Der neue Gewürztraminer Weinweg, ein sonniger Wanderspazierweg in Tramin

Der neue Gewürztraminer Weinweg in Tramin ist ein sonniger Spazierwanderweg. Eigentlich wäre der alljährlichen Frühlingstal Spaziergang angesagt, doch haben wir heute nur circa zweieinhalb Stunden Zeit. Darum haben wir uns kurzerhand für den Weinweg, der fast vor unserer Haustür startet, umentschlossen.

Leider ist der Gewürztraminer Weinweg zurzeit nur zu circa einem Drittel für die Öffentlichkeit freigegeben. Der übrige Teil des Wanderweges ist noch in Ausarbeitung, somit auch noch nicht ausgeschildert. Und ich bin mir auch nicht sicher ob die Durchgangsgenehmigungen für Wanderer und Spaziergänger bereits vorliegen. Darum und auch weil ich nicht ganz sicher bin, den richtigen Weg getroffen zu haben, muss ich explizit darauf hinweisen, dass ein Nachwandern erst nach offizieller Einweihung des Gewürztraminer Weinweges möglich sein wird.

Durch die "Leitn" - auf dem Gewürztraminer Weinweg
Durch die „Leitn“ – auf dem Gewürztraminer Weinweg

Wir spazieren vom Altenheim Tramin die Schneckenthaler Straße bis zur Engstelle hinunter. Hier startet der Gewürztraminer Weinweg und hier ist er auch beschildert. Das bereits öffentliche Wegstück überrascht den Wanderer zuerst mit Kopfsteinpflaster aus Natursteinen, dann mit einer grandiosen Ansicht des Weinhügel Kastelaz gepaart mit dem Blick auf den höchsten gemauerten Kirchturm Tirols. Gemütlich führt uns der Gewürztraminerweg durch Rebanlagen hinüber bis zur „Leitn“ (=steiler Weinberg) von Schwester Herz. Hier würde uns die Beschilderung den betonierten Güterweg hinunter zur Andreas-Hofer-Straße führen, da hier das bereits öffentlich zugängliche Wegstück leider endet.

Querfeldein auf der Suche nach dem Weinweg

Schwester Herz hat aber sicherlich nichts dagegen, wenn wir ihre Leitn queren um Anzeichen des geplanten Weinweges zu suchen.

Von früheren Zeiten

Ich erinnere mich, wie ich als Bub in Allerherrgottsfrüh mit dem Tata hier her kommen musste, um ihm beim Pflanzenschutzmittel Ausbringen zu helfen. Ich musste ihm, zusammen mit meinen Geschwistern, den Spritzschlauch hinter herziehen. Das waren noch Zeiten!

Heutzutage würde man einen Vater, der seinen Kindern das zumutet, wahrscheinlich verklagen. Früher war das aber üblich, obwohl die Pestizide sicherlich viel bedenklicher als heutzutage waren. Und früher war so ein Tata sogar richtig stolz darauf, dass seine Kinder dabei mithalfen.

Meine Geschwister und ich waren darüber weniger erfreut. Wir hatten uns, um vier Uhr in der Früh, als der Tata in unser Zimmer kam um uns zu wecken, immer schlafen gestellt, aber das hat natürlich nicht geholfen. Wir mussten trotzdem mit. Man stelle sich das vor. Ein Erwachsener mit Traktor und Sprüher und auf den Kotflügel des Traktors drei kleine Kinder zwischen 5 bis 7 Jahren. Verkehrsordnungstechnisch natürlich auch ein Wahnsinn.

In der steilen Leitn, wo es damals nicht möglich war mit Traktor und Sprüher durch die Rebzeilen zu fahren, wurde das Gefährt am unteren Ende des Weinbergs abgestellt und auf Touren gebracht, damit es über die Kardanwelle den Sprüher kraftvoll antreiben konnte. Während der Tata die Vorbereitungen getroffen hat, sind drei kleine schlotternde Kinder vor dem Auspuff des hochtourig laufenden Traktors gestanden, weil es dort so schön warm war! Die Auspuffgase haben uns nicht gestört. Ein Wahnsinn!

Über eine fix montierte Leitung hat der Sprüher die Pflanzenschutzmittel hinauf ans obere Ende der Leitn gepumpt, wo der Tata den ewig langen Spritzschlauch angeschlossen hat. Den mussten wir ihm Rebzeile für Rebzeile hinterher ziehen, sodass er ohne den langen Schlauch selbst ziehen zu müssen, mit der Verstäuber „gemütlich“ das „Gift“ – früher war das tatsächlich Gift, heute ist das Aufgrund von strengen Regelungen anders und man kann von Pflanzenschutzmittel sprechen – ausbringen konnte. Das ging aber nicht immer ohne Fluchen seinerseits ab. Denn, die kleinen armseligen Kinderlein, waren nicht ganz so armselig wie der Leser nun vermuten könnte. Wie so oft im Leben ist nicht alles Schwarz oder Weiß. Wir waren schon auch Spitzbuben und listige Gören. Obwohl wir den Schlauch dem Tata hinterher ziehen sollten, sodass der Tata sich aufs Spritzen konzentrieren konnte, haben wir uns das eine oder andere Mal einfach vom Schlauch ziehen lassen, sodass der Tata nicht nur den ewig langen Spritzschlauch, sondern auch drei kleine Kinder hinter sich herziehen musst. Ja, das waren Zeiten… Wahnsinn!

Weiter auf der Suche nach dem Gewürztraminer Weinweg

Nach Leitn meiner Kindheitstage (mittlerweile gehört sie meiner kleinen Schwester, die vom Spritz-Schlauch ziehen verschont worden war, weil sie damals noch nicht geboren war), wandern wir ein kleines Stück Betonweg hinauf, dann – weil ich nicht so recht weiß wo es weiter geht – ein Stück hinunter, um dann querfeldein zum Wanderweg Nr. 5 rüber spazieren zu können. Ein Reben bindender Bauer erklärt uns, dass wir den geplanten Weinweg verfehlt haben, lässt uns aber freundlicherweise durch seinen Weinberg hindurch, sodass wir auf den offiziellen Wanderweg Nr. 5 rüber kommen.

Zwei Paar Wanderschuhe kommen uns entgegen. Christian und Brigitte sind vom Kastelazweg irgendwie über einen neuen Steig durch die „Karpaten“ hergekommen. Karpaten, damit ist ein Flurnamen gemeint. Wir Traminer nennen die Gegend zwischen Kastelazweg und Rungg so.

Das muss die geplante Trassenführung des Gewürztraminer Weinweges sein! Wir beschließen genauso zurück zu wandern. Christian und Brigitte teilen uns noch mit, dass in der Nähe des eingezäunte Hauses vom Bertol einige Rehe herumspringen, da sie sich innerhalb der Umzäunung verirrt haben. Das motiviert die Kleine und so können wir zügig weitermarschieren.

Damit es nicht ganz so steil wird, verlassen wir den Wandersteig Nr. 5 und biegen links in die Weinberge hinein und queren die Leitn bis fast hinüber nach Rungg. Hier war ich zu Silvester und habe mir die Traminer Feuerwerke angeschaut. Heute ist natürlich kein Feuerwerk zu sehen, aber der Ausblick auf Tramin kann sich trotz Anfang März sehen lassen. Stahlblauer Himmel, der mit Zypressen übersäte Weinberg Kastelaz, das malerische Weindorf Tramin

Gelbe Krokusse blühen bereits

Über einen betonierten Güterweg geht es hinauf zur Tulpenleitn des Bologna Günter. Die Tulpen lugen schon 2-5 Zentimeter aus dem Boden. Natürlich nur die grünen Blätter. Aber einige Krokusse erstrahlen bereits in Gelb und Lila. Anna riecht an den gelben Blüten.

Dann geht es weiter, zuerst ein Stück hinauf und dann flach rechts hinüber durch die Karpaten bis zur an der Waldgrenze befindlichen Adresse Anderes-Hofer-Straße Nr. 58. Das Haus hier, stand lange Zeit leer, nun hat es der Bertol übernommen und es kommt Hoffnung auf, dass aus dem einst verwachsenen Plätzchen ein schöner Aussichtspunkt wird.

Ich bin mir nicht sicher ob dies der geplante Gewürztraminer Weinweg werden wird.

Hinweis!

Mittlerweile weiß ich, dass der Gewürztraminer Weinweg nicht am Haus Nr. 58 vorbei führt. Achtung der Wegverlauf ist hier in dieser Wanderreportage falsch wiedergegeben! Hier eine neue Fassung: Themenweg Gewürztraminer Weinweg.

Es geht nun circa zweihundert Meter über einen augenscheinlich neu erstellten Steig durch den Wald. Anschließend kommen wir wieder auf einen Güterweg, der einen vortrefflichen Blick auf das Weindorf Tramin bietet.

Sonne und Schatten, genau an der Grenze zwischen Weinberge und Wald. Der Fotoapparat hat Mühe den Dynamikumfang der Helligkeitsunterschiede zu meistern. Das menschliche Auge, gepaart mit dem Gehirn hat diesbzgl. keine Probleme. Rechts des Weges schützt uns ein interessantes, aus alten Beregnungsleitungen gestaltetes, Geländer.

Ein passendes Geländer aus alten Beregnungsleitungen
Ein passendes Geländer aus alten Beregnungsleitungen

Der perspektivische seitliche Blick auf Tramin und seine umgebende Landschaft lässt die Weinberge hügelig, sanft und malerisch erscheinen. Ganz anders als ich vom senkrechten Blick herüber von der anderen Talseite gewohnt bin. Von dort bedrohen, die im Hintergrund befindlichen steil aufsteigenden Wände des Roen, das Weindorf und berauben es des lieblichen, charmanten Weinbergcharakters.

Ganz anders von hier aus gesehen. Zwischen den sanften Hügeln stechen nur die beiden Kirchturmspitzen der Pfarrkirche Tramin und des St. Jakob Kirchleins empor. Ich freue mich schon auf den fertigen Gewürztraminer Weinweg. Der muss nach dem Trieb der Weinreben ein herrliches Bild abgeben.

Anna nutzt die Querung „unserer“ Leitn zum Laufen. Sie will unbedingt, dass der Tata ein Foto macht, wenn sie durch den Weinberg läuft. Kein Problem.

Zurück geht es auf dem bereits öffentlich zugänglichen Gewürztraminer Weinweg. Die letzten Sonnenstrahlen blinzeln in der goldenen Kugel auf der gotischen Kirchturmspitzte von Tramin. Auch die Spitze vom Kastelzweinberg wird noch von Sonnenstrahlen verwöhnt.

Wegweiser Gewürztraminer Weinweg
Wegweiser Gewürztraminer Weinweg

Noch das letzte Wegstück über den mit Natursteinen gepflasterten Güterweg und schon ist die Sonne verschwunden und der Gewürztraminer Weinweg fertig absolviert.

Wir können uns auf einen herrlichen Wegverlauf des Wein-Themenweges freuen. Ich hoffe der Traminer Weinweg wird bald in seiner vollen Länge eröffnet.

Fotos Gewürztraminer Weinweg Anfang März

 

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