Spaziergang Kalterer See – Frühlingstal – Montiggler See

Vor unserer Haustür steht eine Trauerweide. Heute kann ich die ersten Knospen sehen. Der Frühling steht also vor der Tür. Für uns Süd-Südtiroler bedeutet das, die obligatorische Frühlingswanderung ins Frühlingstal vom Kalterer See zum Montiggler See steht an.

Schneeglöckchen im Frühlingstal zwischen dem Kalterer See und dem Montiggler See
Schneeglöckchen im Frühlingstal zwischen dem Kalterer See und dem Montiggler See

Wir starten direkt am Kalterer See beim Restaurant und Pizzeria Geier. Die Betriebe hier am Kalterer See sind zwar noch geschlossen aber hinter Gretl am See und dem Hotel Seegarten sind zwei Stehbarn geöffnet (wahrscheinlich nur Sonntags). Wir gehen in die andere Richtung, den Kalterer Seerundweg entlang.

Diese Idee hatten heute scheinbar recht viele Leute. Pärchen, Familien mit Kinderwagen, Italiener, Südtiroler von Nah und Fern spazieren mit uns den Seewanderweg entlang.

Nach 10 min verlassen wir den Seerundweg und biegen links in Richtung Frühlingstal ab. Zwischen Weinbergen, den Radweg folgend, spazieren wir gemütlich dem Waldrand entgegen.

Das Frühlingstal

Eine dreiviertel Stunde liegt hinter uns. Vor uns öffnet sich das Frühlingstal mit einem recht kontraststarken Bild. Unzählige Schneeglöckchen säumen den Weg und bestätigen, dass wir nicht zu früh hier sind. Der Frühling ist bereits auf dem Weg. Ein schönes Bild, welches so richtig Frühlingsgefühle aufkommen lässt. Trotzdem kommt man heuer nicht drum herum auch an den Winter zu denken. Der hat nämlich deutliche Spuren hinterlassen. Immer wieder kreuzen umgefallene Baumstämme den Weg. Der Wald schaut teilweise aus, als ob ein Orkan hindurch gefegt wäre. Vor allem von Efeu umschlungene Bäume mussten ihr Leben dem schweren Winter hingeben. Enge, klammernde Umarmungen können in schwierigen Zeiten auch einen starken Baum fällen…

Der Winter hat seinen Triput auch im Frühlingstal gefordert
Der Winter hat seinen Tribut auch im Frühlingstal gefordert

Wir wandern einem lustig vor sich hin plätschernden Bächlein entlang, das sich seinen Weg durch das mit Schneeglöckchen durchsäumtem Unterholz bahnt. Immer wieder traben wir im Gänsemarsch hinter einigen älteren Mitmenschen oder Familien mit Kindern hinterher, bis wir ein Plätzchen zum Überholen finden. Da auch wir öfters stehen bleiben, wiederholt sich das „Spiel“ ständig.

Nun steigen wir einige mit Holzpfählen befestigte Stufen (circa 50 m), durch einen ziemlich in Mitleidenschaft gezogenen Holzzaun gesicherte Passage, empor. Mehr oder weniger die einzige nennenswerte Steigung die wir heute „bezwingen“ müssen.

Einige Sonntags-Wanderer bzw. Spaziergänger sind entsprechend dem Tag mit Sonntagsschuhen unterwegs. Eher selten aber trotzdem sehen wir sogar Stöckelschuhe! Wir natürlich nicht. Wir sind heilfroh mit den Bergschuhen unterwegs zu sein, denn nicht nur einmal müssen wir durch Matsch und Morast steigen. Voller Schadenfreude grinse ich dann die uns entgegenkommenden wie auf Feuersglut tänzelnden Spaziergänger an, die uns wieder, wegen des festen Schuhwerks, neidisch anglotzen!

Ich bin nicht der Einzige der einen Fotoapparat mit sich herum schleppt. Es ist sogar so, dass meine betagte Nikon D70 mit Standard-Objektiv ziemlich mickrig ausschaut im Vergleich zu den, mit Megazoom-Objektiven ausgestatten, Fotomaschinen, die so mancher Frühlingstal-Spaziergeher mitträgt.

Bei circa Halbweg hat die Feuerwehr Montiggl vor einem Forsthaus einen Imbiss eingerichtet: belegte Brote, Krapfen, warmer Tee, Mineralwasser usw.. Die Festbänke vor dem Forsthaus sind restlos belegt. Das Geschäft scheint sich zu lohnen. Wenn ich aber daran denke, wie viel Arbeit heuer auf den einen oder anderen Feuerwehrmann für die Aufräumarbeiten im Wald zugekommen oder noch zukommen wird, muss ich sagen, dass es nur recht und billig ist, wenn irgendwo auch ein finanzieller Rückfluss stattfindet.

Eineinhalb Stunden unterwegs, vor uns liegt das kleine Dörfchen Montiggel. Das Ende des Frühlingstales ist erreicht aber bis zum Montiggler See sind es noch circa 30 Minuten. Wir wandern den ausgeschilderten Pfad folgend, hinter dem Hotel Moser entlang, bevor wir kurz vor dem großen Montiggler See rechts abbiegen und über einen Steg die Sumpf- und Schilflandschaft südlich des Montiggler Sees überqueren. Nun befinden wir uns direkt vor dem Parkplatz Montiggler See.

Am Montiggler See

„Kurz rein schauen, dann kehren wir wieder um, ok?“ „Ja, geht in Ordnung“, lautet die Antwort der besten Freundin von allen. Ich kann trotz ihres positiven Bescheids heraus hören, dass sie befürchtet ich wolle schon wieder irgendwo einkehren.

Der Wasserstand des großen Montiggler Sees ist beträchtlich. Der Wasserspiegel ist bündig mit dem Bootssteg, was dem Stegbetreter ein flaues Gefühl in der Magengegend verleit. Als wir das letzte Mal hier waren (Wanderung Montiggl-Sigmundskron) , befand sich der Wasserspiegel circa einen Meter unter uns. Heute scheint es als ob wir über das Wasser gehen könnten.

Das Gasthaus am See das Seehotel Sparer hat geöffnet, dennoch will ich es heute der besten Freundin von allen nicht „antun“ einzukehren. Zu Hause warten nämlich frisch gebacken Muffins und der letzte Rest vom Jagertee.

Zurück geht es über denselben Wanderweg. Die Sonne scheint zwar noch und es ist immer noch recht warm, trotzdem gehen wir den Rückweg bedeutend schneller an, der wartenden Muffins und des Jagertees wegen!

Das Frühlingstal liegt hinter uns, der Kalterer See vor uns, die Sonne über der Mendel schickt sich an, das Zepter abzugeben. Tramin liegt bereits im Schatten, Auer und Montan und natürlich die Leuchtenburg (Wanderung Leuchtenburg mit 360° Foto) strahlen noch in den letzten Sonnenstrahlen.

Die Leuchtenburg über dem Kalterer See
Die Leuchtenburg über dem Kalterer See  (zum 360° Foto Leuchtenburg mit Kalterer See)

Ein schöner Frühlingsauftakt liegt nun fast hinter uns. Eindrücke voller Kontraste mit einer Landschaft die uns die Winterspuren und auch die Frühlingsboten gleichzeitig präsentiert hat, mit jungen und alten Menschen, mit verliebten Pärchen und großen Familien, ein Tag voller Leben.

Wieder einmal überglücklich im Urlaubsland Südtirol geboren zu sein und noch dazu im Süden wohnen zu dürfen, wo die Kontraste zwischen den schneebedeckten Bergen und dem Frühlingserwachen im Tal nicht größer sein könnten, kehren wir die 4 km in unser Heim zum Mandlhof nach Tramin an der wunderschönen Weinstraße zurück.

Wer seinen Urlaub in Tramin und einige Frühlingsurlaubstage in unmittelbarer Nähe des Frühlingstals verbringen möchte, der besuche eine der folgenden Websites:

Weitere Hotels, Unterkünfte mit Zimmer mit Frühstück oder Ferienwohnungen findest du unter der Website des Tourismusvereins Tramin.

Fotos Frühlingstal

Spaziergang Frühlingstal

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11 thoughts on “Spaziergang Kalterer See – Frühlingstal – Montiggler See”

  1. Eveline says:

    Mei, bin i jetzt gern mit euch mitgewandert (und seufze sehnsüchtig leise vor mich hin….)

    Frühlingstal und Montiggler Seen sind meist auch unser erstes Ziel, entweder zu Fuß oder mit den Bikes – aber noch nie so früh, wir kommen dann Ende April wieder *freu*

    Griassle aus dem Noch-Winter, auch wenn der letzte Sonntag auch schon hoffen ließ 😉
    Eveline

  2. Dietmar says:

    Hallo Eveline,

    schade, dass Ihr nie so früh ins Frühlingstal könnt, denn nur jetzt (Zeitfenster circa 1 bis 2 Wochen) verwandeln die zahlreichen Schneeglöckchen das Tal in ein echtes Frühlingstal.

    Nicht, dass es sonst nicht schöne wäre, aber der Schneeglöckchenteppich ist schon was Besonderes.

  3. Hallo Dietmar!

    Eine tolle Landschaft habt ihr da! Und die vielen Schneeglöckchen bieten tolle Fotomotive.
    Ich gratuliere auf jeden Fall zu deiner Webseite, du gibst dir bei den Berichten sehr viel Mühe. Ich habe ja schon länger einen Trip nach Südtirol auf meiner Wunschliste stehen, wer weiss – vielleicht sehen wir uns ja mal…

    lg
    Franz

  4. admin says:

    Hallo Franz,

    ja in Südtirol bist du als Naturfotograf sicherlich richtig. Die Schneeglöckchen gibt es zwar nur im Frühling und auch nur für kurze Zeit aber dafür kann Südtirol das ganze Jahr mit imposanten Bergen und einer wunderschönen Landschaft aufwarten. Auf jeden Fall für einen Fotografen wie dich zu empfehlen.

    @Vielleicht sehen wir uns ja mal…
    Wäre sicherlich interessant…

  5. Ruth Karger says:

    Hallo wir haben am letzten Sonntag in Kaltern direkt am See einen Zwischhalt gemacht und dort hatten wir einen Baum entdeckt der uns eine schwere Aufgabe aufgibt, denn niemand konnte ihn einordnen. Sie sind meine letzte Hoffnung!!!!!! Es könnte eine Buche sein nach den Blättern aber die Frucht die gibt uns Rätsel auf. Es sind 5blättrige braune Blättchen aus denen eine rundliche hellgrüne in den Spitz verlaufende Form(Frucht) wächst sie ist sehr klebrig und der Inhalt ist weiss und sie ist ca. 5cm lang und ca 8cm. Durchmesser es hat aber auch noch kleinere.Für ihre Antwort bin ich Ihnen sehr dankbar und grüsse Sie herzlich Ruth Karger

  6. Dietmar says:

    Sehr geehrte Frau Ruth Karger,

    ich bin botanisch nicht so bewandert. Mir fällt zu Ihrer Beschriebung leider nichts ein. Sorry…

    Mfg
    Dietmar

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