Wanderung vom Garner Wetterkreuz zum Radlsee und Königanger

Vor einiger Zeit habe ich einen tollen Wandertipp bekommen: vom Garner Wetterkreuz (Garn/Feldthurns) zum Radlsee und zum Königanger. Das soll eine schöne abwechslungsreiche Wanderung sein.

Zum Radlsee

Die schönsten und tollsten Wanderungen findet man, meiner Meinung nach, indem man sich bei den Einheimischen erkundigt. Die besten Freundin von allen und ich haben darum den obigen Wandertipp am Samstag den 26.07.2008 in die Tat umgesetzt.

Dieses Mal fahren wir zu viert nach Feldthurns, biegen im Dorfzentrum rechts ab und fahren weiter bis zum kleinen Bergdorf Garn. Wir folgen der einzigen Straße bis zu deren Ende. Am Garner Wetterkreuz angelangt, können wir auf einem großen Parkplatz unser Auto abstellen.

Der Wanderweg führt uns von 1.411 m ü. d. M. startend zuerst wenige Meter über einen Schotterweg und dann rechts abbiegend über einen Waldsteig (Nr. 10), an einem plätschernden Bächlein und einer in frischen Gras stehenden Wiese vorbei. Nicht besonders steil, aber auch nicht eben, irgendwie ideal für eine Samstags-Wandertour. Nach circa eineinhalb Stunden erreichen wir die baumfreien Zone, wo sich links zwei Einkehrmöglichkeiten (Bruggerschupfe und noch eine weitere Jausenstation) anbieten. Dieses Mal haben wir unser Proviant (Brot, Speck, Käse, Gurken, Tomaten und natürlich viel Holundersaft) selbst mit und lassen darum die Berggasthäuser „links“ liegen und folgen dem Steig Nr. 10.

Es zahlt sich aus mehr als einen Blick nach rechts zu werfen. Das Eisacktal in seiner vollen Pracht. Wenn man mit dem Auto das Eisacktal durchfährt so könnte man denken: was für eine eingeengte trostlose Gegend. Damit tut man dem Eisacktal aber Unrecht! Man steige einige Meter höher und schon erschließt sich vor dem neugierigen „Bergwanderer“ eine wunderschöne weitläufige Alpenlandschaft. Hier ist nichts mehr zu merken von der Enge des Tales!

Wir sehen im Osten die prachtvollen Gipfel der bekanntesten Dolomitenberge wie z.B. Puez Geisler, Schlern, Rosengarten, im Hintergrund die schneebedeckte Marmolata, etwas nördlicher kann man die Plose den Hausberg Brixens sehen und südlich sieht man über das Rittner Horn hinweg noch die Spitze „meines“ Hausberges: den Roen. Also bzgl. des Ausblicks hat sich die Wanderung schon mal ausgezahlt, auch wenn wir unser Ziel noch nicht erreicht haben.

Nun wandern wir in nördliche Richtung über Almwiesen etwas unterhalb des Gipfels (Königsanger) herum. „Wird es noch lange dauern?“, höre ich von hinten fragen. „Ich denke so circa eine halbe Stunde noch“ lautet meine Antwort, während ich in eine Linkskurve einbiege. Upps, da ist er ja schon der Radlsee. Nix mit halber Stunde, wir sind angekommen.

Der Radlsee befindet sich in einem Bergkessel der von drei Seiten geschlossen ist. Circa 40 m höher steht das Schutzhaus Radlseehütte (2.284 m). Wir lassen uns auf der frischen Almwiese nieder und packen unser Proviant aus. Der Hüttenwirt möge uns verzeihen.

Nachdem alle gut gespeist haben, ist Siesta angesagt. Die anderen drei schlafen schon, aber mich lässt der Gipfel der Königanger, der noch so circa 200 m über uns liegt, keine Ruhe. Ich backe die Fotoausrüstung zusammen und renne schnell mal hoch. Es dauert nicht lange bis die beste Freundin von allen mein Fehlen bemerkt und mir nachtelefoniert. „Wo bist du?“ „Ich bin hier oben, muss unbedingt auf den Gipfel, auf die andere Seite runter schauen.“ „Ok, geht in Ordnung“.

Ich renne fast, denn das Wetter wird schlechter. Da scheint sich was zusammen zu brauen. Am Gipfelkreuz angekommen erschließt sich mir ein weiter Blick nach Westen in die Sarntaler Alpen und auch nach Norden in Richtung Sterzing und Ratschings. Es hat sich ausgezahlt, auch wenn circa einen Kilometer südlich ein Gewitter niedergeht.

Trotz Wetterlage, da ich die Fotoausrüstung hoch geschleppt habe muss nun auch ein 360° Foto gemacht werden. Ist ja mal was anders: die eine Hälfte im Sonnenschein, die andere im Regen.

Resultat: 360° Foto Königanger – Radlsee

360 Koeninganger

So nun zurück zu den anderen. Es ist nun halb drei und die Gewitterfront wird immer bedrohlicher. Nun schiebt sich noch eine zweite Regenfront von der Plose zu uns herüber. Wir werden von zwei Seiten bedroht.
Eilig treten wir den Heimweg über den Steig Nr. 8 an. Dieser Steig verlängert unsere Tour zwar beträchtlich aber wir wollen unbedingt eine Rundwanderung und nicht eine Hin- und Rückwanderung machen.

Nach circa 15 min beginnt es zu nieseln. Ein kurzer Spurt und wir erreichen die schützenden Bäume, die keinen einzigen Tropfen durchlassen. Der Rückweg zieht sich in die Länge. So langsam werden wir unsicher, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Zahlreiche Himbeere-Plantagen säumen unseren Weg, ab und zu finden wir auch einige Walderdbeeren, Pilze sind heuer sowieso wie Sand am Meer anzutreffen, so dem auch hier. Verhungern kann man hier zumindest nicht…

Der Weg Nr. 8 mündet im Weg Nr. 18, er ist gut beschildert, aber bei der für uns entscheidenden Abbiegung steht kein Hinweisschild. Zumindest habe ich keines gesehen. Wir biegen, im guten Glauben richtig zu sein, rechts ab und wandern einen flachen Forstweg, der mit blauen Markierungen versehen ist, entlang. Wir hoffen, dass dies unser geplanter Weg Nr. 17A ist. Der Weg mündet in eine Wiese, die wir überqueren, um kurz darauf auf der anderen Seite den Einstieg in einen Waldsteig vorzufinden. Das Waldstück erweist sich als recht kurz, wir kommen wieder auf einer Wiese ins Freie, die wir queren um dann den Weg Nr. 17 zu kreuzen. Weiter geht es, rechts haltend, der Beschilderung Garn folgend.

Nach einem Abstieg von insgesamt circa 2 Stunden (der Aufstieg hatte auch circa 2 Stunden in Anspruch genommen) erreichen wir müde aber zufrieden unseren Ausgangspunkt und freuen uns die drückenden Bergschuhe durch die luftigen Sandalen auszutauschen.

Verlauf der Panoramawanderung zum Königsanger und Schutzhaus Radlsee:

Höhenprofil und Details

Bilder Radlsee und Königanger:

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