Wanderung von Eichholz zum Fennberger See

Von Eichholz (auch: Aichholz, in Italienisch Roverè della Luna) soll ein interessanter Wanderweg hinauf auf den Fennberg zum Fennberger See führen. Obwohl Roverè della Luna direkt an der Grenze Trentino-Südtirol und somit nur einen Katzensprung von Tramin entfernt liegt, haben wir Eichholz noch nie als Wanderstartpunkt genutzt. Das wird sich heute ändern.

Wir parken am Nordrand des verschlafenen Dörfchens, da wo das Valle die Molini (Mühlental) beginnt und wandern über den Sentiero Italia (ein langer aber weniger bekannter Fernwanderweg) Richtung Nordwesten. Nach wenigen 400 Metern kommen wir zu einer Abzweigung. Zwei „Fennberg“ Wegweiser, der eine gerade aus, der andere nach rechts. Gerade aus 2 h 40 min, nach rechts 1 h 30 min. Ich brauche nicht zu fragen, klar wo Anna will, nach rechts!

Aufstieg von Eichholz zum Fennberger See

Von Eichholz durch Weinberge hinauf in das Höllental
Von Eichholz durch Weinberge hinauf in das Höllental

Ein Güterweg führt uns aufwärts durch Weinberge hindurch. Er mündet in einem mit viel Laub bedeckten, eineinhalb Meter breiten, aber steilen Waldweg. Ich komme so richtig ins Schwitzen. Schweiß tropft mir von der Nase. Corona und der Lockdown sind schuld. Ich bin mittlerweile die Bergschuhe und den Rucksack nicht mehr gewohnt. Das Training fehlt. Anna scheinen ihre Bergschuhe und ihr Rucksack weniger auszumachen. Sie kann ihren Plauderapparat trotz deftigen Wanderns auf Hochtouren halten.

Nachts hat es geregnet. Wir müssen beim Auftreten aufpassen, das Laub, die Steine und Wurzeln sind rutschig. Ein Brett über den Fenner Bach bietet Abwechslung im grünen Laubwald. Wenige Schritte weiter ermuntert uns ein Wegweiser „Wasserfall 5 min“ einen kurzen Abstecher mit Höhenmeterverlust in Kauf zu nehmen.

Wasserfall am Rio Bosconero

Ein Wasserfall wie aus dem Bilderbuch (Rio Bosconero)
Ein Wasserfall wie aus dem Bilderbuch (Rio Bosconero)

Das zahlt sich aus. Der Wasserfall am Wildbach „Rio Bosconero“ präsentiert sich fast schon märchenhaft. Eingerahmt von wildem Grün und schroffen Felsen, mit einem Lagunen artigen Becken davor, passt er in die romantische Vorstellung eines Wasserfalles wie selten ein anderer.

So nun heißt es die letzten deftigen Höhenmeter absolvieren. Der Pfad führt hinauf unter eine Felswand. Wir müssen einige Felsstufen und ein unschwieriges Felsband (keine Kletterei, aber auch keine Versicherung, Trittsicherheit ist gefragt) überwinden. Rechts schauen wir durch das Höllental hinunter nach Eichholz. Ja genau dieses wildromantische Tal heißt genau gleich wie unser Traminer Höllental. Auch die Vegetation und die Bergstruktur ist ähnlich. Wie fühlen uns fast wie zu Hause.

Der SAT (Società degli Alpinisti Tridentini) Wanderpfad führt uns nun links des tief unter uns rauschendenden Fenner Baches bis zum Unterfennberger Ortsteil Hofstatt.

Bach, Fenner Bach, wandern, Wildbach

Nun geht es recht gemütlich über die Fennberger Straße, die Kirchturmspitze des St. Leonhard Kirchleins im Blick, hinüber zum Fennberger See.

Am Fennberger See

Durch das wildromantische Höllental herauf hatten wir Corona fast vergessen. Nun hier am See ist es leider wieder da, das über uns alle hängende Damoklesschwert. Ein kurzer kräftiger Wisch und der trübe Gedanke ist auf die Seite geschoben. Hier am Fennberg gibt es genug Platz, Abstand halten ist kein Problem.

Die Sonne scheint, der See glitzert, die Vögel zwitschern, die Grillen zirpen und der Kirchturm mahnt Gottvertrauen. Allein zu Dritt, als kleine Familie, inmitten dieser Entspannungsidylle – das ist ein Stück Himmel auf Erden.

Verliebter Blick auf den Fennberger See
Verliebter Blick auf den Fennberger See

Ein Brot, ein Apfel, zwei Schluck Wasser und ein 30 min Mittagsschläfchen. Sogar Anna fährt ihren Plauderapparat etwa herunter. Nicht zu 100%, aber merklich.

Rückweg über die Strada Mont del Gidio

Gerne würden wir bis zum Abend bleiben, doch der Rückweg steht an. Wir wollen über die Strada Mont del Gidio zurück.

So verlassen wir die gelbe Blumenwiese zwischen See und Kirche und marschieren hinein nach Hofstatt, zu den Weingütern der Weinkellerei Tiefenbrunner. Hier gedeiht auf 1.000 m Meereshöhe ein oftmals prämierter strohgelber Weißwein, ein Müller-Thurgau. Die Schlosskellerei Tiefenbrunner hat ihm den Namen Feldmarschall von Frenner gegeben. Wahrscheinlich nach dem Tiroler Generalmajor Franz Philipp Fenner von Fenneberg benannt, der sich bei der Verteidigung Tirols das Ritterkreuz des Maria-Theresien-Ordens verdient hat.

Der Ortsteil Hofstatt mit den Weinbergen der Schlosskellerei Turmhof Tiefenbrunner und der Wiggerspitze im Hintergrund
Der Ortsteil Hofstatt mit den Weinbergen der Schlosskellerei Turmhof Tiefenbrunner und der Wiggerspitze im Hintergrund

Links Weinberge, gerade aus dominiert die Wiggerspitze 1873 m (italienisch Cima Rocca Piana) das Landschaftsbild. Ein Gipfel auf dem wir, trotz räumlicher Nähe, noch nie waren.

Gemütlich flach wandern wir auf einem Schotterweg bis zum Bach Rio Bosconero hinein. Jetzt geht es auf einem Wandersteig weiter. Ein Richtung Süden ausgerichteter Hang, der das Plateau Pianizzia überragt, muss gequert werden. Der Steig ist zwar schmal aber sogar einige Mountainbiker nutzen ihn, um vom Fennberg hinüber zum Val del Rio Bosconero und auf die Strada Mont del Gidio zu kommen. Sie müssen zwar teilweise schieben, aber scheinbar wissen sie Bescheid, dass der enge Pfad nicht lang anhält.

Mountainbiker auf dem Forstweg Strada Mont del Gidio
Mountainbiker auf dem Forstweg Strada Mont del Gidio

Und so ist es auch. Nach circa einer Stunde, vom Fenberger See aus gerechnet, stehen wir vor einem Schild „Val del Rio du Bosconero (940 m)“ und zugleich vor einer Forststraße, die uns nun abwärts Richtung Valle dei Molini bringt.

Das muss nun die famose Strada Mont del Gidio sein. Sie führt uns teilweise auf betoniertem Untergrund sehr steil bergab. Unsere Oberschenkelmuskulatur wird arg auf die Probe gestellt. Vor uns wieder die Wiggerspitze (auch Craunel oder Cima Rocca Piana genannt) und di Cima Cuoco, links steil unter uns, das italienische Dörfchen Eichholz.

Steil führt uns ein betonierter Weg unter der Wiggerspitze ins Höllental hinunter
Steil führt uns ein betonierter Weg unter der Wiggerspitze ins Höllental hinunter

Ein riesiger, mit Efeu überwachsener, Felsblock, eine kleine Madonnen Figur, „Kofel 735 m“ steht auf einem Schild.

Wieder geht es steil bergab. Dem Betonweg verleihen nun Porphyr-Grätsteinen etwas mehr Gripp.

Anna liegt mir schon seit dem Fennberg zwecks einem Maipfeifchen in den Ohren. Oben auf dem Forstweg hat sie einen Eschenzweig erkannt und bettelt nun jedes Mal, wenn sie entlang des Weges eine Esche sieht: „Maipfeifl, Maipfeifl!“

Ich erbarme mich und schneide einen Daumen dicken Zweig ab.

„Geschnitzt wird’s obr drhoam!“
„Okei, obr i will’s hebn.“
„Ok“

So kommen wir mit Eschenzweig in der Hand zur Lokalität Pra de l‘Angiola 700 m und dann in das Valle dei Molini hinunter. Der Wildbach Rio Bosconero hat hier, genauso wie unser Höllentalbach, eine Wildbachverbauung über sich ergehen lassen müssen. Im Unterschied zu Tramin hat man sich hier aber für eine etwas schönere Variante der Wildbachsperren mit Natursteinen entschieden.

Wildbachverbauung mit Natursteinen, da darf das Wasser so richtig plätschern
Wildbachverbauung mit Natursteinen, da darf das Wasser so richtig plätschern

Die letzten Schritte durch das Mühlental legen wir auf Asphalt zurück.

Eine nicht nur aufgrund des Ziels, dem Fennberger See, interessante Wanderung, sondern auch wegen des interessanten Weges, liegt nun hinter uns und wir können auch Eichholz als Startpunkt unserer zahlreichen Wandertour-Tipps markieren.

Fotos Eichholz, Fennberger See und Strada del Gidio

Gps Track von Eichholz zum Fennberger See

GPX-Track , Position: -km, -m GPX

50 100 150 200 5 10 15 Entfernung (km) Höhe (m)
Name: Keine Daten
Entfernung: Keine Daten
Minimalhöhe: Keine Daten
Maximalhöhe: Keine Daten
Höhengewinn: Keine Daten
Höhenverlust: Keine Daten
Dauer: Keine Daten

Anna hat die Wanderung so erlebt

(Autorin Anna,  Lektor Dietmar)

Anna, Anni und Dietmar sind von Eichholz auf den Fennberg gegangen. Das war schwierig, denn wir haben nicht auswendig den Weg gewusst. Beim Aufsteigen haben wir einen Weg entdeckt, da sind wir gegangen und da war ein schöner Wasserfall. Nach dem Wasserfall mussten wir schwierig auf einen Felsen klettern und es war gefährlich. Aber wir haben es geschafft und sind oben angekommen. Da war es schön, weil da war eine Kirche, Häuser, Weinreben und ein See. Wir sind dann zum See gegangen. Und dann sind wir wieder zurück gegangen und haben auf einer Wiese mit gelben Blumen eine Banane, ein Brot, einen Apfel und eine Orange gegessen. Und dann hat Dietmar noch Fotos gemacht vom See, Blumen, Kirche. Anni hat geschlafen.

Bei dem Rückweg sind wir zuerst bei den Weinbergen vorbei gegangen von der Kellerei Tiefenbrunner dann auf einem Beton Weg steil nach unten gegangen. Dann bei dem Rückweg hat Anna einen Maipfeifen-Zweig mitgenommen.

Dann sind wir nach Hause gefahren. Zuhause haben wir die Maipfeife geschnitzt. Sie pfeift sehr laut.

 

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