Fennberg – Sattelsteig – Corno di Tres

„Wos tuasch? Hosch Luscht zu starten?“ „Jo, um wia fria?“ „Holbe zwoa.“ „Ok.“ „I gea mitn Andreas a Runde. Geasch mit?” “Na i muas orbeitn. Wo geats hin?“ „Sottlsteig.“ „Na, zehm hon i a olm aui gea gwelt.“ „Nochr gea mit.“ „Na, geat nit.“ So starte ich mit dem Andreas alleine. Wir fahren über die Fennberger Straße bis nach Fennhals. Genau gegenüber des Einstiegs zum Steig Nr. 7 ist auf der linken Straßenseite genug Platz, um zu parken.

Am Tresner Horn mit Blick auf die Südtiroler Dolomiten
Am Tresner Horn mit Blick auf die Südtiroler Dolomiten

Der Wandersteig führt zuerst an einer Kirschenplantage vorbei, dann mäßig steigend durch den Wald und nach circa 30 Minuten sehr steil den Sattelsteig in Richtung Sattel empor.

Es ist schönster Samstagnachmittag und obwohl es in diesen Tagen ziemlich abgekühlt hat, schwitzen wir trotzdem recht stark. Zügig steigen wir den anstrengenden Steig empor. Der Andreas voraus, ich hinten drein.

„Schau a Schlong!“ „Oschti.“ Eine recht große Ringelnatter (sicher bin ich mir nicht), ich schätze mal 90 cm Länge, 2-3 cm Durchmesser, schaut uns auf Augenhöhe in circa 40 cm Entfernung von einem Ast aus entgegen. Da hätte die beste Ehefrau von allen aber einen mords Schreck erhalten. Zum Glück hatte sie keine Zeit mitzukommen 😉

Wir beide sind da etwas abgebrühter. Ich versuche so schnell wie möglich den Fotoapparat auszupacken. Kaum halte ich ihn in der Hand hat sich das Kriechtier auf und davon gemacht. Schade. „A scheane Schlong ha?“ „Jo, gonz schean.“

So langsam wird der Steig aussichtsreicher aber dafür auch noch steiler. In einer kleinen schattigen Mulde legen wir eine kurze Trinkpause ein, bevor wir das ausgesetzte Stück des Steiges bestreiten.

Der dichte Wald liegt mittlerweile hinter uns. Über einen sehr steilen grasigen Hang steigen wir auf. Ein zwei ganz kurze, sehr ausgesetzte Passagen sind zu meistern, dann stehen wir unter einem steilen Grasrücken und genießen den Ausblick auf den südlichen Teil des Südtiroler Unterlandes.

Nur noch den grasigen Rücken überwinden und dann sind wir genau an jener Stelle, an der ich mit der besten Ehefrau von allen am 22. Februar 2009 umgekehrt bin. Zum Glück, denn mit den Schneeschuhen bei 1,5 Meter tiefem Schnee ohne Spuren hier herunter zu gehen, wäre glatter Selbstmord gewesen. Damals sind wir von Oberfennberg über das Fennberger Joch zum Corno di Tres aufgestiegen und wollten über den Sattelsteig absteigen. Da das unmöglich war – ein kurzes Stück hatten wir es probiert und sind dann angesichts eines einen Meter breiten und 1,5 Meter tiefen Risses in der Schneedecke sofort umgekehrt – mussten wir damals die Schneeschuhwanderung über das Grauner Joch verlängern. Das war eine Tortur!

Heute schnaufe ich zwar auch, aber das kurze Stück, das wir damals zurück spuren mussten kommt mir jetzt wie ein Katzensprung vor.

Das Ende des Sattelsteiges ist erreicht.
Das Ende des Sattelsteiges ist erreicht.

Am Sattel

Der Sattel ist erreicht. 1 Stunde 15 Minuten haben wir benötigt. Das ist angesichts der von vom digitalen Wandernetz Südtirol veranschlagten 2 Stunden und 10 Minuten und der 10 Minuten Trink- und Fotopause recht gut.

Es muss natürlich wieder ein 360° Foto erstellt werden, zuvor will ich nicht weiter. Der Andreas muss warten.

Nach der Fotopause, wandern wir nun gemütlich am Kamm des Mendelgebirges (Steig Nr. 500) bis zum Tresner Horn (der italienische Name Corno di Tres ist viel bekannter, weil vor allem Italiener vom Nonstal hier herauf steigen und nur ganz wenige den steilen Sattelsteig bezwingen) hinüber.

Am Tresner Horn hat mein einen wunderbaren Ausblick auf das Nonstal...
Am Tresner Horn hat mein einen wunderbaren Ausblick auf das Nonstal...

Tresner Horn

Circa 20 bis 30 Kinder machen sich gerade auf, das Tresner Horn zu verlassen. Uns beide freut das, so müssen wir uns das Corno di Tres nur mit 2 Paaren und einer einsamen Wanderin teilen.

Wieder ein 360° Foto und den westlichen Ausblick auf das weite, mit Apfelplantagen übersäte Nonstal genießen. Ich kann auch das Val di Tovel sehen und die Brenta Dolomiten, wo wir vorige Woche waren.

...und auch auf das Südtiroler Unterland.
...und auch auf das Südtiroler Unterland.

In östlicher Richtung sehen wir ins Südtiroler Unterland hinunter und können bis zu dem Dolomiten östlich der Etsch hinüber blicken. Das Corno di Tres markiert die Grenze zwischen Südtirol und dem Trentino. Hier hat man einen tollen Ausblick sowohl auf die Dolomiten östlich als auch jene westlich der Etsch (Dolomiti di Brenta) .

Wir wollen natürlich wieder einmal eine Rundwanderung machen, darum steigen wir über einen nur mäßig abfallenden Steig, der am Westhang des Tresner Horns zum Fenner Joch hinüber führt, ab.

Fenner Joch

Vom Fenner Joch wandern wir über den Steig Nr. 3 bis kurz vor Oberfennberg hinunter, wo wir die Fennberger Straße erreichen.

Der letzte Teil unser heutigen Bergwanderung führt uns über die Fennberger Straße (anders geht es nicht), unter dem Corno di Tres, den Fennberger Bach überquerend, vorbei am Gasthaus Boarnwold (Bayernwald) zurück zu unserem Ausgangspunkt.

850 Höhenmeter und 10 km liegen hinter uns. Die Sattelsteig-Tresner Horn Bergtour ist sehr aussichtsreich – teilweise über einen schwierigen, extrem steilen Bergweg zu begehen und deshalb nur gehgewohnten Wanderern zu empfehlen.

GPS Daten Bergtour Fennberg – Sattel – Tresner Horn

Fotos Sattelsteig und Tresner Horn (Corno di Tres)

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