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Bergsee, Lago di Tenno, See, Tenno, Tennosee, lago, lake

Postkarten-Wanderung am Gardasee: Monte Misone & Lago di Tenno

Wer beim Wandern landschaftliche Postkartenmotive sucht, ist hier in der Gardaseeregion genau richtig. Diese Bergtour beschreibt eine herrliche Rundtour mit Start in einem der I Borghi più belli d’Italia – mit Gipfelerlebnis, Gardaseeblick, Badesee-Idylle am Lago di Tenno und herrlicher bäuerlicher Architektur im Borgo Canale di Tenno.

Die Ortschaft Canale di Tenno trägt das Prädikat „Borghi più belli d’Italia”.
Die Ortschaft Canale di Tenno trägt das Prädikat „Borghi più belli d’Italia”.

Ich bin mit Andreas über das Valle dei Laghi bis nach Villa del Monte, einer Fraktion der Gemeinde Tenno, gefahren.

Erst einmal kehren wir in der Bar al Borgo auf einen Espresso und ein Brioche ein. Ohne Espresso geht bei uns nämlich nix. Der „Lischo“ ist schnell getrunken, das Brioche genossen. Auf geht es nach Canale, einem Ortsteil von Villa del Monte.

Schon auf dem mit Natursteinen gepflasterten Saumweg wird uns klar: Wir schreiten einem ganz besonderen Juwel entgegen.

Canale di Tenno

Der Ortsteil Canale hat die Jahrhunderte nahezu unverändert überdauert. Eng zusammengerückt schmiegen sich verschachtelte Steinhäuser an den Hang des Monte Misone. Sie sind allesamt im einheitlichen Trentiner Baustil erbaut. Genau das macht dieses Ensemble bäuerlicher Architektur so reizvoll. Enge, mit Natursteinen gepflasterte Gassen, ausnahmslos stilgerecht restaurierte Gebäude, Fresken, Steintreppen, Locande – jetzt um 8.00 Uhr noch geschlossen – und gleich am Anfang eine Art Museum: die Casa degli Artisti, die Malern und Bildhauern aus der Region eine Bühne bietet.

In aller Ruhe schauen wir uns den Ortsteil an. Andreas liest auf dem Schild einer Locanda „bis 17.00 Uhr geöffnet“. Ich hoffe, wir werden bis dahin von unserer Bergtour zurück sein, denn ich möchte das Örtchen nicht nur so wie jetzt im Schlafzustand erleben, sondern auch mit der typischen pulsierenden „Vita all’italiana“.

Aufstieg zum Monte Misone

Viertel nach acht verlassen wir den Borgo Canale di Tenno (600 m ü. d. M.) und starten auf dem Wandersteig Nr. 406 Richtung Monte Misone hinauf. Es gilt nun, 1.200 Höhenmeter zu absolvieren.

Das ist keine Kleinigkeit für unsere erste Bergtour dieser Wandersaison. Aber weil wir zwar konstant, dafür eher gemächlich steigen und am laufenden Band plaudern, kommen wir voran, ohne irgendeine Anstrengung zu spüren oder zu merken. Die Wanderzeit verrinnt wie im Flug. Zuerst erreichen wir die Almwiesen von Calino und dann, dem Steig Nr. 412 folgend, die Sella di Castiol auf 1.346 Metern.

Trotz unseres gemächlichen Schrittes überholen wir hier ein junges Pärchen und wandern nun bedeutend flacher den Südhang des Monte Misone entlang, indem wir die Alternative – einen nicht offiziellen, aber kürzeren Steig, der rechts direkt Gipfel hinaufführt – verschmähen. Warum? Wir vermuten, dass derselbe eventuell etwas ausgesetzt sein könnte. Warum würde man ihn sonst, obwohl kürzer, nicht beschildern?

So wandern wir nun teilweise durch verwachsene Lärchenwiesen quer Richtung Gipfel und erreichen rund 500 Meter vor der Malga di Tenno eine Kurve, in der rechts wieder ein nicht markierter Pfad abzweigt und uns eine kleine Abkürzung verspricht.

Weil die Abkürzung nur kurz aussieht, will ich es dieses Mal riskieren.

„Bisch sicher, dass des geat?“, fragt Andreas.

Der Blick auf die Karte verspricht: 100 Meter queren und dafür 600 Meter einsparen. Also entgegne ich mit gespielter Sicherheit: „Logisch, do gean sicher die Einheimischen aui, weil des isch viel kürzer!“

Allerdings verläuft die Abkürzung nicht ganz so wie gedacht. Sie mündet in einem brutal steilen Grashang, der einem beim Aufstieg fast die Nasenspitze kitzelt.

„Na do gea i nit aui!“, höre ich von hinten rufen.

Okay, ich kann das verstehen. Dem Andreas ist erst vor einem Tag wieder einmal die Schulter rausgesprungen. Das steckt ihm noch ordentlich in den Knochen. Mit einer ausgerenkten Schulter sich an Grasbüscheln festhalten müssen, ist nicht unbedingt die Definition einer guten Idee.

Ich werfe darum einen Blick auf die Karte. Theoretisch müsste genau wo ich stehe, der alternative, nicht markierte Steig vorbeiführen und dann in 50 Metern wieder auf den markierten Weg stoßen.

„Wort du unten, i gea a poor Meter aui. Wenn i in Steig find, no gean mir weiter, sunscht kehrn mir um!“

Ich steige zehn Meter hoch und finde tatsächlich den Alternativsteig, der den steilen Wiesenhang quert.

„Konsch lai aur kemmen, do isch dr Steig!“

Andreas kommt nach und wir schreiten nun quer zum Hang um einen Felsabsatz herum, und schon sind wir wieder auf dem offiziellen Steig Nr. 412.

Plötzlich tauchen einige merkwürdige Schilder auf. Schräg abgesägte Bretter, die an Bäumen aufgenagelt wurden und augenscheinlich die Richtung anzeigen sollen.

Zwei kleinere weisen rechts einen schmalen, steilen Steig hinauf. Nach zehn Metern folgt allerdings ein größeres Schild, das einen etwas breiteren Weg anzeigt, der zusätzlich weiß-rot markiert ist.

Nach dem gerade Erlebten entscheiden wir uns für Letzteren und folgen seinem Verlauf. Links wird der Blick auf die weißen Gipfel des Naturparks Naturpark Adamello-Brenta frei.

Krokusse

Kleine, vor allem weiße Krokusse am Wegesrand ziehen meine Aufmerksamkeit auf sich.

Der Gipfel ist nun nicht mehr weit.

Monte Misone

Plötzlich kommt uns eine Wandergruppe entgegen. Wir sind etwas verwundert, denn bis jetzt haben wir außer dem einen Pärchen keine Menschenseele gesehen. Deshalb dachten wir eigentlich, den Gipfel ganz für uns alleine zu haben. Nun ja – kaum steht das Gipfelkreuz des Monte Misone vor unserer Nase, werden wir eines Besseren belehrt. Obwohl es erst 11 Uhr ist, stehen gleich mehrere Wanderer rund um das Kreuz. Jetzt, da wir sehen, wie es hier aussieht, können wir das allerdings verstehen.

Erwartet haben wir uns einen unscheinbaren, kleinen, schattigen Berggipfel. Bekommen haben wir einen regelrechten Tanzboden mit sonniger Liegewiese und Ausblick in alle vier Himmelsrichtungen.

Richtung Norden sehen wir hinüber zu den Gipfeln der Adamello-Brenta-Berge, wobei sich der Monte Adamello, die Cima Brenta, die Cima Tosa und die Cima Presanella besonders hervortun. Richtung Nordosten sehen wir den Monte Bondone, Richtung Osten den Monte Stivo, Richtung Süden den Gardasee und darüber den Monte Baldo, Richtung Südwesten tief unter uns das herrlich türkisfarbene Lago di Tenno.

360° Blick über den Südhang des Monte Misone hinunter zum Tennosee und Gardasee
360° Blick über den Südhang des Monte Misone hinunter zum Tennosee und Gardasee
360° Rundumblick vom weitläufigen Gipfel des Monte Misone auf die Gardaseeberge im Süden und den Naturpark Adamello-Brenta im Norden
360° Rundumblick vom weitläufigen Gipfel des Monte Misone auf die Gardaseeberge im Süden und den Naturpark Adamello-Brenta im Norden

Der Gardasee und der Lago di Tenno sind nicht direkt vom Gipfelkreuz aus zu sehen. Bewegt man sich auf dem flachen Gipfel aber ein paar dutzende Meter hin und her, öffnen sich immer wieder Aussichtspunkte, die herrliche Tiefblicke auf die beiden Seen ermöglichen.

Schnarchgeräusche neben mir. Ja, der Andreas ist aus ganz anderem Holz geschnitzt als ich. Ich könnte bei so einem Anblick niemals einschlafen. Nicht so er. Er kann das. Er ist ein Meister!

Also lasse ich ihn liegen und mache mich auf Fotojagd. Ein schmaler Steig führt über die Westflanke des Monte Misone hinab. Er ist nicht beschildert. Ich steige trotzdem einige Meter ab, weil er einen noch besseren Ausblick auf den Bergsee Lago di Tenno verspricht.

Und er hält nicht nur sein Versprechen, sondern setzt sogar noch einen drauf. Rechts kann ich bis zur Malga di Tenno und links über den Tenno-See hinaus bis zum Gardasee blicken. Toll!

Da schießt mir plötzlich ein Gedanke durch den Kopf: Das muss der Steig der kleineren Bretterwegweiser sein. Ich rufe den Andreas an (Handyempfang ist hier kein Problem):

„Kim do or, mir gean do oi!“

So steigen wir über den unmarkierten, dafür aber bedeutend aussichtsreicheren schmalen Grat an der Westflanke des Monte Misone bis zur Kreuzung mit den Bretterschildern ab und wandern anschließend zur Malga di Tenno hinunter.

Die Alm "Malga Misone"
Die Alm „Malga Misone“

Ob die Alm im Sommer bewirtschaftet ist, können wir nicht erkennen. Heute jedenfalls ist niemand hier. Aber das verwundert an einem ersten Maitag auch nicht wirklich.

Abstieg ins Tenno Tal zum Passo Ballino

Wir queren die Almwiese und verpassen fast den Pfad Nr. 433, weil wir irrtümlicherweise dem Karrenweg folgen. Ein kurzer Blick auf die Wanderkarte, dann links hinauf, und schon erkennen wir einen nur schwach ausgetretenen Pfad mitten durch die Wiese, der auf den vor uns liegenden Buchenwald zusteuert.

Wir dürfen nun durch herrlich frischgrün schimmernde Buchenblätter wandern. Ich liebe solche Wälder.

300 Meter vor der Malga Fiavè beziehungsweise dem Rifugio Misone müssen wir scharf links abbiegen.

Jetzt heißt es: mühsam steile 700 Höhenmeter absteigen. Mittlerweile hasse ich solche Abstiege. Ich würde lieber 700 Höhenmeter steil aufsteigen. Ja, das ist tatsächlich so! Ich wünschte mir es gebe Bergtouren mit nur Aufstieg.

Seit sich mein Meniskus vor zwei, drei Jahren erstmals bemerkbar gemacht hat, konnte ich dem mit Radfahren statt Wandern, Stepper statt Laufband und vor allem mit konsequentem Verzicht auf längere Abstiege recht erfolgreich entgegenwirken.

Die Kehrseite der Medaille: Aufwärtsmuskulatur top, Abwärtsmuskulatur praktisch nicht vorhanden.

Wir steigen darum im Schneckentempo ab. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis wir endlich den Talboden am Passo Ballino erreichen.

Nun müssen wir entlang der Straße bis nach Ballino, einer Fraktion von Fiavè.

Hier dürfen wir die Hauptstraße verlassen, indem wir links auf den Wanderweg Nr. 406 – die Iterario Garda-Brenta – abbiegen. Scheinbar eine beliebte Strecke für Radfahrer.

In der Zone "Castil"
In der Zone „Castil“

Zuerst leicht aufwärts geht es auf Asphalt nach Castil hinauf, dann auf Schotter nur mehr sanft auf und ab bis zu einer Weggabelung. Leicht links oder scharf rechts. Eigentlich müsste es laut meiner Karte geradeaus weitergehen. Okay, dann links.

„Uffa“, jammert Andreas. Was hat er denn? Der Schotterweg vor uns zieht ordentlich aufwärts. Da müssen wir wohl rauf. Mir ist das egal – eigentlich sogar lieber.

Plötzlich öffnet sich links ein Ausblick hinunter zum Lago di Tenno. Ups, eigentlich wollten wir ja genau da runter. Wir sind viel zu hoch. Falsch! Es hilft nichts – wir müssen wieder zurück zur Weggabelung.

„Uffa“, denke dieses Mal ich mit, denn das heißt absteigen.

Zurück bei der Weggabelung erkennen wir das Problem: Genau zwischen „leicht links“ und „scharf rechts“ führt geradeaus ein schmaler Wanderpfad weiter. Wegweiser? Fehlanzeige. Den Pfad hatten wir komplett übersehen.

Dieses Mal nutzen wir ihn und können so die kurvenreiche Forststraße, die von Mountainbikern bevölkert ist, stark abkürzen und direkt Richtung Tenno-See absteigen.

Einige hundert Meter vor dem See begleitet unseren Wanderweg eine herrliche Wiese, durchsetzt mit einigen Solitärbäumen. Postkartenidylle pur. Wir legen eine Fotopause ein.

Wow, was für eine Naturidylle: Lago di Tenno (Tennosee).
Wow, was für eine Naturidylle: Lago di Tenno (Tennosee).

Dann geht es direkt zum Nordufer des Lago di Tenno hinunter.

Lago di Tenno

Der Tennosee, früher auch Thenner See genannt, ist ein alpiner See im Gemeindegebiet von Tenno. Er liegt auf etwa 570 Metern Höhe in einer abgeschlossenen Senke nördlich des Gardasees, umgeben von unberührter Natur am Fuße des Monte Misone. Auffällig ist seine intensive Färbung zwischen Türkis und Himmelblau, weshalb er auch als „Lago Azzurro” bekannt ist. Diese besondere Färbung verdankt der See seiner extremen Reinheit, dem weißen Seegrund und den Lichtverhältnissen. Sie entsteht durch das Zusammenspiel von kristallklarem Wasser, das kaum Schadstoffe enthält, und dem Sonnenlicht, das auf den hellen Untergrund trifft und reflektiert wird.

Seine Fläche beträgt rund 0,25 km², kann jedoch je nach Niederschlag stark schwanken. Nach intensiven Regenfällen im Herbst steigt der Wasserspiegel deutlich an, sodass die kleine Insel im Südosten bei extremen Ereignissen vollständig überflutet wird. In trockenen Phasen hingegen sinkt der Pegel, und die Insel wird über eine freigelegte Verbindung zur Halbinsel.

Der Badesee Lago di Tenno (in Deutsch oft Tennosee genannt) in seiner vollen, himmelblauen Pracht
Der Badesee Lago di Tenno (in Deutsch oft Tennosee genannt) in seiner vollen, himmelblauen Pracht

Wir sind heute in der Halbinsel-Saison. Mit oder gegen den Uhrzeiger? Wir entscheiden uns für gegen den Uhrzeiger, weil ich auf das vermeintlich schönere Ost-Ufer hinüberschauen möchte. So schlendern wir am Nordufer entlang bis zum Zulauf des Lago di Tenno. Es ist der Rio Secco, der hier in den Bergsee einfließt.

Überraschung! Eine Hängebrücke. Zwar nicht besonders hoch und auch nicht rekordverdächtig lang, dafür aber ordentlich schwabbelnd. Herrlich.

Schade, dass Anna heute nicht dabei ist. Sie liebt Hängebrücken. Ich nehme mir fest vor, mit ihr im Sommer einmal herunterzufahren und einen Badetag am Tenno-See zu verbringen. Solch einen traumhaften See muss auch sie unbedingt einmal gesehen haben.

Wir schlendern nun direkt am Seeufer entlang und streben auf die heute sichtbare schmale Landbrücke zu, die die kleine Insel zur Halbinsel macht.

Stiege das Wasser um 30 bis 40 Zentimeter, könnten wir die kleine Insel nicht mehr trockenen Fußes erreichen. So gesehen haben wir Glück. Also rauf auf die Insel und einmal rundherum. Das ist bei einer 50 × 50 Meter großen Insel natürlich schnell erledigt.

Die Insel im Tennosee: Heute eine Halbinsel, manchmal eine Insel, selten gar nicht zu sehen – je nach Wasserstand!
Die Insel im Tennosee: Heute eine Halbinsel, manchmal eine Insel, selten gar nicht zu sehen – je nach Wasserstand!

Eigentlich könnte man sich hier nun am Ufer niederlassen und auf den Sonnenuntergang warten. Wir möchten jedoch noch schnell hinüber ins malerische Dörfchen Canale, weil wir in Erinnerung haben, dass dort die meisten Locande nur bis 17.00 Uhr geöffnet haben.

Vom Lago di Tenno zum Borgo Canale di Tenno

Noch schnell schieße ich ein paar Fotos Richtung Lago di Tenno, bevor wir uns auf dem schönen Panoramaweg in südöstlicher Richtung nach Canale aufmachen. Was mich etwas betrübt: Ich konnte am Vormittag das Dorf als Gesamtensemble nicht so richtig einfangen, weil wir mittendrin standen und sich auch beim Aufstieg über den Südhang des Monte Misone kein guter Ausblick auf das Gesamtensemble mittelalterliche Dörfchen ergeben hatte.

Ein schöner Panoramaweg führt vom Tennosee hinüber zum Canale di Tenno – Borgo più bello d’Italia. Dabei kann man nicht nur die Dächerlandschaft des mittelalterlichen Dorfes sehen, sondern auch den Gardasee.
Ein schöner Panoramaweg führt vom Tennosee hinüber zum Canale di Tenno – Borgo più bello d’Italia. Dabei kann man nicht nur die Dächerlandschaft des mittelalterlichen Dorfes sehen, sondern auch den Gardasee.

Wie so oft haben wir allerdings das Glück gepachtet. Kaum ein paar Schritte gegangen, blickt uns die malerische Dächerlandschaft des Dorfes entgegen und lässt sich noch dazu von einer wunderbaren gelbgrünen Butterblumenwiese – mit Scharfen Hahnenfuß – einrahmen. Besser geht es nicht.

Der Spaziergang hinüber zum Dorf wird zum absoluten Genuss.

Das Schild „Uno dei Borghi più belli d’Italia – Canale di Tenno“ kündigt den Dorfeingang an. Wir treten durch einen Rundbogen unter dem ersten Steinhaus ein. Leider ist es bereits zehn nach fünf.

Doch anscheinend nehmen es die Wirtsleute heute mit der Sperrstunde nicht ganz so genau. Wir bekommen trotzdem noch einen Hugo Spritz und dürfen so ein wenig bella Italia leben – inmitten einer wunderbaren, intakten Bauernstil-Architektur, wie – ich muss es leider zugeben – man sie bei uns in Südtirol nirgends findet. Zumindest nicht als gesamtes Ortsensemble.

Um 17.30 Uhr wollen wir dann aber auch den Wirtsleuten ihren Feierabend gönnen und verlassen die Locanda del Borgo.

Gerade wollen wir das mittelalterliche Kleinod verlassen, da macht eine offene Tür Andreas neugierig. „Casa degli Artisti“ steht da. Bis 18.00 Uhr geöffnet, Eintritt frei. Andreas steht auf Kunst. Perfekt.

Casa degli Artisti „Giacomo Vittone“

Die Casa degli Artisti Giacomo Vittone befindet sich am südlichen Ausgang des mittelalterlichen Dorfes Canale di Tenno und dient als kulturelles Zentrum für Kunst und Begegnung. Das Gebäude geht auf eine Stiftung des Malers Giacomo Vittone zurück und beherbergt regelmäßig Künstlerresidenzen sowie Ausstellungen. Im historischen Ambiente mit engen Gassen und Natursteinarchitektur entsteht ein besonderer Kontrast zwischen traditioneller Bauweise und zeitgenössischer Kunst. Besucher erhalten hier einen authentischen Einblick in das künstlerische Leben des Dorfes.

Im Künstleraus Casa degli Artisti „Giacomo Vittone“
Im Künstleraus Casa degli Artisti „Giacomo Vittone“

Wir schlendern durch die auf mehreren Etagen aufgeteilten Räume. Andreas bewundert die Kunst, ich die Architektur des wunderbaren Gebäudes.

Ausklang des Postkarten-Wandertages in Riva de Garda

Weil wir noch nicht genug vom Gardaseetag haben, verlassen wir Canale nicht über das Tennotal Richtung Heimat, sondern fahren noch nach Riva del Garda hinunter und schlendern auch durch das mondäne Gardaseestädtchen, bevor wir uns in einer Gasse Spaghetti alle Vongole und Linguine al Pomodoro gönnen.

Damit endet unsere Postkartenmotiv-Wanderung in den Gardaseebergen über dem Lago di Tenno.

Und? Habe ich zu viel versprochen?

Wanderkarte und GPS Download Bergtour Canale di Tenno – Monte Misone – Lago di Tenno

Akt. Position: -km, -m
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50 100 150 200 5 10 15 Entfernung (km) Höhe (m)

Eckdaten der Tour

Postkarten-Wanderung am Gardasee: Monte Misone & Lago di Tenno

  • Dauer: 8:25 h
  • Distanz: 21,9 km
  • Bergauf: 1.516 m
  • Bergab: 1.519 m
Um welche Art von Tour handelt es sich?
Es handelt sich um eine Tour der Kategorie Anspruchsvolle Gipfeltouren, Bergtouren, Seenwanderungen
In welcher Region befindet sich die Tour?
Die Tour befindet sich in der Region Gardasee
Um welche Bergkategorie handelt es sich? Auf welcher Höhe liegt die Tour?
Es handelt sich hierbei um einen Berg der 1.000er Kategorie. Der tiefste Punkt der Tour liegt auf 554 m über dem Meeresspiegel. Der höchste Punkt der Tour liegt auf 1.801 m über dem Meeresspiegel.
Wie lang ist die Strecke?
Die Tour ist 21,9 km lang.
Wie streng ist der Aufstieg (Länge, Höhenmeter, Steigung)?
Es sind 10,6 Kilometer und 1.516 Höhenmeter im Aufstieg zu bewältigen. Das entspricht einer durchschnittlichen Steigung von 15,9 %.
Wie anspruchsvoll ist der Abstieg (Länge, Höhenmeter, Steigung)?
Im Abstieg sind 10,9 Kilometer und 1.519 Höhenmeter zu bewältigen. Das entspricht einem durchschnittlichen Gefälle von 15,4 %.
Wie viel Zeit werde ich für die Tour brauchen?
Ein durchschnittlicher Wanderer benötigt für die reine Gehzeit ca. 10:50 Stunden, ein geübter Wanderer ca. 8:25 Stunden.
Dieser Wert kann individuell stark variieren. Siehe Gehzeitrechner.
Wie viele Kalorien werden bei der Tour verbrannt?
Bei der Wanderung werden ca. 3.121 kcal verbrannt.
Es ist zu beachten, dass die Berechnung des Kalorienverbrauchs auf Faustformeln und allerlei Annahmen beruht, z.B. Gewicht=75 kg, Kalorienverbrauchsvorgaben für Aufstieg, Abstieg, flach usw. und daher nur eine Schätzung und keine exakte Angabe liefert. Wenn du deinen Kalorienverbrauch selbst berechnen möchtest, dann schau dir diesen Kalorienrechner an.
Gibt es interessante Wegpunkte?

Ja, es gibt interessante Wegpunkte. Hier ist eine Liste:

Fotos Canale di Tenno, Monte Misone, Lago di Tenno

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