Rundwanderung in Bosentino über dem Caldonazzo See

230 m über dem Lago di Caldonazzo liegt das verschlafene 800 Seelen Dorf Bosentino. Der Startpunkt der heutigen Rundwanderung.

Der Vigolana Gebirgszug mit Becco di Filadonna und Cima Vigolana

Von links schauen uns die Gipfel Becco di Filadonna (2.150 m) und Cima Vigolana (2 149 m) entgegen. Aufgrund ihrer zentrale Lage zwischen Etschtal und Valsugano würden sich die beiden als tolle 360 Grad Aussichtsberge anbieten. Obwohl heute sehr warm, liegt aufgrund des durchwachsenen Maies, auf vielen Gipfeln aber noch Schnee. Wir haben uns deshalb für eine gemütliche Rundwanderung im Mittelgebirge, durch die Wälder des Monte Bosentino (994 m) entschieden, in der Hoffnung ab und zu einige Blicke hinunter zum Caldonazzo See erhaschen zu können.

Madonna di Feles und Castel Vigolo

Die Wallfahrtskirche Madonna di Feles

Gemütlich wandern wir entlang eines Kreuzweges in Richtung Osten und kommen recht schnell bei der Wallfahrtskirche Madonna di Feles an. Der Legende nach soll hier die Heilige Madonna einem stummen Hirtenbuben erschienen sein und ihm die Sprache wiedergeschenkt haben.

Über dem Wallfahrtsort thront das Castel Vigolo. Es ist in Privatbesitz, kann nicht besichtigt werden. So wandern wir, ohne uns lang aufzuhalten, daran vorbei in den Wald von Bosentino hinein.

umgestürzte Bäume, Auswirkungen des Unwetters vom Oktober 2018

Der laut Planung einfache Wanderweg erweist sich alsbald als recht kniffelig. Augenscheinlich hat auch das Jahrhundertunwetter vom Oktober 2018 seine Spuren hinterlassen. Wir müssen ein circa 50 m breites Feld mit umgestürzten Bäumen queren. Der Weg wurde noch nicht freigeschnitten, sodass wir immer wieder über umgestürzte Stämme drüber kraxeln oder darunter durchschlüpfen müssen. Ein richtiges Wildnisabenteuer!

Auch dem weiteren Wegverlauf stellen sich immer wieder quer liegende Baumriesen in den Weg. Nach einer 180 Wende , dann einigen 100 Metern verliert sich plötzlich der zuvor gut sichtbare Forstweg in einem Bachbett. Es hapert schon seit dem Castel Vigolo an Wegweisern. Ich bin mir plötzlich nicht mehr sicher, ob wir uns auf einem offiziellen Wanderweg befinden oder nur irgendwelchen Holzfällerwegen gefolgt sind. Zum Glück habe ich die vorgeplante Tour auf dem GPS mit dabei. Die ursprünglich gemütlich geplante Wanderung wird zur abenteuerlichen querfeldein Pfadsuche. Wir fühlen uns wie beim Geocaching, nur das wir keine versteckten Behälter, sondern den Wanderweg suchen.

Das Gebiet ist mit unzähligen Holzfällerwegen, Trampelpfaden und Rehsteigen durchzogen. So schaffen wir es auch immer wieder, zumindest etwas nach Pfad Aussehendem, zu entdecken.

Die Erstbegegnung!

„Schau da vorne, was ist das? Ein Fuchs?“, der Andreas deutet nach leicht links oben.
„Na des isch koan Fuchs, des isch a Wolf! Wow, der erste Wolf!“

Reflexartig schießen mir zwei Gedanken durch den Kopf. Fotoapparat, nein geht nicht, ist im Rucksack, dauert zu lange. Sch… Dann der nächste Gedanke. Brauche ich einen Abwehrstock? Der Andreas hat seine Trekking Stöcke ich hab nix in der Hand. So ein Schmarrn! Der Wolf ist ziemlich weit weg, macht keine Anstalten sich um uns zu kümmern, tappst unbeeindruckt den Waldhang hinauf. So ist meine Erst-Begegnung mit dem Wolf schnell und recht unspektakulär vorbei.

Monte di Bosentino

Ähnlich unspektakulär erweist sich der Gipfel des Monte di Bosentino (994 m). Es ist kein Gipfel im eigentlichen Sinn, nur ein Platz mit Tisch, Bank und Infotafel. Auf den Caldonazzo See hinunterschauen können wir leider nicht, Bäume versperren die Sicht.

wunderschön Moos bedeckter weicher Waldboden

Weiter geht es nun flach und viel grüner als zuvor. Der Waldboden ist mit Moos bedeckt, Gras sprießt entlang des Wanderweges. Ein größerer Vogel steigt auf. Was wird das für einer gewesen sein? Nach 100 Schritten wird das Geheimnis zumindest teilweise gelüftet. Ein kleiner Weiher bringt Abwechslung in die Waldlandschaft. Wird ein Wasservogel gewesen sein.

Ein idyllischer Weiher unweit des Monte di Bosentino

Nach dem Weiher beginnt es wieder richtig kniffelig zu werden. Der geplante Track ist in Natura sehr schwer auszumachen und wir folgen wiederum eher Rehsteigen als klar erkennbaren, von Menschenhand fabrizierten, Pfaden.

Aber auch dieses Wanderstück meistern wir, dank GPS, und finden nach mehreren 100 Metern einen richtigen Forstweg der uns bis zu einem recht einsamen Haus führt.

Nach einer 180 Wendung geht es nun auf einem betonierten Weg etwas bergab und dann wieder in einen Waldsteig hinein. Zum x-ten Mal müssen wir über und unter umgestürzte Bäume. Irgendwie komisch, dass die Wege nicht freigeschnitten werden oder zumindest mit entsprechenden Hinweisen versehen wurden.

Panoramablick Caldonazzosee rund um Santa Caterina

Endlich! Der lang erwartete Blick auf den Caldonazzo See

Doch nach oben drüber und unten durch, werden wir belohnt. Endlich gibt die Rundwanderung den Blick auf den Caldonazzosee frei. Herrlich!

Bis nach Santa Caterina dürfen wir immer wieder, vor allem auf den nördlichen Teil, des Lago di Caldonazzo nach San Cristoforo al Lago hinunterschauen.

Blick von San Caterina auf den Caldonazzosee

In Santa Caterina, einem 80 Seelen Dorf, schauen wir in die Kirche hinein. Die beste Mami von allen würde nun sicherlich eine Kerze anzünden wollen. Sie ist heute nicht mit, darum übernehme ich das. Oh Schreck, wo ist die Brieftasche? Sch… im Auto, schön sichtbar liegen gelassen! Arrrgh! Ich beruhige mich damit, dass in einem verschlafenen Dorf wie Borsentino wahrscheinlich keine Autoaufbrecher zu erwarten sind und leihe mir vom Andreas 2 Euro für zwei Kerzen.

Zwei Lichtlein brennen und wir marschieren gemütlich auf der „Via Castagne“ Richtung Borsentino. Spaziergänger, Jogger und Radfahrer kommen uns entgegen. Rechts unten zwei schwarze Esel und immer wieder der wunderbare Panoramablick auf den 1,8 m breiten, 4,7 km langen und max. 50 m tiefen Badesee Caldonazzo.

Und immer wieder der Blick auf den Caldonazzosee. Hier von Migazzone aus gesehen.

Wir sind froh die Rundwanderung im Uhrzeigersinn begonnen zu haben, denn so haben wir nun den schönsten und vor allem aussichtsreichen Teil der Wanderung vor uns. In aller Seelenruhe wandern wir über die Ortschaft Migazzone hinüber nach Bosentino. Die vergessene Brieftasche im Auto ist meinen Gedanken entschwunden, so kann auch ich, den wunderschönen, nur wenig befahrenen Panoramaweg, richtig genießen. Ein Seeblick ist eifnach etwas Besonderes, Urlaubsgefühle kommen auf.

In Bosentino erweist sich mein Gedanke als richtig. Autoaufbrecher sind keine vorbeigekommen. Alles paletti!

Vorbei am Levicosee zum Caldonazzosee

Blick auf den Caldonazzosee vom Lido di San Cristoforo aus gesehen

Am Nachmittag wollen wir in Kurtatsch auf dem Genussfest am Weinlehrpfad vorbeischauen. Wir sind etwa zu früh, darum setzen wir uns ins Auto und fahren rund um den Caldonazzo See nach Levico Terme hinüber und dann an der Ostseite des Lago di Levico hinauf nach Pergine. Einfach nur um zumindest ein zwei kurze Blicke auf den Kurort Levico Terme und den schönen Levicosee zu erhaschen. Wir bleiben nicht stehen und fahren bis zum Castello di Pergine hinauf, um dann wieder hinunter zum Caldonazzo See abzubiegen.

Am Nordufer des Caldonazzosees in San Cristoforo al Lago kehren wir beim Restaurant „Lido do San Cristoforo“ ein. Mittagszeit. Mit Blick auf den See lassen wir uns eine Pizza schmecken und freuen uns über den herrlichen Sonnentag.

GPS-Track Rundwanderung über dem Caldonazzo See

GPX-Track , Position: -km, -m GPX

50 100 150 200 5 10 15 Entfernung (km) Höhe (m)
Name: Keine Daten
Entfernung: Keine Daten
Minimalhöhe: Keine Daten
Maximalhöhe: Keine Daten
Höhengewinn: Keine Daten
Höhenverlust: Keine Daten
Dauer: Keine Daten

Fotos Bosentino und Caldonazzosee

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