Wir müssen heute wandertechnisch von Auer aus starten. Müssen? Ja, müssen. Denn die beste Ehefrau von allen muss trotz Sonntag zum Einkaufen ins Despar. Und der hat nur in Auer geöffnet.
Der Start ist somit fixiert. Nur das Ziel noch nicht. Hinauf nach Castelfeder? Zu naheliegend. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Unsere Wanderungen ab Auer beginnen normalerweise in der Erholungszone Schwarzenbach. Heute brechen wir mit dieser Gewohnheit und starten direkt beim Kreisverkehr an der Traminer Straße. Von hier schlendern wir zuerst einmal ins Dorf hinauf zum Hauptplatz.
Im Steinmauerlabyrinth der Aurer Anger
Durch schmale Gassen geht es nun hinauf ins Aurer Gassenlabyrinth. Labyrinth? Ja, so etwas gibt es hier tatsächlich – und zwar eines aus Stein.
Zahlreiche mannshohe Natursteinmauern prägen nämlich den historischen Dorfkern von Auer. Dahinter verbergen sich die sogenannten Aurer Anger: Obstgärten, Weinberge und Gemüsegärten, die zwischen den alten Hofanlagen des Aurer Oberdorfs liegen.
Zusammen mit den alten Schutzmauern gegen den wütenden Schwarzenbach entstand dadurch eine ziemlich ungewöhnliche Dorfstruktur: schmale Gasse, hohe Mauer, dahinter Garten oder Weinberg, dann wieder ein Hof oder Ansitz – und da capo.
Wir schreiten zügig durchs Steinmauerlabyrinth und finden den Ausgang schließlich an der Fleimstalstraße. Die überqueren wir und landen damit in der Naherholungszone Schwarzenbach.
Mit weniger Katzenleiter und mehr Blauburgunder nach Montan
Am Schwarzenbach entlang wandern wir nun nach links, unter der Fleimstalstraße hindurch, bis rechts eine Hängebrücke auftaucht. Geradeaus könnten wir über die sogenannte Katzenleiter hinauf nach Aldein steigen. Wir entscheiden uns heute für weniger Katzenleiter und mehr Blauburgunder, biegen rechts ab, überqueren die Hängebrücke und stehen damit am Beginn des Blauburgunder-Themenweges.
Dem folgen wir durch den Wald hinauf Richtung Montan. Rechts lugt einmal das St.-Daniel-Kirchlein zu uns herüber. Wir steigen weiter, treten beim Weingut Pfitscher aus dem Wald heraus, unterqueren die Dolomitenstraße und schlendern anschließend über die Friedhofsstraße bis ins Dorfzentrum von Montan.
Der Gasthof Goldener Löwe hätte geöffnet. Einkehren? Schwierig mit der einkehrunwilligsten Ehefrau von allen.
Über den alten Bahnweg auf die Spuren von Schloss Enn
Also marschieren wir auf dem Wanderweg Nr. 4 durch den Wald weiter hinauf zum Bahnweg. Unterwegs zeigt uns Anna die Montaner Kneippanlage. Die kennt sie bereits bestens: Im Sommer war sie hier im Rahmen eines Kreativkurses.
An der ehemaligen Bahntrasse angekommen, biegen wir scharf nach links ab und folgen dem beliebten Radweg – natürlich dürfen hier auch Wanderer mitmischen – zuerst durch den Tunnel und anschließend in einer weiten Kurve bis an den Waldrand. Der Radweg zieht geradeaus weiter, wir aber biegen scharf links Richtung Schloss Enn ab.

Gerne würde ich direkt zum Schloss hinüber. Geht aber nicht. Schloss Enn ist in Privatbesitz, und ein Verbotsschild macht ziemlich unmissverständlich klar, dass wir dort nichts zu suchen haben.
Ein kurzer Blick in die Geschichte: Schloss Enn entstand um 1300 im Auftrag der Herren von Enn, die damals auch mit der mittelalterlichen Burganlage auf Castelfeder in Verbindung standen. Lange konnten sie sich ihres neuen Sitzes allerdings nicht erfreuen: Im Zuge einer Auseinandersetzung wurde die Familie vertrieben. Danach wechselte das Schloss mehrfach den adeligen Besitzer und wurde immer wieder umgebaut. Seine heutige Erscheinung ist daher nicht mehr rein mittelalterlich, sondern wurde vor allem im 19. Jahrhundert stark überformt.
Seit dem 17. Jahrhundert befindet sich Schloss Enn im Besitz der Familie Albrizzi. Besichtigen kann man es normalerweise nicht – das Schloss ist bis heute privat. Eine Ausnahme gibt es Mitte August: Beim traditionellen Schlosskonzert der Musikkapelle Montan öffnet sich zumindest der Innenhof für Besucher.
Uns bleibt also nur der Blick aus der Ferne. Wir bleiben rechts des tief eingeschnittenen Baches und folgen dem Wanderweg hinunter bis zur Dolomitenstraße. Hier biegen wir wieder links ab und marschieren auf der nur für Anrainer freigegebenen Schloss-Enn-Straße zurück ins Dorfzentrum von Montan.
Wieder ist mit Einkehren nichts. Uffa!
Also bleibt Anna und mir nichts anderes übrig, als der besten Ehefrau von allen hinunter zur Sportbar zu folgen – nur um auch an der vorbeizumarschieren.
Wein-Memory und Blauburgunderweg zurück nach Auer
Durch die Weinberge tauchen wir nach der Dolomitenstraße wieder in den Blauburgunderweg ein.
Der entschädigt uns zuerst mit reichlich Grün und dann am Waldrand mit einer besonderen Attraktion: Ein mannhohes Memoryspiel wartet hier auf Wanderer mit gutem Gedächtnis. Natürlich drehen sich die Umkehrbilder rund um den Wein. Trotzdem ist das Spiel sogar für Kinder zugelassen. Wer hätte das gedacht.

Also versuchen sich Anna und die Null-Alkohol-Trinkerin unter uns am Wein-Memory. Die geballte Weinexpertise hält sich damit überschaubar in Grenzen.
Vom Wein-Memory führt uns der Blauburgunder-Themenweg weiter hinunter Richtung Castelfeder.
Den kahlen Porphyrhügel besteigen wir heute allerdings nicht. Stattdessen marschieren wir direkt in die Sport- und Erholungszone Schwarzenbach hinunter. Hier gäbe es sogar noch eine gut besuchte Pizzeria. Wir gehen natürlich daran vorbei, überqueren die Fleimstalstraße und schlendern zum Schluss – wieder gesäumt von den Aurer Natursteinmauern – zurück zu unserem Ausgangspunkt.
Wanderkarte mit GPS-Download: Auer–Montan
Akt. Position: -km, -m
↓ download GPX
Eckdaten der Tour
Wandern von Auer nach Montan mit Blauburgunder
- Dauer: 2:55 h
- Distanz: 8,8 km
- Bergauf: 378 m
- Bergab: 378 m
Um welche Art von Tour handelt es sich?
In welcher Region befindet sich die Tour?
Um welche Bergkategorie handelt es sich? Auf welcher Höhe liegt die Tour?
Wie lang ist die Strecke?
Wie streng ist der Aufstieg (Länge, Höhenmeter, Steigung)?
Wie anspruchsvoll ist der Abstieg (Länge, Höhenmeter, Steigung)?
Wie viel Zeit werde ich für die Tour brauchen?
Dieser Wert kann individuell stark variieren. Siehe Gehzeitrechner.
Wie viele Kalorien werden bei der Tour verbrannt?
Es ist zu beachten, dass die Berechnung des Kalorienverbrauchs auf Faustformeln und allerlei Annahmen beruht, z.B. Gewicht=75 kg, Kalorienverbrauchsvorgaben für Aufstieg, Abstieg, flach usw. und daher nur eine Schätzung und keine exakte Angabe liefert. Wenn du deinen Kalorienverbrauch selbst berechnen möchtest, dann schau dir diesen Kalorienrechner an.
Gibt es interessante Wegpunkte?
Ja, es gibt interessante Wegpunkte. Hier ist eine Liste:
- Auer - OraHöhe: 256 m ü. d. M.GPS: 46.346598, 11.298623
- Castel d'Enna - Schloss Enn (Burg, Schloss)Höhe: 581 m ü. d. M.GPS: 46.331813, 11.307850
- Gasthof Goldener Löwe (Restaurant)Höhe: 496 m ü. d. M.GPS: 46.331084, 11.304502Gasthof Goldener Löwe (Restaurant) Kirchplatz - Piazza della Chiesa 11 39040, Montan - Montagna, Bolzano - Bozen, ITA
- Kirche, AnbetungsortHöhe: 499 m ü. d. M.GPS: 46.330783, 11.304567Kirche, Anbetungsort 39040, Montan - Montagna, Bolzano - Bozen, ITA
- ParkenHöhe: 244 m ü. d. M.GPS: 46.347435, 11.295061
- Restaurant Pizzeria Schwarzenbach (pizza, Restaurant)Höhe: 271 m ü. d. M.GPS: 46.342092, 11.295662Restaurant Pizzeria Schwarzenbach (pizza, Restaurant) Schwarzenbach - Rio Nero 7 39040, Auer - Ora, Bolzano - Bozen, ITA +39 0471 810295
- Schwarzenbach - Rio Nero (Parken)Höhe: 266 m ü. d. M.GPS: 46.343036, 11.296370
- St. Daniel (Kirche, Anbetungsort)Höhe: 355 m ü. d. M.GPS: 46.340611, 11.300619St. Daniel (Kirche, Anbetungsort) 39040, Auer - Ora, Bolzano - Bozen, ITA
- TrinkwasserHöhe: 473 m ü. d. M.GPS: 46.334903, 11.303451
- Trinkwasser1Höhe: 493 m ü. d. M.GPS: 46.331148, 11.304266Trinkwasser
- Weingut Pfitscher - Tenuta (Weinberg)Höhe: 428 m ü. d. M.GPS: 46.336899, 11.303000






