Panoramawanderung Aschbach-Naturnser Alm-Vigiljoch

Von Aschbach hinauf auf die Naturnser Alm, über die Naturnser Böden, hinunter zum Vigiljoch und zurück nach Aschbach, zu dieser aussichtsreichen Rundwanderung nehmen wir dich heute mit.

Eine Seilbahn führt Wanderer von Rabland, Gemeinde Partschins, von 522 m ü. d. M. auf 1.349 m ü. d. M. hinauf nach Aschbach, das zur Gemeinde Gemeinde Algund gehört.

Wir benutzen die gewundene Bergstraße und fahren zur Geländeterrasse am Nördersberg die zahlreichen Kurven hinauf.

Start in Aschbach

Auf den Südhang des Sonnenberg fallen bereits die ersten Sonnenstrahlen. Das aus wenigen Häusern bestehende Dörfchen Aschbach hat noch den Schattenmantel übergezogen. Wir starten oberhalb des Dorfkerns den Wanderwegweisern Naturnser Alm (Nr. 28) folgend.

Zuerst müssen wir einen schattigen Wald einige Höhenmeter hinauf, kreuzen dann den „Wandererlebnisweg Aschbach“, steigen weiter auf und biegen bei einer Wegkreuzung rechts ab. Das Wanderschild „Naturnser Alm“ ist jetzt mit der Nr. 27 versehen. In angenehmer konstanter, nur leichter Steigung geht es nun mit nur wenigen Blicken hinein in den Vinschgau und hinüber in das gegenüberliegende Schnalstal und die Gipfel der Ötztaler Alpen bis zur Naturnser Alm hinauf, wo der Weitblick dankbarer weise etwas ausladender wird.

Naturnser Alm

Ein Holzschild hängt über der Eingangstür der Alm. Darauf steht „1.922 m“, es ist mit einem Tannenzweig, Enzian und Edelweiß verziert.

Wir lassen uns auf der Panoramaterrasse nieder. Ein Kaffee und ein Strudel, ein klein wenig „Sünde“ das darf heute schon sein. Außer dem Andreas und mir sind nur noch zwei Förster anwesend und natürlich der Wirt.

Die Naturnser Alm

Der letzte Tag im Oktober hat uns mit Schnee überrascht. Das hätte ich mir nicht erwartet. Hätte ich gewusst, dass hier auf fast 2.000 Höhenmeter schon Schnee liegt, wären wir wahrscheinlich unten im Tal zum Wandern geblieben. Wir wissen nicht so recht aber wir zufrieden oder enttäuscht sein sollen.

Von der Alm zeigt ein Wegweiser „Vigiljoch“ Richtung Osten. Wir folgen ihm nur kurz, biegen bald leicht rechts ab und steigen so zum Rauhen Bichl empor. Der auf meiner Karte nicht eingezeichnete Weg führt uns ziemlich genau in die Mitte des Dreiecks, das durch die Wanderwege 9B, 9A und 9 begrenzt wird, ist trotz Unsichtbarkeit auf meiner Karte und trotz Schneedecke recht gut am Boden zu erkennen.

Zirbelkiefer

Zirbelkiefern von links, der weiße Gipfel des Naturnser Hochjochs von rechts oben, Schneeflecken die mit der Sonne um die Wette glitzern, ein herrlicher Tag.

Rauher Bühel

Der Rauhe Bühel bzw. sein Hinterland, auf dem wir uns nun befinden, erweist sich als weit gezogene sanfte Kuppe und überrascht mit einem Dolomitenblick der seinesgleichen sucht. Obwohl von hier aus recht weit entfernt erweisen sich die bleichen Berge, die vom Zwergenvolk der Salwàns in weißes Mondlicht gehüllt wurden – so zumindest erzählt es die Sage der bleichen Berge – als magischer Anziehungspunkt dem gegenüber kein anderer bestehen kann.

Hier befinden wir uns etwas westlich vom eigentlichen "Gipfel" des Rauhen Bühel, der etwas weiter vorne auf der bewaldeten Baumkuppe liegt.
Hier befinden wir uns etwas westlich vom eigentlichen „Gipfel“ des Rauhen Bühel, der etwas weiter vorne auf der bewaldeten Baumkuppe liegt.
Herrlicher Rundumblick v. l. n. r.: . hinter uns das Naturnser Hochjoch, dann der Vinschgau, im Vordergrund die Naturnser Alm, darunter im Tal Naturns, dahinter der Eingang ins Schnalstal, rechts daneben die Texelgruppe, weiter rechts die Sarntaler Alpen, dann die herrlichen Dolomiten, darunter weiter im Vordergrund das Etschtal, weiter nach rechts der steil abfallende Gantkofel, dann der Laugen und die Ulterner Bergwelt.
Herrlicher Rundumblick v. l. n. r.: . hinter uns das Naturnser Hochjoch, dann der Vinschgau, im Vordergrund die Naturnser Alm, darunter im Tal Naturns, dahinter der Eingang ins Schnalstal, rechts daneben die Texelgruppe, weiter rechts die Sarntaler Alpen, dann die herrlichen Dolomiten, darunter weiter im Vordergrund das Etschtal, weiter nach rechts der steil abfallende Gantkofel, dann der Laugen und die Ulterner Bergwelt.

Der Naturnser Hochwart, die Naturnser Böden, ja sogar die mächtigen Gipfel der Texelgruppe im Norden werden zu Nebensache. Diese besonderen, in Formen und Farben einmaligen bizarren Felsgestalten sind nicht die größten und höchsten Gipfel in dieser Gegend, dennoch sind es die unbestrittenen Könige unter den Bergen Südtirols. Neben Ihnen besteht kein anderes Motiv, auch wenn es um Kilometer näher gelegen ist.

Ich muss mich zwingen das Richtung Osten hinaufziehende Naturnser Hochjoch und die Texelgruppe im Norden fotografisch nicht zu vergessen.

Ich stelle mir vor, wie es hier im Frühsommer ausschauen wird. Alpenrosenweg ist sicherlich nicht einfach eine Fantasiebezeichnung, wahrscheinlich wird hier im Frühsommer ein Meer von Alpenrosen blühen. Die Sträucher dort drüben, die teilweise aus den Schneefeldern hervorlugen, das müssen welche sein. Für mich bedeutet das, im Frühsommer wiederkommen!

Blick auf das Hochmoor auf dem Martscheinberg neben dem Wandersteig Nr. 9 der hinauf auf das Naturnser Hochjoch (2.444 m) führt.
Blick auf das Hochmoor auf dem Martscheinberg neben dem Wandersteig Nr. 9 der hinauf auf das Naturnser Hochjoch (2.444 m) führt.

Nach einer genüsslichen Mittagspause für Körper und Seele machen wir uns auf. Wir wollen über den Alpenrosenweg zum Vigiljoch hinunter. Dafür marschieren wir über die Almkuppe Richtung Süden weiter bis zu einer Kreuzung mit Wegweisern. Jetzt müssten wir nicht nur scharf, sondern sogar spitzwinkelig links zurück und so den Rauhen Bühel umrunden. Doch ich sehe wenig 100 m voraus aus ein Wetterkreuz, das auf einer Geländekante steht. Mich interessiert nicht unbedingt das Kreuz, sondern vielmehr die Geländekante. Wo eine Geländekante ist, da ergibt sich sicherlich eine neue Blick-Perspektive und so was zieht mich magisch an.

Auf dem Martscheinberg

Wir wandern hinüber. Es ist der Martscheinberg. Der Blick reicht hinunter auf den Eingang des Ultentals und hinüber auf den Laugen. Wir wollen schon umkehren, da bemerke ich einen sumpfigen Untergrund. Wow, eine herrliche Hochmoorlandschaft. Strukturen und Formen die ein Fotografen Herz erleuchten. Pech für den Andreas. Er wird nun eine weitere halbe Stunde warten müssen bis sich der Fotograf ausgetobt hat.

Flach über den Wasserlauf des Moors hinaus, im Visier die 40 km entfernten Dolomiten. Wären da vorne an der Geländekante diese recht hohen Weidezaun-Holzpfähle, die Bildkomposition wäre perfekt. Nein nicht unbedingt für Instagram und Socials, deren Formate sind klein, zugeschnitten für einen einzelnen recht Format füllenden Blickfangpunkt, nein dieses Bild müsste man, um seine volle Wirkung entfalten zu können, als Großformat z.B. als Fototapete drucken!

Sprung übers Hochmoor

Um doch ein wenig Mensch in Bild einzubringen, darf der Andreas über den Wasserlauf springen. Selbstverständlich bin ich mit dem ersten Sprung mitnichten zufrieden und er muss wieder und wieder springen. Ich liebe Hochmoore. Der weiche, moorige Boden, den man normalerweise im tiefen Tal verorten würde, steht im schroffen Kontrast zu den Felsen des Gebirges. Der Entschluss im Frühsommer nochmals wieder zu kommen steht nun absolut fest.

Für uns beide heißt es nun die wenigen 100 m zurück zur Wegkreuzung marschieren, dann den Alpenrosenweg an der Ostflanke des Rauhen Bichls entlangwandern und so in Waldlandschaften eintauchen. Die schöne Aussicht ist nun dahin. Nach circa 2 km informiert uns ein Schild: Landschaftsschutzgebiet Vigiljoch. Das ist etwas verstörend, denn vor uns bricht eine Waldschneise mit Hochspannungsleitungen das Idyll von Natur.

Den steinernen Wegweiser „Bärenbadalm 20 min“ lassen wir rechts liegen, wandern gerade aus wenige 100 m weiter und kommen so auf eine Forststraße, der wir gemütlich durch nun dichteren, mit hohen Fichten bewachsenen, Wald folgen.

Blick ins Etschtal

Ab und zu können wir zwischen den Baumstämmen hinunter bis zum Gantkofel im Mendelkamm oder ins Etschtal blicken.

Auf dem Vigiljoch

Zugegeben, nach der Naturherrlichkeit der Naturnser Böden, schaut das Vigiljoch etwas schnöde aus. Aber wir freuen uns trotzdem auf eine kurze Rast in der Sonne, direkt am St. Vigil am Joch Kirchlein. Die einsame Kirche markierte lange Zeit die Nordgrenze des Bistums Trient. Heute steht sie als Wahrzeichen für eine beliebte Naherholungszone, die von Lana aus mit der Seilbahn Vigiljoch erschlossen ist.

Mountainbiker am St. Vigilius Kirchlein auf dem Vigiljoch

Die Sonne steht schon tief, während wir vorbei am Lost Place „Seehof“ hinüber zur Schwarzen Lacke und zum Restaurant Seespitz marschieren.

Wir halten uns nicht auf, wandern den Steig Nr. 28 A Richtung Aschbach weiter. Der Fichtenwald bietet nicht oft einen kurzen Ausblick auf die nördliche Talseite des Vinschgaus.

Die 2,5 km von der Schwarzen Lacke vom Vigiljoch bis hinunter nach Aschbach sind schnell geschafft. Wir treten aus dem Wald heraus und schauen von der Geländeterrasse den letzten Sonnenstrahlen entgegen. Der Vinschgau leuchtet noch einmal gelborange auf bevor er in dunkles Blau abfällt.

Aschbach bei Sonnenuntergang

Mit diesem Ereignis beenden wir eine recht überraschende Wanderung, die trotz unerwarteten Schneefeldern beeindruckende Bilder in unseren Köpfen hinterlassen hat.

Panoramawanderung Aschbach-Naturnser Alm-Vigiljoch

GPX-Track , Position: -km, -m GPX

50 100 150 200 5 10 15 Entfernung (km) Höhe (m)
Name: Keine Daten
Entfernung: Keine Daten
Minimalhöhe: Keine Daten
Maximalhöhe: Keine Daten
Höhengewinn: Keine Daten
Höhenverlust: Keine Daten
Dauer: Keine Daten

Panoramawanderung Aschbach-Naturnser Alm-Vigiljoch

Hoteltipps für Ihren Wanderurlaub in Südtirol

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.