berghotel Südtirol

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.