Rundwanderung zu den Laghi di Corsinello in der Presanella Gruppe

Der Naturpark Adamello-Brentano liegt von Tramin aus gesehen nicht viel weiter entfernt, als die allseits bekannten Dolomiten. Darum, warum nicht einmal nach Westen? Die Gegend rund um Madonna di Campiglio soll recht schön sein. Gedacht, geplant, die Anfahrt durch das Val di Non, das Val di Sole, das Val Meledrio und das Valle di Campiglio – inklusive einer Carabinieri Kontrolle – liegt hinter uns. Ein Straßenschild „Val Nambrone“ weist uns jetzt an, nach rechts abzubiegen. Die Bergstraße durch das wilde Val Nambrone ist etwas abenteuerlich. Hmm, sind wir hier schon auf einer öffentlich befahrbaren Straße?

Bergstraße durch das Val Nambrone

Auf 1.350 m ü. d. M. kommen wir am Rifugio Nambrone und dann an der Mandra di Fò vorbei. Vor einer Brücke, die über einen Seitenarm des Flusses Sacra d’Amola führt, stehen rechts einige Autos. Ich frage mich ob wir hier parken sollten, aber der Routenplaner will, dass wir weiterfahren. So geht es noch abenteuerlicher über zahlreiche Kehren bis auf 1.917 Höhenmeter,  zu einer Abbiegung „Malga Vallina d’Amola“, hinauf. Der Routenplaner will, dass wir parken. Wir folgen der Anweisung und haben ziemlich genau auf der Höhe der Waldgrenze unseren Startpunkt der Presanella-Rundwanderung erreicht.

Start mit Brenta Panoramablick

Blick Richtung Brenta Dolomiten
Blick Richtung Brenta Dolomiten

Was für ein Ausblick. Die Westansicht der Brenta Dolomiten begeistert. Die Ähnlichkeit zu den echten Dolomiten ist nicht von der Hand zu weisen.

Komischerweise müssen wir absteigen, genau entlang der abenteuerlichen Bergstraße, über die wir gekommen sind. Ich ärgere mich ein wenig, dass ich nicht genauer recherchiert hatte, denn eine Tour mit einem Abstieg zu beginnen, ist etwas lästig. Zum Glück müssen wir nur teilweise der Straße entlang, meist können wir die Serpentinen über einen Steig abkürzen. Ganze 600 Höhenmeter steigen wir so ab, bis wir zur Brücke mit dem Parkplatz kommen wo ich mich kurz gefragt hatte ob wir da nicht parken sollten. Genau hier ist der tiefste Punkt der Rundwanderung.

Treppen entlang des Baches Sacra Nambrone

Rechter Hand des Baches „Sarca di Nambrone“ geht es nun gemütlich, durch märchenhaftes Unterholz, leicht aufwärts. Eine Treppe, Stege und eine Brücke ermöglichen uns nach circa einem halben Kilometer den Bach zu queren. Die Alm „Malga Canavaccia“ besteht aus einer verfallenen Hütte und einer kleinen Wiese. Nichts Besonderes. Wir wandern mittendurch.

Mandra dell’Orso

Rechts über uns rauscht ein Seitenarm des Sacra di Nambrone Baches als Wasserfall zu Tale. Der Steig führt uns nun etwas steiler, stetig vom rauschenden Wasser weiter entfernend, teilweise in Serpentinen, bis zur urigen Alm „Mandra dell’Orso“ (1.863 m) empor. Das herbstliche Gras steht hoch, fraglich ob die Alm bewirtschaftet wird.

Gleichzeitig mit der Alm übersteigen wir die Baumgrenze und wandern, die Brenta Dolomiten im Rücken, über jetzt niedriges Gras bis zur Malga Plozze weiter. Damit ist das erste Etappenziel erreicht und auch die deftigsten Höhenmeter absolviert. Gerade recht für die Mittagsbrotzeit.

Malga Plozze (2.041 m)

360° Malga Plozze, Rifugio Cornisello und Laghi di Cornisello
360° Malga Plozze, Rifugio Cornisello und Laghi di Cornisello

Die Alm, bestehend aus einem malerischen Ensemble aus steinerner Almhütte mit angrenzendem Kirchlein, einem grünen Kar, welches von dem, teilweise recht tiefen, Bachbett des Sacra di Nambrone durchzogen wird, bietet ein traumhaftes Alpenlandschaftsbild.

Der Andreas hält ein Schläfchen, ich beschäftige mich mit meiner Leidenschaft, dem „Augenblick einfrieren“.

Die schwer geschleppten Gerätschaften helfen dabei. Der Naturpark Presanella mit seinen mächtigen Gipfeln, Gletscherschliffen und Seen ist dabei ein sehr geduldiges Modell. Für ihn wäre ein ganzes Menschenleben ein bloßer Augenblick.

Die Laghi di Cornisello und das Lago Nero

Wir wollen weiter. 100 m über Alm vor der Schutzhütte „Rifugio Cornisello“ treffen wir auf die Zivilisation. Auf einem großen Parkplatz stehen vereinzelte Autos. Wir werden uns bewusst, dass die meisten Wanderer anders als wir, bis hier herauffahren, um dann von hier aus die Bereg der Presanellagruppe und vor allem Seenlandschaft der Corsinello Seen und dem Lago Nero zu erkunden.

360° Laghi di Cornisello
360° Laghi di Cornisello

Es dauert nicht lang bis wir merken, warum. Gewaltig die Landschaft rund um den beiden Seen, Der Wanderweg ist nicht zu steil, ideal zum Genusswandern, der Ausblick auf die Seen ist grandios, der Blick Richtung Osten zur Brenta frei und Richtung Westen auf die Gipfel der Presanellagruppe beeindruckend. Wer also nur des Genusses und nicht der sportlichen Betätigung hierherkommen möchte, der startet idealerweise direkt von der Cornisello Hütte aus.

Gletscherschliff entlang des Steiges zeugt von vergangenem ewigem Eis. Laut Planung müsste nun zu unserer Linken der Schwarze See (Lago Nero) auftauchen.

Lago Nero

360° Lago Nero und Laghi di Cornisello
360° Lago Nero und Laghi di Cornisello

Wow! Was für ein Bergidyll! Klarglänzend, trotzdem tiefschwarz, die mächten Brentagipfel im Osten, ein Kranz aus Cima Scarpaco, Cima Denza, Cima Cornisello, Cima d’Amola, Cima Presanella, Monte Nero, Crozzi dell‘Olm im Westen. Ein pechschwarzes Wasser, wie wir es selten gesehen haben. Der Bergsee „Lago Nero“ trägt seinen Namen zurecht. Ich bin froh den Andreas heute mitzuhaben.

Der Andreas ist im Vergleich zum General, mit dem ich verheiratet bin, pflegeleicht. Ich muss mir nicht überlegen, ob ich es riskieren kann, ihm eine zusätzliche Pause zuzumuten. Er würde, wie die beste Ehefrau von allen, auch lieber zügig weiterwandern, er lässt sich aber im Gegensatz, zum Befehlshaber mit dem ich verheiratet bin, leicht überreden und vor allem so überreden, dass ich nicht das Gefühl habe, dass meine Überredung in ein nachträgliches Donnerwetter ausarten wird.

Sollte ihn jemand ausleihen mögen, ich kann den Andreas als Wanderpartner 100% weiterempfehlen. Und als männliches Wandermodell eignet er sich auch wunderbar. Er macht sich Gedanken, welche Farbe seine Wanderbekleidung haben sollte, damit Fotos gut wirken. Nur bei den Schuhen, da ist er etwas eigen. Er möchte immer Turnschuhe tragen.

Entlang des Lago Nero mit den Brenta Dolomiten im Hintergrund

Schon wieder eine Gemeinsamkeit, die der Andreas mit der besten Ehefrau von allen teilt. Beide wollen keine Bergschuhe tragen. Ich kann das nicht verstehen. Ich würde am liebsten meine Bergschuhe jeden Tag tragen. Ok es ist zeitaufwändig sie zu binden, ok sie sind im Vergleich zu Trekkingschuhen etwas schwerer, ok es braucht seine Zeit bis sie gut eingetreten sind, doch wenn sie das mal sind, dann fühlen sie sich an wie Sarner Pantoffel, sind warm und bieten einen ordentlichen Schutz, der den einen und anderen Schritt auch ohne Konzentration auf den Wanderweg ermöglicht.

Lago Nero mit Cima Cornisello, Cima Pellissier, Cima Presenella, und Monte Nero im Hintergrund

Mein Gott, wo waren wir? Ach ja, beim Lago Nero. Ein Bergsee der der seinesgleichen sucht! Als Südtiroler, der selten über seinen Tellerrand hinausgesehen hat und der Südtirol, als das Zentrum der Welt sieht und der denkt, das Südtirol das schönste Fleckchen Erde von allen ist, bin ich fast ein wenig geschockt. Mein Gott, diese Adamello Berg- und Seenwelt präsentiert sind gewaltig schön, mir fällt kein Südtiroler See ein, der diesem Lago Nero das Wasser reichen kann. Ok, der Pragser Wildsee  ist schön, doch dieser Schwarze See hat etwas Magisches-Ursprüngliches!

Weiter zum Rifugio Segantini

Bocchetta dell’Olm

Vom Lago Nero geht es hinauf auf die Bocchetta dell’Olm (2.350 m), dem höchsten Punkt der Runde. Die nunmehr tief stehe stehende Sonne verleiht den Firnfeldern einen goldenen Schimmer und versüßt uns damit visuell den gemütlichen Teil dieser Adamello Rundwanderung.

Das Rifugio Segantini ist unser nächstes Etappenziel. Der relative flache Bergsteig durch das große Kar (Mandra dell‘Uomo), das von Norden nach Westen von den Gipfel Cima Pellissier, Cima der Laghetto, Cima Laghetto, Cima Corsinello, Bocchetta dei Camosci, Cima d’Amola und der höchsten Spitze der Adamelo Gruppe, der Cima Presanella begrenzt wird, zieht sich in die Länge. Mich stört das nicht, denn meiner Ansicht nach, ist das hier neben dem Lago Nero, der schönste Abschnitt dieser Alpentour. Je näher wir dem Schutzhaus Segantini kommen umso mehr Gletscherschliff und kleine Gletscherpfützen.

Kurz vor der Schutzhütte ist ein Bergbach zu queren. Das erweist sich als besonders spektakulär, da der Pfad über eine luftige Hängebrücke führt. Cool!

Hängebrücke vor dem Rrifugio Segantini

Ich schicke den Andreas voraus. Schaut lustig aus wie er balancierenden Schrittes über die Hängebrücke schreitet.

Das Bergpanorama rund um dem bereits geschlossenem Rifugio Segantini (2.373 m) wird Richtung Osten von der Brenta Gruppe dominiert, Richtung Westen steht im Gegenlicht die Bergkette zwischen Cima Quattro Cantoni und Presanella.

Abstieg zur Malag Vallina d‘Amola

Abstieg vom Rifugio Segantini zur Malga Vallina d’Amola

Wir halten uns 15 min bei der steinernen Schutzhütte auf, bevor wir über das Val d‘Amola absteigen. Wow, was für ein Anblick. Wir sind froh die Runde gegen den Uhrzeiger angegangen zu sein und auch froh, dass wir nicht am tiefsten Punkt gestartet sind. So sind wir zeitlich genau richtig, um während des Sonnenuntergangs im aussichtsreichen Gelände zu sein und können die letzten Sonnenstrahlen visuell richtig genießen. Wer weiß ob sich heuer noch so eine Bergtour ausgehen wird.

Auf der Alm Vallina d’Amola weiden Schwarz-weiß gescheckte Kühe der Rasse Schwarzbunte

Unter uns weiden schwarzweiße Kühe. Da müssen wir hin. Wie eine Riesenschlage schlängelt sich der Bach „Sacra d’Amola“ durch die Almwiesen der „Malga Vallina d’Amola“.

Bis zu unserem Ausgangspunkt sind es jetzt nur noch einige 100 m.

Eine wirklich wunderbare Bergtour, die von Wald, Wiesen über einen Wasserfall, Bergseen, bis hin zu Gletscherschliff und mächtige Alpengipfel alles zu bieten hat, liegt nun hinter uns. Leider!

Letzter Blick bei Sonnenuntergang auf die Brenta

Wir verlassen das urige Val Nambrone und fahren bis nach Madonna di Campiglio hinauf. Und weil wir schon mal hier sind, schauen wir uns den bekannten Skiort, der zu Zeiten der Donaumonarchie den deutschen Namen „Sankt Maria im Pein“ getragen hat, und der jetzt in der Übergangszeit zwischen Sommer und Winter, sich etwas ausgestorben präsentiert, näher an und finden trotz toter Saison einen netten Pub.

GPS-Track der Laghi di Cornisello Rundwanderung

GPX-Track , Position: -km, -m GPX

50 100 150 200 5 10 15 Entfernung (km) Höhe (m)
Name: Keine Daten
Entfernung: Keine Daten
Minimalhöhe: Keine Daten
Maximalhöhe: Keine Daten
Höhengewinn: Keine Daten
Höhenverlust: Keine Daten
Dauer: Keine Daten

Fotos Malga Plozze, Laghi di Cornisello, Lago Nero und Bergwelt der Presanella

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