Von Entiklar nach Penon und Margreid

Blick auf Kurtatsch vom Margreider Leitnweg aus
Blick auf Kurtatsch vom Margreider Leitnweg aus

Entiklar, die kleine Fraktion von Kurtatsch, am Ende des Weinlehrpfades Kurtatsch, ist der Startpunkt unserer heutigen Wanderung. Wanderung ist vielleicht nicht das richtige Wort, Spaziergang wäre aufgrund der Länge (6,2 km) angemessener, wenn da nicht die recht arge Steigung wäre. Obwohl saisonal gesehen Winter, kann man die Wanderung aufgrund der sonnigen Lage und der milden Temperaturen als Frühlingswanderung bezeichnen.
Aber Schluss des Rätselratens bzgl. Kategorisierung, wir wollen wandern und die herrliche Sonne im Süden Südtirols genießen, nicht grübeln.

Einen Parkplatz (300 m ü.d.M.) finden wir knapp oberhalb des Schlosses Turmhof, auch bekannt als Weinkellerei Tiefenbrunner.
Die beste Ehefrau von allen holt die Jacke vom Hintersitz. Ein Jauchzen! 100 Euro zwischen Armlehne und Sessel. So eine Überraschung! Da sind sie wieder die seit 10 Tagen vermissten Euronen.

Der Wanderweg führt uns entlang der nur von Penonern (Bewohner der Fraktion Penon) befahrenen Nebenstraße, dem Kofelweg, über den „Kofel“, auch Köfel genannt, hinauf nach Penon.

Recht steil, aber fein zum Gehen, weil asphaltiert, schaffen wir es in 20 Minuten die 220 Höhenmeter bis zum ersten Hof von Penon, dem Ansitz Voldersberg, hinauf. Nach weiteren 5 min und so einige Talblicke hinunter nach Kurtatsch und Margreid und auch hinüber nach Neumarkt und Montan reicher, kommen wir in Penon, der Minifraktion von Kurtatsch an. Die wenige Seelen zählende Fraktion ist geprägt von der allgegenwärtigen Weinrebenlandschaft, die sich heute frisch gestylt, weil frisch geschnitten und gebunden, präsentiert. Die Penoner Bauern sind fleißige Leute.

Ein einziges kleines Lebensmittelgeschäft, aber gleich vier Einkehrmöglichkeiten. Wahrscheinlich sind die Penoner Bauern nicht nur fleißige Leute, sondern auch durstige Menschen.
Wir beide nutzen keine der Einkehrmöglichkeiten, denn wir haben Hausvorteil und kehren bei den Eltern der besten Ehefrau von allen ein.

Von Penon, eigentlich Hinterpenon (600 m ü.d.M.), geht es nun über den Margreider Leitnweg hinunter nach Margreid. Zuerst vorbei an Weinreben über asphaltierte Landwirtschaftswege, dann einen steilen Steig durch das Biotop und den Buschwald Leitn, dann wieder durch Weinberge hindurch mit Blick auf das Südtiroler Unterland, wandern wir ins Dorfzentrum von Margreid (230 m ü. d.M.) hinunter.

Der Stamm der ältesten Weinrebe Südtirols
Der Stamm der ältesten Weinrebe Südtirols

Neben dem Fennerbach, der direkt durch das Margreider Dorfzentrum hindurch fließt, wandern wir an der Kellerei Margreid, welche sich mit der Kellerei Nals zur Kellerei Nals-Margreid zusammengeschlossen hat, weiter zum Ansitz Löwengang vom allseits bekannten Weinproduzenten Alois Lageder. Hier treffen wir auch auf das Naturdenkmal „älteste Weinrebe Südtirols„. Auf der Infotafel neben der sich an einer Hausmauer hochrankenden mächtigen Rebe steht:

Im Jahre des Heils 1601 im Oktober wurde dieser Rebsteckling vom uralten Feichterischen Rebstock von Clement Feichter hier durch (den Pächter) Domenig di Valentini aus Sulzberg (als Bodenableger) gepflanzt.

Die Margreider Urrebe, die schon über ein Dutzend Generationen mit ihren Trauben gelabt hat, wo seit vier Jahrhunderten stets neuer Zuwachs die absterbenden Teile ersetzt, ist ein Symbol des sich immer wieder erneuernden Lebens und Fruchtens.

Der Regenstein an der Südtiroler Weinstraße zwischen Margreid und Kurtatsch
Der Regenstein an der Südtiroler Weinstraße zwischen Margreid und Kurtatsch

Nun müssen wir einige 100 m der Weinstraße entlang wandern, kommen aber als Entschädigung an einem weiteren Naturdenkmal, dem tropfenden Felsen „Regenstein“ vorbei. Um den von Tuff und Sinter umgebenen, stets triefenden Regenstein ranken sich Sagen und Legenden.

Einst gab es hier ein Schloss in dem eine wunderschöne Prinzessin mit ihrem reichen Vater wohnte. Eine Hexe, die in einer Grotte weiter oben am Hang hauste, ließ das Burgfräulein aus Neid an einer giftigen Rose riechen, sodass die Prinzessin in eine tiefe Ohnmacht versank und das Schloss inklusive eines riesigen Schatzes verwunschen wurde.
Als der Vater von der Jagd zurückkam, lockte ihn die Hexe unter dem Vorwand ihn zur Tochter zu führen in eine Grotte und schloss ihn darin ein. Der Graf weinte angesichts des Verlusts seiner Tochter bitterlich. Seine Tränen tröpfeln noch heute über den Felsen herab, währenddessen das ganze Schloss mit der Zeit vom Tuffstein überwachsen wurde.
Alle hundert Jahre darf die Prinzessin aus dem verwunschenen Schloss in Gestalt einer Schlange, die einen goldenen Schlüssel im Maul hält, heraus. Wer sich von der Schlange den Schlüssel in den Mund stecken lässt, erlöst die Prinzessin und bekommt den Schatz.

Die Sage geht noch weiter, aber ich höre hier mal auf. Interessierte fragen einfach Tante Google. Die kennt die Sage bestimmt und auch noch viele andere 😉

Wir beide schließen den Sonntagsspaziergang beim Ausgangspunkt in Entiklar, oberhalb der Kellerei Tiefenbrunner, am Ende des Weinlehrpfades Kurtatsch-Entiklar ab.

6,2 km, nur 400 Höhenmeter, also eine kurze Frühlingswanderung oder ein steiler anstrengender Spaziergang. Jeder, wie er es sehen mag…

GPS Daten der Wanderung Entiklar-Penon-Margreid

Fotos Entiklar, Penon und Margreid

Leider nur iPhone Fotos, weil ich dummerweise mit leerem Fotoakku gestartet bin 🙁

 

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