Schneeschuhwanderung von Asten über die Seeberg Hütte zur Traminer Alm

Frühstück im Genießerhotel Bad Schörgau. Die beste Ehefrau von allen im Schlaraffenland zwischen Vollkornbrot, Obst, Müsli, Joghurt usw. Natürlich gibt es auch Speck, Schinken, Butter und Marmelade, aber das ist mehr mein Resort.

Bereits während des Frühstücks rätseln wir, wo wir heute hin sollen. Die Bedienung will uns den Fuße der Sarner Scharte schmackhaft machen, warnt uns aber gleichzeitig davor, zur Scharte rauf zu gehen. Vor zwei Wochen ist da jemand tödlich abgestürzt.

Valentinstag-Scheeschuhwanderung im Traminner Tal
Valentinstag-Scheeschuhwanderung im Traminner Tal

Ich habe da etwas anderes im Sinn. Als wir im vorletzten Sommer die Bergtour zur Jakobsspitze unternommen haben, haben wir auf einer großen Panoramatafel Traminer Tal gelesen. Ein „Traminer Tal“ im entlegensten Winkel des Sarntals, das gibt ja nicht. Da muss ich unbedingt mal hin, habe ich mir damals noch gedacht. Später werde ich dann genauer hinsehen und merken, dass auf dem Schild nicht „Traminer Tal“ sondern „Traminner Tal“ steht, ein „n“ mehr also!

Heute werden wir den Plan von damals in die Tat umsetzten. Die Fahrt hinein bis kurz vor das Penser Joch (ist natürlich gesperrt um diese Jahreszeit) ist recht interessant für uns, das wir noch nie in dieser Gegend gewesen sind.

In Asten angekommen, wissen wir nicht so recht, ob wir bei unserer Schneeschuhwanderung direkt der Beschilderung folgend sollen und gerade aus entlang eines kleines Bächleins, aber im Schatten starten oder lieber auf gut Glück die vereiste Straße noch etwas entlang fahren sollen, um dann vielleicht in der Sonne starten zu können. Wir entscheiden uns für zweiteres. Ist ja klar, die beste Ehefrau von allen ist eben kein Eisbär.

Start in Asten

Kurz vor einigen Häusern direkt bei einer Minibrücke parken wir unseren Wagen und schreiten jetzt, ich noch ohne Schneeschuhe, die beste Ehefrau von allen bereits mit den Schneegehhilfen, die Straße entlang. Nach 5 Minuten endet die Straße und wir marschieren gerade weiter auf das zuvor gesehene Bächlein zu.

Am linken Ufer geht es nun weiter, dann halten wir uns leicht rechts und biegen über eine Brücke in einen mit tieferem Schnee bedeckten Weg ein. Die Schneeschuhe musste ich schon vor 5 min anziehen, denn ich hatte keine Lust mehr, bei jedem Schritt nach vorne einen halben wieder zurück zu rutschen.

Asten im Rücken, die Berge der Sarntaler Alpen mit der Hohen Scheibe, dem Tagewaldhorn, dem Tatsch und dem Traminner Tal mit der Traminner Scharte vor uns, wandern wir in ruhiger und romantischer Zweisamkeit, dem Valentinstag angemessen, durch die verschneite Waldlandschaft.

Der Wanderweg Nr. 10, 13 stellt uns alsbald vor die Wahl: rechts in einen schmalen, schattigen Steig einbiegen und zur Traminner Alm hinauf stapfen, wahrscheinlich spuren, oder lieber links dem breiten sonnigen Weg in Richtung Seeberghütte folgen. Ich bin extrem unentschlossen, denn einerseits möchte ich unbedingt zur Traminner Alm, andererseits sehe ich der besten Ehefrau von allen an, dass sie lieber links in der Sonne bleiben möchte.

Da heute Valentinstag ist und da ich mir ausmale, dass man vielleicht einen Rückweg finden könnte, der über die Traminner Alm führt, will ich der besten Ehefrau von allen den Gefallen tun. Also gehen wir links auf dem breiten sonnigen Forstweg, zumindest vermute ich, dass es ein Forstweg ist, sehen kann man ihn wegen des hohen Schnees nicht, weiter in Richtung Seeberghütte.

Auf den Weg zur Seeberghütte
Auf den Weg zur Seeberghütte

Viele Höhenmeter haben wir nicht zu bewältigen, deshalb stapfen wir ruhig und gelassen den Weg entlang. Urplötzlich überrascht uns  ein Ruf! Skifahrer, wahrscheinlich Tourenskigeher, kommen uns entgegen. Ein Sprung an die Seite und geschafft, der erste Skifahrer ist vorbei. Es folgen noch zwei weitere.

Ab jetzt ist es aus mit der ruhigen Zweisamkeit. Dauernd müssen wir zur Seite springen. Anscheinend gibt es auf der Seeberghütte eine Skifahrerausspuckmaschine! Endlich, nach 45 Minuten, hört der Spuck auf, wir sind wieder alleine unterwegs.

Da oben rechts, das könnte sie sein. Nach einer Kurve, einer Abbiegung, welche über den Steig Nr. 11 zum Knappenloch führen würde, die Enttäuschung. Nein, es ist nicht die Seeberghütte, die liegt noch etwas weiter, aber jetzt können wir sie tatsächlich sehen. Endspurt über schneebedeckte Wiesen mit spärlichem Baumbewuchs und kurz vor der Seeberghütte eine Abzweigung in Richtung Traminner Alm. Mein Tag ist gerettet.

Seeberghütte auf der Seebergalm über Asten im Sarntal
Seeberghütte auf der Seebergalm über Asten im Sarntal

Wie vermutet wimmelt es bei der Seeberghütte von Tourenskigehern. Ich fotografiere, die beste Ehefrau von allen bandelt mit älteren, italienischen Herren an. Oder ist es umgekehrt? Die Kälte zwingt uns aber nicht all zu lange Rast zu halten. Und so sind wir nach 30 Minuten schon wieder unterwegs. Diesmal über den Weg Nr. 10B in Richtung Traminner Bach und Traminner Alm.

Wieder allein, teilweise durch tiefen Schnee spurend, stapfen wir durch die wirklich idyllische Landschaft. Theoeretisch sollte es nicht weit sein, trotzdem erweist sich dieses Wegstück als recht ermüdend, was sogar soweit führt, dass die beste Ehefrau von allen bei einer Abzweigung mit der Beschriftung Asten abbiegen und die nunmehr nur 5 Minuten entfernte Traminner Alm verschmähen möchte. So etwas kann nur eine Kurtatscherin sagen. Da muss ich mich jetzt als Traminer aber durchsetzen.

Gesagt, getan. Und es hat sich gelohnt. Die Traminner Alm, ist ein herrliches Idyll inmitten eines eingekesselten Hochplateaus unter der Traminner Scharte. Lassen wir einfach ein Foto sprechen!

Traminer Alm oder doch Traminner Alm?
Traminer Alm oder doch Traminner Alm?

Ich fühle mich wie zu Hause und könnte noch länger hier bleiben. Der besten Ehefrau von allen zuliebe treten wir aber bald den Rückweg an. Doch das ist gar nicht so einfach, wie gedacht. Die Beschilderung Asten zeigt in ungespurtes Gelände, dann trotzdem lieber den Spuren folgen. Kein Problem, war nur eine 50 Meter Umgehung eines steilen Hügels.

Abstieg durch das Traminner Tal

Der Abstieg durch das Traminner Tal im sehr tiefen Schnee entlang einer Skitourengeher Spur ist super! Ich liebe es, durch den knietiefen Schnee zu stapfen, zu rutschen und fast zu kugeln. Bergauf wäre das eine Horrorszenario. Jetzt, steil bergab, ist es ein „mords“ Spass!

Am Valentinstag im romantischen Traminner Tal
Am Valentinstag im romantischen Traminner Tal

Die beste Ehefrau von allen hält leider nichts von alledem. Sie bleibt lieber auf der Skitourengeher Spur, die sich in kleinen Serpentinen nach unten schlängelt. Wenn sie genau auf der Spur bleibt, dann halten die Schneeschuhe sogar ihr Versprechen, vor dem Einsinken zu schützen.

Schnell wird klar, dass die Sperre der Gehhilfe aktiviert werden muss, denn ohne Sperre ist es hier extrem schwierig, die steilen Hänge zu queren. Mit Hängen sich keine ausgedehnten Wiesen gemeint, sondern immer wiederkehrende kleien Lichtungen im nicht all zu dichten Wald.

Stimmen dringen an unsere  Ohren. Da hat sich scheinbar eine Gruppe von Skitourengehern verirrt und versucht nun einen steilen, bewaldeten Hang zu uns herunter zu fahren. Wir wollen von denen lieber nicht eingeholt werden und stapfen deshalb etwas schneller voran. Der Wald, der Schnee, der uns bis über die Knie reicht und der schmale Pfad bieten uns den Vorteil, den wir brauchen, um die Gruppe sogar abzuhängen.

Nach eineinhalb Kilometern und guten 20 Minuten ist dann der Spass des steilen Abstieges aber leider vorbei, denn wir treffen auf die Wegkreuzung, die uns beim Aufstieg vor die Entscheidung Traminner Alm oder Seebergalm gestellt hatte.

Nun noch den bekannten Wanderweg entlang bis zum Wagen. Ich nehme mir fest vor, auf eine Einkehr beim Asten Pub zu bestehen. Kurz vor dem Pub herrscht ein Riesentrubel. Skitourengeher, die augenscheinlich mit dem Bus angereist sind, tummeln sich auf der Straße und werden dort vom Busunternehmer aus Tüten, Behältern und Papptellern verköstigt.

Unseren Wagen muss ich im Scheckentempo durch Gewühl hindurchsteuern. Und was passiert? Zur Freude der besten Ehefrau von allen vergesse ich dabei mein Vorhaben, in den Pub einzukehren.

Die Schneeschuhwanderung zur Traminner Alm ist ein echt romantisches und für den Valentinstag wunderbar geeignetes Erlebnis gewesen. So toll, dass wir uns vornehmen im Sommer nochmals wieder zu kommen.

GPS-Daten Schneeschuhwanderung Asten – Seeberghütte – Traminner Tal

Fotos Asten, Seebergalm und Traminner Alm

Hoteltipps für Ihren Wanderurlaub in Südtirol

Willkommen Urlaub im Berghotel Südtirol

Hotel Rogen - Natur erleben im Naturhotel

Wandern Meran Hotel Lana

Romantisches Wander & Wellness Hotel Südtirol

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.