Medizin für alle Sinne – Wassererlebnisweg Gnoppnitzbach steht auf dem Wanderschild, unter dem wir gerade hindurchschreiten.
Warum wir plötzlich in Greifenburg im Oberen Drautal gelandet sind, weit weg vom Wörthersee? Ganz einfach: Leider geht auch die schönste Urlaubswoche irgendwann zu Ende und wir befinden uns bereits auf der Heimreise nach Südtirol.
Kurz bevor wir Kärnten Richtung Tirol verlassen, wollen wir aber doch noch eine letzte Wandertour mitnehmen.
Und was bietet sich an einem Hitzetag wie heute besser an als ein Themenweg, bei dem sich alles ums Wasser dreht?
Wir werden dem wilden Gnoppnitzbach durch die Gnoppnitzklamm folgen und dabei die große Rundwanderung über die Heregger Alm zurück nach Greifenburg unter die Sohlen nehmen: 7,94 Kilometer und rund 440 Höhenmeter. Das passt genau in unseren Rückreisetag.
Der Themenweg
Das Beste am Themenweg: Zumindest der erste Kilometer ist nicht nur kinderwagentauglich, sondern offenbar auch zwölfjährigentauglich. Anna lässt sich jedenfalls ganz ohne väterliche Überredungskünste zum Wandern bewegen. Das will etwas heißen.
Und zu erleben gibt es entlang des Baches einiges:
- Mühle
Praktisch gleich zu Beginn des eigentlichen Erlebnisweges wartet eine alte Mühle auf uns. - Grill- und Feuerstelle
Nur wenig oberhalb der Mühle folgt eine Feuerstelle direkt am Bach. - Wassertreten im Storchengang
Jetzt wird es nass: Beim Kneippen geht es im Storchengang durchs kalte Wasser. Bei den heutigen Temperaturen dürfte das weniger Überwindung als Wohltat sein. - Spielplatz mit Indianertipi
Danach folgt ein größerer Spielbereich mit Indianertipi. Auch ein indianisches Medizinrad und weitere Spielelemente gehören dazu. Mit zwölf ist man für einen Spielplatz natürlich längst viel zu alt. Außer er steht zufällig mitten auf einer Wanderung. - Schermwand
Nun wird es historisch. Unter dem weit überhängenden Felsen der Schermwand sollen sich früher die Fuhrleute zum Essen getroffen und bei Unwettern Schutz gesucht haben. - Krafthütte mit Grillplatz
Etwas weiter oben wartet die Krafthütte samt Grillplatz. Ob hier tatsächlich neue Wanderkräfte verliehen werden, werden wir wohl selbst überprüfen müssen. - Kraft-Platzl und Kletterbereich
Noch etwas höher folgt das Kraft-Platzl mit einem großen Fels- und Kletterbereich. Wasser allein scheint hier als Medizin also nicht zu reichen – ein wenig Kraxeln gehört offenbar ebenfalls zur Therapie. - Fuhrleuthütte
Den Abschluss des unteren Erlebnisbereichs bildet die Fuhrleuthütte. Hier bekommen wir einen Einblick, wie die Fuhrleute früher gelebt und gearbeitet haben.
Der Wanderweg
Nun ist es mit der Kinderwagentauglichkeit vorbei. Der breite Schotterweg schrumpft zum Wandersteig zusammen, bleibt aber dicht am Bach – und damit glücklicherweise auch in Annas Interessensgebiet.
Wir dürfen über eine schwingende Hängebrücke schreiten und wenig später unser eigenes Geschick unter Beweis stellen: Es gilt, den Wildbach über große Steine zu queren. Nicht etwa, weil das laut Wegbeschreibung so vorgesehen wäre. Der Gnoppnitzbach hat die augenscheinlich einmal vorhandenen Überbrückungshilfen schlicht und einfach weggerissen.
Wassererlebnisweg eben. Hier bestimmt das Wasser offenbar selbst, wie viel Erlebnis geboten wird.
Nun geht es über die Annastiege hinauf, was Anna gleich doppelt freut: Erstens ist es eine Baumstammstiege, zweitens trägt sie ihren Namen. Endlich einmal ein Wanderweg, der sich ordentlich um seine Zielgruppe kümmert.

Oben angekommen, geht es wieder auf einem breiteren Weg weiter. Seit der Stiege sind wir einige Meter über dem Bach unterwegs, der nun links unter uns durch die Gnoppnitzklamm rauscht.
Wenig später heißt es für uns: scharf abbiegen. Wir wechseln auf den Wandersteig Nr. G3a, der uns beinahe um 180 Grad herumdreht und ein Stück den Hang der Gnoppnitzklamm hinaufführt.
Kleine Rinnsale kreuzen unseren Weg, dann erreichen wir die Heregger Alm.
Großer Empfang ist hier keiner vorbereitet. Nur ein einsames Kalb begrüßt uns.

Nach dem Almgebäude steht eine kleinere Hütte. Hier lernen wir, was eine „Zuhube“ ist. Vereinfacht gesagt handelt es sich dabei um einen zusätzlichen landwirtschaftlichen Betrieb, der zum Haupthof gehörte und dessen Nutzfläche erweiterte. Während auf einer Zuhube vor allem Wiesen und teilweise Äcker bewirtschaftet wurden, diente eine sogenannte Halthube hauptsächlich als Weidefläche.
Bewirtschaftet wurde die Zuhube meist vom sogenannten „Moar“ und seiner Familie. Viel zu verdienen gab es dabei allerdings nicht: Bezahlt wurde größtenteils in Naturalien, die erwirtschafteten Produkte mussten – abgesehen vom Eigenbedarf – an den Bauern abgeliefert werden.
Aha, wieder was gelernt.
Nun haben wir den höchsten Punkt unserer großen Runde am Wassererlebnisweg Gnoppnitzbach erreicht. Ab jetzt geht es also hauptsächlich bergab. Eine Information, die bei Anna grundsätzlich auf breite Zustimmung stößt.
Wir könnten noch nach Gnoppnitz und weiter zum Bergbauernmuseum wandern, entscheiden uns aber für den etwas kürzeren Wanderweg Nr. G3.
Der führt uns durch schattigen Wald hinunter zu einer asphaltierten Straße, auf der der Wanderweg G1 verläuft. Vier Kehren müssen wir ihr nun noch hinunter nach Greifenburg folgen. Nicht gerade der spektakulärste Teil der Runde, aber bergab und schattig genug, um keine größeren Beschwerden auszulösen.

Am eigenen Parkplatz des Wassererlebniswegs Gnoppnitzbach wartet bereits unser Auto auf uns. „Wartet“ ist allerdings eine sehr freundliche Umschreibung. Es hat sich inzwischen in etwas verwandelt, das irgendwo zwischen Backofen und Sauna einzuordnen ist.
Also wird kurzerhand das nächstbeste Freibad recherchiert. Mit dem Waldbad Dellach werden wir fündig und steuern es schnurstracks an.
Wassererlebnisweg hin oder her: Eine richtige Abkühlung muss trotzdem sein.
Wanderkarte zur Großen Rundwanderung am Wassererlebnisweg Gnoppnitzbach
Akt. Position: -km, -m
↓ download GPX
Eckdaten der Tour
Wassererlebnisweg Gnoppnitzbach in Greifenburg
- Dauer: 2:40 h
- Distanz: 7,2 km
- Bergauf: 447 m
- Bergab: 447 m
Um welche Art von Tour handelt es sich?
In welcher Region befindet sich die Tour?
Um welche Bergkategorie handelt es sich? Auf welcher Höhe liegt die Tour?
Wie lang ist die Strecke?
Wie streng ist der Aufstieg (Länge, Höhenmeter, Steigung)?
Wie anspruchsvoll ist der Abstieg (Länge, Höhenmeter, Steigung)?
Wie viel Zeit werde ich für die Tour brauchen?
Dieser Wert kann individuell stark variieren. Siehe Gehzeitrechner.
Wie viele Kalorien werden bei der Tour verbrannt?
Es ist zu beachten, dass die Berechnung des Kalorienverbrauchs auf Faustformeln und allerlei Annahmen beruht, z.B. Gewicht=75 kg, Kalorienverbrauchsvorgaben für Aufstieg, Abstieg, flach usw. und daher nur eine Schätzung und keine exakte Angabe liefert. Wenn du deinen Kalorienverbrauch selbst berechnen möchtest, dann schau dir diesen Kalorienrechner an.
Gibt es interessante Wegpunkte?
Ja, es gibt interessante Wegpunkte. Hier ist eine Liste:
- AmbrosiusbanklHöhe: 687 m ü. d. M.GPS: 46.755946, 13.178401
- FlorianbanklHöhe: 732 m ü. d. M.GPS: 46.759036, 13.177328
- Fuhrleut-HüttlHöhe: 743 m ü. d. M.GPS: 46.760023, 13.177392
- GnoppnitzklammHöhe: 736 m ü. d. M.GPS: 46.759508, 13.177392
- HereggerHöhe: 1.087 m ü. d. M.GPS: 46.770043, 13.181641
- Kraftbrunnen WasserHöhe: 711 m ü. d. M.GPS: 46.758306, 13.177607Kraftbrunnen Water
- KrafthütteHöhe: 713 m ü. d. M.GPS: 46.758370, 13.177586Krafthütte Acccess:Yes Krafthütte Wilderness_Hut 9761, Greifenburg, Bezirk Spittal An Der Drau, AUT
- NymphenquelleHöhe: 703 m ü. d. M.GPS: 46.757276, 13.177564
- Parkplatz KlammHöhe: 645 m ü. d. M.GPS: 46.751161, 13.176963Carpark Klamm Parkplatz Acccess:Yes 9761, Greifenburg, Bezirk Spittal An Der Drau, AUT
- StephanusbanklHöhe: 702 m ü. d. M.GPS: 46.757405, 13.177671
- Tipi-SpielplatzHöhe: 691 m ü. d. M.GPS: 46.756332, 13.178229
Fotos vom Wassererlebnisweg Gnoppnitzbach






























